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Iron Man Iron Man - Limited Edition (USA, 2008)

DVD - Regionalcode 2, Concorde Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 121 Minuten

Extras
Deleted Scenes, Making of: "I am Iron Man", Robert Downey jr. Screentest, "Schauspielarbeit", Visual Effects, Kinotrailer, DVD-ROM

Regie:
Jon Favreau

Hauptdarsteller:
Robert Downey jr. (Tony Stark / Iron Man)
Jeff Bridges (Obadiah Stane)
Gwyneth Paltrow (Virginia "Pepper" Potts)
Terrence Howard (Colonel James Rhodes)
Shaun Toub (Yinsen)
Clark Gregg (Agent Phil Coulson)




Inhalt:

Tony Stark, Kopf des weltweit größten Waffenherstellers "Stark Industries", führt lieber das Leben eines märchenhaft reichen Playboys, als sich um die Leitung des Konzerns zu kümmern. Das überlässt er seinem Mentor Obadiah Stane. Ohne Starks unübertroffenes Genie bei der Entwicklung innovativer Technologien könnte die Firma jedoch nicht existieren. Sein neuestes, allerdings nicht serienreifes Projekt ist ein fortschrittlicher Reaktor, der noch von seinem Vater erfunden wurde. Stark wiederum ist auf seine persönliche Assistentin "Pepper" Potts angewiesen, um die Tücken des Alltagslebens bewältigen zu können. Starks Freund und Verbindungsmann zum Militär ist Colonel James Rhodes. Eines Tages präsentiert Stark in Afghanistan das neueste Produkt von Stark Industries: Das "Jericho"-Raketensystem. Auf dem Rückweg wird der Militärkonvoi von Rebellen angegriffen. Stark wird durch Granatsplitter verletzt und von den Rebellen entführt. Sein Mitgefangener Yinsen setzt ihm einen Elektromagneten in die Brust, der die Granatsplitter daran hindert, bis in sein Herz vorzudringen. Stark soll eine Jericho-Rakete für die Rebellen bauen. Sie stellen ihm hierfür ausreichend Material zur Verfügung - Waffensysteme seiner eigenen Firma befinden sich in ihrem Besitz.

Stark konstruiert in den nächsten drei Monaten eine Miniaturversion des neuen Reaktors und ersetzt damit den Elektromagneten. Gemeinsam mit Yinsen schmiedet er insgeheim eine klobige Metallrüstung mit Kraftverstärkern und diversen Waffen, die sogar begrenzt flugfähig ist. Die Rebellen bemerken schließlich, was vor sich geht. Stark kann ausbrechen, doch Yinsen muss sich opfern, um ihm die Flucht zu ermöglichen. Bevor er stirbt, bittet er Stark, sein Leben nicht zu verschwenden. Stark flieht in die Wüste, wo er die Bruchstücke seiner Rüstung zurücklässt. Dort werden sie einige Zeit später von den Rebellen gefunden. Zurück in Amerika stärkt Stark sich zunächst mit ein paar Cheeseburgern und tritt dann vor die Presse, um zu Stanes Entsetzen öffentlich zu verkünden, Stark Industries werde ab sofort keine Waffen mehr herstellen und sich der Erforschung friedlicher Technologien widmen. Stane ist von Starks Läuterung nicht begeistert, versucht die Wogen zu glätten und bittet Stark darum, sich zurückzuhalten, damit die Aktien des Konzerns nicht ins Bodenlose stürzen.

Vorläufig geht Stark auf diese Bitte ein. Sein wahres Ziel besteht jedoch darin, den Schaden wiedergutzumachen, der durch die Waffen seiner Firma angerichtet wurde. Er lässt sich von Pepper, seiner einzigen Vertrauten (für die er allmählich ernstere Gefühle entwickelt) eine verbesserte Version des Mini-Reaktors implantieren. Er setzt sein ganzes Geschick ein, um eine neue, elegantere und weit leistungsfähigere Rüstung zu erschaffen, die von diesem Reaktor angetrieben wird. Stane inszeniert derweil eine Intrige, die zu Starks Entmachtung führen soll, und verschachert hinter Starks Rücken Waffen (auch Jericho-Raketen) nach Afghanistan, mit denen der Krieg dort eine neue Dimension der Grausamkeit erreicht. Als Stark davon erfährt, begibt er sich mit seiner überschallschnell flugfähigen Rüstung ins Kriegsgebiet und besiegt die Rebellen im Alleingang. Als er auf dem Rückweg von amerikanischen Kampffliegern verfolgt wird, zieht er auch Rhodes ins Vertrauen. Pepper findet heraus, dass Stane hinter Starks Entführung steckt. Nur mit Hilfe des S.H.I.E.L.D.-Agenten Coulson kann sie sich Stanes Zugriff entziehen und Stark warnen.

Tatsächlich ist auch Stane inzwischen hinter Starks Geheimnis gekommen und hat den Rebellen den Prototypen der Rüstung abgenommen. Nun konstruiert er eine massive Kampfrüstung, hat aber keine Energiequelle, die klein und dennoch stark genug ist, das monströse Ding anzutreiben. Er überwältigt Stark und entreißt ihm den Mini-Reaktor. Stark überlebt nur, weil Pepper die erste Version dieses Geräts aufbewahrt hat, die er sich nun selbst einsetzt. Der Reaktor ist allerdings nicht so leistungsfähig wie die verbesserte Version. Deshalb hat er Stane, der nun die voll funktionsfähige Rüstung trägt und sich anschickt, Pepper zu töten, wenig entgegenzusetzen. Die beiden liefern sich einen heftigen Kampf auf dem Konzerngelände. Es gelingt Stark, seinen Gegner lange genug aufzuhalten, so dass Pepper den großen Reaktor überladen kann. Dieser explodiert, wodurch Stane sein Ende findet. Am nächsten Tag stellt Stark sich wieder einmal der Presse, die bereits einen Namen für den unbekannten Superhelden gefunden hat: Iron Man ("Eisenmann"). Stark findet Gefallen an diesem Namen. Er ignoriert das von S.H.I.E.L.D. vorbereitete Dementi und verkündet, er selbst sei Iron Man. Als er nach Hause zurückkehrt, wartet dort schon Nick Fury auf ihn, der Chef von S.H.I.E.L.D., um ihm zu eröffnen, dass Iron Man nicht der einzige Superheld ist...

Der Film:

Die Szene mit Nick Fury (gespielt von Samuel L. Jackson) kommt nach dem Abspann. Fury möchte mit Iron Man über die "Avenger-Initiative" sprechen. Die Avengers sind, wie der geneigte Comic-Fan wissen wird, eine Gruppe von Superhelden aus dem Marvel-Universum. Und so darf man hoffen, dass es nicht nur einen zweiten Teil von Iron Man geben wird (das steht wohl schon fest), sondern auch einen Film mit den Avengers. Dazu gehören neben Iron Man und verschiedenen anderen wechselnden Mitgliedern auch der Hulk, Thor und Captain America. Man darf gespannt sein, wie das verfilmt werden soll. Ich könnte mir vorstellen, dass die Figur des Captain America außerhalb der USA nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen wird. Aber zurück zu Iron Man! Inzwischen gibt es ja eine ganze Reihe guter bis sehr guter Comic-Verfilmungen. Dennoch kommt meiner Meinung nach keine an Iron Man heran, denn hier passt einfach alles: Exzellente Schauspieler, selbstironischer (aber nicht übertriebener) Humor, tolle Spezialeffekte, detailverliebte Ausstattung, knackige Action, eine gute Story - und nicht zuletzt eine hundertprozentig überzeugende Iron Man - Rüstung. Es dauert allerdings eine ganze Weile, bis man die zu sehen bekommt...

Wie üblich bei neuen Superhelden-Verfilmungen handelt es sich auch bei Iron Man um eine "Entstehungsgeschichte", d.h. Tony Stark muss erst noch zu Iron Man werden. Dass der Weg dorthin nicht langweilig wird, liegt natürlich teilweise daran, dass Iron Man im Gegensatz zu Spider-Man, Batman und anderen Helden, deren "Origin Story" man in- und auswendig kennt, nicht so bekannt ist. Vor allem liegt es aber daran, dass es Robert Downey jr. gelingt, auch und vor allem Tony Stark zu einer interessanten Figur zu machen. Man wartet also nicht die ganze Zeit nur ungeduldig darauf, dass Stark endlich die endgültige Version seiner Rüstung anlegen und als Iron Man in den Kampf ziehen möge. Genauer gesagt kann ich mich gar nicht an der Spielfreude des Hauptdarstellers sattsehen! Er lässt seinen augenzwinkernden Charme spielen, setzt gekonnt eine gewisse Portion Over-Acting ein, geizt nicht mit bissigen, trockenen Bemerkungen. Er gibt somit der Figur des exzentrischen, egoistischen, arroganten, moralisch nicht ganz lupenreinen, trotzdem irgendwie sympathischen, auf jeden Fall aber ultracoolen Multimilliardärs einen ganz eigenen Charakter. Auch die Wandlung vom Zyniker zum Helden nimmt man ihm jederzeit ab. Dass er im Grunde keine echten Superkräfte besitzt, sondern lediglich auf extrem weit entwickelte High-Tech-Hilfsmittel zurückgreift, verleiht ihm Glaubwürdigkeit. Vielleicht trägt zu dieser Glaubwürdigkeit auch Downeys bisheriger Lebenswandel bei, der ja nun nicht gerade arm an Skandalen war.

Jeff Bridges, den ich mit Glatze und Vollbart erst gar nicht erkannt habe, ist ein wundervoller "Superschurke". Er bleibt zunächst undurchsichtig und wird erst allmählich zum echten Widerling. Gwyneth Paltrow macht als schlagfertiger, kompetenter, aber etwas spröder Sidekick für Tony Stark ebenfalls eine sehr gute Figur - die Szenen, in denen sie "den Müll rausbringt", Tony Stark einen neuen Mini-Reaktor verpasst usw. gehören zu den Highlights des Films. Mit Erleichterung habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Beziehung zwischen Pepper und Stark sich fast ganz auf bissige Wortgefechte beschränkt. Wie leicht hätte daraus so etwas wie der Romantic-Comedy-Overkill in Spider-Man 3 werden können! Die einzige Schwachstelle ist vielleicht die völlig verzichtbare Figur des James Rhodes. Terrence Howard kann wenig aus dieser Rolle machen, denn Rhodes hat schlicht und ergreifend nichts zu tun. Immerhin ist er für eine Anspielung gut: In den Comics wird aus ihm "War Machine", eine Art zweiter Iron Man. Im Film gibt es eine Stelle, in der er sich Starks zweite Version der Power-Rüstung anschaut und "Next time, Baby" sagt. Überhaupt findet der kundige Fan so manche Referenz auf die Comics, und natürlich darf auch ein Cameo-Auftritt von Stan Lee, dem Marvel-Mastermind, nicht fehlen! Dass afghanische Terroristen als Bösewichte herhalten müssen, mag etwas befremdlich wirken. Man sollte aber bedenken, dass Tony Stark in den Comics von Nordvietnamesen gefangen genommen wurde und dort im Prinzip dasselbe durchgemacht hat (die ersten Iron Man - Comics wurden in den Sechzigerjahren veröffentlicht). Diese Geschichte wurde also lediglich "modernisiert".

Der Film kann aber nicht nur tolle schauspielerische Leistungen auf der Habenseite verbuchen. Ein Superheldenfilm steht und fällt mit dem Design und den Aktionen des Superhelden, und diesbezüglich gibt es bei Iron Man nicht das allergeringste auszusetzen. Hier zeigt sich wieder, dass man mit CGI heutzutage unglaublich realistische Ergebnisse erzielen kann, wenn es sich um "mechanische" Objekte wie z.B. die Iron Man - Rüstung handelt. Alle Versionen dieser Rüstung sind auf ihre Weise perfekt. Nr. 1 ist ein grob zusammengefügtes, ungeschlachtes Monstrum mit Schweißnähten, Nr. 2 ist schon schnittiger, wirkt aber doch noch wie ein Prototyp, Nr. 3 ist dann ein komplexes, aus unzähligen Einzelteilen und Schichten bestehendes Stück High-Tech. Man hat kein Problem damit, in dieser Rüstung gleichzeitig ein elegantes Männerspielzeug und ein gefährliches Waffensystem zu sehen. Die Art und Weise, wie Tony Stark sich dieser endgültigen Version annähert, d.h. wie er im Hobbykeller daran herumbastelt, Elemente davon mehr oder weniger erfolgreich erprobt, und wie er die Rüstung dann erstmals anlegt, lassen das Kinder... ähm... Männerherz höher schlagen. Ironisch gebrochen wird das Ganze u.a. durch Starks Schwierigkeiten, das Ding danach wieder auszuziehen. Hinzu kommen phänomenale Flugszenen, viel Pyrotechnik und diverse andere technische Spielereien. Natürlich hätte man weit mehr Action in den Film hineinpacken und weitere Funktionen des Anzugs zeigen können. Das hätte aber nicht zum Charakter dieses Films gepasst. Hier stehen immer noch die Menschen im Vordergrund, und das ist auch gut so. Wer hirnloses Effekt-Überwältigungskino haben will, kann sich ja Transformers anschauen.

Die DVD:

Der Film ist hierzulande nur in einer leicht gekürzten Fassung in die Kinos gekommen. Die Limited Edition-DVD im Steelbook (und nur die) enthält die ungeschnittene amerikanische Version - und hat lusigerweise genau die gleiche Altersfreigabe erhalten wie die deutsche Kinoversion, die als Single-Disc auf DVD erhältlich ist. Die Schnitte machen insgesamt nur etwas mehr als zwei Minuten aus. Unter anderem sieht man in der ungekürzen Version genauer, wie Yinsen Stark den Magneten einsetzt, es gibt viel mehr von Starks Ausbruch aus dem Rebellenlager zu sehen, und schließlich wird gezeigt, dass Stark nicht davor zurückschreckt, Gegner zu töten. Gemeint ist die Szene im afghanischen Dorf, wo Iron Man einige Terroristen erschießt, die Geiseln genommen haben. Das ist übrigens der einzige Schnitt, bei dem mir im Kino aufgefallen ist, dass da was fehlt.

Das Bonusmaterial fällt sehr umfangreich aus. Das fängt schon mit acht zusätzlichen bzw. verlängerten Szenen an. Unter anderem wurde ein kompletter Handlungsstrang nicht verwendet, in dem Tony ein rauschendes Fest in Dubai feiert, dann aber drei Mädels allein im Bettchen liegen lässt und sich stattdessen lieber mit seiner Iron Man - Rüstung vergnügt. Außerdem hätte Rhodes ein bisschen mehr zu tun bekommen: Er hätte Iron Man gegen Iron Monger geholfen. Das Making of hat für sich genommen schon Spielfilmlänge, es kommen aber noch drei Featurettes hinzu. Man bekommt Probeaufnahmen mit Robert Downey jr. (6 Minuten) zu sehen, ein ca. 4 Minuten langer Beitrag zeigt, wie die Schauspieler eine bestimmte Szene mit dem Regisseur ausdiskutieren. "Visual Effects" ist ein ca. 27 Minuten langer Beitrag, in dem gezeigt wird, dass drei Spezialeffektschmieden mit der Erschaffung je eines Teils der CGI betraut wurden, und wie diese die verschiedenen Versionen der Iron Man - Rüstung erschaffen haben.

Das Making of besteht aus sechs Einzelbeiträgen, man vermisst eine "alles abspielen" - Funktion. Die Dokumentation geht ausführlich auf den sich über Jahre erstreckenden Entstehungsprozess ein: von den ersten Ideen und Entwürfen bis hin zur Premiere. Vor allem wird deutlich, welch großer Aufwand in Design und Herstellung überzeugender Iron Man - Rüstungen gesteckt wurde; ein Aufwand, der sich mehr als bezahlt gemacht hat. Man hat sich nicht nur auf CGI verlassen, sondern zusätzlich reale Versionen aller Rüstungen gebaut. Manche Aspekte, zum Beispiel Soundeffekte und Filmmusik, werden in der Dokumentation zwar nicht behandelt, sehenswert ist sie aber auf jeden Fall.

J. Kreis, 08.04.2009


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