Zurück zu den Filmen

Krieg der Eispiraten Krieg der Eispiraten (USA, 1984)
- The Ice Pirates -

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: Ungeprüft
Laufzeit: ca. 90 Minuten

Extras
Kinotrailer

Regie:
Stewart Raffill

Hauptdarsteller:
Robert Urich (Jason)
Mary Crosby (Prinzessin Karina)
Michael D. Roberts (Roscoe)
Jeremy West (Zorn)
Anjelica Huston (Maida)
Ron Perlman (Zeno)




Inhalt:

In ferner Zukunft herrscht auf allen Planeten Wassermangel. Wasser ist zur wertvollsten Substanz der Galaxis geworden. Die Templer vom Planeten Mithra kontrollieren die letzten Wasservorräte und halten somit alle Macht in Händen. Es gibt jedoch eine kleine Rebellengruppe, die immer wieder Transportkonvois der Templer überfällt und das dort in Form von Eis gelagerte Wasser raubt. Jason ist einer dieser Eispiraten. Eines Tages begegnet er während eines Raubzuges der schönen Prinzessin Karina, die sich auf einem Templerschiff aufhält. Jason versucht sie zu entführen, aber sein kleines Raumschiff wird von den Templern aufgebracht. Einige Piraten können entkommen, Jason und sein Kumpel Roscoe werden gefangen genommen. Auf Mithra sollen sie lobotomiert und kastriert werden - auf diese Weise erschaffen die Templer sich willenlose Sklaven. Karina hat jedoch eigene Pläne mit den beiden und hilft ihnen zu entkommen. Mit einem gestohlenen Schiff fliegen sie zu einer Piratenbasis auf dem Mond Zagora. Karina setzt Jason unter Druck, um ihn dazu zu bewegen, ihren verschollenen Vater zu finden. Dieser ist bei der Suche nach der legendären "Siebten Welt" (einem Wasserplaneten) verschwunden.

Jason willigt ein. Weder er noch Karina ahnen, dass sie damit den Templern in die Hände spielen. Zorn, ein mächtiger Templer, folgt dem Piratenschiff, um sich von ihm zur siebten Welt führen zu lassen. Er will verhindern, dass die dort vermuteten gewaltigen Wasservorräte in die falschen Hände fallen, denn damit wäre die Macht der Templer gebrochen. Auf Zagora treffen Jason und Karina auf Maida und Zeno, zwei Überlebende aus Jasons Crew. Die Reise geht weiter zum verlassenen Wüstenort Sweetwater, wo sich Lanky Nibs aufhält, ein alter Kumpel Jasons. Er hat durch "Zeitschwund" 20 Jahre verloren. Er weiß, dass Karinas Vater die siebte Welt im Zentrum der Galaxis gefunden hat, dann aber von Templern im Tri-System überrascht worden ist. Im Tri-System müssen die Piraten sich mit Wendon auseinandersetzen, einem zwielichtigen Gesellen, der nur aus einem Kopf besteht und sich von Amazonen bedienen lässt. Er besitzt einen Ring, den er von Karinas Vater erhalten hat. Dieser wiederum enthält eine holografische Grußbotschaft des Vermissten und die Koordinaten der siebten Welt.

Inzwischen haben Jason und Karina sich ineinander verliebt, deshalb ist der Pirat auch bereit, sich in den so genannten Zeitwirbel zu stürzen: Wenn man zur siebten Welt fliegen will, muss man sich genau an die vorgegebenen Koordinaten halten, weil man sonst in Sekundenschnelle altert. Dummerweise greift genau in dieser gefährlichen Zone das Templerschiff an. Alle werden zu Greisen, die Templer stürmen das Schiff - aber plötzlich ist alles wieder wie zuvor, mit der Ausnahme, dass das Templerschiff verschwunden ist. Im Gegensatz zum Piratenschiff hat es nicht den richtigen Kurs eingehalten und ist im Zeitwirbel verschollen. Die Piraten kommen unbeschadet aus der gefährlichen Zone heraus. Endlich sind Karina und die Eispiraten am Ziel: Sie haben die siebte Welt gefunden.

Der Film:

Tja, mit dem Anflug auf die siebte Welt endet der Film, und damit bleiben einige Handlungsstränge in der Luft hängen. Aber bei einem Film dieser Art, der ganz auf Situationskomik setzt und bei dem die Handlung sowieso völlig nebensächlich ist, sollte man sich daran nicht stören. Wie so oft bei Filmen aus den Achtzigern bin ich auch diesmal nicht in der Lage, eine objektive Review abzugeben. Wer ihn heute erstmals sieht und sich nicht auf dem geistigen Niveau eines Minderjährigen befindet, der wird diese trashige, mit Logiklöchern durchsiebte und naive (oder eher grenzdebile) Mixtur aus plattester SF-Parodie, Mad-Max-Endzeit-Action und Piratenfilm vermutlich unerträglich finden. Ich habe ihn damals im Kino gesehen und fand ihn köstlich. Jaja, ich weiß schon, damals war man noch an eine andere Art von Humor gewöhnt, aber irgendwie finde ich so manche Szene auch heute noch lustig - beispielhaft erwähnt seien der Weltraum-Herpes und der Endkampf mit den gealterten Helden (komplett mit bodenlangen Bärten und - im Fall von Roscoe - gigantischer schneeweißer Afro-Frisur). Ansonsten kann auch ich heute natürlich nur noch den Kopf über diesen Unsinn schütteln. Ängstliche Roboter? Mit Äxten und Schwertern bewaffnet (wie die Piraten übrigens auch)? Die sich selbst eine Schraube aus dem Nabel drehen, so dass sie auseinanderfallen? Also bitte!

Die Veräppelung diverser SF-/Fantasyfilme reißt es zwar nicht heraus, denn diese Anspielungen sind nicht wirklich witzig, aber es ist immerhin interessant zu sehen, aus wie vielen Filmen und Serien die Ideen stammen, die her verwurstet wurden. Schauspielerische Meisterleistungen darf man natürlich auch nicht erwarten. Sympathisch sind die trotteligen Helden trotzdem. Die Dialoge sind... na ja... auch irgendwie typisch für die Achtziger. Über die aus heutiger Sicht indiskutablen Spezialeffekte wollen wir mal lieber den Mantel des Schweigens breiten. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass Kostüme und Ausstattung sowie einige bizarre Kulissen sich durchaus sehen lassen können, auch das Design der Roboter, die immer als Kanonenfutter nach vorn geschickt werden, ist eigentlich gar nicht so übel. Ganz billig kann die Produktion jedenfalls nicht gewesen sein. Mir ist aber aufgefallen, dass mindestens eine Kulisse aus einem anderen Film geklaut wurde, nämlich die futuristische Stadt aus Logans Run.

Als Kind der Achtziger kann ich mit dieser kunterbunten, durch eine rudimentäre Handlung nur lose zusammengehaltenen Aneinanderreihung abstruser Szenen zwar auch heute noch meinen Spaß haben, wer aber nicht mit Filmen dieser Art aufgewachsen ist, sollte vielleicht lieber die Finger davon lassen...

Die DVD:

...was gar nicht so schwer ist, denn hierzulande ist die DVD derzeit (März 2008) gar nicht im Laden zu kaufen. Es gab wohl mal eine VHS-Version, aber die soll recht radikal geschnitten sein. Die Szenen mit Zenos abgehackter Hand und dem von Maida enthaupteten Piraten sollen da fehlen. Meine DVD-Version kommt aus den Niederlanden. Sie ist ungeschnitten und hat neben englischem und französischem auch deutschen Ton. Das Hauptmenü hat deutschen Text.

J. Kreis, 08.03.2008
Seitenanfang