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Der unglaubliche Hulk Der unglaubliche Hulk - Home Edition (USA, 2008)
- The incredible Hulk -

DVD - Regionalcode 2, Concorde Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 108 Minuten

Extras
Trailer

Regie:
Louis Leterrier

Hauptdarsteller:
Edward Norton (Dr. Bruce Banner / Hulk)
Liv Tyler (Elizabeth "Betty" Ross)
William Hurt (General Thaddeus "Thunderbolt" Ross)
Tim Roth (Emil Blonsky / Abomination)
Tim Blake Nelson (Dr. Samuel Sterns - "Mr. Blue")




Inhalt:

Der Wissenschaftler Bruce Banner nimmt an einem von General Ross geleiteten Experiment des Militärs teil, dessen Ziel - wie Banner glaubt - darin besteht, Menschen immun gegen Gammastrahlung zu machen. Die Wahrheit sieht anders aus: Ross will Supersoldaten erschaffen. Ein Selbstversuch Banners schlägt fehl. Er verwandelt sich in einen riesigen, grünhäutigen Koloss mit gewaltigen Kräften, verliert völlig die Kontrolle über sich und zerstört das Labor. Dabei werden General Ross und dessen Tochter Betty (Banners Freundin) verletzt. Das Ungeheuer - der Hulk - flieht, verfolgt von Ross, der Banners Körper als Eigentum des Militärs betrachtet und nur zu gern herausfinden würde, wie man auch andere Menschen in solche eine unbesiegbare Kampfmaschine verwandeln kann. Die Verwandlung ist nicht von Dauer. Banner wird wieder normal, muss in den folgenden Jahren aber Selbstbeherrschung üben, denn bei starker Erregung, Zorn oder Angst kommt es zwangsläufig zur Transformation. In seiner Hulk-Form ist Banner nicht er selbst, reagiert nur noch instinktgesteuert und kann sich später kaum noch an Hulks Taten erinnern. Banner versteckt sich fünf Jahre lang in einer brasilianischen Favela und arbeitet in einer Getränkefabrik. Er hält Kontakt mit einem Forscher, den er nur unter dem Namen "Mr. Blue" kennt. Banner schickt Proben seines Blutes an Mr. Blue, der ein Gegenmittel entwickeln will. Eines Tages schneidet Banner sich während der Arbeit in den Finger und bemerkt nicht, wie ein Blutstropfen in eine Getränkeflasche fällt, die in die USA geliefert wird.

Als Ross von dem Effekt erfährt, den dieses Getränk auf einen ahnungslosen Kunden hatte, ist es ihm endlich möglich, wieder Banners Spur aufzunehmen. Er begibt sich selbst nach Brasilien und setzt eine von Emil Blonsky angeführte Spezialeinheit auf Banner an. Der entkommt zwar, verwandelt sich während der Flucht aber in den Hulk. Nachdem er die Soldaten besiegt hat (am Ende bleibt nur Blonsky übrig), flieht er nach Guatemala, wo er seine menschliche Form annimmt. Banner macht sich nun auf den Weg zur Culver University in Virginia, um Daten über das dort gelaufene militärische Experiment zu beschaffen, dem er Hulks Entstehung "verdankt". Mr. Blue braucht diese Daten für die Entwicklung des Gegenmittels. Banner hat aber keinen Erfolg, die Daten wurden gelöscht. Obwohl er es gern vermieden hätte, begegnet Banner hier Betty, die ihren neuen Freund (ihren Psychiater) sitzen lässt, um Banner zu helfen. Zu seinem Glück befindet sich eine Sicherungskopie der benötigten Daten in Bettys Besitz.

Zur gleichen Zeit erfährt Blonsky von Ross, was es mit dem Supersoldaten-Projekt auf sich hat. Nur zu gern lässt der alternde Soldat sich das auf Eis gelegte Serum injizieren, wodurch seine körperliche Leistungsfähigkeit enorm gesteigert wird. Durch Bettys Psychiater erfährt Ross, dass Banner von seiner Tochter versteckt wird. Bei einem rücksichtslosen Angriff, der erneut zur Entstehung des Hulk führt, nimmt Ross Bettys Tod in Kauf. Der Hulk rettet sie, nachdem er die ganze gegen ihn eingesetzte Militärmaschinerie in Schrott verwandelt und Blonsky, der es allein mit ihm aufnehmen wollte, jeden einzelnen Knochen im Leib gebrochen hat. Der Hulk bringt Betty in Sicherheit. Die junge Frau überwindet ihre Angst vor dem grünhäutigen Monster, da sie Banner in ihm erkennt. Es gelingt ihr, ihn zu beruhigen, so dass er sich zurückverwandelt. Zusammen machen sie sich auf den Weg nach New York, um Mr. Blue zu treffen. Sie ahnen nicht, dass Ross ihnen immer noch auf der Spur ist. Inzwischen hat Blonsky sich von seinen eigentlich tödlichen Verletzungen erholt und beginnt sich nun allmählich körperlich zu verändern.

Mr. Blue entpuppt sich als Biologe namens Samuel Sterns. Er hat ein Verfahren entwickelt, das nun an Banner ausprobiert wird. Dadurch kann der Verwandlungsprozess tatsächlich rückgängig gemacht werden. So ist Banner wehrlos, als Blonskys Leute angreifen und ihn festnehmen. Es gelingt Banner nicht mehr, Sterns Versuchsanordnungen zu zerstören - der Biologe hat Banners Blut synthetisiert und träumt bereits vom Nobelpreis. Daraus wird jedoch nichts. Nachdem Ross mit Banner und Betty abgeflogen ist, zwingt Blonsky den Biologen, ihm eine der Blutproben und eine Dosis Gammastrahlen zu verabreichen. Umgehend verwandelt der ohnehin schon nicht mehr ganz menschliche Soldat sich in ein abscheuliches Monster - Abomination. Abomination zerstört das Labor, wodurch auch Stern ein wenig von Banners Blut abbekommt. Dann zieht Abomination eine Spur der Verwüstung durch Harlem. Banner weiß, dass nur der Hulk dieses Monster stoppen kann. Ross willigt ein und lässt ihn frei. Trotz der vorhergehenden Behandlung verwandelt Banner sich und tritt Abomination als Hulk entgegen. Während des Kampfes kommen auch Ross und Betty in Gefahr, doch zu guter Letzt kann Abomination besiegt werden. Hulk lässt seinen Gegner nur auf Bitten Bettys am Leben, dann flieht er wieder einmal. Er zieht sich in die Wildnis British Columbias zurück, wo es ihm allmählich gelingt, die Verwandlung willentlich herbeizuführen. Einige Zeit später bekommt General Ross Besuch von Tony Stark, dem Chef des Rüstungskonzerns Stark Industries. Ross kann nicht ahnen, was Stark meint, als er sagt, er stelle ein Team zusammen...

Der Film:

...aber der kundige Zuschauer weiß es: Tony Stark ist Iron Man, und bei dem Team kann es sich nur um die Avengers handeln. Die Verfilmung der gleichnamigen Comicserie soll angeblich im Jahre 2011 in die Kinos kommen.

Aber zurück zum Hulk. Ist diese zweite aktuelle Verfilmung der Hulk-Comics von Marvel nun besser oder schlechter als Ang Lees Hulk? Ich würde sagen: Es ist eine Neuinterpretation, die einem anderen Ansatz folgt. Insgesamt ist der Film nicht unbedingt besser - nur anders. Er ist aber definitiv auch nicht viel schlechter. Was ihn leider nicht automatisch zu einem guten Film macht. Alle Klarheiten beseitigt? Nun: Mir hat die Hulk-Version aus dem Jahre 2003 eigentlich ganz gut gefallen, denn der Film hat eine eigene Identität, was man von der 2008er-Version nicht sagen kann. Ich fand Ang Lees Film nur zu lang und für meinen Geschmack kam der Hulk zu selten vor. Zuviel Wert wurde auf Bruce Banners Vergangenheit gelegt und es gab keinen richtig starken Gegner. Stattdessen musste der Hulk sich mit mutierten Hunden herumschlagen. Gut fand ich bei diesem älteren Film das Stilmittel der ineinander übergehenden Bilder usw., auch hatten mir die einprägsame Vorstellung der Charaktere sowie die Leistungen der Schauspieler gefallen.

Zunächst muss man wissen, dass "Der unglaubliche Hulk" keine Fortsetzung und auch kein Prequel von Ang Lees Film ist. Zum Glück wird nicht einfach die gleiche Geschichte nochmal erzählt. Im "neuen" Hulk geht es praktisch von Anfang an zur Sache, denn schon während des Vorspanns wird Hulks Entstehung gezeigt - und damit hat es sich dann auch mit der Vorgeschichte! Lobenswerterweise wird also die Entstehungsgeschichte nicht noch einmal in aller Ausführlichkeit ausgewalzt. Auch wird fast ganz auf Rückblicke usw. verzichtet - die entsprechenden Szenen in Ang Lees Film haben mir seinerzeit nicht gefallen. Kampfpudel kommen nicht vor, stattdessen hat Hulk es mit einem sehr starken Gegner zu tun, dessen Design dem grünen Muskelpaket sogar ein bisschen den Rang abläuft. Edward Norton und Tim Roth machen ihre Sache zwar recht gut, die anderen Schauspieler bleiben aber eher blass und eindimensional. Vor allem kommt Liv Tyler auch nicht annähernd an die Klasse Jennifer Connellys heran. Und zu guter Letzt muss man sagen, dass die Story womöglich noch belangloser ist als die des 2003er-Films. Das allerdings stört mich nicht allzu sehr, denn intellektuellen Tiefgang setze ich bei einem Actionfilm nicht voraus, schon gar nicht bei einem Superheldenfilm, von dessen Hauptfigur man nicht mehr erwartet, als dass er stinksauer durch die Gegend ramentert und ordentlich was kaputt macht.

Und sehenswerte Brachial-Action wird ja auch geboten. Die entsprechenden Szenen ufern vielleicht ein wenig aus, d.h. sie sind sehr lang, zum Glück besteht der Film aber nicht nur aus Kämpfen zwischen Hulk und dem Militär oder Hulk und Abomination. Der Hulk wirkt solange gut, wie er nicht ganz gezeigt wird. In den ersten Szenen bleibt er im Schatten bzw. ist nur kurz zu sehen; das funktioniert prima. Sobald er aber ganz "ins Rampenlicht" tritt, ist es vorbei mit der Glaubwürdigkeit. Noch mehr als im ersten Hulk-Film wirkt diese CGI-Figur wie ein Knetmännchen; irgendwie finde ich ihn noch weniger überzeugend als seinen "Vorgänger". Der Humor kommt etwas zu kurz. Wenigstens fehlt Selbstironie nicht vollständig. Es gibt Bezugnahmen auf "Iron Man" (Stark Industries liefert Waffen für General Ross), Fans finden außerdem viele Querverweise zu Personen und Ereignissen aus den Hulk-Comics. Und Cameo-Auftritte von Stan Lee sowie Lou Ferrigno sind auch in diesem Film wieder vorhanden. Insgesamt geht der Film durchaus in Ordnung, auch wenn man hinterher den Eindruck hat, alles schonmal so oder so ähnlich in irgendwelchen anderen Filmen gesehen zu haben. Man ist aber auch nicht enttäuscht oder gar gelangweilt.

Die DVD:

Zur DVD, die bis auf Filmtrailer keine Extras enthält, gibt es nur soviel zu sagen: Glücklicherweise wurde die ungeschnittene Version veröffentlicht. Fürs Kino wurde der Film bekanntlich arg verstümmelt, damit eine niedrige Altersfreigabe erreicht werden konnte.

J. Kreis, 02.02.2009


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