Zurück zu den Filmen

Hulk Hulk - 2 Disc Special Edition (USA, 2003)

DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 16
Laufzeit: ca. 133 Minuten

Extras
Audiokommentar, "Hulk-Cam", "Hulkification", "Die Evolution des Hulk", "Der unglaubliche Ang Lee", "Die Hundekampf-Szene", "Der einzigartige Filmschnitt des Hulk", "Die Enthüllung des Superhelden: Die Anatomie des Hulk", Making of, Geschnittene Szenen, DVD-ROM-Feature

Regie:
Ang Lee

Hauptdarsteller:
Eric Bana (Bruce Krenzler bzw. Banner)
Jennifer Connelly (Elisabeth Ross - "Betty")
Nick Nolte (David Banner)
Sam Elliott (General Thaddeus Ross)
Josh Lucas (Major Glen Talbot)




Inhalt:

Bruce Krenzler ist ein junger Wissenschaftler mit dem Spezialgebiet Genetik. Sein Team, zu dem auch seine Ex-Freundin Betty Ross gehört (die er natürlich immer noch liebt), betreibt Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Zellregeneration. Mit so genannten Nanomeds, die durch Gammastrahlung aktiviert werden, soll erreicht werden, dass ein Organismus jede noch so schwere Verletzung überstehen und sich innerhalb von Sekunden selbst heilen kann. Allerdings sind die bisherigen Ergebnisse wenig erfolgversprechend, so dass die Finanzierung des Projekts in Gefahr gerät. Das Militär beobachtet diese Forschungen mit großem Interesse, denn mit funktionierenden Nanomeds aufgerüstete Soldaten wären unbesiegbar. Major Glen Talbot würde Betty gern abwerben oder Krenzlers Projekt selbst übernehmen, aber beide Angebote werden abgelehnt. Eines Tages geht ein Experiment schief, Gammastrahlung wird freigesetzt. Bruce rettet einen Kollegen, indem er die Strahlung mit seinem eigenen Körper abblockt - das hätte eigentlich sein sicherer Tod sein müssen, aber er überlebt und fühlt sich schon wenig später besser und stärker als je zuvor. Allerdings werden die Alpträume, die er schon immer hatte, seit dem Unfall stärker. Sie drehen sich um seine frühe Jugend, an die er sich kaum erinnert. So kennt er zum Beispiel seine leiblichen Eltern nicht und irgend etwas blockiert nicht nur seine Erinnerungen, sondern auch seine Gefühle.

Ein alter Mann, der als Hausmeister im Labor arbeitet und sich als David Banner vorstellt, sucht Bruce auf. Angeblich ist Bruce David Banners leiblicher Sohn und gleichzeitig ein Produkt der Selbstversuche, die Banner vor 20 Jahren angestellt hat. Seinerzeit hatte Banner in einer von Thaddeus Ross (Bettys Vater) geleiteten Militärbasis gelebt und dort die gleichen Forschungen betrieben, an denen Bruce jetzt arbeitet. Es war Banner gelungen, seine eigene DNS zu verändern, und diese Veränderung war auf seinen Sohn übergegangen. Ross hatte die gefährlichen Forschungen eingestellt, bevor es Banner gelingen konnte, ein Heilmittel zu finden. Banner war daraufhin ausgerastet, hatte eine Explosion im Labor verursacht und wollte seinen Sohn töten. Seine Frau hatte sich dazwischengeworfen und war unabsichtlich von Banner erstochen worden. Man hatte ihn daraufhin weggesperrt, Bruce war von Adoptiveltern aufgenommen worden. Jetzt ist David Banner frei und nimmt seine Forschungen wieder auf. Versuchsobjekt Nr. 1 ist natürlich Bruce, dessen verborgene genetische Besonderheit durch den Unfall mit der Gammastrahlung aktiviert worden ist. Mit DNS-Proben, die er Bruce entnimmt, macht Banner einige Hunde zu monströsen Kampfmaschinen.

David Banners Behauptungen erwecken einen emotionalen Aufruhr in Bruce, und jetzt zeigt sich, warum er sich in seinem ganzen Leben immer bemüht hat, ruhig und beherrscht zu bleiben. Er verwandelt sich in einen riesigen, grünhäutigen Koloss, verliert völlig die Kontrolle über sich und zerstört das Labor. Am nächsten Tag ist er wieder er selbst, kann sich aber kaum mehr an etwas erinnern. Bettys Vater, inzwischen General, greift ein. Er ahnt schon, was wirklich geschehen ist, und will Bruce aufhalten. Außerdem fürchtet er um seine Tochter. Doch das unverwundbare grüne Superwesen, der Hulk, muss erneut aktiv werden, als David Banner seine mutierten Hunde auf Betty hetzt. Der Hulk rettet Betty, und es stellt sich heraus, dass nur sie ihn soweit beruhigen kann, dass er sich in Bruce zurückverwandelt. Bruce gesteht ihr, dass er die Verwandlung in den nur von Instinkten und Gefühlen gelenkten Hulk genießt. Für ihn ist es wie eine Befreiung. Da Betty glaubt, nur ihr Vater könne Bruce helfen, liefert sie ihn an das Militär aus. General Ross bringt Bruce in die alte Militärbasis. Er würde ihn am liebsten auf Dauer sediert halten, doch Betty stimmt ihn um. Sie will versuchen, die verschütteten Erinnerungen ihres Freundes freizusetzen und ihm zu helfen, seine Emotionen zu kontrollieren.

Doch Talbot, der vom Hulk schon einmal fürchterlich verprügelt wurde, funkt dazwischen. Er übernimmt die Kontrolle über die Militärbasis und will Bruce zwingen, sich in den Hulk zu verwandeln. Er denkt, er könne den Hulk kontrollieren oder notfalls seine Leiche zu Forschungszwecken missbrauchen. Da hat er sich allerdings getäuscht: Je mehr der Hulk gequält oder beschossen wird, desto größer und stärker wird er. Er bricht aus und zerlegt einige Panzer und Hubschrauber, dann macht er sich auf den Weg in die Stadt, um Betty zu finden. Derweil setzt David Banner sich selbst den Nanomeds und harter Gammastrahlung aus, um den gleichen Effekt zu erzielen wie Bruce. Das Experiment verläuft jedoch anders. David Banner ist danach in der Lage, mit allem zu verschmelzen, was er berührt. Er stellt sich dem Militär, aber nur unter der Bedingung, Bruce ein letztes Mal sehen zu dürfen. Bruce, inzwischen wieder durch Betty "beruhigt", geht darauf ein. Es geht David Banner aber nur darum, die besondere Gabe seines Sohnes zu absorbieren. Er saugt gewaltige Energiemengen auf und verwandelt sich in eine Art immaterielles Wesen. Bruce nimmt seine Hulk-Form an und stellt sich seinem Vater entgegen. Beide werden durch eine auf Befehl von General Ross abgefeuerte Gammastrahlenbombe vernichtet.

Das jedenfalls glauben alle Beteiligten, auch Betty. Es gibt aber immer wieder Meldungen, denen zufolge der Hulk gesehen worden sein soll. Tatsächlich arbeitet Bruce irgendwo im Regenwald in einem humanitären Projekt, das er mit seinen besonderen Kräften gegen jegliche Bedrohung schützen kann...

Der Film:

Diese Comicverfilmung wurde ziemlich ungnädig aufgenommen, und ich kann auch verstehen, warum das so ist, obwohl ich den Film gar nicht schlecht finde. An der recht simpel gestrickten Geschichte liegt es sicher nicht. Der Hulk ist im Grunde ein Plagiat. Was hier erzählt wird, ist nichts anderes als Stevensons Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Typisch Mann: Bruce Banner schwillt buchstäblich der... ähm... Kopf, sobald er die Beherrschung verliert. Und dann muss die richtige Frau kommen, die ihn wieder auf Normalmaß zurechtstutzt. Aber auch andere, weit erfolgreichere Comicverfilmungen hatten einfache Storys, es muss also andere Gründe geben.

In Betracht kommt dafür zunächst einmal die gewöhnungsbedürftige Präsentation: Das Bild wird oft in viele kleinere Frames zerlegt, die nebeneinandergestellt werden oder sich überlappen. Auf diese Weise wird die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt oder man sieht mehrere Handlungsebenen gleichzeitig. Manche Bilder gehen ineinander über, Elemente verändern sich, verschmelzen miteinander und leiten die nächste Szene ein. Ich persönlich finde das gar nicht schlecht, man kann es auch als Hommage an den Stil moderner Comics verstehen, bei denen ja auch nicht einfach nur ein Panel neben das andere gesetzt wird. Andere Gründe dürften die Erwartungshaltung der Hulk-Fans und die Länge des Films sein. Wer nämlich erwartet, dass Bruce Banners Alter Ego schon zu Beginn des Films entfesselt wird, der wird enttäuscht sein. Er muss sich eine ganze Weile gedulden, denn zunächst wird die Vorgeschichte erzählt und die Hauptfiguren werden ausführlich vorgestellt. Geht man nicht mit dieser Erwartungshaltung an den Film heran, dann kann man diese Aspekte auch positiv bewerten, denn Eric Bana, die anbetungswürdige Jennifer Connelly und auch Nick Nolte machen ihre Sache sehr gut. Und die Actionszenen haben es dann ja wahrhaftig in sich, das Warten lohnt sich also. Aber abgesehen davon ist der Film wirklich zu lang.

Dann ist da noch der Hulk selbst. Man hat sich für eine computergenerierte Figur entschieden. Ob diese Entscheidung gut war? "Mechanische" Objekte (Roboter, Raumschiffe usw.) kann man mit CGI wunderbar darstellen, aber bei Lebewesen sieht die Sache anders aus. Und man muss leider sagen, dass der CGI-Hulk nicht ganz überzeugen kann. Von den mutierten Hunden (ein Killerpudel! Grauenhaft!) mal ganz zu schweigen - der Kampf gegen diese Biester hätte meiner Meinung nach besser den Weg in die Mülltonne des Schneideraums als den ins Kino gefunden. Auch der finale "Bosskampf" kann nicht überzeugen. Zwar sind die Szenen, in denen David Banner mit diversen Materialien verschmilzt, tricktechnisch richtig klasse, aber die komische Energieblase, zu der er sich am Schluss entwickelt, ist einfach nur noch seltsam. Natürlich sieht der unverwüstliche Hulk toll aus, und die Art und Weise, wie er sich der lästigen Panzer, Hubschrauber usw. entledigt, zaubert auch heute noch ein Grinsen auf mein Gesicht. Seine Mimik ist ebenfalls gut gelungen. Aber insgesamt wirkt er doch fast in jeder Szene einen Tick zu künstlich, so dass die "Magie" nicht funktioniert, d.h. so dass man sich nicht selbst dazu bringen kann, ihn wenigstens für die Dauer des Films als "echt" zu akzeptieren.

Vielleicht fehlt auch einfach ein starker Gegner. Im Prinzip läuft der Hulk während des ganzen Films nur vor irgendwem davon. Der ganze Vater-Sohn-Konflikt, Bruces innere Nöte - das reicht als zentrales Thema nicht aus. David Banner ist im Grunde verzichtbar, d.h. eigentlich wird er nur für den Showdown gebraucht. Ich habe mich auch öfters gefragt, was er eigentlich will oder wie seine Einstellung zu Bruce wirklich aussieht. Zuerst scheint er ihn durchaus zu lieben, dann will er ihn töten, am Schluss betrachtet er ihn wohl nur noch als Möglichkeit, um Unsterblichkeit und Allmacht zu erlangen.

Übrigens: Stan Lee, Erfinder des Hulk, und Lou Ferrigno, früherer Hulk-Darsteller (TV-Serie 1977 - 1982) haben einen kurzen Cameo-Auftritt. Achtet mal auf die beiden Typen, die sich über Sicherheitsfragen in Bruces Labor unterhalten.

Die DVD:

Die Ausstattung mit Bonusmaterial ist okay, obwohl eine richtig ausführliche Dokumentation zum Entstehungsprozess fehlt. Alle Featurettes sind übrigens deutsch untertitelt. Das so genannte "Making of" ist nur ca. 23 Minuten lang und enthält nur die übliche etwas hektisch wirkende Zusammenstellung von Interviewschnipseln, Hinter-den-Kulissen-Material und Filmszenen. Nimmt man die anderen Featurettes hinzu (alle nur zwischen 5 und 16 Minuten lang), dann hat man zwar eine abendfüllende Zusammenstellung, aber auch da erfährt man nicht so arg viel Wissenswertes - zumindest hätte ich auf Infos über die Entstehung der unsäglichen Hundekampfszene auch verzichten können. Immerhin ist es ganz witzig zu sehen, dass hinter dem digitalen Hulk sozusagen Ang Lee selbst steckt, denn er hat einige der Motion-Capturing-Aufnahmen selbst gemacht. "Hulkification" zeigt die Entstehung einer Szene, in der Bruce Banner sich verwandelt, in verschiedenen Blickwinkeln. Dabei werden Storyboards, die man auch als richtig ausgearbeitete Comics bezeichnen kann, mit den Filmszenen zusammengestellt.

Während des Films kann man die "Hulk-Cam" aktivieren. Wenn ein bestimmtes Symbol erscheint, kann man den Film verlassen und sich zur gerade laufenden Szene anschauen, wie diese gedreht wurde usw. - leider sind diese Beiträge nicht separat anwählbar. Dann gibt es noch ein paar verzichtbare unveröffentlichte Szenen und eine kleine interaktive Featurette: Hier kann man verschiedene Körperteile des Hulk anklicken und sich anatomische Details dazu anzeigen lassen.

Am interessantesten fand ich "Die Evolution des Hulk", denn der Beitrag geht auf die Entwicklung dieser Figur vom Comichelden über eine TV-Zeichentrickserie und die beliebte TV-Serie mit Lou Ferrigno bis hin zum Kinofilm ein. Stan Lee persönlich erzählt aus den Anfangstagen der Hulk-Comics und man bekommt einige Ausschnitte aus den TV-Serien zu sehen.

J. Kreis, 04.10.2007
Seitenanfang