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Herman van Veen Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen (D/NL, 1977)
- De wonderbaarlijke avonturen van Herman van Veen -

DVD - Regionalcode 2, More Brands and Products
FSK: Keine Altersbegrenzung
Laufzeit: ca. 28 Minuten pro Episode (insg: 168 min.)

Extras:
Keine

Regie:
Heinz Lindner

Hauptdarsteller:
Herman van Veen
Marlous Fluitsma
Erik van der Wurff
Harry Sacksioni
Ger Smit ("Hans")
Hans Koppes
Martijn Alsters ("Tijn")
Michel Lafaille
Michiel Kerbosch ("Klabas")
Hans van der Linden ("Jean Jacques Plumo")




Inhalt:

Diese DVD-Box enthält alle sechs Episoden der Fernsehserie "Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen" auf drei DVDs. Die hier angegebene Reihenfolge richtet sich nach der TV-Ausstrahlung. Auf der DVD sind die Folgen fünf und sechs vertauscht.

Der Musiker Herman, seine Frau Marlous und acht Freunde wohnen in einer weißen Windmühle, die mitten in München zwischen Hochhäusern steht. Weitere Mitbewohner sind der Goldfisch Moby Dick, die Porzellanfigur Henriette, ein Kaninchen und eine Taube. Die Zimmer sind rund um einen zentralen Raum herum angeordnet (nur Erik haust in einem Schrank), in dem man sich zum Essen oder Musizieren trifft. Überall hängen Gemälde, doch das sind keine gewöhnlichen Bilder. Manchmal entwickeln sie ein Eigenleben und man kann sie betreten oder Gegenstände aus ihnen herausnehmen. Das ist aber noch nicht alles: Die Mühle kann sogar fliegen.

Die Abenteuer:

1: Der lange Weg zur Professor-Prokulatis-Krakedatus-Straße

Die kleine Els findet den Heimweg nicht mehr, und niemand kann oder will ihr sagen, wo die Professor-Prokulatis-Krakedatus-Straße ist. So irrt sie im Regen durch die Stadt. Da entdeckt sie eine Windmühle, deren Tür nicht verschlossen ist. Drinnen hängt ein Bild an der Wand, das nicht nur eine Wüstenlandschaft zeigt, sondern auch als Tor dorthin genutzt werden kann. Els steigt hindurch, sorgt mit ihrem nassen Regenmantel für Verblüffung bei den Wüstenbewohnern und trifft Herman. Der bringt sie zurück zur Mühle, wo er sich und die Seinen vorstellt. Danach machen sich alle gemeinsam auf die zu guter Letzt von Erfolg gekrönte Suche nach der Professor-Prokulatis-Krakedatus-Straße. Herman und seine Freunde finden den Rückweg zur Mühle ganz einfach, indem sie rückwärts gehen.

2: Der tiefgefrorene Agent

Herman wird von einem Geheimagenten beobachtet, der die merkwürdigen Geschehnisse in der Mühle an den Generalstab weitermeldet. Dabei wird er allerdings tiefgefroren, denn er hat sich in den Kühlraum einer Metzgerei zurückgezogen, um in Ruhe telefonieren zu können. Seine Botschaft kommt jedoch an. Der Präsident gibt den Befehl, eine ferngesteuerte Rakete gegen Herman einzusetzen. Der hat sich inzwischen eine Geige aus einem der lebendigen Gemälde in der Mühle besorgt und ist gerade dabei, mit einigen Leuten mitten auf der Straße zu musizieren, als die Militärs eintreffen. Gegen die Macht der Musik können die Soldaten nichts ausrichten, und so kann Herman die Fernsteuerung unschädlich machen. Eine Figur aus dem Gemälde holt sich danach die Geige zurück.

3: Das ängstliche Gespenst

Eines der Bilder in der Mühle zeigt eine alte Ritterburg. Als das Burgfräulein um Hilfe ruft, stürzt Herman sich ins Bild hinein und eilt der Dame zu Hilfe. Nachdem er einen Ritter besiegt und dem Burgfräulein ein Minnelied gesungen hat, findet er sich in der Mühle wieder. Dort bekommt er Besuch von einem kleinen Gespenst, das traurig ist, weil jeder Angst vor ihm hat. Herman kann den Knirps beruhigen - weder er noch seine Freunde fürchten sich. Der Kleine darf sogar seinen Opa und seine Eltern herbeirufen. Als das kleine Gespenst Wein aus der Ritterburg holen will, bekleckert es sein Geistergewand. Doch Marlous kann das Gespenst trösten: Bei 60 Grad in der Waschmaschine gehen auch Weinflecken wieder heraus.

4: Kampf der Giganten

Da es ihm in der Mühle zu laut ist, geht Herman einkaufen. Dabei läuft er dem Rocker Rocky genau vor die Räder. Rocky ist zwar ein Knirps und sein fahrbarer Untersatz nur ein Bonanzarad, aber das ändert nichts daran, dass der Spiegel kaputt ist. Herman soll 17 Mark herausrücken, die er natürlich nicht hat. Wenig später taucht Rocky mit zwei Bodyguards in der Mühle auf und will noch mehr Geld wegen eines beschädigten Schutzblechs. Das lässt Herman sich nicht bieten und so kommt es zum Kampf der Giganten in verschiedenen Disziplinen: Musizieren, Äpfel zerquetschen, Ping-Pong und Wettrennen. Die Gegner sind sich jedoch ebenbürtig und es kommt schon deshalb nicht zu einer Entscheidung, weil Rocky von seiner erbosten Mutter abgeholt wird.

5: Der Knall im Schrank

Marlous hat eine Torte gemacht, aber es gibt nur acht Stücke. Angesichts der Aufgabe, acht Tortenstücke unter neun Mühlenbewohnern aufzuteilen, fühlt Herman sich in die Schule zurückversetzt. Allerdings flutet er lieber das Klassenzimmer mit Schaum, macht eine Radtour mit den Schülern und legt sich mit einem Judo-Meister an, als Zahlen zu addieren. Zurück in der Mühle gelingt es Herman dann doch noch, die Torte gerecht aufzuteilen. Aber da meldet sich Mühlenbewohner Nr. 10 mit einem Knalleffekt: Auch Erik, der im Schrank, möchte ein Stück Torte haben.

6: Als die Mühle fliegen lernte

Herman soll die Einkäufe für die anderen Mühlenbewohner erledigen - für ihn ein echter Alptraum. Er fühlt sich von Horden einkaufswütiger Hausfrauen verfolgt, ein Ladendetektiv bedrängt ihn und der Straßenverkehr verwirrt ihn. Leichtsinnigerweise verursacht er eine Massenkarambolage und wird von den aufgebrachten Autofahrern bis zurück zur Mühle gejagt. Dort gibt Herman den Befehl zum Aufbruch: Die Mühlenflügel werden nach oben gedreht und die Mühle hebt wie ein Hubschrauber ab. Herman linst aus der Eingangstür und stürzt in die Tiefe. Da wacht er auf - es war tatsächlich nur ein Traum. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass er mit Einkaufen an der Reihe ist...

Kommentar

So allmählich erscheinen sie alle auf DVD, die legendären Fernsehserien meiner Jugend. Seit Oktober 2008 gibt es nun auch eine der merkwürdigsten. "Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen" gehört neben Mondbasis Alpha 1 und einigen anderen, die es noch nicht auf DVD gibt, zu denen, die sich mir am nachhaltigsten eingeprägt haben. Wenn sie nicht sogar - wenn man das so sagen kann - "prägend" für mich gewesen sind. Im November 1977 wurde diese Serie erstmals in der ARD ausgestrahlt, da war ich 10 Jahre alt. Hermans im wahrsten Sinne des Wortes seltsame Abenteuer, die manchmal so gar keinen Sinn zu ergeben scheinen, müssen damals etwas völlig neues für mich gewesen sein. Man stelle sich vor: Bilder, in die man hineingehen kann, eine typische 70-er-Jahre-WG in einer Windmühle, bei der einer im Schrank wohnt, Gespenster und Geheimagenten, Kämpfe gegen Ritterrüstungen, die sich als hohl herausstellen, bizarre Wettstreite und Radtouren unter Wasser... dazu eigenartige Typen, die mit teils so starkem Akzent sprechen, dass man manches nicht richtig versteht - dass all das die Phantasie eines Kindes geradezu auf Hochtouren laufen lässt, kann man sich unschwer vorstellen: Man musste sich selbst einen Reim auf etwas machen, bei dem es eigentlich gar nichts zu verstehen gibt.

Hermans Abenteuer haben wie gesagt keinen tieferen Sinn und bestehen manchmal nur darin, dass er durch die Gegend läuft und Geige spielt. Zusammenhängende Geschichten werden meist eigentlich nicht erzählt, aber das macht überhaupt nichts. Hermans geradezu surrealistische Abenteuer sollen die Vorstellungskraft ansprechen, und das schaffen sie auch heute, mehr als 30 Jahre später, immer noch hervorragend. Dabei muss man natürlich bedenken, dass man seinerzeit noch nicht so übersättigt war wie heute - außergewöhnliche TV-Serien dieser Art waren eher Mangelware. Die Serie nach so langer Zeit erstmals wieder zu sehen, war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich habe sie zwar nie vergessen, aber es ist trotzdem nicht zu fassen, wie viele "Gedankenbilder" offensichtlich von genau dieser Serie in meinen Kopf gepflanzt worden sind, von Hermans zahlreichen wunderbaren Liedern ganz zu schweigen. Das ist pure Nostalgie und einfach nur schön.

Kurios ist: Es handelt sich um eine deutsch-niederländische Co-Produktion nach einer Idee von Herman van Veen. Das Ganze wurde vom Bayerischen Rundfunk produziert, aber es treten fast nur niederländische Darsteller auf. Die sprechen jedoch alle Deutsch. Natürlich mit mehr oder weniger starkem Akzent. Sollte die Serie auch in den Niederlanden ausgestrahlt worden sein, dann hätte sie synchronisiert werden müssen. Im Internet sind nur wenige Informationen über diese Serie zu finden. So kann man lesen, dass es eine Art Fortsetzung mit dem Titel "Herman en de zes" geben soll, was soviel heißt wie "Herman und die Sechs". Ob die jemals in Deutschland ausgestrahlt wurde, weiß ich nicht, wage es aber zu bezweifeln.

Die DVD:

Leider ist keinerlei Bonusmaterial vorhanden. Man kann lediglich auf dem Innencover der Papp-Faltbox ein paar Infos über Herman van Veen lesen, aber nichts über die Serie. Schade, schade...

J. Kreis, 13.11.2008


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