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Hellboy Hellboy (USA, 2004)

DVD - Regionalcode 2, Columbia Tristar Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 117 Minuten

Extras
Audiokommentare, DVD-Intro des Regisseurs, DVD-Comics, "Die rechte Hand des Verderbens - Hinter den Kulissen", Aus Hellboys Comicsammlung, Storyboards, DVD-ROM-Inhalt

Regie:
Guillermo del Toro

Hauptdarsteller:
Ron Perlman (Hellboy, aka "Red")
Rupert Evans (John Myers)
Selma Blair (Liz Sherman)
John Hurt (Prof. Trevor "Broom" Bruttenholm)
Karel Roden (Grigori Rasputin)




Inhalt:

1944: Um das Kriegsglück noch einmal zu wenden, versichern die Nazis sich der Hilfe Grigori Rasputins - eines Mannes, der eigentlich im Jahre 1916 ermordet wurde, jedoch quicklebendig ist und übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Rasputin soll in der Ruine einer Abtei in Schottland ein magisches Portal öffnen, durch das man eine andere Dimension erreichen kann. Von dort versprechen die Nazis sich Hilfe im Kampf gegen die Alliierten. Rasputins Pläne sehen jedoch anders aus: Er will die "Ogdru Jahad" (die sieben Götter des Chaos) befreien und die Welt der Menschen vernichten. Die Alliierten sind jedoch informiert und greifen die Ruine an. Mit dabei ist Trevor Bruttenholm, ein junger Mann, der den Präsidenten in okkulten Fragen berät. Die Alliierten sind siegreich, Rasputin wird ins Jenseits gesaugt, dann bricht das Portal zusammen. Aber es war schon zu lange offen. Ein kleines Wesen mit Hörnern, roter Haut und einer übergroßen rechten Hand aus Stein ist hindurchgekommen. Bruttenholm lockt den verängstigten Baby-Teufel mit Schokoriegeln an. Die Soldaten taufen ihn auf den Namen "Hellboy".

60 Jahre später sind sowohl Bruttenholm (inzwischen Professor) als auch Hellboy Angehörige des Bureau for Paranormal Research and Defense (B.P.R.D.). Hellboy, inzwischen zu einem unverwüstlichen und mit übermenschlichen Kräften ausgestatteten Kämpfer herangewachsen, betrachtet Bruttenholm als seinen Vater. Er verspeist Junkfood und Knabbersachen in rauen Mengen, hat eine Vorliebe für Kätzchen und ist mental noch auf dem Stand eines Teenagers, während Bruttenholm stark gealtert ist. Da sein Ende naht, rekrutiert Bruttenholm den jungen FBI-Agenten John Myers als neuen Betreuer Hellboys. Der wird nämlich immer dann ausgesandt, wenn irgendwo ein Dämon bekämpft werden muss, darf aber nie allein auf die Jagd gehen, weil er sich allzu oft selbständig macht und dann für Schlagzeilen in der Sensationspresse sorgt. Hellboy bekommt mehr als genug Arbeit, denn Rasputin wurde von seinen Schergen wiederbelebt und hat den Dämon Sammael beschworen, der zwar getötet werden kann, dann aber in doppelter Ausfertigung wieder aufersteht und außerdem die Wasserversorgung der Stadt mit Massen von Eiern verseucht. Hellboy wird von dem telepathisch und präkognitiv begabten Wasserwesen Abe Sapien unterstützt. Weitere Hilfe erhält er von Liz Sherman, einer jungen Pyrokinetin, in die Hellboy unglücklich verliebt ist.

Der Versuch, die Sammael-Eier zu vernichten, endet in einem Desaster. Mehrere Agenten sterben, Abe wird schwer verwundet. Rasputin lässt Bruttenholm ermorden, während Hellboy seinen neuen Betreuer Myers verfolgt, der versucht, bei Liz zu landen. Durch absichtlich zurückgelassene Spuren werden Hellboy und seine Freunde in Rasputins Versteck gelockt, wo sie von Dutzenden Sammaels überwältigt zu werden drohen. Liz bereinigt die Situation zwar mit ihren Kräften, doch damit knockt sie auch sich selbst, Myers und Hellboy aus. Rasputin fesselt Hellboy mit einem Joch, das dieser nicht sprengen kann, weil es mit seinem wahren Namen (Anung Un Rama) beschriftet ist. Hellboy soll mit seiner steinernen Hand ein weiteres Portal aktivieren, durch das die Ogdru Jahad auf die Erde gelangen können. Als Rasputin Liz tötet, ist Hellboy so verzweifelt, dass er tatsächlich das erste von zwei Schlössern öffnet. Er wird gerade noch rechtzeitig von Myers zur Besinnung gebracht und tötet Rasputin, doch der verwandelt sich in ein riesiges, tentakelbewehrtes Ungeheuer. Hellboy muss sich erst verschlucken lassen, um dem Vieh von innen mit einigen Granaten einheizen zu können. Zum Glück ist Hellboy feuerfest.

Zu guter Letzt holt Hellboy Liz aus dem Jenseits zurück, indem er den dortigen Wesen verspricht, er werde sie mal besuchen, sollten sie Liz nicht freigeben...

Der Film:

Comic-Verfilmungen gibt es ja spätestens seit dem Erfolg von Spider-Man wie Sand am Meer. Den meisten anderen Comicverfilmungen hat "Hellboy" jedoch eines voraus: Einen Helden, der eigentlich gar kein richtiger Held ist, sondern eher ein Typ, der für seine Chefs die Drecksarbeit zu erledigen hat. Und sein Charakter ist vielschichtiger als der des handelsüblichen edlen Retters. Im Grunde ist Hellboy ein Heranwachsender mit all seinen Schwächen - allerdings im Körper eines unverwundbaren, übermenschlich starken Dämons. Also sozusagen ein außer Kontrolle geratener Teenager. Der aber Respekt vor seinem "Vater" hat; so versteckt er z.B. schnell die Zigarre hinter seinem Rücken, als Bruttenholm auftaucht. Er leidet unter seinem Äußeren, durch das er als Freak gebrandmarkt ist. Um nicht gar zu sehr aufzufallen, feilt er sich die Hörner ab. Als ob das einen Unterschied ausmachen würde... Seine Schwächen machen ihn sympathisch. Symphatiepunkte sammelt er bei mir natürlich auch deshalb, weil er sogar im dicksten Getümmel einige Kätzchen rettet. Hellboy hat selbst in den übelsten Situationen einen trockenen Oneliner auf den Lippen, auch dann, wenn er gerade ordentlich eins auf die Mütze bekommen hat. Die Rolle wurde mit Ron Perlman, dessen Gesicht ja auch ohne Maske schon... hm... interessant aussieht, perfekt besetzt. Ihm macht die Rolle auch sichtlich Spaß. Es ist erstaunlich, wieviel Emotion er trotz der dicken Make-up-Schichten rüberbringt.

Praktisch alle anderen Figuren wirken im Vergleich mit Hellboy wie Staffage. Hellboy steht eindeutig im Mittelpunkt, die anderen Charaktere bleiben blass und kaum ausgearbeitet. Man fragt sich, warum ausgerechnet der naive Grünschnabel Myers als neues Kindermädchen für Hellboy ausgewählt wurde. Wodurch hat er sich für diese Aufgabe qualifiziert? Lustigerweise ist ausgerechnet Manning, Hellboys unsympathischer Chef, eine der interessanteren Figuren. Rasputin macht als Bösewicht fast überhaupt keinen Eindruck. Der seltsame Dauerschweiger Kroenen "funktioniert" da schon weit besser, aber auch nur deshalb, weil er eine so bizarre Gestalt ist. Auch die Story ist ziemlich flach, aber es gibt wenigstens eine, außerdem ist bei "Hellboy" von Anfang an klar, dass es hauptsächlich um knackige Action geht. Und die entsprechenden Szenen erfüllen meist ihren Zweck, wenn auch manche CGI-Effekte (besonders Sammael) allzu auffällig sind. Da ist Perlmans Ganzkörpermaske erheblich besser gelungen.

"Hellboy" ist so eine Art "Men in Black", nur eben nicht mit Außerirdischen, sondern mit Kreaturen aus der Hölle. In diesem Zusammenhang lobenswert zu erwähnen: Die Ogdru Jahad wurden offensichtlich von den "Großen Alten" des Schriftstellers H.P. Lovecraft inspiriert. Solche Bezugnahmen sieht man immer gern.

Die DVD:

Diesen Film gibt es auf DVD in verschiedenen Ausführungen, auch als Directors's Cut mit ca. 10 Minuten längerer Laufzeit. Ich habe mich für die Single-Disc-Edition entschieden, diese enthält die Kinofassung des Films.

Bei den meisten Extras der Single-Disc-Edition handelt es sich um zuschaltbare Features, d.h. man aktiviert sie im Extras-Menü, so dass während des Films manchmal ein Symbol erscheint. Betätigt man dann die ENTER-Taste der Fernbedienung, wird der Film angehalten und es wird zu einem Schnipsel des Bonusmaterials gewechselt. Das sind zum Einen einzelne Seiten aus den Original Hellboy-Comics mit ergänzenden Erläuterungen zu Personen und Situationen, zum Anderen gibt es Aufnahmen von den Dreharbeiten zu sehen: Proben, Stunt-Choreografie, Kampftraining und so weiter. Ebenfalls zuschaltbar: Verschiedene Audiokommentare und Storyboards.

Außerdem sind drei Cartoons mit "Gerald McBoing-Boing" auf der DVD. Der erste dieser Kurzfilme stammt aus 1951 und hat seinerzeit sogar einen "Oscar" gewonnen. Er handelt von einem kleinen Jungen, der nicht mit Worten, sondern nur mit Geräuscheffekten spricht. Die beiden Fortsetzungen sind nicht ganz so lustig. "The Tell-Tale Heart" ist ein weiterer animierter Kurzfilm, der auf dieser DVD vorliegt. Er stammt aus dem Jahre 1953 und hat einen interessanten, surreal-expressionistischen Stil. Sprecher ist James Mason.

DVD-ROM-Teil: Komplettes Drehbuch mit Bildern der Originalseiten (man sieht Streichungen, Überarbeitungen, Kommentare), außerdem einige Seiten aus dem Skizzenbuch des Regisseurs mit Entwürfen und Kommentaren.

J. Kreis, 22.01.2007
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