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Das große Rennen Das große Rennen rund um die Welt (USA, 1965)
- The great Race -

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 12
Laufzeit: ca. 150 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Blake Edwards

Hauptdarsteller:
Tony Curtis (Leslie Gallant III. - Der Große Leslie)
Jack Lemmon (Prof. Fate / Prinz Hapnik)
Natalie Wood (Maggie Dubois)
Peter Falk (Maximilian Meen)
Keenan Wynn (Hezekiah)




Inhalt:

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts steckt die Automobilindustrie noch in ihren Kinderschuhen. Der Rennfahrer, Abenteurer und Frauenschwarm Leslie Gallant - genannt "Der Große Leslie" - schlägt deshalb ein großes Autorennen von New York nach Paris vor, mit dem bewiesen werden soll, dass amerikanische Autos die besten der Welt sind. Zu diesem Zweck soll ein spezieller Wagen für Leslie gebaut werden: Der "Leslie Special". Dieses Ansinnen ruft natürlich sofort Leslies alten Rivalen Professor Fate auf den Plan. Fate, dem es noch nie gelungen ist, Leslie zu übertrumpfen, konstruiert mit dem "Hannibal 8" sein eigenes, mit allerlei Extras ausgestattetes Auto, und nimmt ebenfalls an dem Rennen teil. Während Leslie von seinem Faktotum Hezekiah begleitet wird, steht der durchtriebene, aber etwas trottelige Max dem Professor zur Seite. Max sabotiert die Fahrzeuge der meisten anderen Teilnehmer, so dass das Rennen rasch zu einem Duell zwischen Leslie und Fate wird. Mit von der Partie ist Maggie Dubois, die nicht nur als erste weibliche Reporterin über das Rennen berichten, sondern gleichzeitig auch die Idee der Emanzipation verbreiten will.

Während Leslie sich mit der hartnäckigen Reporterin herumschlagen muss, die ihn verunsichert, indem sie seinem männlichen Charme beharrlich widersteht, versucht Fate seinen Konkurrenten mit allerlei üblen Tricks und Kniffen auszubooten. In der Westernstadt Borracho lässt er zum Beispiel die dort für die Rennfahrer gelagerten Benzinvorräte in Flammen aufgehen, so dass Leslie sich gezwungenermaßen mit Miss Dubois arrangieren muss. Sie ist nämlich nur dann bereit, mittels ihrer Brieftauben neuen Treibstoff zu ordern, wenn Leslie sie weiter mitnimmt. Vorübergehend stecken beide Teams sogar im wahrsten Sinne des Wortes unter eine Decke, während sie hilflos auf einer Eisscholle im Meer treiben. Schließlich erreichen die Kontrahenten das Land Pottsdorf in Europa, wo die Krönung des versoffenen und leicht debilen Prinzen Hapnik unmittelbar bevorsteht. Dort erregt Prof. Fate die Aufmerksamkeit des intriganten Barons von Stuppe, denn er sieht dem Prinzen so ähnlich wie ein Ei dem anderen.

Der Baron nimmt die Rennfahrer gefangen und zwingt den Professor, bei seinen Plänen mitzuspielen. Fate soll anstelle des Prinzen gekrönt werden, als König soll er zum willfährigen Instrument des Barons werden. Max und Leslie können sich jedoch befreien. Während Leslie den Baron zum Fechtduell stellt, verhilft Max seinem Herrn während der Krönungszeremonie zur Flucht. Die Geschehnisse kulminieren in einer gigantischen Tortenschlacht. Dann kann das Rennen endlich weitergehen. Allerdings interessiert Leslie sich inzwischen gar nicht mehr so sehr für den Sieg - er hat sich in Maggie verliebt. Die hält ihn aber immer noch für einen arroganten Frauenfeind. Kurz vor der Ziellinie stoppt Leslie und lässt Fate gewinnen, um Maggie seine Liebe zu beweisen. Natürlich ist Fate mit diesem Ausgang des Wettstreits nicht einverstanden und fordert Revanche. Also beginnt das Rennen erneut - in umgekehrter Richtung. Kaum sind die frisch vermählten Mr. und Mrs. Gallant losgefahren, drückt Max auf's Knöpfchen, um die Kanone von "Hannibal 8" abzufeuern. Aber der Schuß geht wie immer nach hinten los, diesmal bringt er den Eiffelturm zum Einsturz...

Der Film:

Dies ist der perfekte Film für einen langen Sonntagnachmittag. Gleich zu Anfang erfährt man, dass der Film dem unvergesslichen Duo Stan Laurel und Oliver Hardy gewidmet ist. Professor Fate und Max sind eine unverkennbare Hommage an die beiden großen Filmkomiker, und die Auftritte von Jack Lemmon und Peter Falk ("Inspector Columbo" mal in einer völlig anderen Rolle) sorgen denn auch für einige der witzigsten Szenen der Filmgeschichte. Jack Lemmon ist sowieso ein Garant für Lacher, er läuft sowohl als ebenso sinistrer wie erfolgloser Professor Fate, als auch in der Rolle des durchgeknallten Prinzen Hapnik zur Höchstform auf. Damit stiehlt er den anderen Figuren immer wieder die Show. Ich muss aber leicht verschämt gestehen, dass Tony Curtis als "der Große Leslie" eines der Vorbilder des kleinen Kringel gewesen ist. So cool, elegant und durch nichts zu erschüttern wollte ich auch mal sein. Leider ist daraus nichts geworden. Aber auch Leslie kriegt zum Schluß ja noch sein Fett weg bzw. die Torte ins Gesicht.

Natürlich fand ich auch die technischen Gimmicks des "Hannibal 8" als kleiner Junge einfach klasse, von der Tortenschlacht, die lt. Filmlexikon die größte ihrer Art ist, ganz zu schweigen. Angeblich waren das sogar echte Torten mit verschiedenen Füllungen. Da kann man glatt neidisch werden! Mehr als pausenlosen Slapstick darf man von diesem Film natürlich nicht erwarten. Neben der bereits erwähnten Tortenschlacht darf denn auch die obligatorische Saloon-Schlägerei nicht fehlen. All das wird in diesem Film aber so sehr übertrieben, dass es schon wieder etwas Besonderes ist. Das Rennen selbst spielt dem gegenüber eigentlich nur eine untergeordnete Rolle, es geht mehr um die aberwitzigen Situationen, in die die Kombattanten immer wieder geraten. Trotz der Überlänge des Films kommt niemals Langeweile auf, und die vielen verrückten Einfälle, die abgedrehten Charaktere, die bizarren Details und Subplots sowie die üppige Ausstattung sorgen dafür, dass man "Das große Rennen" immer wieder genießen kann - auch nach der hundertsten TV-Wiederholung.

Die DVD:

Eigentlich hätte dieser Klassiker eine ganz andere DVD-Veröffentlichung verdient. Es gibt keinerlei Extras, noch nicht mal ein Booklet oder eine Kapitelauswahl wurde dem Film spendiert.

J. Kreis, 09.02.2007
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