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Auf der Suche nach dem goldenen Kind Auf der Suche nach dem goldenen Kind (USA, 1986)
- The golden Child -

DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 90 Minuten

Extras
Kinotrailer

Regie:
Michael Ritchie

Hauptdarsteller:
Eddie Murphy (Chandler Jarrell)
Charlotte Lewis (Kee Nang)
Charles Dance (Sardo Numspa)
J.L. Reate (Das goldene Kind)




Inhalt:

Sardo Numspa, ein Dämon in Menschengestalt, überfällt mit seinen Schergen ein Kloster in Tibet. Er tötet die Mönche und entführt ein Kind, das die Personifizierung des Guten ist. Ein solches Kind wird alle tausend Generationen geboren, um die Menschheit zu retten. Würde es getötet werden, dann würde sich die Welt in eine Hölle verwandeln - und genau dieses Ziel will Sardo Numspa erreichen. Allerdings kann er das Kind nicht einfach umbringen, denn es besitzt magische Kräfte, mit denen es sich selbst schützen kann. Es kann Tote wieder zum Leben erwecken, und wen es berührt, von dem fällt alles Böse ab. Sardo Numspa muss das Kind deshalb zum Bösen verführen. Kein Ort wäre dafür geeigneter als Kalifornien, denkt der Dämon sich vermutlich, denn dort bringt er das Kind hin. Es wird in einen Käfig gesetzt und Tag und Nacht mit Hilfe finsterer Rituale bewacht. Man setzt ihm mit menschlichem Blut vermischtes Essen vor, um es zu beschmutzen. Noch widersteht das Kind, außerdem ist Hilfe bereits auf dem Weg, denn es gibt einen Mann, der nach einer uralten Prophezeiung auserwählt ist, das Kind zu retten. Die junge Kämpferin Kee Nang macht sich auf den Weg, um diesen Mann zu finden.

Chandler Jarrell, der Auserwählte, ahnt nichts von seiner Bestimmung. Er ist ein großmäuliger Privatdetektiv, der sich der Suche nach vermissten Kindern widmet. Als Kee Nang ihm die ganze phantastische Geschichte erzählt, will er natürlich zunächst nichts davon wissen. Allerdings wird er doch in die Angelegenheit verwickelt, denn sein neuester Fall hat damit zu tun: Er sucht das Mädchen, dessen Blut das Goldene Kind trinken soll. Als dieses Mädchen tot aufgefunden wird, macht Jarrell sich auf die Suche nach den Mördern, begleitet von Kee Nang, die sich nicht abschütteln lässt und in die Jarrell sich alsbald verliebt. Über eine Rockerbande, die das Mädchen an Sardo Numspas Schergen verkauft hat, kommt Jarrell den Übeltätern allmählich auf die Spur. Weil das Goldene Kind nicht zu korrumpieren ist, entwickelt Sardo Numspas Herr einen neuen Plan. Der Dämon soll Jarrell einen Handel vorschlagen. Jarrell soll einen heiligen Dolch aus Tibet besorgen, im Austausch dafür soll er das Kind erhalten. Natürlich denkt Sardo Numspa gar nicht daran, seinen Teil des Handels einzuhalten: Mit dem Dolch könnte man das Kind töten, aber nur ein Mensch reinen Herzens kann ihn erlangen.

Inzwischen hat Jarrell so viel Ungewöhnliches erlebt, dass er sich von Kee Nang überreden lässt, mit ihr nach Tibet zu reisen. Dass sie eine Nacht mit ihm verbringt, mag auch dazu beitragen. Jarrell muss allerdings eine Prüfung bestehen, bevor er den Dolch erhält - er ahnt nicht, dass der unausstehliche alte Mönch, mit dem er es dabei zu tun bekommt, Kee Nangs Vater ist... Zurück in den USA müssen Jarrell und Kee Nang zunächst Sardo Numspa abschütteln, der sie noch am Flughafen abfangen will. Das gelingt ihnen auch, doch der Dämon überfällt Jarrells Haus in der gleichen Nacht. Jarrell verliert den Dolch, und als der Dämon mit einer Armbrust auf ihn schießt, opfert Kee Nang sich, um ihn zu schützen. Jetzt ist Eile geboten. Jarrell muss das Kind retten, bevor die Nacht anbricht. Nur in der Nacht könnte es getötet werden, und nur während des Tages kann das Kind Kee Nang wieder zum Leben erwecken. Jarrell bekommt unerwartete Hilfe von einem Schläger Sardo Numspas, den das Kind mit seinen magischen Kräften "umgedreht" hat. Doch dann greift der Dämon ein, der jetzt seine menschliche Gestalt ablegt. Gemeinsam gelingt es Jarrell und dem Kind, das furchteinflößende Wesen mit dem Dolch zu besiegen. Zu guter Letzt erweckt das Kind Kee Nang wieder zum Leben.

Der Film:

Dieser Film gehört zu meinen "Guilty Pleasures", d.h. ich weiß, dass er ziemlich schlecht ist, trotzdem gefällt er mir. Allerdings muss man sich das englische Original anschauen. Es ist schon erstaunlich, wie sehr ein Film unter einer verkorksten Synchronisation leiden kann. Im Original sind Eddie Murphys Scherze und Lamentierereien nämlich nicht halb so platt wie in der Synchro - eigentlich sind sie sogar ziemlich witzig - und seine Stimme klingt viel "normaler". Murphy spielt sich wahrscheinlich im Prinzip nur selbst, aber was soll's? Den großmäuligen und gewitzten Sprücheklopfer hat er einfach drauf, und man kann nicht leugnen, dass nicht selten auch ein gewisses Charisma durchblitzt. Es gibt einige Szenen, die mich immer wieder zum Lachen bringen, etwa wenn Murphy in diesem verquarzten Flieger plötzlich ein tibetanisches Lied (oder so) mitsingt, wenn er "Numpsy" verarscht, oder wenn er Kee Nang überreden will, mit in seine Wohnung zu kommen. Charles Dance gibt wie immer einen recht überzeugenden, seltsam distinguierten Bösewicht, Charlotte Lewis ist immerhin ganz nett anzuschauen und das Kind ist niedlich. Der Knabe wurde übrigens von einem Mädchen gespielt.

Der Film ist natürlich von A bis Z totaler Quatsch. Nach Logik darf man da nicht suchen. Leider kann der Film sich nicht entscheiden, ober er ein Okkult-Thriller, ein Abenteuerfilm oder eine Komödie sein will. Die Handlung ist eh egal, sie dient nur als Vehikel für die typischen Eddie-Murphy-Szenen, die man erwartet. Es gibt trotz verständlicher Schwächen (Produktionsjahr 1986!) den einen oder anderen recht netten Spezialeffekt, etwa die tanzende Coladose (andererseits - woher kennt ein tibetanisches Kind das Lied "Puttin' on the Ritz" und Stepdance???) oder die Szene in der Hölle und die wiederbelebten Tiere. Selbst der endgültig dämonisierte Numpsy ist gar nicht so schlecht, jedenfalls dann, wenn man ihn nicht so genau sieht, d.h. wenn er nur wie ein Schatten diverse Gebäude zerlegt und sich wie ein Geschoss in den Boden bohrt. Sobald er aber voll im Bild ist, wird's ziemlich peinlich.

Insgesamt ist der Film nicht witzig genug für eine richtige Komödie, nicht ernst genug für einen Thriller, nicht gruselig genug für einen Horrorschocker und nicht spannend genug für einen Abenteuerfilm. Komischerweise finde ich ihn trotzdem ganz unterhaltsam.

Die DVD:

Extras: Fehlanzeige. Der englische Ton ist ziemlich dumpf, so dass man die Lautstärke aufdrehen müsste, um die Dialoge richtig zu verstehen. Dann aber ist die (übrigens ziemlich popschrottmäßige) Musik wieder zu laut. Zum Glück habe ich einen Surround-Kopfhörer, damit war's okay.

J. Kreis, 16.08.2007
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