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Final Fantasy VII - Advent Children Final Fantasy VII - Advent Children (Japan, 2005)

DVD - Regionalcode 2, Sony Pictures Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras
"Reminiszenz an das Original Game Final Fantasy VII", Entfallene Szenen, Präsentation Venedig Film Festival, Making of Final Fantasy VII - Advent Children, Trailer, "Sneak Peek - Final Fantasy VII Games"

Regie:
Tetsuya Nomura




Inhalt:

Zwei Jahre sind seit Jenovas und Sephiroths Ende vergangen. Große Teile der Stadt Midgar liegen in Trümmern, und noch hat der Planet sich nicht von den Machenschaften des ShinRa-Konzerns erholt. ShinRa hatte den "Lebensstrom", eine Art alles verbindendes Energiefeld, zur Energiegewinnung missbraucht. Auf diese Weise war das meiste Leben auf dem Planeten vernichtet worden. Der ehemalige Kämpfer Cloud Strife gibt sich immer noch die Schuld an Aeriths Tod. Er hat sein Selbstvertrauen verloren und sich von seinen alten Freunden zurückgezogen. Zusammen mit Tifa Lockhart betreibt er einen Motorrad-Kurierdienst in Midgar. Doch in Wahrheit ist Jenova noch nicht besiegt. Ihre Gene befinden sich im Lebensstrom und führen bei vielen Menschen zu einer seltsamen Krankheit, die man "Geostigma" nennt. Auch Cloud ist ein Geostigmatisierter.

Eines Tages wird Cloud von drei Sephiroth-Klonen angegriffen. Sie sind auf der Suche nach Jenovas Kopf. Kadaj, ihr Anführer, will sich mit Hilfe dieses Artefakts zu einer Reinkarnation des echten Sephiroth weiterentwickeln. Kadaj lässt alle geostigmatisierten Kinder Midgars entführen und macht sie zu seinen Marionetten. Auch die kleine Marlene, ein Waisenkind, das bei Cloud und Tifa lebt, wird entführt, doch Cloud befreit sie. Die Sephiroth-Klone kann er jedoch allein nicht besiegen. Als Kadaj in Midgar einen gewaltigen Dämon beschwört, der die ganze Stadt gefährdet, greifen Clouds alte Freunde und Kampfgefährten ein. Gemeinsam mit ihnen gelingt es ihm, das Ungetüm zu vernichten. Auch Aerith hilft Cloud - ihr Geist hat sich mit dem Lebensstrom vereinigt, sie ist also nicht wirklich tot.

Währenddessen bringt Kadaj doch noch Jenovas Kopf in seinen Besitz. Rufus, der ShinRa-Präsident, hatte einen Behälter mit den Überresten des außerirdischen Wesens bei sich und war von Kadaj angegriffen worden. Cloud verfolgt Kadaj mit seinem Motorrad und stellt sich ihm allein zum Kampf. Doch Kadaj nimmt Jenovas Essenz in sich auf und nimmt Sephiroths Gestalt an. Sephiroth ist immer noch von seinem alten Hass erfüllt. Sein Plan sieht vor, dass alle Geostigmatisierten in den Lebensstrom eingehen sollen - das wäre das Ende des Planeten. Cloud scheint im Kampf gegen Sephiroth zu unterliegen, aber jetzt weiß er, dass Aerith nicht tot ist und dass er noch Freunde hat. Er hat seinen alten Kampfgeist zurückgewonnen und besiegt die Sephiroth-Inkarnation. Aerith nimmt Kadaj in den Lebensstrom auf. Als einer der anderen Klone Cloud niederschießt, schickt Aerith ihn in die Welt der Lebenden zurück, wo er die letzten Geostigmatisierten heilt.

Der Film:

Im Gegensatz zu Final Fantasy - die Mächte in dir ist dies eine echte und sehr gelungene Umsetzung eines Final Fantasy - Spiels. Mehr als das: "Advent Children" ist die direkte Fortsetzung des Spiels Final Fantasy VII aus dem Jahre 1997, an das ich mich selbst heute noch mit Begeisterung erinnere. Und als filmische Fortsetzung dieses Spiels ist "Advent Children" fast perfekt - wer allerdings das Spiel nicht kennt oder mit japanischen Animes nichts anfangen kann, der sollte vielleicht lieber die Finger davon lassen. Fans der Final Fantasy - Spiele werden aber bestens bedient, für sie ist dieser Film eigentlich ein Pflichtkauf. Es ist alles da: Geradezu absurd übertriebene Kämpfe mit gigantischen "Boss-Gegnern" und bizarren Maschinen / Waffen, ebenso verrückte Verfolgungsjagden, die (etwas umarrangierte) Musik aus den Spielen, alle bekannten Charaktere und Schauplätze - und das alles in prachtvoller computergenerierter Optik. Alle Figuren und auch einige Szenen wurden 1:1 aus dem Spiel übernommen, nur sieht das alles natürlich tausendmal besser aus, selbst kleinste Details wurden liebevoll ausgearbeitet. Ich bin unwillkürlich immer näher an den Fernseher gerückt, außerdem hat der Film in mir den Wunsch nach einem Remake des Spiels für eine der Next-Generation-Konsolen in aktueller Grafik geweckt! Dieser Film ist also vor allen Dingen ein Fest für die Augen. Es gibt aber auch ordentlich was auf die Ohren, denn wie gesagt kommen einige bekannte Musikstücke vor, und zwar in einem phantastischen, teils orchestralen, teils rockigen Soundtrack, den man am Besten so richtig laut aufdreht.

Während man sich bei "Die Mächte in dir" noch um eine möglichst realitätsnahe Darstellung der Hauptfiguren und ihrer Bewegungen bemüht, dafür aber das Final Fantasy - Universum ignoriert hat, schlägt "Advent Children" einen etwas radikaleren, aber viel effektvolleren Weg ein. Natürlich sieht alles so "echt" aus, wie das mit moderner CGI-Tricktechnik überhaupt möglich ist, aber diese Tricktechnik wird vor allem eingesetzt, damit Dinge (insbesondere bei den Kämpfen) gezeigt werden können, die physikalisch eigentlich völlig unmöglich sind - oder sagen wir, die noch unmöglicher sind als das, was man in "Die Mächte in dir" geboten bekam. Auch die Hauptfiguren sehen nicht ganz wie normale Menschen aus, damit man sie als die Helden aus dem Spiel wiedererkennt. Diese Mischung aus Realismus und Anime-Stil funktioniert hervorragend und gibt dem Film genau den Look, der ihn zu einer mehr als würdigen Fortsetzung des Spiels macht.

Wenn man die Story des Spiels Final Fantasy VII nicht kennt, wird man kaum begreifen, um was es in diesem Film überhaupt geht und wer all die Nebenpersonen sind, die plötzlich auftauchen. Ihm werden auch die zahlreichen Anspielungen auf das Game entgehen. Die Geschichte ist im Grunde nichts Besonderes, vor allem erreicht sie nicht die Komplexität der Spielehandlung. Aber was soll's, ich habe schon Filme mit weniger Handlung gesehen, und bei dem Actionfeuerwerk, das in "Advent Children" abgebrannt wird, kommt man gar nicht dazu, etwas zu vermissen. Der Film enthält einige religiöse Anspielungen, die in einer unverhohlenen Taufszene (die auch noch in einer Kirche stattfindet) gipfeln. Das vergisst man besser gleich wieder. Der kurze Auftritt von Vincent, Barret, Yuffie, Cid und Red XIII ist für die Handlung eigentlich überflüssig. Vermutlich wurden diese Nebenfiguren nur eingebaut, damit wir Fans zufrieden sind - und diese Rechnung geht ganz klar auf. Für Fans ist "Advent Children" ein einziges Fest.

Schaut euch übrigens ruhig mal den Abspann komplett an. Ihr würdet sonst eine Fahrt mit Cloud verpassen.

Die DVD:

Die Special Edition besteht aus 2 DVDs. Es gibt noch eine Limited Edition, die unterscheidet sich von der Special Edition aber nur durch die Verpackung (Steelbook), das Bonusmaterial ist gleich.

Auf der 1. DVD befindet sich ein interessantes Extra. Es ist ein ca. 23 Minuten langer Zusammenschnitt der wichtigsten Spielszenen und Dialoge aus dem Game "Final Fantasy VII". Das sollte man sich vielleicht vor dem Film anschauen, denn dann versteht man einiges besser. Auch wenn man das Game damals gespielt hat, lohnt sich das Anschauen auf jeden Fall. Zum Einen wird dann der enorme Fortschritt deutlicher, den es auf dem Gebiet der Computergrafik in den letzten 10 Jahren gegeben hat. Zum Anderen werden die Ausschnitte aus dem Game durch reale Spielszenen unterbrochen, die schonmal ein wenig auf den Film einstimmen.

Extras auf der 2. DVD: Die 11 entfallenen Szenen sind jeweils nur wenige Sekunden lang. Sie scheinen sich nur in Details (z.B. anderer Dialog) von dem zu unterscheiden, was schon im Film vorhanden ist. Neben diversen Trailern bietet "Sneak Peek - Final Fantasy VII Games" einen Ausblick auf diverse andere Games und Animes aus dem Final Fantasy - Universum, die es in Deutschland wohl (noch) nicht gibt. Dieses Extra ist leider nur wenige Minuten lang. Etwa 24 Minuten lang ist das Extra "Präsentation Venedig Film Festival". Es handelt sich quasi um eine Kurzversion des Films, die wohl 2004 in Venedig gezeigt worden ist. Das "Making of" besteht hauptsächlich aus Interviews mit dem Regisseur und anderen Personen, die an der Produktion beteiligt waren. Die Laufzeit beträgt ca. 36 Minuten.

J. Kreis, 08.01.2007
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