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Faust - Love of the Damned Faust - Love of the Damned (Spanien / USA, 2000)

DVD - Regionalcode 2, Best Entertainment
FSK: 18
Laufzeit: ca. 86 Minuten

Extras
Interviews, "Am Drehort", "Visuelle Effekte", "Wissenswertes", "Synopsis", Musikvideos ("Replica" von Fear Factory, "Bleed" von Soulfly), Trailer

Regie:
Brian Yuzna

Hauptdarsteller:
Mark Frost (John Jaspers)
Isabel Brook (Dr. Jade de Camp)
Andrew Divoff (M)
Jeffrey Combs (Dan Margolies)




Inhalt:

Der Künstler John Jaspers wird in seiner Wohnung überfallen. Unbekannte vergewaltigen und töten seine Freundin Blue. Durch dieses traumatische Erlebnis verliert Jaspers jeglichen Glauben und will Selbstmord begehen. Ein geheimnisvoller Mann, der sich "M" nennt, hindert ihn daran. Er bietet ihm einen Pakt an: Jaspers soll die Kraft erhalten, sich an seinen Peinigern zu rächen. Der Preis dafür soll seine unsterbliche Seele sein. Jaspers willigt ein und wird dadurch zum willenlosen Instrument des Teufels, für den er Chaos auf Erden verbreiten soll.

Einige Zeit später: Lt. Dan Margolies wird zum Schauplatz eines Verbrechens gerufen. Ein Unbekannter hat eine Botschaft überfallen und mehrere Menschen brutal niedergemetzelt. Er schlägt auch Margolies nieder und setzt ihm seltsame Metallkrallen an die Kehle, die an seinen Handgelenken angebracht sind. Doch plötzlich hält er inne, verschont Margolies und verfällt in katatonische Teilnahmslosigkeit. Man bringt den namenlosen Mann in eine Nervenklinik, wo Dr. Jade de Camp versucht, mittels Musiktherapie zu ihm durchzudringen. Damit hat sie tatsächlich Erfolg. Der Fremde erinnert sich an seinen Namen: Er lautet John Jaspers.

Jade findet heraus, dass der Klinikleiter genau weiß, wer sein neuster Patient ist, denn er arbeitet für M. M ist Oberhaupt eines Zirkels unterschiedlichster Menschen, denen er zu Macht und Reichtum verholfen hat. Jaspers soll jetzt beseitigt werden, weil er es gewagt hat, sich seinem Meister zu widersetzen. Jade soll für ein finsteres Ritual zur Erweckung des Dämons "Homunculus" missbraucht werden. Jaspers wird lebendig begraben, überlebt jedoch und verwandelt sich in ein noch stärkeres, dämonisches Wesen. Er rettet Jade vor Ms Häschern und verbringt (nun wieder in menschlicher Gestalt) die Nacht mit ihr, denn die beiden haben sich ineinander verliebt.

Margolies ist derweil einer Spur gefolgt, die ihn direkt zu M führt. Dort erfährt er von Ms Weltvernichtungsplänen, aber M "dreht ihn um" und macht ihn zu einem willfährigen Diener. Margolies lockt Jade in Ms Domizil. Er behauptet, er habe herausgefunden, wie man Jaspers von Ms Bann befreien könne. M muss sich zunächst noch mit zweien seiner Untergebenen auseinandersetzen, die ihn gern beseitigen möchten, um selbst die Macht zu übernehmen. Doch dann kann das Ritual beginnen. Jaspers folgt seiner Geliebten und stellt sich M entgegen. Im letzten Moment kommt auch Jade wieder zu sich, die Ms Verführungskünsten bereits verfallen war. Jaspers vernichtet Homunculus und schickt auch M zurück in die Hölle, doch damit übernimmt er sich und stirbt in Jades Armen.

Der Film:

"Faust" basiert wohl auf einer Reihe von Erwachsenencomics, aber die kenne ich nicht. Allerdings fällt mir auf, dass die Story doch ganz deutliche Parallelen zu "Spawn" aufweist. Ob die Verfilmung nun adäquat ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Man könnte sich zunächst wundern, warum der Film überhaupt "Faust" heißt, denn eine Person mit diesem Namen kommt im Film nicht vor. Aber wenn man davon ausgeht, dass "M" für Mephistopheles steht, dann wird die Sache klarer. Besser wird sie aber nicht, denn die Geschichte ist einfach nur konfus, vorhersehbar und unlogisch. Sie hat natürlich bis auf die Grundidee (Pakt eines Verzweifelten mit dem Teufel) absolut nichts mit Goethes Klassiker zu tun. Welchen Zweck die Anrufung des Homunkulus und die Erschaffung "Fausts" haben, bleibt eher unklar. Hat Jaspers sich schon vor seiner "Beerdigung" manchmal in ein Monster verwandelt? Wenn ja, warum hat er das nicht getan, um die "Beerdigung" zu verhindern? Wenn nein, wie kommt es dann zu der Verwandlung? Auch Jades diverse Wandlungen (von der Ärztin zur Gelieben, von der Geliebten zum Satansjünger und wieder zurück) scheinen mir ein wenig unmotiviert zu sein. Aber sie hatte ja auch eine schwere Kindheit...

Sonst fällt mir zu diesem Film eigentlich nur noch ein, dass er auch optisch kein Genuss ist. Von der Synthi-Dudel-Filmmusik mal ganz zu schweigen. Wenigstens gibt es zwischendurch auch mal ein bißchen Metal zu hören. Die Spezialeffekte bewegen sich durchweg auf B-Picture-Niveau, soweit ich das bei der mir vorliegenden Version des Films überhaupt sagen kann. "Fausts" Ganzkörperkostüm ist zwar kein Totalversager, aber der Schauspieler wird dadurch sichtlich in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Seine Armklingen sehen so heillos unpraktisch und fragil aus, dass man sich fragt, wie er es damit überhaupt schaffen konnte, jemanden außer sich selbst zu verletzen. Immerhin liefern Andrew Divoff und Mark Frost ganz gute oder wenigstens akzeptable Leistungen ab. Mark Frost pendelt aber meist etwas zu krass zwischen breitmäuligem Gegreine und Superhelden-Attitüde hin und her. Über die verzichtbaren Nebencharaktere, zu denen leider auch Jeffrey Combs als Lt. Margolies gehört, breiten wir mal lieber den Mantel des Schweigens.

Insgesamt hinterlässt der Film einen sehr schwachen Eindruck. Vielleicht sollte man doch lieber die Comics lesen?

Die DVD:

Solltet ihr euch diesen Film zulegen wollen, dann achtet darauf, dass ihr nicht die DVD-Version kauft, die ich mir zugelegt habe. Die ist nämlich übelst verstümmelt, die angegebene Lauflänge von 90 Minuten stimmt nicht. Ich habe gelesen, dass die ungeschnittene Version des Films an die hundert Minuten lang sein soll! Praktisch alle Gore-Effekte sind entfernt worden. Die Frage ist nur: Machen diese Szenen aus "Faust" einen besseren Film? Das muss jeder für sich entscheiden. Es gibt eine ganze Reihe von DVD-Veröffentlichungen dieses Films, aber die meisten sind geschnitten. Das gilt, soweit ich weiß, für alle Veröffentlichungen von Best Entertainment. Die einzigen ungeschnittenen Fassungen stammen von Legend Home Entertainment.

Die Auflistung des Bonusmaterials hält nicht, was sie verspricht. Die Interviewschnipsel mit Brian Yuzna, Screaming Mad George, Isabel Brook und Jeffrey Combs sind alle unter einer Minute lang. Nur Mark Frost darf ca. 2 Minuten lang davon erzählen, welche Rolle er im Film spielt. Währenddessen wird ihm die "Faust"-Maske appliziert. "Am Drehort" enthält ein paar kurze Einblicke in die Dreharbeiten (ca. 5 Minuten). "Visuelle Effekte" zeigt (leider nur sehr kurze) Szenen, die in dieser Schnittversion des Films gar nicht mehr vorhanden sind (ca. 2 Minuten). Hinter dem Menüpunkt "Wissenswertes" verbergen sich selbstablaufende Texttafeln mit Filmografien. Unter "Synopsis" hätte ich mir eine Nacherzählung der Filmhandlung oder so vorgestellt. Tatsächlich ist es nur ein bisschen selbstablaufender Text mit Eigenwerbung.

J. Kreis, 20.02.2007
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