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Fantastic Four 2 Fantastic Four - Rise of the Silver Surfer (USA, 2007)

DVD - Regionalcode 2, Constantin Film
FSK: 12
Laufzeit: ca. 88 Minuten

Extras
Audiokommentare (Regie, Darsteller, Crew), Blick hinter die Kulissen

Regie:
Tim Story

Hauptdarsteller:
Ioan Gruffudd (Reed Richards)
Jessica Alba (Susan Storm)
Chris Evans (Johnny Storm)
Michael Chiklis (Ben Grimm)
Julian McMahon (Victor von Doom)
Doug Jones / Laurence Fishburne (Silver Surfer / Stimme des Silver Surfer)




Inhalt:

Reed Richards und Susan Storm wollen heiraten. Allerdings ist Reed nicht richtig bei der Sache, denn General Hager beauftragt ihn damit, unerklärlichen Phänomenen nachzugehen, die überall auf der Erde auftreten: Es kommt weltweit zu Stromausfällen und plötzlichen Kälteeinbrüchen, außerdem entstehen mehrere exakt kreisrunde Krater, die bis zum Erdkern reichen. Satelliten haben ein seltsames Objekt fotografiert, das aus dem All gekommen ist, man konnte es aber nicht identifizieren. Reed konstruiert ein spezielles Ortungsgerät, mit dem die Spur des Objekts, das kosmische Energie ausstrahlt, verfolgt werden kann. Susan ist zwar nicht erfreut darüber, dass es Dinge gibt, die für Reed wichtiger sind als die Hochzeit, aber angesichts des unglaublichen Rummels, den Presse und Fans der "Fantastic Four" veranstalten, kommen ihr ohnehin Zweifel - sie befürchtet, nie ein normales Leben führen und eine Familie gründen zu können. Reed und Susan überlegen, ob sie sich nicht ganz zurückziehen sollen. Johnny Storm und Ben Grimm bekommen Wind von der Sache, was für Spannungen unter den Fantastic Four sorgt. Schließlich beginnt die Trauungszeremonie doch noch, aber sie wird abrupt unterbrochen, als das Objekt auftaucht und das Ortungsgerät vernichtet. Die Fantastic Four müssen eingreifen, um zu verhindern, dass die Hochzeit zu einem Blutbad wird.

Das Objekt ist der Außerirdische Norrin Radd, der von einer kosmischen Macht namens Galactus zum Silver Surfer gemacht worden ist; einem humanoiden Wesen, das ganz aus Silber zu bestehen scheint. Der Silver Surfer hat die Aufgabe, Planeten zu vernichten, damit Galactus sich von der frei werdenden Energie ernähren kann. Der Silver Surfer hat keine Wahl, als diesen Auftrag auszuführen, denn Galactus verschont seine Welt nur, solange der Silver Surfer ihm dient. Der Silver Surfer bezieht seine gewaltigen Kräfte aus einem fliegenden "Surfbrett", mit dem er kosmische Energie akkumulieren und abstrahlen kann. Er ist außerdem praktisch unverwundbar und kann selbst im Vakuum des Alls leben. Die "menschliche Fackel" verfolgt den Surfer, kann ihm jedoch nichts anhaben. Durch den Kontakt mit dem Surfer verändert sich Johnnys Molekularstruktur, so dass er seine Kräfte mit denen seiner Freunde tauschen kann, wenn er sie berührt. Reed findet heraus, dass bisher alle Planeten vernichtet worden sind, die der Silver Surfer besucht hat...

Als die Fantastic Four sich dem Surfer in London erstmals gemeinsam stellen, kommt es zum Debakel, weil Johnny wieder einmal einen Alleingang riskiert. Die anderen können gerade noch verhindern, dass das "London Eye" - Riesenrad zerstört wird, aber sie können den Surfer nicht davon abhalten, einen Krater mitten ins Bett der Themse zu treiben. Die Fantastic Four weden vom Militär gezwungen, mit Victor von Doom zusammenzuarbeiten, der durch den Vorbeiflug des Surfers aus seiner Starre erweckt worden ist. Doom hatte ebenfalls eine Konfrontation mit dem Surfer und wurde von ihm körperlich geheilt. Doom hat erkannt, woher der Surfer seine Kräfte bezieht. Reed entwickelt daher einen Plan, den Surfer von seinem Brett zu trennen, was auch tatsächlich gelingt. Der Surfer wird gefangen genommen und unter Folter verhört. Ohne sein Board ist er verletzlich und schwach. Susan hatte vor der Festnahme die Gelegenheit, kurz mit dem Surfer zu sprechen und schleicht sich in seine Zelle. Da sie den Surfer an die Frau erinnert, die er liebt, berichtet er ihr von seiner Herkunft und seiner Aufgabe. Er sagt, sein Board strahle ein Signal aus, dem Galactus zur Erde folge.

Bevor die Fantastic Four das Board von der Erde entfernen können, bringt Doom es an sich. Er kontrolliert es mit einem kleinen Gerät und gewinnt ebenfalls gewaltige Kräfte. Die Fantastic Four befreien den Surfer und verfolgen Doom mit dem neuen Fantasticar. Doom ist zu stark für die vier Helden und tötet Susan, doch dann absorbiert Johnny alle Kräfte seiner Freunde und kann dann wenigstens Dooms Kontrollgerät zerstören. So wird das Board wieder "frei", Doom verliert seine überlegene Kraft. Aber es scheint zu spät zu sein: Galactus erreicht die Erde und beginnt mit der Vernichtung. Da greift der Surfer ein. Er holt Susan ins Leben zurück und fliegt direkt ins Zentrum von Galactus, wo er sich opfert, um eine gewaltige Explosion kosmischer Energie freizusetzen, die den Weltenverschlinger vernichtet. Zu guter Letzt heiraten Reed und Susan doch noch. Ihre Rückzugspläne haben sie aufgegeben. Im Orbit der Erde schwebt der Silver Surfer - er wurde nicht getötet.

Der Film:

Im Grunde könnte ich wiederholen, was ich schon zu Fantastic Four geschrieben habe. Die Story ist unglaublich dünn - dass meine Zusammenfassung vier Absätze lang ist, liegt nur an meiner Neigung, alles auszuformulieren. Man könnte die Story auch in einem einzigen Absatz zusammenfassen. Es ist schon erstaunlich, dass die erste halbe Stunde des ohnehin nur knapp anderthalbstündigen Films fast vollständig für die Hochzeitsvorbereitungen ver(sch)wendet wird, und dass die Charakterentwicklung der Fantastic Four dennoch auf der Stelle tritt. Will sagen: Es gibt keine Charakterentwicklung. Die Schauspieler sind praktisch nur Kleiderständer und Stunt-Dummys, Jessica Alba scheint - noch mehr als im ersten Film - lediglich als Identifikationsfigur für junge weibliche Zuschauerinnen (die von der Hochzeit träumen dürfen) und als Eye-Candy für männliche Zuschauer mit von der Partie zu sein. Ihre "Beziehung" zu Reed bleibt blutleer, das nicht enden wollende Geplänkel zwischen Johnny und Ben Grimm nervt nur noch und bei Mr. Fantastic fragt man sich, ob der gute Mann eigentlich auch etwas anderes kann als seine lange Nase in einen PC-Bildschirm zu stecken und sinnfreies Technogebabbel von sich zu geben. Dr. Doom bringt diesmal nicht viel mehr als sinistres Gegrinse zustande. Was Story und schauspielerische Leistungen angeht, ist dieser Film als Komplettverlust einzustufen.

Wem es gelingt, sein Hirn vorübergehend zu deaktivieren, kann mit dem Film aber immerhin noch einen vergnüglichen Abend verbringen. Man muss aber bereit sein, die permanenten platten Witzeleien und diversen Albernheiten zu akzeptieren oder zu ignorieren. Auch wenn gerade die Welt unterzugehen droht: Die Fantastic Four finden immer noch Zeit für dümmliche Kalauer. Genauso wie der erste Teil ist auch die Fortsetzung zwar totaler Quatsch, aber wenigstens schön bunt. Die Spezialeffekte sind sehenswert, es geht ordentlich was zu Bruch (unter anderem die chinesische Mauer und die Ringe des Saturn) und der Showdown ist weit beeindruckender als der Endkampf im ersten Teil. Und vor allem: Der Silver Surfer, einer meiner Lieblings-Superhelden aus längst vergangenen Jugendtagen, sieht sehr gut aus. Eigentlich entspricht er vollständig dem Bild, das ich mir immer von ihm gemacht habe. Auch seine Hintergrundgeschichte, seine Fähigkeiten usw. sind (soweit ich mich an die Comics von früher erinnern kann) weitgehend korrekt. Lustigerweise nimmt man an seinem Schicksal - man bedenke: Er ist eine computergenerierte Figur - mehr Anteil als an den Querelen unter den Fantastic Four. Für Galactus gilt etwas anderes. Wenn ich mich recht erinnere, war er in den Comics eine menschenähnliche Figur. Im Film ist er eine kosmische Wolke. Immerhin: Als der Silver Surfer ihn vernichtet, sieht man kurz eine schattenhafte Kontur, die an einen Helm erinnert. Das könnte eine Anspielung auf die Comic-Version von Galactus sein.

Wenn man das Hirn nach knapp 90 Minuten zusammenhangloser Action wieder einschaltet, stellt sich umgehend ein Gefühl der Enttäuschung ein. Der Film ist nämlich kaum mehr als eine Aneinanderreihung von Action- und Effektszenen, aufgepeppt mit Beziehungskisten auf Fotoroman-Niveau und Gags, die so unterirdisch sind, dass selbst Galactus sie nicht mehr aus dem Erdkern heraussaugen könnte.

Die DVD:

Gott sei Dank habe ich mir dieses Filmchen nur in der billigsten DVD-Version zugelegt, die lediglich Audiokommentare und eine ca. 6 Minuten lange Featurette enthält, in der kurze Aufnahmen von der Entstehung einiger Stunts und Special Effects gezeigt werden. Es gibt zwar diverse andere Versionen mit mehr Bonusmaterial, aber das brauche ich bei diesem Film nun wirklich nicht.

J. Kreis, 05.01.2008
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