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Fantastic Four Fantastic Four (USA, 2005)

DVD - Regionalcode 2, Constantin Film
FSK: 12
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras
Featurette, Making of Fantastic Four, Musikvideo "Everything Burns", Hinter den Kulissen, Darstellerinfos (Texttafeln)

Regie:
Tim Story

Hauptdarsteller:
Ioan Gruffudd (Reed Richards)
Jessica Alba (Susan Storm)
Chris Evans (Johnny Storm)
Michael Chiklis (Ben Grimm)
Julian McMahon (Victor von Doom)




Inhalt:

Reed Richards, ein auf seinem Fachgebiet ebenso genialer wie in finanziellen Fragen und zwischenmenschlichen Beziehungen unbedarfter Wissenschaftler, hat eine Theorie entwickelt, der zufolge das Leben auf der Erde durch kosmische Strahlung entstanden ist. Eine ähnliche Energiewolke wird nach seinen Feststellungen demnächst in der Nähe der Erde vorbeifliegen. Reed verfügt nicht über die Mittel, um eine Weltraumexpedition zur Erforschung dieser Wolke auf die Beine zu stellen. Deshalb wendet er sich an seinen ehemaligen Studienkollegen, den superreichen und größenwahnsinnigen Victor von Doom. Doom besitzte eine Raumstation, die für Reeds Zwecke bestens geeignet wäre. Doom willigt ein, allerdings nur unter der Bedingung, dass das Experiment unter seiner Kontrolle verläuft, und dass 75 Prozent der etwaigen Einnahmen an ihn gehen. Reed hat keine Wahl, als diese Bedingung zu akzeptieren. Während Reed von seinem alten Freund, dem Astronauten Ben Grimm, begleitet wird, nimmt auf Dooms Seite die schöne Susan Storm an der Expedition teil - sie ist eine alte Flamme von Reed, die ihn verlassen hat, weil er sich nicht entscheiden konnte, sich dauerhaft an sie zu binden. Reed und Doom sind Rivalen um Susans Gunst. Susans hitzköpfiger und lebenslustiger Bruder Johnny ist ebenfalls mit von der Partie.

Das Experiment geht schief, denn die Energiewolke trifft früher ein als erwartet, und die Abschirmung der Raumstation erweist sich als nutzlos. Die fünf Menschen werden der kosmischen Energie ausgesetzt, und als sie zur Erde zurückkehren, müssen sie feststellen, dass ihre genetische Struktur grundlegend verändert worden ist, wodurch sie unterschiedliche Kräfte erhalten. Reed kann seinen Körper extrem dehnen und verformen wie Gummi, Susan kann sich unsichtbar machen und starke Energiefelder erzeugen, Johnny kann sich in eine "menschliche Fackel" verwandeln und Temperaturen bis zum Ausmaß einer Supernova erreichen, Ben Grimm wird zu einem superstarken, unverwüstlichen, leider aber auch monströs deformierten Ding. Dooms Veränderung bleibt zunächst unbemerkt: Er verwandelt sich in unzerstörbares Metall, außerdem kann er Energie akkumulieren und in Form tödlicher Blitze wieder abgeben. Reed verspricht seinem Freund Ben Grimm, alles zu tun, um ihm seinen menschlichen Körper zurückzugeben - von allen Betroffenen leidet "Das Ding" am meisten unter der Veränderung. Johnny dagegen ist geradezu begeistert und zeigt sich gern in der Öffentlichkeit. Es dauert nicht lange, bis die "Fantastischen Vier", wie sie von der Presse genannt werden, allgemein bekannt sind. Sie verhindern eine Katastrophe (die von Ben Grimm unabsichtlich ausgelöst worden ist) und werden zu Helden. Allerdings kommt es zu Spannungen unter ihnen, was nicht zuletzt auf Johnnys Draufgängertum zurückzuführen ist.

Die "Fantastischen Vier" ziehen sich in Reeds Labor zurück, um an einer Maschine zu arbeiten, die einen kosmischen Sturm simulieren soll. Reed hofft, die Mutation damit rückgängig machen zu können. Derweil entwickeln sich die Dinge für Doom nicht gut. Die fehlgeschlagene Weltraumexpedition führt zu seinem finanziellen Ruin. Natürlich macht er Reed verantwortlich dafür, ebenso wie er ihm die Schuld daran gibt, dass Susan sich von ihm abwendet. Während sein Körper sich immer weiter verändert, verwirrt sich auch sein Geist. Er denkt nur noch an Rache an Reed. Zuvor muss er jedoch dessen Leibwächter - "Das Ding" - ausschalten. So redet er Ben Grimm ein, Reed habe gar kein Interesse daran, die Verwandlung rückgängig zu machen, und beschäftige sich lieber mit Susan (tatsächlich kommen die beiden sich näher). Als Grimm dies seinem Freund vorwirft, macht dieser einen Selbstversuch in der noch nicht fertig gestellten Energiekammer. Prompt verliert er vorübergehend die Kontrolle über seinen Gummikörper. Danach gelingt es Doom, "Das Ding" tatsächlich wieder zu einem Menschen zu machen, indem er seine Kräfte nutzt, um mehr Energie in die Kammer zu pumpen. Dadurch wachsen Dooms eigene Kräfte enorm an. Er schlägt den jetzt wehrlosen Ben Grimm nieder, entführt Reed und setzt Johnny mit einer hitzesuchenden Rakete außer Gefecht.

Mit Reed als Köder lockt Doom Susan an, um auch sie zu töten. Doch da greift "Das Ding" ein - Ben Grimm hat sich erneut der Strahlung ausgesetzt. Schließlich kommt auch Johnny hinzu, der es geschafft hat, der Rakete zu entkommen. Erstmals setzten die "Fantastischen Vier" ihre Kräfte unter Reeds Anleitung koordiniert ein, um Doom zu besiegen. Johnny hüllt Doom in eine superheiße Flammenwand, die von Susans Energiefeldern unter Kontrolle gehalten wird. "Das Ding" kickt einen Hydranten um, so dass Dooms erhitzter Metallkörper schockartig abgekühlt wird und erstarrt. Einige Zeit später können die vier Freunde ihren Erfolg feiern. Reed und Susan kommen endlich zusammen, Johnny genießt wie immer das Bad in der Menge und selbst "Das Ding" hat sich mit seinem Zustand abgefunden. Doom, der jetzt nur noch eine unbewegliche Statue ist, wird mit einem Containerschiff abtransportiert. Seltsame Stromausfälle an Bord lassen darauf schließen, dass er doch nicht tot ist...

Der Film:

Spätestens seit dem Erfolg von Spider-Man und X-Men rollt die Flut der Comic-Verfilmungen wieder einmal ungebremst durch die Lande. Dadurch wurden uns einige weitere wirklich gute Superheldenfilme beschert, leider aber auch einige schlechte. Ich zähle Fantastic Four zu letzterer Kategorie, obwohl der Film durchaus für einen unterhaltsamen Abend geeignet ist. Schließlich wird mit netten Spezialeffekten nicht gegeizt, und die Darstellung der Superkräfte der vier Helden und des fiesen Dr. Doom entspricht recht genau dem, was man aus den beliebten Marvel-Comics kennt. Nett auch, dass diese Kräfte immer zum Charakter der Person passen: Reed möchte sich gern aus allen Misslichkeiten herauswinden, Susan Storm ist einerseits schüchtern, andererseits manchmal aber auch richtig sauer, Johnny ist auch als normaler Mensch schon ein heißer Typ, Ben Grimm ist bullig und sanftmütig, Doom ist stahlhart und energiegeladen. Das war's dann aber auch schon, was man zum Thema "Charakterentwicklung" in diesem Film sagen kann - ganz abgesehen davon, dass keiner der Schauspieler so richtig überzeugen kann. Abgesehen von Michael Chiklis, dem es trotz der dicken Maske noch gelingt, Emotionen zu zeigen, und vielleicht noch von Chris Evans, dem es jedenfalls gelingt, so richtig zu nerven. Es bleibt bei Andeutungen und Klischees: Doom ist der finstere Böse, dessen Motivation man allenfalls im beginnenden Wahnsinn suchen kann, Reed ist allzu sehr "zerstreuter Wissenschaftler" und so weiter.

Die Geschichte ist platt und eher langweilig, außerdem enthält sie viele Logiklöcher. Warum zum Beispiel muss Susan Storm sich auf der Brücke unsichtbar machen? Wahrscheinlich nur, damit man eine Szene mit Jessica Alba in Unterwäsche einbauen konnte, einen anderen Grund gibt es dafür nicht. Und woher nimmt Ben Grimm die zusätzliche Energie, um sich nach seiner "Heilung" wieder in "Das Ding" zurückzuverwandeln? Viel Zeit wird auf Johnnys Generve und die Entdeckung der Superkräfte unserer Helden ver(sch)wendet, der finale Showdown kommt danach zu kurz. Zwischendurch wird gewitzelt, gekalauert und rumgealbert - ist ja grundsätzlich nicht schlecht, wenn ein Film erkennen lässt, dass nicht alles so bierernst gemeint ist, aber zur Selbstverulkung, wie hier, sollte es dann doch nicht kommen. Es sei denn, man wollte eine Parodie auf Superheldenfilme drehen, aber als solche ist Fantastic Four ja nicht angelegt.

Mehr fällt mir zu diesem Film schlicht und ergreifend nicht ein. Er ist zwar kein totaler Reinfall, aber hinterher fragt man sich, ob das denn wirklich schon alles gewesen sein soll...

Die DVD:

Das Bonusmaterial besteht hauptsächlich aus drei Featurettes, die zwischen 5 und 12 Minuten lang sind und bei denen es sich um reine Werbung handelt, die vermutlich noch vor Kinostart des Films produziert worden ist. Diese zusammengestoppelten Beiträge wiederholen sich größtenteils auch noch, d.h. eigentlich muss man sich nur die längste ("Hinter den Kulissen") ansehen, dann hat man alle drei gesehen. Selbst das kann man sich sparen, denn die Featurettes haben so gut wie keinen Informationsgehalt. Man hat hier offensichtlich einfach irgendwelchen billigen Kram auf die DVD gepackt, um überhaupt Bonusmaterial zu haben.

J. Kreis, 25.10.2007
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