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Dead Snow Dead Snow (Norwegen, 2009)

DVD - Regionalcode 2, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 88 Minuten

Extras
Trailershow

Regie:
Tommy Wirkola

Hauptdarsteller:
Vegar Hoel (Martin)
Stig Frode Henriksen (Roy)
Charlotte Frogner (Hanna)
Lasse Valdal (Vegard)
Evy Kasseth Rosten (Liv)
Jeppe Laursen (Erlend)
Jenny Skavlan (Chris)
Ane Dahl Torp (Sara)
Bjorn Sundquist (Wanderer)
Orjan Gamst (Oberst Herzog)




Inhalt:

Die norwegischen Medizinstudenten Martin, Roy, Hanna, Vegard, Liv, Erlend und Chris wollen einen Kurzurlaub in einer abgelegenen Skihütte in der Nähe von Oksfjord machen, die Vegards Freundin Sara gehört. Vegard fährt mit einem Schneemobil vor, die anderen stapfen ihm durch das unwegsame Gelände hinterher. Sara ist noch nicht angekommen, sie wollte über die Berge wandern. Die Studenten vergnügen sich im Schnee und machen es sich abends in der Hütte gemütlich, doch die Winter-Idylle wird durch einen nächtlichen Besucher jäh gestört. Ein alter Bergwanderer steht vor der Tür, lässt sich bewirten und erzählt den jungen Leuten eine beunruhigende Geschichte: Während des zweiten Weltkrieges war Oksfjord eine wichtige Basis der Deutschen, die von dort aus die alliierten Schiffahrtsrouten stören sollten und von einem gewissen Oberst Herzog kommandiert wurden. Die Soldaten hatten die Bevölkerung jahrelang terrorisiert und kurz vor Kriegsende damit begonnen, noch schnell so viele Wertsachen wie möglich zu plündern. Dabei hatten sie jeden erschossen, der Widerstand leistete. Es war zu einem Aufstand der gequälten Bevölkerung gekommen. Viele Deutsche waren getötet worden, Herzog und einigen seiner Getreuen war die Flucht in die Berge gelungen. Man hatte sie verfolgt, doch sie waren spurlos verschwunden.

Bevor der Wanderer sich verabschiedet, warnt er die Studenten vor dem Bösen, das seiner Meinung nach immer noch in den Bergen schläft. Wie Recht er damit hat, erfährt er wenig später am eigenen Leib. Ein Untoter dringt in sein Zelt ein und zerfleischt ihn. Vegard, der sich am nächsten Tag auf die Suche nach Sara macht, findet die grausig zugerichtete Leiche. Wenig später bricht er im Schnee ein und stürzt in eine Höhle. Dort findet er eine Hakenkreuzflagge, Waffen aus dem zweiten Weltkrieg und den abgetrennten Kopf seiner Freundin. Die Nazi-Zombies, denen Sara zum Opfer gefallen ist, wollen sich auch über Vegard hermachen. Er wird zwar gebissen, kann die Untoten aber endgültig ins Jenseits schicken. Derweil finden seine ahnungslosen Freunde in der Hütte eine kleine Kiste mit verschiedenen alten Wertsachen. In der Nacht greifen die Zombies an. Chris und Erlend werden getötet, die anderen verbarrikadieren sich, bis die Zombies wieder abziehen. Am nächsten Morgen beschließen die Studenten, sich aufzuteilen. Martin und Roy sollen die Untoten ablenken, damit Hanna und Liv in die Wälder fliehen und sich zu den Autos durchschlagen können. Sie sollen dann Hilfe holen.

Die Untoten folgen aber auch den Frauen. Liv fällt ihnen in die Hände. Es gelingt Hanna, ihre Verfolger zu vernichten und sich aus einer Lawine zu befreien. Dummerweise kehrt sie zur Hütte zurück, als Martin und Roy dort gerade gegen die Zombies kämpfen - im Eifer des Gefechts wird Hanna versehentlich von ihrem Freund Martin getötet. Vegard, der den beiden Männern mit einem auf dem Schneemobil montierten MG zur Hilfe geeilt ist, wurde schon zuvor von den Zombies zerrissen. Schließlich stehen Martin und Roy, die beiden letzten Überlebenden, nur noch dem untoten Oberst Herzog gegenüber. Als sie auch ihn erledigen wollen, erweckt er Dutzende von Zombies, die bis jetzt unter dem Schnee gelegen haben. Martin und Roy fliehen, doch letzterer wird von Herzog erschlagen. Martin erkennt, dass es dem Zombie nur um die Kiste mit Schmuck geht; das ist die Beute, die die Nazis seinerzeit in Sicherheit bringen wollten. Er holt die Kiste aus den Trümmern der inzwischen niedergebrannten Hütte. Während die Zombies somit abgelenkt sind, kann er zu den Autos fliehen. Dummerweise hatte seine Freundin ihm heimlich eine Münze aus dem Schatz in die Hosentasche gesteckt. Herzog erscheint persönlich, um sie zurückzuholen und schlägt das Fahrerfenster ein.

Der Film:

Ein norwegischer Horrorfilm mit Nazi-Zombies. Medizinstudenten, von denen einer kein Blut sehen kann, schnetzeln Zombies en Gros. Untote Wehrmachts- und Waffen-SS-Soldaten werden bei norwegischer Rock- und Schlagermusik mit Kettensägen zerteilt, mit Hämmern platt gemacht, mit dem Kettenantrieb eines Schneemobils geschreddert oder sonstwie zerlegt. Ein Mann baumelt über einem Abgrund, wobei er sich ans Gedärm eines an einem Baum festhängenden Zombies klammert. Eine junge Frau beobachtet ihre eigene Ausweidung und zündet dabei die am Gürtel eines Zombies hängende Handgranate. Der Kopf eines Mannes wird in zwei Hälften gerissen, so dass der saftige Brägen auf den Boden klatscht... Wenn das für euch interessant klingt, dann legt euch diesen Film unbedingt zu, denn all das und noch viel mehr wird geboten, und zwar in allen Details. Soweit ich das beurteilen kann, wurden nicht etwa CGI-Effekte verwendet, sondern ausschließlich sehr gut gemachte "altmodische" Tricktechnik. Solltet ihr kein Fan von Zombiefilmen sein, dann macht lieber einen weiten Bogen um dieses Werk - selbst als Fan muss man sich erst daran gewöhnen, dass die Untoten offensichtlich nicht nur atmen (man sieht die Wölkchen in der kalten Luft), sondern auch mal aus der Puste geraten können, und dass sie nicht nur stöhnend durch die Gegend schlurfen, sondern schnell rennen und sogar Waffen und andere Werkzeuge benutzen (Herzog verwendet z.B. ein Fernglas zur Beobachtung der Hütte).

Außerdem nimmt der Film sich selbst nicht ernst. Das tut ihm einerseits gut, andererseits schadet es ihm aber auch ein wenig, denn offenbar konnte der Regisseur sich nicht entscheiden, ob er eine reine Horrorkomödie machen oder doch etwas echte Dramatik hineinbringen wollte. "Dead Snow" beginnt genau so, wie man es von einem Film des Horror-Genres erwartet. Ein paar junge Leute tollen in der Wildnis herum, wo sie ganz von der Außenwelt abgeschnitten sind. Dann taucht ein geheimnisvoller Fremder auf und erzählt eine unheimliche Geschichte - diese Szene ist sehr gut gespielt, man kommt in Grusel-Stimmung, als würde man selbst da in der Hütte am Feuer sitzen und der Erzählung lauschen. Dann werden - vermutlich mit voller Absicht - alle Horrorfilm-Klischees durchgespielt: Demjenigen, der den berühmten Satz "da draußen ist irgendwas" sagt, wird natürlich nicht geglaubt; wer zuerst (außerehelichen) Sex hat, der stirbt zuerst; die bedrohte Gruppe teilt sich auf; die in Gefahr geratenen Helden holen zum Gegenschlag aus; am Ende darf es nur einen Überlebenden geben. Und der namenlose Wanderer kampiert leichtsinnigerweise in den Bergen, vor denen er die Studenten gerade erst gewarnt hat.

Hier wird aber noch eine Schippe draufgelegt, dann das lüsterne Pärchen treibt es auf dem Plumpsklo, in dessen Grube offensichtlich schon ein Zombie sitzt; die obligatorische Szene, in der sich die Helden ausrüsten, findet im Werkzeugschuppen mit Gartengeräten statt und daran schließt sich ein wüstes Gemetzel in schönster Braidead-Tradition an; der letzte Überlebende wird wegen eines besonders dummen Zufalls doch noch von seinem Schicksal ereilt. Hinzu kommen dann einige ziemlich derbe Späße wie die bereits erwähnte Sache mit dem Gedärm, das als Kletterseil zweckentfremdet wird. Die Leichtigkeit, mit der ein paar Studenten die Zombies niedermähen, nimmt dem Film die Spitze, die letzte halbe Stunde ist nur noch ein fröhliches Schlachtfest. Dazu passen dann wiederum Szenen wie der tragische Tod Hannas nicht. In einem anderen Kontext wäre diese Szene weit effektvoller gewesen. Trotzdem ist "Dead Snow" ein spaßiger Film für Splatter-Fans mit unempfindlichem Magen.

Die DVD:

Außer einer Trailershow (Werbung für andere Filme) gibt's keine Extras. Die DVD hat ein Wendecover.

J. Kreis, 08.11.2009


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