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Dark Water Dark Water - Dunkle Wasser (USA, 2005)

DVD - Regionalcode 2, Touchstone Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras
"Unter der Oberfläche - das Making of DARK WATER", Zusätzliche Szenen, "Sound des Grauens", "Szenen unter der Lupe"

Regie:
Walter Salles

Hauptdarsteller:
Jennifer Connelly (Dahlia Williams)
Ariel Gade (Cecilia Williams)
Dougray Scott (Kyle Williams)
Pete Postlethwaite (Veeck)
Tim Roth (Jeff Platzer)
Perla Haney-Jardine (Natasha Rimsky / Dahlia als Kind)




Inhalt:

Dahlia Williams macht gerade einen Scheidungskrieg durch. Die Sache ist nicht einfach für sie, zumal sie an Migräne leidet. Sie zieht mit ihrer kleinen Tochter Cecilia in eine neue Wohnung auf Roosevelt Island, womit ihr Ex-Mann aufgrund der großen Entfernung zu Jersey City, wo er wohnt, gar nicht einverstanden ist. Er muss jedoch zugestehen, dass eine sehr gute Schule ganz in der Nähe der neuen Wohnung liegt. Die neue Wohnung ist ziemlich klein und renovierungsbedürftig, außerdem liegt sie in einem wenig anheimelnden Viertel. Ceci fühlt sich dort nicht wohl. Aber dann findet sie auf dem Dach in der Nähe eines großen Wassertanks einen "Hello Kitty" - Rucksack, den sie unbedingt haben möchte. Sie muss aber eine Woche lang warten. Sollte in dieser Zeit niemand kommen, um ihn abzuholen, gehört er ihr. Dahlia ist sehr zufrieden mit Cecis Schule, auch ein neuer Job findet sich schnell. Nur mit der Wohnung stimmt etwas nicht. An der Decke ist eine feuchte Stelle, von der es ständig tropft, und aus Appartement 10F im darüber liegenden Stockwerk dringen immer wieder merkwürdige Geräusche. Da weder der Vermieter noch Veeck, der Hausmeister, sich für zuständig halten, wächst der Wasserfleck weiter. Dahlia hat irgendwann genug von der Belästigung und dringt in Appartement 10F ein. Sie findet es verlassen und voller Schmutzwasser vor - alle Hähne wurden aufgedreht. Veeck, der an Vandalismus glaubt, muss sich nun doch der Sache annehmen und repariert den Schaden. Es gibt neuen Ärger, als Ceci immer öfter von ihrer unsichtbaren Freundin Natasha phantasiert. Dahlia argwöhnt, dass ihr Ex-Mann versuchen wird, diesen Umstand zu benutzen, um sie als geistig instabile, unfähige Mutter hinzustellen und so das alleinige Sorgerecht für Ceci zu gewinnen. Sie nimmt deshalb die Hilfe des Rechtsanwalts Platzer in Anspruch.

Allmählich werden die Ereignisse im Mietshaus jedoch immer rätselhafter. Unter anderem findet Dahlia den "Hello Kitty" - Rucksack im Müll. Er trägt den Namen "Natasha Rimsky". Später taucht er aber im Fahrstuhl wieder auf, der zudem aus unerfindlichen Gründen immer wieder in den 10. Stock fährt, ohne gerufen worden zu sein. Dahlia wird von beunruhigenden Träumen, Erinnerungen an ihre alkoholkranke, lieblose Mutter und zunehmenden Migräneanfällen gequält. Außerdem beginnt es in Dahlias Wohnung wieder zu tropfen, der Wasserfleck ist wieder da und größer als je zuvor. Eines Tages hat Ceci in der Schule eine geisterhafte Begegnung mit ihrer imaginären Freundin und kollabiert. Ihr Vater bringt sie ins Krankenhaus. Platzer kümmert sich derweil um Dahlia, die ebenfalls Visionen von Natasha hat. Diese führen sie zum Wassertank auf dem Dach. Dort findet sie die Leiche eines kleinen Mädchens. Wie sich herausstellt, ist Natasha Rimsky das Opfer der Trennung ihrer Eltern geworden. Die Rimskys hatten die Wohnung verlassen und ihr Kind schlicht und ergreifend vergessen - beide hatten geglaubt, der jeweils andere habe das Kind mitgenommen. Das Mädchen war in den Tank gefallen, den Veeck offen gelassen hatte. Der Hausmeister hatte das bemerkt, aus Angst jedoch verschwiegen. Das war auch der Grund für seine Weigerung, sich um das Wasserproblem im Haus zu kümmern. Die Leiche wird geborgen, Veeck wird verhaftet.

Dahlia möchte jetzt natürlich keinen Tag länger in diesem Haus bleiben und wäre sogar bereit, wieder in die Nähe ihres Ex-Mannes Kyle zu ziehen. Doch in Appartement 10F ist jemand, der etwas dagegen hat, dass Dahlia auszieht. Natashas Geist nimmt Cecis Gestalt an, sucht Dahlias Nähe und droht Ceci zu töten. Dahlia muss ihr versprechen, für immer zu bleiben und den Platz ihrer Mutter einzunehmen. Am nächsten Tag wird Dahlia tot aufgefunden, eine Todesursache ist nicht feststellbar. Einige Zeit später kehren Kyle und die kleine Ceci noch einmal in die Wohnung zurück, um einige Dinge abzuholen. Plötzlich schließt sich die Fahrstuhltür, so dass Ceci drinnen eingeschlossen ist. Dahlias Geist verspricht, immer für ihre Tochter da zu sein. Kyle hat nichts von dieser Begegnung bemerkt und ist verwundert darüber, dass Ceci vergnügt aus dem Fahrstuhl hervortritt. Ihr zuvor offenes Haar ist nun zu genau der Art Zopf gebunden, den Dahlia ihr immer geflochten hat...

Der Film:

"Dark Water" ist das US-Remake eines japanischen Films nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Koji Suzuki. Diesen Film sollte man sich nicht in der Erwartung ansehen, es mit einem weiteren Geister-Gruselthriller nach der Machart von "The Ring" (Romanvorlage ebenfalls von Suzuki), Ju-On ("The Grudge") und dergleichen zu tun zu haben. Die Grundstruktur ist natürlich recht ähnlich: Es gibt ein dunkles, vertuschtes Geheimnis aus der Vergangenheit und in einem alten Haus geht der Geist eines Mädchens um, der die Lebenden heimsucht. Aber das ist nicht das zentrale Thema dieses Films und jene typischen Geister-Schockszenen mit fuchteinflößenden, entstellten Gestalten (denen schwarzes Haar über dem Gesicht hängt), die man bei solchen Filmen inzwischen zwangsläufig erwartet, kommen praktisch nicht vor. Das Geistermädchen ist im Grunde ebensowenig böse wie der Geist in Shutter; sie sehnt sich nur nach mütterlicher Zuneigung. Erst am Ende des Films wird das zu einer Bedrohung. Wer sich gruseln möchte, sollte also lieber die Finger von "Dark Water" lassen. Obwohl der Film durchaus eine sehr düstere Atmosphäre hat, wird kaum Spannung aufgebaut, d.h. man bekommt kein Gefühl der ständig anwachsenden Bedrohung, der Ausweglosigkeit oder der unmittelbaren Todesgefahr. Dabei endet der Film weit trauriger als die Geschichte; in letzterer wird keine Leiche entdeckt, die Mutter vermutet nur, dass ein totes Kind im Wassertank treiben könnte. Am Ende ziehen Mutter und Tochter einfach aus, und das war's.

Nein, man sollte den Film keinesfalls in die "Horror-Schublade" stecken. Eher könnte man "Dark Water" als Psychodrama bezeichnen. Anfangs weiß man nicht so recht, ob Dahlia sich die seltsamen Vorfälle nur einbildet, oder ob sie real sind. Dass Natasha genauso aussieht wie Dahlia als Kind, und dass ihre üblen familiären Verhältnisse praktisch identisch sind, könnte darauf schließen lassen, dass die von Migräne geplagte junge Frau, die immer wieder irgendwelche Medikamente schluckt, allmählich den Verstand verliert. Dahlia wurde als Kind genau wie Natasha vom Vater misshandelt und von der Mutter abgelehnt. Sie sieht ihre Mutter in Appartement 10F und fürchtet, keine gute Mutter für Ceci zu sein. Man könnte annehmen, dass Dahlia ganz einfach psychisch labil ist und durch den Stress des Scheidungskriegs unter zunehmendem Realitätsverlust leidet. Dafür würde auch sprechen, dass vieles von dem, was sie sieht, von anderen Menschen nicht wahrgenommen werden kann. Die Überflutung von 10F hätte ja wirklich Vandalismus sein können. Leider hat der Regisseur das nicht konsequent beibehalten. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wird klar: Dahlia bildet sich den Geist nicht ein, er existiert wirklich. Gut - Ceci könnte von Dahlias Wahnsinn "angesteckt" worden sein und sich den Angriff Natashas auf der Schultoilette ebenfalls nur eingebildet haben. Aber warum war dort dann alles mit Wasser überflutet? Und wer hat Ceci am Ende den Zopf geflochten? Dummerweise funktioniert die Mischung aus Familien-Psychodrama und Mystery überhaupt nicht, eine eindeutige Entscheidung für eine der beiden Seiten hätte dem Film vielleicht gut getan. Dann wäre er vielleicht auch in die richtige Schublade gesteckt und vom Publikum wohlwollender aufgenommen worden.

Was den Film trotz der recht langatmigen, inkonsequenten und wenig überraschenden Geschichte rettet, sind neben der beklemmenden Atmosphäre und der trostlosen Locations die Schauspieler. Allen voran natürlich Jennifer Connelly. Sie verleiht ihrer Rolle genau den Tiefgang, der gebraucht wird, damit die Figur nicht ins Lächerliche abgleitet. Man kann sich absolut mit ihr und ihren Leiden identifizieren. Pete Postlethwaite macht seine Sache ebenfalls sehr gut, aber man hätte diese Rolle etwas besser ausbauen können. Der Hausmeister ist die meiste Zeit einfach nur mürrisch; er macht nicht den Eindruck, als würde ihm das von ihm vertuschte Geheimnis irgendwie zu schaffen machen. Dann haben wir da noch die niedliche Kleine, die Cecil absolut überzeugend spielt. Kaum zu glauben bei ihrem Alter. Insgesamt ist "Dark Water" also zwar kein Grusel- und erst recht kein Horrorfilm, aber man bleibt doch nicht unberührt. Ein kleines bisschen erinnert er mich auch an die "Silent Hill" - Spiele.

Die DVD:

Das Bonusmaterial besteht aus zahlreichen relativ kurzen Featurettes, die zusammengenommen etwa eine Stunde lang sind. Es handelt sich um die übliche Zusammenstellung von Interviews (Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor usw.), Filmszenen und Hinter-den-Kulissen-Material. Das "Making of" hat zwar den Titel "Unter der Oberfläche", aber es handelt sich nicht, wie dieser Titel vermuten lassen könnte, um eine in die Tiefe gehende Dokumentation, sondern eher um gegenseitige Lobhudelei. Immerhin erfährt man, wie Regisseur und Schauspieler ihre Rollen und die Geschichte des Films sehen. An einzelnen Beispielen wird außerdem deutlich gemacht, wie entscheidend der Filmschnitt sein kann - durch einen etwas geänderten Szenenablauf entsteht eine ganz andere Aussage. Lustig: Ariel Gade hat eigentlich Angst vor Wasser, wollte aber die Szene, in der sie in der Badewanne untertauchen muss, unbedingt selbst machen. Tapfere Kleine! Hinzu kommen eine leicht abgewandelte und zwei kurze nicht verwendete Szenen.

J. Kreis, 23.10.2008


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