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The Dark Knight The Dark Knight (USA/GB, 2008)

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 16
Laufzeit: ca. 146 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Christopher Nolan

Hauptdarsteller:
Christian Bale (Bruce Wayne / Batman)
Heath Ledger (Joker)
Aaron Eckhart (Harvey Dent / Two-Face)
Maggie Gyllenhaal (Rachel Dawes)
Michael Caine (Alfred Pennyworth)
Gary Oldman (James Gordon)
Morgan Freeman (Lucius Fox)
Chin Han (Lau)




Inhalt:

Batman hat zwar die gesamte Gothamer Unterwelt in Angst und Schrecken versetzt, gleichzeitig hat er aber auch einen neuen Verbrechertypen hervorgebracht: Den Joker, einen Mann, dem Geld und Macht ebenso wenig bedeuten wie sein eigenes Leben, der deshalb durch nichts einzuschüchtern ist und den Batman auch nicht mit seinen üblichen Mitteln bekämpfen kann. Der Joker hat nur ein Ziel: Chaos. Nebenbei will er beweisen, dass es "Das Gute im Menschen" nicht gibt, vor allem nicht in Gestalt von Batman. Batman und Lieutenant Gordon wissen noch nicht, mit wem sie es zu tun haben. Sie bereiten einen großen Schlag gegen die Gangsterbosse Gothams vor, deren finanzielle Transaktionen sie mit radioaktiv markiertem Geld verfolgen. Dabei brauchen sie die Hilfe des neuen Bezirksstaatsanwalts Harvey Dent, der Bruce Waynes Jugendfreundin Rachel Dawes liebt. Wayne erkennt, dass Dent genau die Lichtgestalt sein könnte, die Batman niemals sein kann - ein durch und durch ehrlicher Mann, der nicht nur das Verbrechen bekämpft, sondern auch in der Lage ist, den Menschen wieder Hoffnung zu machen. Wayne ist deshalb bereit, Dent zu unterstützen, und Gordon weiht ihn in seine Pläne ein.

Derweil überlegen Sal Maroni und die anderen Unterweltgrößen, wie sie weiter vorgehen sollen. Ihr chinesischer Buchhalter Lau hat sich mit all ihrem Geld nach Hongkong abgesetzt, womit er gleichzeitig Gordons und Batmans Pläne durchkreuzt hat. Der Joker platzt in eine ihrer Versammlungen hinein und bietet seine Hilfe an. Für die Hälfte des Mafiageldes will er Batman töten. Insgeheim schickt er sich jedoch bereits an, die gesamte Unterwelt unter seine Kontrolle zu bringen. Seine Helfer rekrutiert er unter den Schergen der Bosse und den Insassen der Arkham-Nervenheilanstalt. Derweil folgt Batman dem Mafia-Buchhalter bis nach Hongkong, holt ihn zurück nach Gotham und liefert ihn Gordon aus. Da Lau bereit ist, gegen seine Auftraggeber auszusagen, lassen Dent und Gordon alle Mafiabosse verhaften. Nun sind diese bereit, den Joker von der Leine zu lassen. Er stellt der Stadt ein Ultimatum: Batman soll sich öffentlich demaskieren - andernfalls wird jeden Tag ein Mensch sterben. Zu seinen ersten Opfern gehören die Richterin, die den Prozess gegen die Mafiabosse hätte führen sollen, Polizeichef Loeb und Gordon. Ein Anschlag auf Dent wird von Batman verhindert. Bruce Wayne erkennt den auf die Morde folgenden Stimmungsumschwung in der Bevölkerung und will sich stellen, doch Dent kommt ihm zuvor. Der Staatsanwalt behauptet, er selbst sei Batman, und wird umgehend verhaftet.

Doch Gordons vermeintlicher Tod und Dents Verhaftung sind nur vorgetäuscht. Der Joker soll auf diese Weise aus seinem Versteck gelockt werden. Tatsächlich greift er den Konvoi an, mit dem Dent ins Gefängnis gebracht werden soll (Dents Fahrer ist niemand anderer als Gordon), so dass Batman und Gordon ihn festnehmen können. Gordon wird daraufhin zum Polizeichef ernannt. Doch niemand hat mit der Verschlagenheit des Jokers gerechnet. Verräter in den Reihen der Polizei entführen Dent und Rachel. Als Batman ihn verhört, macht der Joker ihm klar, dass beide sterben werden. Batman muss sich entscheiden, wen er retten will. Batman entscheidet sich für Rachael, aber der Joker hat die Adressen vertauscht. Batman rettet also Dent, Gordon kommt bei Rachel jedoch zu spät. Bei der Explosion des Lagerhauses, in dem er gefangen war, erleidet Dent schwerste Verbrennungen: Die linke Hälfte seines Gesichts ist schrecklich entstellt. Derweil befreit der Joker sich aus dem städtischen Gefängnis und nimmt Lau mit, um ihn zusammen mit seinem Geld zu verbrennen. Dann holt er Dent aus dem Krankenhaus, das er anschließend in die Luft jagt. Angestachelt durch den Joker beginnt Dent mit einem Rachefeldzug gegen alle, denen er die Schuld für Rachels Tod gibt, und dazu gehören auch Gordon und Batman. Dents Geist hat sich verwirrt. Er ist zu Two-Face ("Doppelgesicht") geworden, und macht jede Entscheidung vom Wurf einer Münze abhängig.

Der Joker verkündet, er werde noch in derselben Nacht die Kontrolle über Gotham City übernehmen und fordert jeden, der nicht mitspielen will, dazu auf, die Stadt zu verlassen. Eine Massenflucht beginnt, aber wegen Bombendrohungen des Jokers müssen alle Brücken gesperrt werden. Die Menschen werden deshalb mit Fähren evakuiert. Der Joker präpariert zwei davon mit Sprengstoff, um ein kleines Experiment zu veranstalten: Auf jeder Fähre befindet sich ein Fernzünder, mit dem das jeweils andere Schiff gesprengt werden kann. Die Insassen müssen sich bis Mitternacht entscheiden, sonst wird der Joker beide Schiffe zerstören. Batman ist gezwungen, unmoralische Entscheidungen zu treffen, um den Joker zu finden. Er missbraucht eine Erfindung von Lucius Fox, um jedes Handy in der Stadt zu einem Sonar-Peilgerät zu machen. Fox kann Batman somit zum Versteck des Jokers führen. Dort muss Batman gegen ein Sondereinsatzkommando der Polizei kämpfen, um zu verhindern, dass unschuldige Menschen erschossen werden, die vom Joker so präpariert wurden, dass man sie für Terroristen halten muss. Dann endlich kann Batman dem Joker gegenübertreten und ihn schnappen. Der Beweis, dass die Menschen nicht besser sind als er selbst, misslingt dem Joker, denn die Leute auf den beiden Fähren betätigen ihre Fernzünder nicht, und Batman weigert sich, den Joker zu töten.

Doch ein letztes As hat der Joker noch im Ärmel. Zwar konnte er Batman nicht zum Mörder machen, aber mit Harvey Dent ist ihm dies gelungen. Dent hat schon einige derjenigen getötet, die für Rachels Tod verantwortlich sind, und ist gerade dabei, Gordons Familie vor dessen Augen zu ermorden. Batman trifft noch rechtzeitig ein, um dies zu verhindern, doch dabei stürzt Two-Face in den Tod. Batman will nicht zulassen, dass der Plan des Jokers aufgeht. Dent muss die Lichtgestalt bleiben, als die die Menschen ihn sehen, damit sie nicht die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verlieren. Deshalb übernimmt er die Verantwortung für Dents Taten, auch wenn das bedeutet, dass er von nun an von der Polizei gejagt wird. Seine Rolle ist nicht die eines Helden - er ist der Dunkle Ritter.

Der Film:

Nach Batman Begins, dem cineastischen Neustart des Batman-Mythos, könnte man "The Dark Knight" als Neuerfindung des Jokers und Entstehungsgeschichte von Two-Face bezeichnen. "The Dark Knight" geht, genau wie "Batman Begins", eigene Wege, d.h. es wird gar nicht erst versucht, an irgend einen der älteren Filme anzuknüpfen oder eine der neueren Graphic Novels nachzuerzählen. So hat dieser Film trotz des ähnlichen Namens denn auch nichts mit Frank Millers "Die Rückkehr des Dunklen Ritters" zu tun. Genau wie in "Batman Begins", an den dieser Film sich unmittelbar anschließt, wurde ein düsterer und zugleich sehr realistischer Ansatz fernab von den manchmal etwas zu bunten und fantasyhaften Szenarien anderer Superhelden-Verfilmungen gewählt, und das passt genau zur Thematik. Hier geht es nicht nur um den Kampf zwischen Gut und Böse; auch die "Guten" müssen immer wieder "Böses" tun, wenn sie ihre Ziele erreichen wollen (so lautet jedenfalls die Botschaft des Films). Batman bemüht sich zwar, Recht und Ordnung in Gotham wiederherzustellen, bringt aber genau das Gegenteil hervor. Ihm ist bewusst, dass es den Joker ohne ihn möglicherweise überhaupt nicht geben würde, und so ist es umso wichtiger, dass die Stadt ihren "Weißen Ritter" (Harvey Dent) bekommt. Für Batman wäre das die Möglichkeit, das Cape an den Nagel zu hängen und ein normales Leben mit Rachel Dawes zu beginnen, die genau das zur Bedingung einer möglichen Beziehung gemacht hat. Dieses Handlungselement ist übrigens nur eines von vielen, die ich in obiger Zusammenfassung gar nicht erwähnt habe - die Geschichte enthält so viele Details, die alle irgendwie miteinander verknüpft sind, dass die Zusammenfassung gut doppelt so lang hätte werden können. Man hätte vielleicht auf die eine oder andere Nebenhandlung verzichten können, denn der Film ist wirklich sehr lang. Insgesamt ist die Laufzeit bei der komplexen, mit mehreren Plot-Twists aufwartenden Story aber angemessen.

Die Besetzung der Hauptrollen ist perfekt. Wie schon im vorherigen Film füllt Christian Bale die Rolle der Hauptfigur hervorragend aus. Batman wird nicht einfach nur als Superheld hingestellt, dessen Rechtschaffenheit ebenso außer Zweifel steht wie die Legitimation seines Handelns. Einer seiner Nachahmer spricht es aus: Worin unterscheidet Batman sich von ihm, d.h. was gibt Batman im Gegensatz zu den Nachahmern das Recht, Selbstjustiz zu üben? Batman bleibt sich und seiner einzigen Regel (niemals töten) zwar treu, aber er erkennt, dass die Menschen mehr brauchen als nur jemanden, der in der Unterwelt aufräumt. Und er weiß, dass er dieser Jemand niemals sein kann. Batman/Bruce Wayne ist natürlich immer noch die zentrale Figur des Films, Harvey Dent hat aber einen mindestens genauso großen Stellenwert. Aaron Eckhart muss sich gemäß seiner Rolle sehr zurücknehmen, denn er soll ja erst recht kein Held sein, sondern ein ganz normaler Bürger. Als Sympathieträger funktioniert er aber gerade deshalb gut, und umso bedrückender ist dann seine Wandlung zu Two-Face. Es wäre übrigens nicht nötig gewesen, seine verbrannte Gesichtshälfte so extrem zu gestalten, weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen. "Normale" Brandwunden hätten vielleicht sogar einen größeren Effekt gehabt als diese übertriebene Verstümmelung.

Weit eindrucksvoller als Batman und Two-Face zusammen ist natürlich der von Heath Ledger nicht nur dargestellte, sondern im wahrsten Sinn des Wortes verkörperte Joker. Dieser Joker ist kein rasender Irrer, kein irreales Monster oder ähnliches, und obwohl ein gewisser Humor nicht zu leugnen ist, bleibt einem das Lachen doch stets im Halse stecken. Der Wahnsinn des Jokers hat Methode, und von der ersten Filmminute an manipuliert er das Geschehen in seinem Sinne. Man erfährt nicht, woher er kommt oder wie er zu dem wurde, was er ist. Es gibt eigentlich keinen anderen Filmschurken, mit dem er verglichen werden kann, denn er strebt weder nach der Weltherrschaft oder Geld, noch will er dem Helden die Freundin ausspannen. Rache oder irgend eine andere Motivation treiben ihn ebenfalls nicht an. Zwei Zitate beschreiben ihn recht gut: Alfred sagt, der Joker sei einer jener Menschen, die einfach nur die Welt brennen sehen wollen. Er selbst sagt, er sei wie ein Hund, der Autos hinterherjagt - er wüsste gar nicht, was er tun sollte, würde er eins erwischen. Der Joker bleibt immer unberechenbar, und obwohl er (genau wie Batman) keine übermenschlichen Superkräfte besitzt, ist er einer der bedrohlichsten "Bad Guys" der Filmgeschichte und ein unvergleichlich würdigerer Gegner als es Scarecrow (der zu Beginn von "The Dark Knight" übrigens etwas gar zu schnell abserviert wird) und Ra's Al Ghul in "Batman Begins" je hätten sein können. Heath Ledgers Verkörperung des entfesselten Nihilisten ist schlicht und ergreifend genial.

Hervorragende Nebendarsteller, knackige Action, beeindruckende Stunts, spektakuläre Spezialeffekte, packende Verfolgungsjagden, tolle Kameraeinstellungen usw. darf man bei einem Budget von über 150 Millionen Dollar erwarten, und wie man so schön sagt, sieht man jeden einzelnen Cent, der hier ausgegeben wurde. Eigentlich gibt es nur eine Kleinigkeit, die mich stört: Wie schon in "Batman Begins" ballert Batman sich rücksichtslos den Weg frei, als er mit seinem Bike hinter dem Joker herjagt. Da fliegen dann schonmal ein paar Autos in die Luft, die ihm dummerweise im Weg stehen. Okay, Batman hatte wohl keine Zeit, sich um Verkehrsregeln zu kümmern. Aber waren diese Zerstörungen wirklich nötig?

Die DVD:

Keine Extras oder andere Besonderheiten.

J. Kreis, 25.05.2009


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