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Contact Contact Special Edition (USA, 1997)

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 12
Laufzeit: ca. 144 Minuten

Extras
3 Audiokommentare, Special Effects, Trailer, Produktionsnotizen (Texttafeln)

Regie:
Robert Zemeckis

Hauptdarsteller:
Jodie Foster (Eleanor "Ellie" Arroway)
William Fichtner (Kent Clark)
Tom Skerritt (David Drumlin)
Matthew McConaughey (Palmer Joss)
John Hurt (S.R. Hadden)




Inhalt:

Ellie Arroway ist seit ihrer Kindheit fasziniert von den Sternen und von der Vorstellung, dass es dort intelligentes Leben geben könnte. Als Erwachsene arbeitet sie deshalb am S.E.T.I. - Programm, dessen Ziel die Suche nach außerirdischen Intelligenzen ist. Sie ist zwar eine angesehene Wissenschaftlerin, aber die Intrigen ihres Kollegen David Drumlin werfen sie immer wieder aus der Bahn. Als er wieder einmal dafür sorgt, dass ihr die Nutzungsrechte für eines der großen Radioteleskope der Erde entzogen werden, ist sie gezwungen, private Geldgeber zu suchen. Ihre letzte Hoffnung ist der exzentrische Milliardär S.R. Hadden, und bei ihm hat sie Glück. Er leidet an unheilbarem Krebs und betrachtet die Finanzierung von Ellies Forschungen als letzten Dienst an der Menschheit. Ellie begegnet Palmer Joss, einem Theologen, der in den folgenden Jahren zu einem Berater des Präsidenten der USA wird.

Ellies jahrelange Forschungen werden schließlich von einem unglaublichen Erfolg gekrönt. Sie empfängt ein Signal, das nicht nur eindeutig außerirdischen Ursprungs ist, sondern auch das Werk intelligenter Wesen sein muss, denn es werden Primzahlen gesendet. Wie es scheint, stammt das Signal von der Wega, und es enthält eine überraschende Botschaft. Offenbar haben die Fremden eines der ersten Fernsehsignale der Menschheit (Hitlers Eröffnungsrede zu den Olympischen Spielen 1936) empfangen und zurückgeschickt, aber das ist nicht alles. Im Signal sind außerdem gewaltige Datenmengen verborgen. Hadden findet den Schlüssel zu den unverständlichen Textseiten und ermöglicht es Ellie, dem Präsidenten die Baupläne für eine Maschine vorzulegen, bei der es sich vermutlich um ein Transportsystem handelt. Wieder einmal gelingt es Drumlin, die Lorbeeren für Ellies Entdeckung einzuheimsen.

Trotz aller Bedenken wird die riesige Maschine schließlich gebaut. Alle Nationen beteiligen sich daran. Ein internationales Gremium soll über die Auswahl des Menschen entscheiden, der mit dem Transportsystem zu den Außerirdischen geschickt werden soll. Zu diesem Gremium gehört Palmer Joss, der sich in Ellie verliebt hat. Er stellt die Frage nach Ellies Glauben. Sie muss zugeben, nicht gläubig zu sein, und fällt deshalb beim Gremium in Ungnade. Man entscheidet sich ausgerechnet für Drumlin, der den Leuten genau das sagt, was sie hören wollen. Joss gesteht Ellie später, dass er diese Frage nur gestellt hat, weil er sie nicht verlieren wollte. Dass religiöse Aspekte bei einem wissenschaftlichen Projekt fehl am Platz sind, zeigt sich, als ein Fanatiker sich in die Transportanlage schmuggelt und einen Selbstmordanschlag verübt. Die ganze Anlage wird zerstört, Drumlin kommt ums Leben.

Aber es gibt noch eine zweite betriebsbereite Anlage auf Hokkaido, die bis jetzt geheim gehalten worden ist. Nun ist Ellie an der Reihe. Der Transport gelingt. Die Kapsel, in der Ellie sitzt, wird durch ein Wurmloch zu einem unbekannten Ort irgendwo im Kosmos geschleudert - die Wega war nur eine Art Relaisstation. Am Ziel angekommen, stellt Ellie fest, dass die Außerirdischen eine Umgebung erschaffen haben, die ihren Wünschen entspricht. Sie treten ihr in Gestalt ihres schon vor Jahren verstorbenen Vaters entgegen, um ihr die Begegnung zu erleichtern. Sie erzählen ihr, dass es viele Zivilisationen im All gibt, und dass sie alle das Transportsystem eines alten, längst verschwundenen Volkes nutzen. Die Menschheit müsse nun weiter lernen und den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung allein machen.

Damit wird Ellie wieder zurückgeschickt. Für sie sind 18 Stunden vergangen, aber auf der Erde geht man von einem Fehlschlag aus, denn die Kapsel war nur für Sekundenbruchteile verschwunden und Ellies Kamera hat nur Rauschen aufgezeichnet. Da Ellie keinen Beweis für ihre Geschichte hat, glaubt ihr niemand. Es wird sogar behauptet, Hadden habe alles nur inszeniert, um die Öffentlichkeit zu täuschen. Dabei wissen die Berater des Präsidenten es eigentlich besser. Denn welche Erklärung gibt es dafür, dass Ellies Kamera zwar Rauschen aufgezeichnet hat - aber nicht nur wenige Sekunden, sondern 18 Stunden lang?

Der Film:

Dass manche Kritiker diesen Film, der auf einem Roman von Carl Sagan basiert, für langweilig halten, kann man zwar verstehen - aber nur, wenn man zugesteht, dass die Eröffnungssequenz (eine mehrere Minuten lange Fahrt durch unser Sonnensystem, die Milchstraße und ferne Bereiche des Kosmos, während der man älter und leiser bzw. weniger werdende Radiosendungen von der Erde hört) Erwartungen auf ein SF-Spektakel mit Reisen ins All, Begegnungen mit Außerirdischen und so weiter weckt. Diese Erwartungen werden nicht erfüllt, denn in diesem Film geht es zwar durchaus um die Suche nach intelligenten Lebensformen im All, aber diese Suche bleibt lange Zeit erstmal ohne Ergebnis. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen stattdessen die Forscher und ihr Kampf gegen die Ignoranz von Menschen ohne Visionen. Zentrale Identifikationsfigur ist natürlich Ellie, von deren Vergangenheit man so einiges erfährt, was für den weiteren Verlauf der Handlung wichtig ist, und die immer wieder Rückschläge wegstecken muss. "Contact" fällt also aus dem üblichen Schema eines SF-Films heraus. Trotzdem (oder gerade deswegen) ist er natürlich SF in Reinform, wenn auch mit realistischen Ansätzen. Und er ist auch ohne außerirdische Eroberer spannend, was nicht zuletzt daran liegt, dass Jodie Foster einfach eine phänomenale Leistung abliefert, wofür der Film ihr auch viel Zeit lässt.

Dass sich alle Nationen an dem immens kostspieligen Bau des Transporters beteiligen, über dessen Funktionsweise man eigentlich bis zuletzt gar nichts weiß - nicht zu Unrecht meint einer der Berater des Präsidenten, das Ding könne auch einer besonders geschickten Invasionsvorbereitung dienen - ist eigentlich unrealistischer als die Annahme, dass es wirklich intelligente Wesen im All geben könnte. Der Film zeigt sehr schön, welche Reaktionen der Beweis für die Existenz außerirdischen intelligenten Lebens haben könnte. Von der Paranoia der Militaristen bis zum religiösen Fanatismus ist alles dabei. Die Aussage des Films (und vermutlich auch des Romans, den ich nicht kenne) ist klar: Mit den Fremden kann man nur in der Sprache der Wissenschaft reden, Glaubensfragen haben dabei nichts verloren. Seltsamerweise kommt der Film am Ende dann doch zu dem Schluss, dass man einfach glauben muss, dann nämlich, als ausgerechnet Palmer Joss Ellies Geschichte glaubt, obwohl sie keine Beweise dafür hat.

Die Reise selbst und die Begegnung mit den Außerirdischen sind sehr schön gelungen, die Spezialeffekte können sich auch 10 Jahre später durchaus noch sehen lassen. Am Ende hält der Film dann also doch noch, was die Eröffnungssequenz verspricht.

Schade eigentlich, dass der Film hauptsächlich wegen eines kleinen Details für Aufsehen gesorgt hat: Bill Clinton, der ja 1997 noch Präsident der USA war, tritt im Film mehrmals auf. Dafür wurden allerdings lediglich Archiv-Aufnahmen verwendet und digital bearbeitet...

Die DVD:

Das Bonusmaterial besteht hauptsächlich aus verschiedenen Audiokommentaren: Jodie Foster, Robert Zemeckis, Ken Ralston und Stephen Rosenbaum (Spezialeffekte) kommen zu Wort. Neben Kinotrailern und zahlreichen Texttafeln mit Produktionsnotizen, Bio- und Filmografien gibt es noch eine knapp fünfminütige Featurette, in der die Entstehung der digitalen Spezialeffekte erläutert und an Beispielen visualisiert wird. Außerdem kann man den Film nur mit der Filmmusik anschauen, d.h. Dialoge und Toneffekte sind dann ausgeblendet. Das Ganze ist... na ja... eher sinnlos, denn in vielen Szenen gibt es gar keine Musik zu hören.

J. Kreis, 18.06.2007
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