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Unheimliche Begegnung der Dritten Art Unheimliche Begegnung der Dritten Art - Collector's Edition (USA, 1977)
- Close Encounters of the Third Kind -

DVD - Regionalcode 2, Columbia Tristar Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 132 Minuten

Extras
Making of, Filmdokumentation, Entfallene Szenen, Trailer, Filmografien (Texttafeln)

Regie:
Steven Spielberg

Hauptdarsteller:
Richard Dreyfuss (Roy Neary)
François Truffaut (Claude Lacombe)
Melinda Dillon (Gillian Guiler)
Teri Garr (Ronnie Neary)




Inhalt:

Die Erde wird seit geraumer Zeit von intelligenten, friedfertigen Lebewesen beobachtet. Schon immer haben die Menschen fliegende Untertassen beobachtet, aber noch nie konnte der Beweis für die Existenz der Außerirdischen bewiesen werden. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts häufen sich jedoch Ereignisse, die nicht mehr ignoriert werden können. Eine Staffel von Jagdflugzeugen, die im Jahre 1945 verschwunden ist, taucht wieder auf. Die Maschinen wirken wie neu, nur die Piloten fehlen. Ein großes Schiff, das im Bermudadreieck verschwunden war, steht plötzlich mitten in der Wüste Gobi. In Indien singen Hunderte von Hindus eine Tonfolge, die aus dem Himmel erklungen sein soll. Als diese Tonfolge per Funk ausgestrahlt wird, werden Antwortsignale unbekannter Herkunft aufgefangen, die bestimmte Koordinaten in den USA bezeichnen. Unter der Leitung des Wissenschaftlers Claude Lacombe werden diese Vorkommnisse untersucht. Es scheint so, als wollten die Außerirdischen die Menschen zu einem Berg namens "Devil's Tower" in Wyoming führen. Da angenommen wird, dass es dort zu einem Kontakt mit den Fremden kommen wird, veranlasst die Regierung, dass die gesamte Gegend unter dem Vorwand eines Giftgasunfalls (den es nie gegeben hat) evakuiert wird.

Allerdings bleibt die Ankunft der Außerirdischen auch den "normalen Menschen" nicht verborgen, denn sie beschränken sich nicht darauf, Objekte zurückzubringen, die sie vermutlich zu Forschungszwecken entführt haben. Ihre bunt leuchtenden Fahrzeuge sind immer wieder am Nachthimmel zu sehen und lösen eine wahre UFO-Hysterie aus. Zu den Personen, die an die Existenz der Außerirdischen glauben, gehören Jillian Guiler und Roy Neary. Jillians kleiner Sohn wird sogar von den Außerirdischen entführt. Beide sind wie besessen von ein und derselben Vision (die sie mit vielen anderen Menschen teilen): Sie verspüren den unwiderstehlichen Drang, nach einem bestimmten Objekt zu suchen. Roys Ehe geht aufgrund seiner Besessenheit in die Brüche. Dann findet er zufällig heraus, dass es sich bei dem gesuchten Objekt um den Berg "Devil's Tower" handelt, und macht sich sofort auf den Weg dorthin. Die Nachricht über das angebliche Giftgasunglück hält ihn nicht auf. Unterwegs begegnet er Jillian, die das gleiche Ziel hat.

Roy und Jillian werden vom Militär abgefangen und verhört. Sie sind nicht die einzigen, die dem Ruf der Außerirdischen gefolgt sind - und diese Tatsache ist für den ebenfalls anwesenden Lacombe der Beweis dafür, dass es sich um eine Einladung an genau diese Menschen gehandelt haben muss. Gegen die Militärs kann er jedoch nichts ausrichten. Roy und Jillian fliehen, erklimmen "Devil's Tower" und entdecken ein Forschungscamp, in dem schon Vorbereitungen für die erwartete Ankunft der Außerirdischen getroffen werden. In der Nacht erscheinen tatsächlich zunächst einige kleinere Raumschiffe. Mit der bekannten Tonfolge und dazu passenden Lichtsignalen gelingt eine Art Verständigung. Daraufhin erscheint das gigantische UFO-Mutterschiff. Ihm entsteigen zunächst die nicht gealterten Besatzungen der kürzlich aufgetauchten Flugzeuge, auch Jillians Sohn ist wieder da. Dann zeigen die humanoiden, aber doch sehr fremd aussehenden Außerirdischen sich den staunenden Forschern. Lacombe veranlasst, dass Roy in ein Team aufgenommen wird, das sich ins UFO-Mutterschiff begeben soll. Die Außerirdischen gewähren allerdings nur Roy den Zutritt. Wenig später hebt das Schiff ab und verschwindet im All...

Der Film:

Ich lese immer wieder, der Film sei "kitschig", "rührselig" oder gar "langweilig". Außerdem werden die zugegebenermaßen recht altbacken wirkenden Spezialeffekte bemängelt. Klar - wer vom CGI-Overkill solcher Filme wie Star Wars Episode III nicht genug kriegen kann, der wird von diesem Film enttäuscht sein. Ich persönlich finde ja, dass die UFOs sehr überzeugend aussehen, und dass das riesige Muterschiff durchaus beeindruckend wirkt. Aber dieser Film gehört einfach nicht in die Rubrik "Spezialeffekt-Überwältigungskino", so dass es unpassend ist, ihm den scheinbaren Mangel an Effekten vorzuwerfen. Dass der Film eine gewisse Spielberg'sche Kitschigkeit enthält, ist unbestritten. Das liegt aber ganz einfach am Grundthema, nämlich der friedlichen Kontaktaufnahme mit intelligenten Außerirdischen. Da ist halt kein Raum für finstere Bösewichte oder bedrohliche Welteroberungs-Szenarios. Es gibt in diesem Film praktisch keine Gewalt, es wird nicht geschossen, es werden keine halbnackten Blondinen von schleimigen Monstern verspeist. Nur die Machenschaften des Militärs und Roy Nearys vielleicht etwas allzu übertrieben dargestellte Besessenheit könnten als Actionszenen durchgehen. Für wen das langweilig ist, tja, der sollte lieber eine andere DVD ins Laufwerk legen.

Der Film vermittelt sehr gut jenen "Sense of Wonder", den man bei enstprechender Veranlagung verspüren mag, wenn man in einer sternklaren, stillen Nacht den Himmel betrachtet und sich in ferne Welten träumt. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass "normale" Menschen im Zentrum der Ereignisse stehen, und keine heldenhaften Kämpfer oder superschlauen Wissenschaftler. Quasireligiöse Untertöne sind natürlich nicht zu übersehen (im wahrsten Sinne des Wortes "erleuchtete" Propheten, denen keiner glauben will, Erlösung durch engelhafte Lichtgestalten usw.) und der Film spricht vielleicht eher die UFO-Gläubigen an (oder die "Agnostiker", zu denen ich mich zählen würde), aber auf dieser Ebene "funktioniert" er perfekt und wird zu Recht zu den Klassikern des SF-Genres gezählt, die man einfach gesehen haben muss. Es sei auch angemerkt, dass er die Kern-Elemente von "Akte X" vorwegnimmt - 15 Jahre vor dieser Serie.

Die Collector's Edition enthält nicht die ursprüngliche Kinoversion des Films und auch nicht die danach erschienene "neue Version", die auch eine Szene im Inneren des UFO-Mutterschiffs enthält, dafür aber um andere Szenen gekürzt wurde. Es handelt sich vielmehr um den "Director's Cut". In dieser Version sind die meisten gekürzten Szenen wieder enthalten, aber die Szene im Schiffsinneren fehlt. Diese Szene ist jedoch im Bonusmaterial zu finden. Wegen der neuen Szenen wurde der Film komplett neu synchronisiert, und diese Synchronisation ist... nun... gewöhnungsbedürftig. Auch für Leute, die die ursprünglichen Synchronstimmen nicht kennen, dürften die deutschen Dialoge lustlos und unpassend klingen.

Die DVD:

Hauptbestandteil des Bonusmaterials ist eine ca. 100 Minuten lange Dokumentation aus dem Jahre 1997, die die Bezeichnung "Making of" wirklich verdient, obwohl man von den eigentlichen Dreharbeiten, der Entstehung der Spezialeffekte usw. eigentlich gar nicht so viel zu sehen bekommt. Es handelt sich zwar hauptsächlich um Interviews, aber die sind sehr interessant - jede Phase des Produktionsprozesses wird behandelt. Spielberg, Dreyfuss und andere Beteiligte (z.B. auch der inzwischen erwachsene Darsteller des kleinen Jungen) geben außerdem so manche Anekdote zum Besten. Eher kurios ist eine nur wenige Minuten lange Featurette aus dem Jahre 1977, die damals vermutlich als Werbung für den Film gedacht war. Als Dokumentation geht sie jedenfalls nicht durch.

Dann gibt es noch eine ganze Reihe nicht verwendeter Szenen zu sehen. Die meisten sind nicht besonders interessant und hätten den Film nur unnötig verlängert. Unter anderem sieht man Roy Neary bei der Arbeit nach dem Stromausfall (er ist Elektriker) und auf einer Polizeiwache, wo er offenbar gerade seine erste Begegnung mit den UFOs zu Protokoll gegeben hat. Die letzte dieser Szenen zeigt, wie er das Raumschiff betritt, und wie es im Inneren aussieht. Man kann sich darüber streiten, ob diese Szene zu Recht wieder aus dem Film herausgeschnitten wurde (in der ursprünglichen Version war sie wie oben schon erwähnt auch nicht vorhanden). Steven Spielberg sagt im Making of selbst, dass er mit dieser Szene nicht glücklich ist, weil sie das Geheimnisvolle der Außerirdischen zerstört. Ich sehe es genauso.

J. Kreis, 16.06.2007
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