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Der City Hai Der City Hai (USA, 1986)
- Raw Deal -

DVD - Regionalcode 2, Kinowelt Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras
Kinotrailer

Regie:
John Irvin

Hauptdarsteller:
Arnold Schwarzenegger (Mark Kaminsky)
Darren McGavin (Harry Shannon)
Sam Wanamaker (Luigi Patrovita)
Paul Shenar (Paulo Rocca)
Steven Hill (Martin Lamanski)
Robert Davi (Max Keller)
Kathryn Harrold (Monique)




Inhalt:

Das FBI versucht seit geraumer Zeit, dem Chicagoer Mafiaboss Luigi Patrovita das Handwerk zu legen, aber dessen Organisation ist zu mächtig und hat obendrein mindestens einen geschmierten hochrangigen Helfer bei den Polizeibehörden. Eines Tages ermorden Patrovitas Killer einen wichtigen Informanten des FBI sowie die Agenten, die ihn bewachen sollten. Unter den Toten ist auch der Sohn von Chief Harry Shannon, der Rache schwört und nun auch zu nicht ganz legalen Mitteln greift, um Patrovita endlich zur Strecke bringen zu können. So reaktiviert er den Ex-FBI-Agenten Mark Kaminsky, der den Dienst quittieren musste, um einem Strafverfahren zu entgehen - er hatte einem Verdächtigen jeden einzelnen Knochen im Leib gebrochen. Kaminsky soll Patrovitas Organisation infiltrieren, die undichte Stelle finden und im Optimalfall den ganzen Clan zerschlagen. Niemand außer Shannon soll über diese inoffizielle Aktion informiert werden, aber im Erfolgsfall will Shannon sich dafür einsetzen, dass Kaminsky wieder beim FBI eingestellt wird. Kaminsky ist nur zu gern bereit, dieses Angebot anzunehmen, denn er versauert seit fünf Jahren als Sheriff in der Provinz und aus dem gleichen Grund ist seine Ehe in Gefahr.

Kaminsky inszeniert zunächst seinen eigenen Tod. Unter dem Namen "Joseph P. Brenner" beginnt er damit, die Chicagoer Unterwelt aufzumischen, um die Aufmerksamkeit Paulo Roccas (Patrovitas rechte Hand) auf sich zu lenken. Er konzentriert seine Aktionen auf Patrovitas Konkurrenten Martin Lamanski und gewinnt dadurch allmählich das Vertrauen der Mafiabosse. Nur Max Keller, einer von Roccas Schergen, bleibt misstrauisch. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Kaminsky alias Brenner ein Verhältnis mit Kellers Freundin Monique anfängt, die ihn eigentlich hätte ausspionieren sollen. Während er gezwungenermaßen bei einigen Aktionen mit "Brenner" zusammenarbeitet, sammelt Keller insgeheim Informationen über seinen neuen Partner. Derweil plant Patrovita einen großen Coup. Es ist dem FBI gelungen, mehrere Millionen Dollar und große Mengen an Rauschgift zu beschlagnahmen. Beides gehörte Patrovitas Clan, und der Mafiaboss setzt nun alles daran, es zurückzugewinnen. Durch einen von Kaminsky entwickelten Plan gelingt ihm das tatsächlich. Das Geld und der Stoff werden in einer spektakulären Aktion direkt aus einem Chicagoer Polizeirevier geraubt. Inzwischen hat Keller jedoch herausgefunden, wer "Brenner" wirklich ist und was er vorhat.

Noch ahnt Kaminsky davon nichts, als Keller ihn zu einem Spezialauftrag mitnimmt. Er soll einen Polizisten erschießen - und der ist niemand anderer als Chief Shannon. Natürlich schießt Kaminsky nicht auf ihn, sondern schaltet Keller und einen weiteren Killer aus, aber auch Shannon wird schwer verwundet. Kaminsky muss ihn liegen lassen, da er niemals erklären könnte, was gerade geschehen ist. Monique hilft ihm bei der Flucht. Kaminsky dringt schwer bewaffnet in ein Versteck ein, wo Patrovitas Leute Geld und Koks bewachen, und metzelt alle Gangster nieder. Nachdem er sich für immer von Monique verabschiedet hat (was der guten Frau durch 250.000 Dollar aus dem Mafiageld versüßt wird), stattet Kaminsky Patrovita und dessen engerem Kreis einen Besuch ab. Erneut lässt er niemanden am Leben. Auch der hochrangige Informant der Mafia muss dran glauben - und das ist niemand anderer als eben jener Staatsanwalt, dem Kaminsky seine Strafversetzung zu verdanken hat. Da er Jahre mühevoller Polizeiarbeit in wenigen Stunden erledigt hat, erhält Kaminsky seinen Job beim FBI zurück. Auch das Familienleben renkt sich wieder ein: Bald wird Kaminsky Vater werden. Mit der Nachricht, dass er einen Paten für das Kind braucht, bringt er sogar den gelähmt im Rollstuhl sitzenden Shannon wieder auf die Beine.

Der Film:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Arnold Schwarzenegger oder Regisseur John Irvin diesen Film für einen Höhepunkt ihres Werkes halten. Was wie ein zwar etwas blutrünstiger und sehr klischeehafter, ansonsten aber solider Copthriller anfängt, entwickelt sich am Schluss zu einem inhaltsleeren und obendrein zynischen Selbstjustiz-Gemetzel. Auch sonst gibt es mehr als genug Kritikpunkte, denn irgendwie kommt der Film nie richtig in Gang und besteht aus nur halbwegs zusammenpassenden Fragmenten, die insgesamt keine spannende Geschichte ergeben. Bis zu seinem geradezu irrealen Alleingang im Finale hat der auch mit gegeltem Haupthaar nicht besser als sonst aussehende Arnold Schwarzenegger nur relativ wenig zu tun; seine Widersacher haben sogar fast mehr Bildschirmzeit und spielen ihn glatt an die Wand. Und das, obwohl alle Figuren derart stereotyp-platt gezeichnet sind, dass es schon fast weh tut. Von den unsagbar dämlichen Macho-Dialogen mal ganz zu schweigen!

Kaminsky (und wohl auch sein Freund Shannon) scheren sich nicht um Recht und Gesetz. Während man bei Shannon noch akzeptieren kann, dass es ihm um Rache für seinen Sohn geht, darf man sich in Kaminskys Fall fragen, warum er wohl glaubt, durch Massenmord eine Eintrittskarte zum FBI zu erhalten. Dass er die dann tatsächlich erhält, setzt dem Ganzen natürlich die Krone auf. Die Selbstverständlichkeit, mit der das geschieht, möchte ich mal als Schwäche des Drehbuchs bezeichnen. Ich kann jedenfalls nur hoffen, dass das keine Absicht war...

Story und Schauspieler kann man getrost vergessen. Wäre wenigstens die Action gut gemacht oder zumindest glaubwürdig! Wenn Kaminsky da einhändig feuernd mit einem Auto zu den Klängen von "I can't get no Satisfaction" durch eine Kiesgrube fährt und einen bösen Buben nach dem anderen bereits mit dem jeweils ersten Schuss umnietet, während die Geschossgarben der Übeltäter ihn wie durch ein Wunder stets verfehlen, dann könnte man das fast für Selbstironie halten. Tatsächlich ist aber alles bitter Ernst gemeint. Die Bösewichte - bzw. die Stuntmen - haben nichts anderes zu tun, als in der Gegend herumzustehen und darauf zu warten, dass sie von Kaminsky getroffen werden, um sich dann schön schütteln und in "zufällig" hinter ihnen stehende Kartons werfen zu können. All das sieht derart billig aus, dass einem selbst der Spaß am zünftigen Shootout sehr schnell vergeht.

Die DVD:

Zur DVD gibt's nichts weiter zu sagen. Der Film ist trotz seiner 16-er Freigabe tatsächlich ungeschnitten, es gibt auch keinen Unterschied zur älteren DVD-Auflage, die ein anderes Cover hat.

J. Kreis, 21.02.2009


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