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Bloody Marie Bloody Marie - Eine Frau mit Biss (USA, 1992)
- Innocent Blood -

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 18
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras
Keine

Regie:
John Landis

Hauptdarsteller:
Anne Parillaud (Marie)
Anthony LaPaglia (Joe Gennaro)
Robert Loggia ("Sallie" Marcelli)




Inhalt:

Die Vampirin Marie lebt streng nach selbst auferlegten Regeln. So tötet sie nicht wahllos, sondern sucht sich nur Opfer aus, die den Tod ihrer Meinung nach verdient haben. Außerdem spielt sie niemals mit dem Essen und räumt nach jedem Mahl ordentlich auf, was bedeutet, dass sie das Zentralnervensystem der Leichen vom Körper trennt, damit die Toten nicht als Vampire auferstehen. Mit anderen Worten: Sie schießt ihren Opfern die Köpfe mit einer Schrotflinte weg. Als Marie von einem Bandenkrieg erfährt, beschließt sie, mal etwas italienisches zu essen. Die Polizei soll glauben, ihre Snacks seien dem Bandenkrieg zum Opfer gefallen. Dummerweise sucht Marie sich ausgerechnet den brutalen Mafiaboss Sal Marcelli aus. Sie trinkt zwar sein Blut, doch leider stinkt der Mann furchtbar nach Knoblauch, außerdem hat er eine Pistole griffbereit und ein Leibwächter ist auch nicht weit. Marie muss fliehen, bevor sie ihr Werk vollenden kann. Sal wird zwar für tot erklärt, steht aber zur Überraschung von Polizei und Presse nach kurzer Zeit als Vampir wieder auf.

Ein untoter, mit übermenschlichen Kräften ausgestatteter Mafiaboss ist mehr, als die Stadt verkraften kann. Nachdem Sal erst einmal erkannt hat, was mit ihm geschehen ist, lässt er das Gleiche umgehend seinen Untergebenen angedeihen. Er plant, eine Armee von Vampiren aufzustellen und mit deren Hilfe die anderen Verbrechersyndikate zu vernichten. Marie kann das nicht zulassen. Sal und all seine Kreaturen müssen vernichtet werden. Allein kann sie das nicht schaffen, aber es gibt noch jemanden, der Sal jagt. Der Undercover-Polizist Joe Gennaro hat Jahre in Sals Organisation verbracht, um ihn eines Tages zur Strecke bringen zu können. Jetzt muss er sich mit Marie verbünden, deren vampirische Existenz er nur allmählich akzeptiert. Allerdings kann er den Verführungskünsten der Schönen, die in Bezug auf ihre Liebhaber genauso wählerisch ist wie bei ihren Mahlzeiten, nicht lange widerstehen.

Mit Joes Insider-Informationen gelingt es den beiden, Sal in dessen Versteck aufzuspüren. Gemeinsam räumen sie unter den neu rekrutierten Vampiren auf, bis nur noch Sal übrig ist. Der Mafiaboss versucht zu fliehen, verursacht aber einen Verkehrsunfall, bei dem er selbst natürlich nicht zu Schaden kommt. Joe setzt das ausgelaufene Benzin in Brand. Sal übersteht jedoch auch das Feuer und schwadroniert über seine Welteroberungspläne, doch dem setzt Joe mit einem gezielten Kopfschuß ein Ende. Jetzt will Marie, die keine Menschen mehr töten möchte, sich den Sonnenaufgang ansehen. Joe verhindert das, indem er ihr gesteht, dass er sie liebt und mit ihr zusammenleben möchte. Wie lange er das bei Maries Appetit wohl überleben wird?

Der Film:

Dies ist einer der ersten "modernen" Vampirfilme, in denen es nicht mehr um capetragende Vampir-Finsterlinge in düsteren Schlössern geht und in denen man die typische makabre "Vampir-Romantik" nicht findet. Allerdings ist er nicht der erste Film dieser Art, spontan fällt mir da noch "Near Dark" von 1987 ein. Die Mischung aus Mafiakrimi, Komödie, Liebesfilm und echten Horror-Elementen mag etwas gewöhnungsbedürftig sein, insgesamt ist der Film aber ganz unterhaltsam. Was nicht zuletzt an der bezaubernden Hauptdarstellerin liegt, die blitzartig vom schüchtern-naiven Mädchen auf kämpferisches und furchteinflößendes Raubtier umschalten kann. Auch Robert Loggia als fieser Mafioso kann sich sehen lassen. Mir scheint, er hatte Spaß daran, den leicht durchgeknallten Vampir zu spielen. Er wirkt selbst ohne verfremdete Augen und blutverschmierten Mund weit bedrohlicher als so mancher Film-Dracula mit spitzen Zähnen. Die Szenen kurz nach seiner Verwandlung sind richtig schön eklig...

Als Horrorkomödie funktioniert der Film nicht annähernd so gut wie American Werewolf, den John Landis gut 10 Jahre früher gedreht hat. Die Story ist außerdem ziemlich dünn, ich musste mich schon anstrengen, drei Absätze für die Inhaltsangabe zusammenzubringen. Dass man nichts über Maries Herkunft und Vergangenheit erfährt, finde ich besonders schade. Aber was soll's, vielleicht macht ja gerade das den Reiz dieser Figur aus. Außerdem hat der Film durchaus seine guten Momente. Dazu gehören auch die vielen witzigen Cameo-Auftritte bekannter Personen. Die beste dieser Szenen zeigt Frank Oz als Pathologen, der dem wiederauferstandenen Sal hinterherläuft. Man sieht auch Tom Savini (als Reporter), Dario Argento (Sanitäter, der Sals Anwalt abholt), Forrest J. Ackerman und Alfred Hitchcock (die beiden alten Herren, denen Sal das Auto klaut) und Sam Raimi (der Typ im Kühlhaus). Die etwas bizarre Szene, in der Sals Anwalt nach einem zwar kurzen, für Vampire aber tödlichen Sonnenbad allmählich verglüht, und in der scheinbar die ganze weibliche Belegschaft des Krankenhauses zum Kreischen vorbeikommt, hat mich sogar richtig zum Lachen gebracht.

Das führt mich zu den Spezialeffekten: Die Arbeit der Maskenbildner kann man nur als sehr gelungen bezeichnen. Interessant fand ich auch die "Augen-Effekte": Man sieht ganz aus der Nähe, wie die Augen der Vampire sich verändern und zu glühen beginnen. Beim Schäferstündchen mit Joe durchlaufen Maries Augen gleich das ganze Farbspektrum. A propos "Schäferstündchen": Was man von dieser Bondage-Szene halten soll, bzw. welches Licht sie auf den Regisseur wirft, will ich gar nicht wissen!

Die DVD:

Die DVD enthält zwar keine Extras, dafür aber die ungeschnittene Version des Films. Die Schnitte machen insgesamt nur ca. eine Minute aus. Die neuen Szenen liegen nur in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln vor.

J. Kreis, 01.02.2007
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