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Bloodsuckers Bloodsuckers (Kanada 2004)

DVD - Regionalcode 2, e-m-s
FSK: 18
Laufzeit: ca. 95 Minuten

Extras
Making of, Trailer

Regie:
Matthew Hastings

Hauptdarsteller:
Dominic Zamprogna (Damian Underwood)
Natassia Malthe (Quintana)
Joe Lando (Captain Nicholas Churchill)
Leanna Adachi (Rosa Wong)
Aaron Pearl (Roman Kuchinsky)
A. J. Cook (Fiona Kennedy)
Michael Ironside (Muco)




Inhalt:

Im 23. Jahrhundert sind praktisch alle Rohstoffe der Erde aufgebraucht. Die Menschen weiten die Ressourcenbeschaffung deshalb auf Planeten außerhalb des Sonnensystems aus. Dort leben allerdings schon zahlreiche intelligente Spezies - und dummerweise sind die meisten davon Vampire, Menschenfresser und sonstige unangenehme Zeitgenossen. Wenn eine Bergbauwelt erschlossen werden soll, der schon von den Vorhees, den Leatherfaces oder anderen Vampir-Stämmen bevölkert ist, oder wenn die Vampire wieder einmal einen von Menschen besiedelten Planeten überfallen, dann greifen die Söldner der "Vampire Sanitation" (kurz: V-SAN) ein. Diese Leute haben den übelsten Job der Galaxis. Sie müssen sich in kleinen Teams mit ganzen Horden von Blutsaugern herumschlagen, denn es gibt weitaus mehr Vampire in der Galaxis als Menschen.

Die von Captain Churchill kommandierte Crew der HEIRONYMUS ist ein solches V-SAN-Team. Neuestes Teammitglied und stellvertretender Kommandant ist Damian Underwood, ein junger Soldat, der aufgrund eines Dienstvergehens (das er, wie sich später herausstellt, gar nicht zu verantworten hat) zur HEIRONYMUS strafversetzt worden ist. Einer der ersten Einsätze, in denen Underwood widerwillig mitmischt, ist eine Rettungsaktion. Die HEIRONYMUS fängt den Notruf der jungen Wissenschaftlerin Fiona Kennedy auf und fliegt den Planeten an, auf dem die Frau festsitzt. Dort wird der viel zu draufgängerisch vorgehende Captain Churchill von Leatherfaces getötet. Die Crew gibt Underwood die Schuld daran. Er hat deshalb alle Mühe, die Mannschaft bei der Stange zu halten, nachdem Fiona Kennedy auf einer Raumstation abgesetzt wurde. Nur Quintana, eine Halb-Vampirin, die zu V-SAN gehört, steht zu ihm.

Doch wenig später trifft ein neuer Notruf ein: Auch die Raumstation, von der die HEIRONYMUS gerade abgeflogen ist, wird von Vampiren angegriffen. Underwood stellt fest, dass das automatische Verteidigungssystem lahmgelegt wurde - genau das gleiche ist auf dem Planeten geschehen, auf dem Fiona gerettet worden ist. Underwood zieht den richtigen Schluß: Fiona hat das Verteidigungssystem abgeschaltet. Tatsächlich gehört sie zu einer Gruppe von Aktivisten, die mit dem Vampir Muco paktieren. Die Aktivisten meinen, die Menschen hätten kein Recht, die Vampire zu verdrängen. Muco will seinerseits von den Menschen lernen, um sie anschließend unterwerfen und massakrieren zu können. Denn die Vampirvölker sind zwar in der Überzahl, aber sie sind schlecht organisiert und ihnen fehlt die "menschliche Genialität".

Nachdem die Crew der HEIRONYMUS sich wieder zusammengerauft hat, wird Mucos Schiff bis zu dessen Stützpunktwelt verfolgt. Dort gehen Underwood und seine Leute allerdings den Vampiren in die Falle. Diese wurde ihnen von Captain Churchill gestellt, denn der ist gar nicht tot, sondern wurde in einen Vampir transformiert. Churchill will Underwood töten, um Muco seine Loyalität zu beweisen. Als Fiona versucht, das zu verhindern, wird sie von Muco erschossen. Daraufhin stellen die anderen Aktivisten sich auf die Seite der Menschen. Sie befreien Underwoods Crew und mischen die Vampire auf. Zu guter Letzt gibt Underwood seinem ehemaligen Captain den Todesstoß. Auf zu neuen Vampire-Sanitation-Missionen!

Der Film:

Wenn man berücksichtigt, dass "Bloodsuckers" eine Low-Budget-TV-Produktion für den Sender "Scifi-Channel" ist, dann kann man nur sagen: Hut ab! Schon gleich zu Anfang bekommt man Dinge zu sehen, die für einen Fernsehfilm zumindest ungewöhnlich sind. V-SAN durchsucht eine von Vampiren buchstäblich zerlegte Siedlung, und da sieht man dann abgerissene Gliedmaßen, freiliegende Brustkörbe, zerfleischte Eingeweide und dergleichen mehr. Bei der anschließenden Vampirhatz spritzt das Blut wie aus Gartenschläuchen durch die Gegend. Recht schnell wird dann zweierlei klar: 1.: Man hat es nicht mit einem "klassischen" Vampirfilm zu tun. V-SAN bekämpft lediglich irgendwelche Außerirdischen, die sich zufällig von Blut und Menschenfleisch ernähren. "Richtige" Vampire sind das nicht. 2.: "Bloodsuckers" ist nicht ganz ernst gemeint, die Gewaltszenen werden durch einen gehörigen Schuß Selbstironie entschärft. Den Vampiren schmeckt Vegetarierblut nicht, die einzelnen Vampir-Rassen haben Namen, die als Anspielung auf Horrorfilme gemeint sind und so weiter... Wenn Fionas Aktivisten (eine Art Greenpeace für Vampire, wie ein Schauspieler im "Making of" treffend sagt) die Rücksichtslosigkeit der Menschen verurteilen, mit der diese gegen die Vampire vorgehen, klingt allerdings sogar ein ganz klein wenig Sozialkritik an.

Natürlich hat der Film auch gravierende Schwächen. Vor allem ist nur eine ganz rudimentäre Handlung vorhanden. Nach dem furiosen Anfang versandet die Spannung ein wenig, der Mittelteil hat einige Längen. Die Aufarbeitung der schwierigen Beziehungen innnerhalb Underwoods Crew ist zwar durchaus überzeugend, aber dieser Teil ist nicht tragfähig genug - man wartet eigentlich nur die ganze Zeit darauf, dass es wieder zu einem neuen Kampf gegen Vampire kommt. Irgendwie erinnert mich dieser Teil des Films ein wenig an die Serie Firefly - überhaupt könnte man auf die Idee kommen, "Bloodsuckers" sei als Pilotfilm für eine Serie gedacht gewesen, denn es werden immer wieder Dinge angedeutet, die nicht richtig ausgearbeitet werden.

Die Spezialeffekte sind zwar zum größten Teil ganz gut gelungen (die Vampire und ihre Opfer finde ich sogar richtig klasse), aber es gibt auch die eine oder andere Szene, in der das Mini-Budget klar zu Tage tritt - vom billigen Set-Design der Raumschiffs-Interieurs gar nicht zu reden. Und dieser komische Vampir-Wurm, der von Quintana befragt wird, ist sogar für einen Lacher gut: Man erkennt überdeutlich, dass der nichts anderes ist als eine Hand in einer Art Handschuh. Es gibt auch ein paar Logik-Bugs oder zumindest offene Fragen. Wovon zum Beispiel ernähren die Vampire sich denn eigentlich sonst, wo es doch angeblich x-mal mehr von ihnen gibt als Menschen? Und warum schaffen sie es immer wieder, ganze Kolonien auszuradieren, wenn vier Leutchen hinterher kein Problem damit haben, sie zu besiegen?

Aber was soll's - Spaß macht der Film irgendwie trotz allem. Gut gefallen haben mir auch die Schauspieler, die alle offensichtlich mit viel Verve bei der Sache waren. Natassia Malthe macht als Quintana im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Figur und Dominic Zamprogna spielt den Damian Underwood recht glaubwürdig. Nur Leanna Adachi als Rosa Wong nervt ein wenig, was aber auch an der deutschen Synchronstimme liegen kann.

Die DVD:

Das so genannte "Making of" läuft nur ca. 15 Minuten lang und enthält so gut wie keine Informationen über die Entstehung des Films. Es besteht hauptsächlich aus nicht synchronisierten und nicht untertitelten Interviews mit dem Regisseur und den Schauspielern. Die Schauspieler stellen ihre Sicht der von ihnen verkörperten Figuren dar und lobpreisen den Regisseur. Dieser freut sich sichtlich über seine eigene Arbeit. Dazu werden immer wieder mal kurze, unkommentierte Szenen von den Dreharbeiten gezeigt. Die ermöglichen immerhin einen näheren Blick auf die gelungenen Gore-Effekte.

J. Kreis, 09.11.2006
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