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Der Blob Der Blob (USA, 1988)
- The Blob -

DVD - Regionalcode 2, Columbia Tristar Home Entertainment
FSK: 18
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras
Trailer

Regie:
Chuck Russell

Hauptdarsteller:
Kevin Dillon (Brian Flagg)
Shawnee Smith (Meg Penny)
Donovan Leitch (Paul Taylor)
Jeffrey DeMunn (Sheriff Herb Geller)
Candy Clark (Fran Hewitt)
Del Close (Reverend Meeker)
Joe Seneca (Dr. Meddows)




Inhalt:

Im Kleinstädtchen Arborville, Colorado, geht alles seinen geregelten Gang: Man bereitet sich auf die nahende Wintersportsaison vor, die Helden des Schul-Footballteams verabreden sich mit ihren Cheerleader-Freundinnen und die Kinder freuen sich auf den Kinostart des neuesten Horrorfilms. Eines Nachts beobachtet ein alter Mann, der am Stadtrand Getränkedosen sammelt, wie ein Meteorit niedergeht. Als er sich dem Einschlagkrater nähert, wird er von einem formlosen Wesen angefallen, einem kleinen Gallertklumpen, der seine Hand überzieht und ihm so schreckliche Schmerzen zufügt, dass er panisch durch den Wald läuft und versucht, sich die eigene Hand mit einer Axt abzuhacken. Brian Flagg, ein rebellischer junger Mann von der lokalen Highschool, der in der Nähe sein Motorrad repariert, hindert den Alten daran, sich selbst zu verstümmeln. Der Mann flieht weiter, verfolgt von Flagg, und läuft genau vor das Auto Paul Taylors, der seine Freundin Meg Penny ausführen wollte. Paul und Meg bringen den alten Mann ins Krankenhaus. Flagg nehmen sie mit, da sie annehmen, dass er verantwortlich für den Zustand des Mannes ist. Da man sich im Krankenhaus kaum für den neuen Patienten und erst recht nicht für den Grund seines Unwohlseins interessiert, macht Flagg sich umgehend aus dem Staub. Paul und Meg bleiben, um den unvermeidlichen Papierkram zu erledigen. Zunächst bemerkt niemand, dass das Schleimwesen sich über den ganzen Körper des Alten ausbreitet und diesen zerfrisst, wobei es selbst wächst. Paul, der nachsehen will, wie es dem Mann geht, ist das nächste Opfer. Auch er wird in Sekundenschnelle zersetzt. Zurück bleibt nur sein Arm, der nicht von der Gallertmasse bedeckt war und an dem die völlig geschockte Meg ihn herausziehen wollte. Das Wesen - der Blob - verschwindet in der Kanalisation.

Da Flagg zu den üblichen Verdächtigen gehört und sowieso irgendwie in den Fall verstrickt zu sein scheint, lässt Sheriff Geller ihn verhaften. Er muss ihn aber bald wieder laufen lassen. Meg erntet mit ihrer Geschichte nur Unglauben und begibt sich heimlich auf die Suche nach Flagg, um sich von ihm bestätigen zu lassen, dass sie nicht wahnsinnig ist. Derweil sucht der Blob sich weitere Opfer, deren Körpersubstanz er absorbieren kann, wodurch er immer weiter wächst. Er überfällt auch das Restaurant, in dem Flagg und Meg gerade über den grausigen Vorfall im Krankenhaus sprechen. Sie sehen, wie der Blob einen Menschen durch den Abfluss eines Waschbeckens zieht, während er ihn gleichzeitig auflöst, und geraten selbst in Lebensgefahr. Sie fliehen in den Kühlraum des Restaurants. Dorthin folgt ihnen der Blob nicht, da er die Kälte nicht erträgt. Wenig später wird die Stadt von einem militärisch-wissenschaftlichen Eingreiftrupp abgeriegelt. Ein gewisser Dr. Meddows behauptet, durch den Meteoriteneinschlag seien gefährliche Bakterien verbreitet worden. Diese Geschichte erzählt man auch der Stadtbevölkerung. Während Meg sich den Quarantänemaßnahmen unterwirft, setzt Flagg sich ab. Er belauscht Meddows und erfährt die Wahrheit: Der Meteorit war ein Forschungssatellit, und der Bolb ist ein infolge kosmischer Strahlung mutiertes Produkt der Biowaffenforschung. Meddows will den Blob um jeden Preis lebend fangen - die Stadtbevölkerung betrachtet er als entbehrliche Opfer.

Flagg wird entdeckt, kann aber fliehen. Er eilt zurück in die Stadt, wo auch Meg sich inzwischen selbständig gemacht hat. Sie hat erfahren, dass ihr Bruder in einem vom Blob heimgesuchten Kino gefangen ist. Meg, ihr Bruder und Flagg werden schließlich in der Kanalisation vom Blob verfolgt. Sie können nicht hinaus, denn Meddows betrachtet das Kanalsystem als ideale Falle für den Blob und lässt alle Einstiegsschächte versiegeln. Flagg, der ohnehin ein Problem mit jeglicher Autorität hat, schnappt sich den Raketenwerfer eines in der Kanalisation verbliebenen Soldaten und schießt sich den Weg frei. Dann verkündet er öffentlich die Wahrheit, die prompt dadurch bestätigt wird, dass Meddows Flagg erschießen will, dann aber dem Blob zum Opfer fällt. Die Soldaten versuchen nun, das für Kugeln völlig unempfindliche und zu gewaltigen Dimensionen angeschwollene Gallertwesen zu sprengen, erwecken dadurch aber nur seinen Zorn. Es bricht aus der Kanalisation aus und verbreitet Tod und Zerstörung in der Stadt. Einige Überlebende verbarrikadieren sich in der Stadthalle, doch den Blob können sie nicht aufhalten. Eingedenk seines Erlebnisses im Kühlraum besorgt Flagg sich einen Truck mit einer Schneekanone und rast mitten in den Blob hinein. Meg bringt eine Sprengladung am Tank der Schneekanone an. Als die Ladung explodiert, wird der Blob schockgefrostet und zerfällt in unzählige Kristallstücke.

Damit scheint der Schrecken überstanden zu sein; die Kristalle können sicher gelagert werden, Flagg und Meg können sich erleichtert in die Arme sinken. Doch Reverend Meeker, der während des vom Blob verursachten Chaos schwere Brandverletzungen erlitten und vermutlich den Verstand verloren hat, betrachtet den Blob als Boten des bevorstehenden Jüngsten Gerichts. Er findet einen kleinen Splitter des Blobs, den dieser beim Versuch verloren hat, Flagg und Meg aus dem Kühlraum des Restaurants zu holen. Mit diesem Ding, sicher verwahrt in einem Glasbehälter, zieht Meeker nun predigend durch die Lande und wartet auf ein Zeichen Gottes, um das Ende der Welt einzuleiten...

Der Film:

Ich weiß nicht, ob man "Der Blob" als Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1958 bezeichnen kann, oder ob er nicht eher als Parodie dieses Films und anderer, ähnlicher Horror-SF-Streifen gedacht ist. Der Film bietet durchaus spannende Action und eine Furcht einflößende Kreatur, die einige sehr üble Schäden anrichtet. Er nimmt sich teilweise aber selbst nicht ganz Ernst, jedenfalls wird die Geschichte mit einem gewissen Augenzwinkern erzählt und es fließen ab und zu richtig amüsante Gags ein.

Nicht zu fassen, dass dieser Film jetzt auch schon wieder über 20 Jahre alt ist! Umso mehr Lob verdienen die Spezialeffekte, die auch heute noch größtenteils sehr überzeugend wirken. Die explizite Darstellung der durchweg äußerst unappetitlich verlaufenden Tode ist ziemlich realistisch, so dass die FSK-18-Einstufung durchaus gerechtfertigt ist. Genauer gesagt enthält der Film einige Szenen, die man nicht vergisst. Eindrucksvollstes Beispiel ist vielleicht Pauls Tod. Wenn ich sehe, wie der arme vom Blob eingeschlossene Footballstar nach hinten gezogen und gleichzeitig zersetzt wird, frage ich mich auch heute noch, wie die Spezialeffektleute das hinbekommen haben. Aber auch die Szenen mit dem im Abflussrohr verschwindenden Angestellten im Restaurant, dem wie ein Streichhölzchen zerbrochenen Deputy, dem nicht ganz so glücklich verlaufenden Stelldichein eines verliebten Pärchens (genial übrigens die Bar im Kofferraum des Autos), oder mit Opfern - teilweise noch lebendig - in verschiedenen Stadien der Auflösung usw. prägen sich ein. Auch zeigen sie auf eindrucksvolle Weise die schreckliche Kraft des Blobs. Nicht ganz so gut gelungen finde ich die eine oder andere Darstellung des Blobs selbst. Gut, meist wirkt diese blubbernde, glibbernde, immer neue fleischige Ausstülpungen gebärende Masse durchaus überzeugend, aber manchmal sieht man doch ganz deutlich, dass es sich um eine Stop-Motion-Kreatur oder einen anderen heutzutage überholten Spezialeffekt handelt. Dennoch: Als Produkt der Prä-CGI-Ära kann auch die Kreatur sich wirklich sehen lassen.

"Der Blob" hat also auf jeden Fall die für einen Film dieser Art erforderliche Härte. Die wird aber immer wieder durch den (selbst-)ironischen Humor relativiert. Ein schönes Beispiel dafür ist die Szene, in der zwei Kids der besorgten Mutter erklären, der Splatterfilm, den sie sich anschauen wollten, sei gar nicht schlimm, weil er keine Sexszenen enthalte. Nett finde ich auch, dass zwar die üblichen Klischeefiguren auftreten, aber nicht das zu erwartende Schicksal erleiden: Nicht jedes Kind wird gerettet und nicht der unangepasste Punk wird vom Blob verdaut, sondern der Saubermann aus der Highschool-Footballmannschaft. Die propere Cheerleaderin ist kein Dummchen, das immer nur kreischt und aus diversen Gefahren gerettet werden muss, sondern wird zu einer toughen Kämpferin, der es am Ende vorbehalten bleibt, das Monster zu töten. Wenn man in diesem speziellen Fall überhaupt von "töten" reden kann. Die Schauspieler leisten also ebenfalls gute Arbeit, wenn ich auch immer wieder grinsen muss, wenn ich Kevin Dillons Vokuhila-Frisur sehe.

So dünn die Story auch sein mag, muss man ihr doch zugute halten, dass sie einige Überraschungen enthält - wie zum Beispiel das Ende. Die Idee, aus dem Blob (der in der 1958er-Version eine außerirdische Kreatur ist) ein Resultat der Biowaffenforschung zu machen, ist zwar nicht neu, verleiht der Geschichte aber eine zynischere Note. Insgesamt ist "Der Blob" auch heute noch einer meiner Lieblingsfilme.

Die DVD:

Bonusmaterial ist leider nicht enthalten. Das ist wirklich sehr schade, denn ich hätte gern mal gesehen, wie die tollen Spezialeffekte realisiert werden konnten. Wenigstens hat der Film eine durchaus akzeptable Bildqualität, und er wurde ungeschnitten veröffentlicht.

J. Kreis, 13.04.2009


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