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Blade Trinity Blade Trinity - Kinofassung (USA, 2004)

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: Keine Jugendfreigabe
Laufzeit: ca. 108 Minuten

Extras
Dokumentation: "Inside the World of Blade Trinity", Interview mit dem Regisseur: "Goyer über Goyer", Alternatives Ende, Verpatzte Szenen, Galerien, Trailer

Regie:
David S. Goyer

Hauptdarsteller:
Wesley Snipes (Blade)
Kris Kristofferson (Whistler)
Dominic Purcell (Drake)
Jessica Biel (Abigail Whistler)
Ryan Reynolds (Hannibal King)
Parker Posey (Danica Talos)




Inhalt:

Die einflussreiche Vampirin Danica Talos hat einen Plan zur Sicherung der Existenz ihrer vom "Daywalker" Blade bedrohten Art und zur Übernahme der totalen Macht: Überall im Land werden "Blutfarmen" eingerichtet, in denen Menschen (hauptsächlich Obdachlose, die von niemandem vermisst werden) im chemisch induzierten Koma gehalten werden. Die Vampire zapfen ihnen das Blut ab und müssen deshalb nicht mehr auf die Jagd gehen. Somit geraten Sie nicht in Gefahr, dem Vampirjäger über den Weg zu laufen. Gleichzeitig suchen Danicas Leute nach Dracula, dem Ur-Vampir, der sich vor langer Zeit von der Welt zurückgezogen hat. Dracula - oder "Drake", wie sie ihn nennen - soll den mehr als nur lästigen Vampirjäger aus dem Weg räumen, außerdem soll Drake den gewöhnlichen Vampiren die Unempfindlichkeit gegenüber Tageslicht vermachen, die er selbst neben der Fähigkeit der Gestaltwandlung besitzt. Schließlich wird Drake in einem uralten Tempel entdeckt. Zwar verachtet er seine minderwertigen, ehrlosen Nachkommen ebenso wie die Menschen, dennoch unterstützt er ihre Pläne.

Nun stellen Danicas Leute Blade eine Falle, indem sie dafür sorgen, dass er versehentlich einen Menschen tötet. Danica filmt das Ganze und spielt die Aufnahme der Polizei in die Hände. Jetzt hat Blade nicht nur die Vampire zum Feind, sondern wird auch vom FBI gejagt. Durch Verrat fliegt sein Versteck auf und wird vom FBI gestürmt. Whistler jagt das gesamte Gebäude in die Luft, wobei er den Tod findet. Blade wird festgenommen. Auch in den Reihen der Polizei gibt es menschliche Diener der Vampire, und die schicken sich an, Blade Danica zu übergeben. Doch Blade erhält Hilfe von unerwarteter Seite: Abigail, Whistlers Tochter, und ein ehemaliger Vampir namens Hannibal King befreien den Daywalker. Sie bringen ihn in einen Stützpunkt ihrer Untergrund-Organisation, der "Nightstalkers". Die Nightstalkers sind bestens ausgerüstet und unterhalten überall Schläferzellen. Sie kennen Drakes Identität und arbeiten an der Entwicklung eines effektiven Anti-Vampir-Virus namens "Daystar". Das Virus müsste jedoch mit Drakes reiner Vampir-DNS in Verbindung gebracht werden, um den maximalen Wirkungsgrad zu erzielen.

Blade schließt sich den Nightstalkers an, obwohl er nicht von ihren Fähigkeiten überzeugt ist. Als er gemeinsam mit Abigail und King einen wichtigen menschlichen Helfer der Vampire aufspürt, um mehr über Danicas Pläne zu erfahren, kommt es zu einer ersten Konfrontation zwischen Blade und Drake, aber die Entscheidung wird aufgeschoben. Während Blade und Abigail eine der Blutfarmen zerstören, dringt Drake in Whistlers Gestalt ins Versteck der Nightstalkers ein. Er tötet alle Anwesenden außer King und einem kleinen Mädchen. Diese beiden bringt er in Danicas Hauptquartier. Dort wird King von Danica gefoltert, die seinerzeit für Kings Verwandlung in einen Vampir verantwortlich war. Die Vampirin will unbedingt herausfinden, was es mit der Geheimwaffe der Nightstalkers auf sich hat. Von einem Nightstalker aus einer Schläferzelle erhalten Blade und Abigail die einzige existierende Daystar-Ampulle. Sie stürmen das Vampir-Hauptquartier, wo es zum Zweikampf zwischen Blade und Drake kommt. Abigail schießt einen Pfeil mit der Daystar-Ampulle auf Drake ab. Der fängt das Geschoss zwar auf, doch es gelingt Blade, seinem Gegner den Pfeil in den Leib zu rammen.

Die erhoffte Wirkung tritt ein: Das Virus entfaltet seine ganze Kraft, sobald es sich mit Drakes Blut vermischt. Wie ein Nebel verteilt es sich im ganzen Gebäude und tötet alle Vampire inklusive Danica. Bevor Drake stirbt, verspricht er, Blade ein "Abschiedsgeschenk" zu machen, denn in seinem Gegner hat er einen ehrenhaften Kämpfer und außerdem den Stammvater einer neuen Vampirrasse erkannt. So nimmt Drake Blades Gestalt an, bevor er stirbt. Als das FBI eintrifft, wird die Leiche gefunden, so dass die Jagd auf Blade abgeblasen werden kann - aber der echte Blade ist nach wie vor auf der Straße, um den niemals endenden Kampf gegen die Vampire fortzuführen.

Der Film:

Kritiker halten den dritten Blade-Film für den schwächsten der Reihe. Nach nochmaligem Anschauen gelange ich allmählich zur gleichen Ansicht, wenn ich auch zugestehe, dass er für einen vergnüglichen DVD-Abend immer noch ausreicht. Immerhin wird wieder alles geboten, was man von einem solchen Film erwartet: Rasante Action, toll choreographierte Martial-Arts-Kampfszenen, futuristische Waffen, coole Kostüme und so weiter. Wie immer haben die Vampire nichts mehr mit ihren "klassischen" Vorbildern zu tun, und das, obwohl mit Dracula der klassischste aller klassischen Vampire auftritt. Die "modernen" Vampire bilden auch in diesem Film wieder eine mächtige und stets gut durchgestylte Subkultur, die sich anscheinend immer weiter ausbreitet. Blade, grimmig und wortkarg wie gewohnt, diesmal aber doch ab und zu auch mal zu einem Späßchen aufgelegt, entwickelt sich zwar nicht weiter (warum sollte er auch), funktioniert aber wie gehabt prächtig als zentrales Element und schneidiger Anti-Held. Szenen wie die mit den "Blutkonserven" in Gestalt komatöser Menschen, die komplett in Plastik eingeschweißt sind, die Verfolgungsjagd zu Beginn des Films oder die zu Asche zerfallenden Vampire bieten durchaus nette Schauwerte. Allerdings ist die Idee mit den "Blutkonserven" nicht ganz neu; eine ähnliche Szene gab's im Bonusmaterial der DVD zu Blade schon zu sehen.

Nur... warum überzeugt der Film letzten Endes dann doch nicht so ganz? Weil man mehr als diese Schauwerte nicht erwarten darf? Weil außerdem alles irgendwie in ähnlicher Form schonmal da war, sei es in einem der ersten beiden Blade-Filme oder in irgend einem anderen Action-no-brainer der letzten Zeit? Weil Jessica Biel kaum mehr fertig bringt als in jeder Situation gut auszusehen, auch beim zünftigen Geprügel? Weil Ryan Reynolds einfach nicht die Klappe halten kann und einen unlustigen Spruch nach dem anderen rauskloppt (das Gelaber ist in deutscher Synchro nicht nur nicht lustig, sondern einfach nur peinlich)? Weil Dominic Purcell zwar einen dicken Hals und einen mächtigen Oberkörper hat, aber ein nur sehr dünnes schauspielerisches Talent? Weil es einem manchmal so vorkommt, als würde man sich nicht etwa einen Film anschauen, sondern eine Übungsstunde im Kampfsport-Fitnesscenter? Vielleicht sind die nicht überzeugenden Fieslinge das größte Manko des Films. Drake (warum eigentlich "Drake"?) eignet sich überhaupt nicht als Bösewicht. Diese Figur ist einfach nur langweilig und man weiß nicht, was er eigentlich will. Warum lässt sich für Danicas Zwecke einspannen? Was soll das Gefasel von Ehre ausgerechnet aus seinem Mund? Parker Posey spielt Danica zwar völlig übertrieben, aber irgendwie passt das zu dieser Figur. Als Widersacherin Kings ist sie okay, aber als Gegnerin für Blade? Na ja...

Es gibt aber auch noch andere Dinge als nur die insgesamt schwachen schauspielerischen Leistungen, die unangenehm aufstoßen. Das fängt schon mit dem unglaublich unverschämten Product Placement an: Abby geht z.B. nur unter iPod-Beschallung auf Vampirhatz. Klar. Ich würde auch unbedingt absolut nichts von meiner Umgebung hören wollen, wenn die Fieslinge hinter jeder Ecke lauern können. Gestört hat mich auch, dass Whistler, der ja zunächst noch ein Problem mit dem von Blade irrtümlich getöteten Menschen hat, wild mit der Schrotflinte um sich schießt, als das FBI das Versteck stürmt. Auch sonst scheint es im Verlauf des Films ziemlich egal zu sein, ob da Vampire oder Menschen getötet werden. Von den haarsträubenden Erklärungen für die künstliche Vampir-DNS und die Erfordernis, das Zeug irgendwie mit Drakes Blut in Verbindung zu bringen, wollen wir gar nicht erst anfangen. Die Meisterleistung der Nightstalkers, Drakes komplette Rüstung aus einem kleinen Splitter zu rekonstruieren, fällt sowieso in die Kategorie "unfreiwillige Komik". Insgesamt hinterlässt "Blade Trinity" trotz aller Action, guter Spezialeffekte, erstklassiger Ausstattung, toller Kulissen usw. einen eher faden Nachgeschmack.

Die DVD:

Diese DVD enthält die Kinofassung des Films. Auf DVD ist außerdem ein knapp 10 Minuten längerer Director's Cut erhältlich. Die "Extended Version" enthält vor allem zusätzliche Handlungsszenen, zum Beispiel erfährt man mehr über Danica und ihr Verhältnis zu Drake. Das Bonusmaterial ist weitgehend identisch mit der Kinofassungs-DVD, hinzu kommen lediglich Audiokommentare, die bei meiner DVD nicht dabei sind.

Insgesamt gibt es drei verschiedene Enden für diesen Film. Das Ende der Kinofassung findet ihr in der obigen Zusammenfassung. Im Director's Cut wird tatsächlich Blade in die Leichenhalle gebracht, nicht etwa Drake in Blades Gestalt. Blade erwacht, vermöbelt Ärzte und Agenten und schickt sich an, eine Krankenschwester zu beißen. Dadurch wird angedeutet, dass Drakes letzte Worte wahr gewesen sein könnten. Er hat angedeutet, dass der Durst immer obsiegt - es könnte also sein, dass Blade nicht mehr sein Serum nehmen, sondern künftig lieber Blut saugen will. Das dritte alternative Ende findet man im Bonusmaterial dieser DVD. Darin heißt es, das Anti-Vampir-Virus habe sich über die ganze Welt ausgebreitet und alle Vampire vernichtet. Es taucht aber ein neuer Gegner auf: Werwölfe!

Herzstück des Bonusmaterials ist die ca. 107 Minuten lange Dokumentation "Inside the World of Blade Trinity". Dieser abendfüllende Film verdient die Bezeichnung "Making of" wirklich, denn es wird auf jeden einzelnen Aspekt der Entstehung von "Blade Trinity" eingegangen: Die Erstellung des Drehbuchs, das Casting, das Kampftraining, Set-/Kostüm-/Waffendesign, Filmmusik, Soundeffekte, Schnitt, digitale Farbkorrektur - und so weiter. Manches davon ist zwar genauso hektisch geschnitten wie der Film selbst, dennoch sind sehr interessante Einblicke in den Produktionsprozess möglich. Außerdem sind verschiedene Filmausschnitte zu sehen, die in der Kinofassung gar nicht vorkommen. Das Interview mit dem Regisseur führt der Regisseur selbst. Es ist ca. 5 Minuten lang und weniger interessant. Immerhin deutet Goyer (der auch die Drehbücher zu allen drei Filmen geschrieben hat) an, dass es einen vierten Film geben könnte - oder einen Film nur mit den Nightstalkers. Einige Minuten mit witzigen schiefgegangenen Szenen und selbstablaufende Galerien einzelner CGI-Effekte sowie eine Bildergalerie mit Blades Waffen runden das Ganze ab.

J. Kreis, 10.02.2009


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