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Blade II Blade II (USA, 2002)

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 18
Laufzeit: ca. 112 Minuten

Extras
Dokumentation "Der Blut-Pakt"

Regie:
Guillermo del Toro

Hauptdarsteller:
Wesley Snipes (Eric Brooks / Blade)
Kris Kristofferson (Abraham Whistler)
Leonor Varela (Nyssa)
Luke Goss (Jared Nomak)
Ron Perlman (Reinhardt)
Thomas Kretschmann (Eli Damaskinos)
Norman Reedus (Scud)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte, siehe Blade.

Blade war der Überzeugung, sein väterlicher Freund Whistler habe sich erschossen, nachdem er von einem Vampir gebissen worden war. Tatsächlich ist Whistler selbst zu einem Vampir geworden. Andere Vampire haben ihn entführt und halten ihn gefangen. Zwei Jahre lang sucht Blade nach ihm, bis er ihn in Prag findet. Dort hat Blade sich zusammen mit dem jungen Tüftler Scud eine neue Basis eingerichtet. Blade befreit Whistler und verabreicht ihm das von Karen Jenson entwickelte Gegenmittel. Am nächsten Tag ist Whistler wieder ganz der Alte und gerät prompt mit Scud aneinander, den Blade vor zwei Vampirinnen gerettet hat und der neuerdings die Waffen des Daywalkers konstruiert. Das Trio erhält unerwünschten Besuch von Asad und Nyssa, zwei reinblütigen Vampiren, die zu einer speziell für die Jagd auf Blade trainierten Spezialeinheit gehören. Allerdings sind sie in friedlicher Absicht gekommen. Sie überbringen Blade eine Einladung des Vampirfürsten Damaskinos, Nyssas Vater. Dieser bietet Blade ein Bündnis an, denn er braucht die Hilfe des Daywalkers gegen einen mutierten Vampir: Ein Wesen namens Nomak, das nicht nur das Blut der Menschen, sondern besonders gern jenes der Vampire trinkt. Jedes Opfer Nomaks wird selbst zu einem solchen Wesen (man nennt sie "Reaper"), so dass zu befürchten ist, dass dieses neue Übel sich exponentiell vermehren und sowohl die Vampir-Population als auch die Menschheit ausrotten wird.

Obwohl er nicht ganz überzeugt ist, willigt Blade ein - schon allein um mehr über die wahren Machtstrukturen und geheimen Zentren der Vampirwelt zu erfahren. Nyssas Spezialeinheit, das "Bloodpack", wird Blades Befehl unterstellt. Das gefällt den Vampirkämpfern allerdings gar nicht, namentlich ein Kerl namens Reinhardt gerät immer wieder mit Blade aneinander. In einem Vampir-Nachtklub kommt es zum ersten Zusammentreffen mit Nomak und den Reapers. Dabei werden zwei Mitglieder des Bloodpack infiziert. Nomak entkommt zwar, nachdem er sich einen Kampf mit Blade geliefert hat, aber Whistler gelingt es, einen Reaper gefangen zu nehmen und den Zugang zu ihrem Versteck in der Kanalisation zu finden. Nyssa untersucht den sterbenden Reaper (ohne ständigen Nachschub an Blut haben die Infizierten im Gegensatz zu Nomak keine Überlebenschance). Es wird festgestellt, dass diese Wesen weder anfällig für Silber noch für Knoblauch sind. Auch schwerste Verletzungen machen ihnen nichts aus, sie regenerieren sich unglaublich schnell. Ihre Körperkräfte sind enorm und ihr Herz ist durch einen Knochenpanzer geschützt. Nur durch ultraviolettes Licht können sie getötet werden.

Scud und Whistler entwickeln neue Waffen für den Kampf gegen die Reaper: UV-Granaten und ein Pheromon-Spray, das die Vampir-Mutanten anlocken soll. So ausgestattet dringen Blade und das Bloodpack in die Kanalisation ein. Bis auf Nyssa und Reinhardt fallen alle Vampire den Reapers zum Opfer, aber dann gelingt es Blade, praktisch alle Gegner mit den UV-Granaten zu vernichten. Dann allerdings tauchen plötzlich Damaskinos' Schergen auf und nehmen Blade gefangen. Scud, der in Wahrheit ein Verräter ist und für Damaskinos arbeitet, hilft ihnen dabei. Von Nomak, der dem Gemetzel entkommt, erfährt Whistler zuvor noch die Wahrheit: Nomak wurde von Damaskinos erschaffen. Dessen Plan besteht darin, eine neue, gentechnisch veränderte Vampirrasse ohne Schwächen zu züchten - und zwar nach Blades Vorbild. Dazu wird aber Blades Blut gebraucht, denn das unkontrollierbare Ergebnis des ersten Versuchs muss als Fehlschlag gewertet werden. Damaskinos hat den Pakt mit Blade nicht nur geschlossen, weil er die Reaper-Seuche loswerden musste, sondern auch, weil er den Daywalker in seine Hände bekommen wollte. Als Nyssa erfährt, dass Nomak ihr Bruder ist, und dass Damaskinos bereit war, sie selbst und all ihre Kameraden zu opfern, wendet sie sich von ihrem Vater ab.

Blade hat noch Trümpfe im Ärmel, unter anderem eine Bombe, der Scud zum Opfer fällt. Außerdem ist Nomak Blade gefolgt. Niemand kann ihn aufhalten, als er in Damaskinos' Festung eindringt, um sich an den Vampiren für die Qualen zu rächen, die er erdulden muss. Whistler befreit sich selbst und hilft Blade auf die Beine, dessen Blut bereits weitgehend abgezapft wurde. Nachdem er sich in Damaskinos' Blut-Pool gestärkt hat, beseitigt Blade Reinhardt und diverse Vampir-Schergen. Nyssa verhindert, dass Damaskinos fliehen kann. Nomak tötet seinen Vater und infiziert Nyssa, bevor Blade eingreifen kann. Nach hartem Kampf gelingt es Blade, Nomaks gepanzertes Herz mit seinem Schwert zumindest zu verletzen. Nomak erkennt, dass nur der Tod ihn von seinen Qualen befreien kann, und rammt sich das Schwert selbst vollends ins Herz, so dass er stirbt. Nyssa, in der Blade inzwischen mehr sieht als nur eine Kampfgefährtin, will sich nicht in einen Reaper verwandeln. Sie will als Vampir sterben und ein einziges Mal die Sonne sehen. Blade gewährt ihr diesen Wunsch. In seinen Armen zerfällt sie zu Asche...

Der Film:

Blade ist einer der ersten Filme mit den inzwischen sehr beliebten "modernen" Vampiren, die kaum noch etwas mit Graf Dracula und dergleichen zu tun haben. Er ist außerdem ein rasanter Actionfilm mit einem interessanten Helden und mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Martial Arts, futuristischen Waffen und durchgestylter Ausstattung. All diese Elemente waren damals neu und stellten einen großen Pluspunkt für den Film dar. Da hat jede Fortsetzung es natürlich schwer, vor allem dann, wenn es kaum möglich ist, diesen Elementen neue Aspekte abzugewinnen, so dass man eigentlich alles nur wiederholen oder bestenfalls mit noch mehr Action und Effekten vollstopfen kann. Deshalb fällt es mir schwer, einen neuen Kommentar zu Teil 2 zu schreiben - ich müsste wiederholen, was ich schon zum ersten Film geschrieben habe.

Immerhin enthält Teil 2 mit den Vampir-Mutanten und ihren ziemlich ekligen "Essgewohnheiten" sowie einigen bizarren Szenen im Vampir-Nachtclub und der Sektion eines Reapers deutlich mehr Horror-Elemente als der erste Film. Außerdem erfährt man etwas mehr über die Welt der Vampire - dass sie unter der Bedrohung durch Blade ihre Lebensgewohnheiten ändern und sogar eine Eliteeinheit zusammenstellen, die ihn bekämpfen soll, ist durchaus originell. Die Idee, Supervampire nach Blades Vorbild zu klonen, ist auch nicht schlecht. Auch die Kampfszenen können sich wieder mehr als sehen lassen, hier wurde im Vergleich zum ersten Film eine große Schippe draufgelegt, die Action ist noch furioser, noch besser choreographiert und natürlich noch unrealistischer als je zuvor. Leider sieht man manchmal überdeutlich, dass da keine Schauspieler oder Stuntmen durch die Gegend wirbeln, sondern CGI-Doubles.

Wesley Snipes stellt erneut unter Beweis, dass er die perfekte Besetzung für den Daywalker ist. Blade ist wie eh und je cool bis in die Zehenspitzen. Er ist aber nicht mehr ganz so wortkarg wie einst und entwickelt gar Gefühle für Nyssa. In Bezug auf "Charakterentwicklung" war das aber auch schon alles - im Gegensatz zu Teil 1 wird diesmal nichts weiter vertieft. Immerhin: Kris Kristofferson als unverwüstlicher Whistler hat einige gute Szenen. Das gilt auch für den ewigen Bösewicht Ron Perlman und selbst für Thomas Kretschmann, den man unter seiner Damaskinos-Maske kaum erkennt. Allerdings ist Whistlers Rückkehr so an den Haaren herbeigezogen, dass es schon ein bisschen wehtut. Über die Story sollte man aber sowieso nicht weiter nachdenken, in einem Actionfilm ist die Geschichte ohnehin weniger von Bedeutung. Auch muss man über dieverse Logik-Bugs hinwegsehen. Wozu z.B. brauchen Vampire Taschenlampen? Und warum schadet Sonnenlicht ihnen nur, wenn sie wie in einem Spot stehen? Streulicht macht ihnen wohl nichts aus? Wenigstens verwenden sie diesmal nicht wieder Sonnencreme...

Das soll's auch schon gewesen sein. Der Daywalker ist cool wie er sein soll, es kracht und schnetzelt ordentlich, der Soundtrack macht auch wieder Spaß und Langeweile kommt keine Minute lang auf. "Blade 2" ist nichts Besonderes, bietet aber beste Unterhaltung für Leute, die nicht allzu zart besaitet sind.

Die DVD:

Die Dokumentation "Der Blut-Pakt" ist mit ca. 84 Minuten Laufzeit selbst schon abendfüllend. Hier kommen vor allem Regisseur Guillermo del Toro, Drehbuchautor David S. Goyer, Producer Peter Frankfurt, Komponist Marco Beltrami und Wesley Snipes zu Wort. Interviews mit den anderen Schauspielern sind nicht vorhanden. Man erfährt recht viel darüber, wie der Regisseur die Figur des Blade sieht und wie er an den Film herangegangen ist, wie die Drehorte und Sets gefunden wurden bzw. entstanden sind und so weiter.

Besonders interessant fand ich die Abschnitte, in denen es um Spezialeffekte, Ausstattung und Kostüme geht. Es wird deutlich, dass ziemlich viel mit "klassischen" Elementen (Masken, Puppen usw.) gearbeitet wurde. Die Reapers sind aus genau diesem Grund sehr überzeugend. Am Computer entstandene Effekte wurden da - im Gegensatz zu manchen Kampfszenen - nur relativ sparsam eingesetzt. Die Stunts und die unterschiedlichen Kampfstile werden sehr ausführlich behandelt, schließlich sind Kämpfe Mann gegen Mann ein Hauptbestandteil dieses Films. Ich wusste gar nicht, dass Donnie Yen, der "Snowman" spielt (ein Mitglied des Bloodpack), nicht nur Schauspieler ist, sondern auch als Stunt-Koordinator eingesetzt wurde. Zuletzt wird auch noch sehr ausführlich auf die Filmmusik eingegangen. Man bekommt mal so richtig zu sehen, wie mit dem Orchester im Tonstudio gearbeitet wird. Insgesamt also ein durchaus informatives "Making of", bei dem die anderen Schauspieler allerdings zu kurz kommen.

J. Kreis, 09.09.2008


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