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Blade Blade - Deluxe Widescreen Edition (USA, 1998)

DVD - Regionalcode 2, BMG Video
FSK: 18
Laufzeit: ca. 117 Minuten

Extras
Audiokommentar, Behind the Scenes, Making of, "Designing Blade", "La Magra", Biografien (selbstablaufender Text), Trailer

Regie:
Stephen Norrington

Hauptdarsteller:
Wesley Snipes (Eric Brooks / Blade)
Stephen Dorff (Deacon Frost)
Kris Kristofferson (Abraham Whistler)
N'Bushe Wright (Dr. Karen Jenson)
Donal Logue (Quinn)
Udo Kier (Dragonetti)




Inhalt:

Im Jahre 1967 wird Vanessa Brooks, eine hochschwangere junge Frau, sterbend ins Krankenhaus gebracht. Die Ärzte können zwar ihren Sohn retten, die Frau jedoch stirbt. Was niemand ahnt: Vanessa war von einem Vampir gebissen worden, und Eric, ihr Sohn, ist kein normaler Mensch. Durch die "Infektion" seiner Mutter haben sich seine Gene verändert, und so ist er zu einem Mischwesen geworden, das alle Stärken der Vampire in sich vereinigt, aber keine ihrer Schwächen. Allerdings altert er im Gegensatz zu den Vampiren normal. Da ihm Tageslicht nichts ausmacht, nennt man ihn den "Daywalker". Er selbst nennt sich "Blade". Sein Ziel besteht darin, jenen Vampir zu finden, dem er seine bizarre Existenz zu verdanken hat. Blade und einige andere führen Krieg gegen die Vampire, die sich immer mehr ausbreiten und die menschliche Gesellschaft längst unterwandert haben. Die Vampire kontrollieren Teile der staatlichen Behörden (unter anderem die Polizei) und verpflichten sich normale Menschen, indem sie ihnen die Aufnahme in die Reihen der Unsterblichen versprechen. Zu Blades Freunden gehört der alte Whistler, ein krebskranker Mann, der seine Familie an einen Vampir verloren und den jungen Eric in den Straßen der Stadt gefunden hat. Whistler hatte die Eigenart des jungen Hybridwesens erkannt und ihn aufgezogen. Er versorgt Blade mit Waffen und einem Serum, das den Blutdurst unterdrückt - sonst würde auch der Daywalker zu einer reißenden Bestie werden. Allerdings verliert dieses Serum nun allmählich seine Wirkung, Blades Körper beginnt es abzustoßen.

Eines Tages räuchert Blade einen Vampir-Nachtclub aus, der Deacon Frost gehört. Frost ist zwar kein Vampir von "reinem Blut" (er wurde nicht als Vampir geboren, sondern durch einen Biss umgewandelt), strebt aber nach der Macht und will sich nicht mit den Dogmen der Reinblütigen abfinden. Diese legen seit Jahrtausenden größten Wert auf Geheimhaltung, denn sie glauben, nur überleben zu können, wenn der Großteil der Menschheit keine Ahnung von ihrer Existenz hat. Frost sieht das anders: Für ihn sind die Menschen nur Vieh oder bestenfalls Sklaven, die es zu beherrschen gilt. Nachdem er den Nachtclub "gesäubert" hat, lässt Blade einen Vertrauten Frosts - den etwas minderbemittelten Vampir Quinn - brennend zurück. Die Polizei löscht den Brand und bringt den vermeintlich Toten in ein Krankenhaus, wo die Besonderheit seines Blutes das Interesse der jungen Hämatologin Dr. Karen Jenson erweckt. Bevor sie es jedoch näher untersuchen kann, erhebt Quinn sich von der Bahre und beißt sie. Doch da erscheint Blade, vertreibt Quinn und nimmt Karen mit sich, da sie ihn an das letzte Bild erinnert, das er von seiner sterbenden Mutter hat. Whistler ist nicht begeistert, als Blade die junge Frau ins gemeinsame Versteck bringt, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie sich nach dem Vampirbiss verwandeln wird. Whistler versucht zwar, sie zu behandeln, aber ein echtes Heilmittel gibt es seiner Meinung nach nicht.

Blade benutzt Karen als Köder, da er weiß, dass die Vampire niemanden am Leben lassen, dem ihre Existenz enthüllt wurde. Tatsächlich erscheint bald ein Scherge Frosts, den Blade solange in die Mangel nimmt, bis er ihm den Weg zu einem Vampir-Archiv weist. So finden Blade und Karen erste Hinweise auf Frosts wahre Pläne: Er ist dabei, das Buch Erebus zu entschlüsseln. Diese uralte "Vampirbibel" enthält unter anderem eine genaue Anleitung zur Wiedererweckung des Blutgotts La Magra. Offensichtlich hofft Frost, selbst zu diesem Gott zu werden. Er geht sogar so weit, den Obervampir Dragonetti zu vernichten und die anderen "Ältesten" gefangen zu nehmen, um sie in einer bizarren Erweckungszeremonie zu opfern. Karen setzt ihre Forschungen am Vampirblut fort und hat tatsächlich bald Erfolg bei der Entwicklung eines Heilmittels. Sie findet außerdem heraus, dass das Anti-Blutgerinnungsmittel EDTA eine hervorragende Waffe gegen Vampire darstellt, da es ihre Körper zum Platzen bringt. Blade nimmt einige Ampullen des explosiven Stoffes mit. In seiner Abwesenheit überfällt Frost das Versteck, entführt Karen und lässt Whistler sterbend zurück. Als Blade zurückkehrt, bittet Whistler um eine Waffe, um sich selbst erschießen zu können, denn die Vampire haben ihn infiziert. Blade gewährt ihm diesen letzten Wunsch.

Von Zorn erfüllt dringt Blade in Frosts Basis ein und richtet ein Gemetzel an. Doch dann findet er seine totgeglaubte Mutter in Frosts Bett vor - sie hat sich noch in der Nacht ihres Todes in einen Vampir verwandelt und gehört nun zu Frosts Anhängern, denn er war es, der sie zu einer Vampirin gemacht hat und somit letztlich auch für Blades Existenz verwantwortlich ist. Der völlig überrumpelte Blade wird außer Gefecht gesetzt und gefesselt, dann zapft man ihm sein besonderes Blut ab, denn genau das ist der Schlüssel zur Erweckung La Magras. Während die Erweckungszeremonie sich ihrem Höhepunkt nähert, gelingt es Karen, sich und Blade zu befreien. Da Blade fast völlig ausgeblutet ist, gestattet sie ihm, ihr Blut zu trinken. So gestärkt vernichtet Blade zunächst das Wesen, das einmal seine Mutter war, schnetzelt dann Frosts Schergen und stellt sich schließlich seinem Erzfeind. Frost ist jedoch bereits zu La Magra geworden und kann nicht auf "herkömmliche" Weise besiegt werden. Erst als Blade ihn mit EDTA vollpumpt, wird auch Frost überwältigt - er vergeht in einer gewaltigen Explosion. Karen könnte Blade heilen, doch damit würde er seine Kräfte verlieren. Also verzichtet er und bittet sie nur um ein besseres Serum. Er bleibt der unbesiegbare Vampirjäger und stellt den Blutsaugern nun in der ganzen Welt nach - zum Beispiel in Moskau...

Der Film:

"Blade" ist möglicherweise nicht der allererste Film, in dem eine neue Art von Vampiren vorgestellt wurde, aber er ist nach wie vor der coolste und actionreichste seiner Art. Er beginnt schon gleich mit einer Szene, die man nicht vergisst: Ich meine die Vampir-Disco, in der die Blutsauger eine leckere Blutdusche spendiert bekommen und in die dann Blade hineinplatzt. Da hat man gleich die Elemente beisammen, die den Film neben der düsteren Grundstimmung und der brachialen Action zu etwas Besonderem machen:

1. Die Vampire: Mit den Blutsaugern der alten Zeit, also mit Schattenwesen, die sich meist in verfallenen Schlössern oder anderen unschönen Behausungen verstecken, Angst vor christlichen Symbolen haben und sich allem Anschein nach kaum ihrer untoten Existenz erfreuen, haben Deacon Frost und seinesgleichen praktisch nichts mehr zu tun. Diese Party-Vampire genießen das "Leben" und den Luxus, sie umgeben sich nicht nur mit allen Statussymbolen, nach denen auch die Menschen gieren, sondern bauen sich eine wirtschaftliche und politische Machtposition mitten in der Welt der Menschen auf. Sie paktieren gar mit ihren Opfern und beherrschen eine weit verzweigte Organisation. Keine Spur mehr von staubigen Grüften, spinnwebverseuchten Gewölben usw. - selbst Frosts "Sarg" ist ein blitzblankes High-Tech-Gerät. Pseudowissenschaftliche Erklärungen werden für den Vampirismus herangezogen, und prompt wird auch ein Heilmittel entwickelt. Vom altbekannten Vampirmythos bleibt kaum etwas übrig, an seine Stelle tritt das Bild einer Art Mafia. Es gibt Vampirfamilien, die sich durchaus nicht nur auf "herkömmliche" Art (durch Bisse) vermehren - Vampire werden genauso geboren wie Menschen. Diese neuen Vampire sind natürlich eine weit gefährlichere Bedrohung als traurige Einzelgänger wie zum Beispiel ein Graf Dracula. Kein Wunder, dass diese Art der Vampire seit "Blade" sehr oft in Genrefilmen zum Einsatz kommt. Eines der bekanntesten Beispiele für derartige Filme ist Underworld. Eigentlich würde man sich inzwischen fast wieder einen Film mit "klassischen" Vampiren wünschen...

2. Blade: Wesley Snipes ist als Besetzung für den wortkargen, grimmigen Vampirjäger geradezu unübertrefflich. Er bringt einerseits die körperlichen Voraussetzungen mit, um (mal ganz abgesehen von der Statur) in den fast wie bei einem Kung-Fu-Film choreografierten Martial-Arts-Kampfszenen absolut überzeugend zu wirken, andererseits ist er nicht nur ein eleganter Muskelprotz, sondern auch ein Schauspieler, dem es trotz oder vielleicht gerade wegen einer eher sparsamen Mimik gelingt, einen glaubwürdigen Charakter zu erschaffen. Es gibt so manche Szene, in der man merkt: Blade ist zwar ein betont cool auftretender Superkämpfer, aber auch er hat seine inneren Dämonen und bleibt trotz aller Fremdartigkeit menschlich.

Aber auch die anderen Schauspieler liefern gute Leistungen ab. Das gilt selbst für Udo Kier als Vampir Dragonetti, der ein besonders unrühmliches Ende findet: Ihm werden die Zähne gezogen, dann erlebt er seinen ersten Sonnenaufgang. Natürlich ist "Blade" in erster Linie ein Actionfilm, und es wird auch ordentlich blutige, rasante Action geboten, untermalt von einem Soundtrack, den man gern besonders laut aufdreht. Aber das, was geboten wird, ist einfach klasse. Dynamische Kämpfe, ein charismatischer Anti-Held, starke Gegner, eine bis ins Detail gut durchgestylte Optik, eine gute Prise schwarzen Humors und (abgesehen von ein paar wenigen inzwischen doch recht angestaubt wirkenden CGI-Elementen) sehenswerte Spezialeffekte sind die Zutaten für einen perfekten Kinoabend. Dass der Film auch beim x-ten Anschauen nicht langweilig wird, spricht für sich.

Die DVD:

Wer sich diesen Film auf DVD zulegen möchte, der sollte darauf achten, nicht die furchtbar verstümmelte FSK-16-Version zu erwischen. "Blade" ist z.Zt. nur echt in der "Deluxe Widescreen Edition"! Das Bonusmaterial ist zwar nicht sehr umfangreich, aber doch sehenswert. Leider gibt es weder für den Audiokommentar noch für die englischsprachigen Featurettes deutsche Untertitel.

"La Magra" (ca. 14 Minuten) enthält eine entfallene Szene, in der Frost einen Kühlschrank der besonderen Art vorführt. Frost hält sich einen Vorrat gekühlter Menschen als unfreiwillige Blutspender. Außerdem ist in dieser Featurette ein alternatives Ende zu sehen: La Magra wäre in dieser zum Glück verworfenen Version so etwas wie eine riesige Amöbe aus Blut gewesen, und nach deren Ende hätte man aus der Ferne eine Gestalt gesehen, bei der es sich nur um den zum Vampir umgewandelten Whistler handeln kann. Diese Szenen werden von verschiedenen Personen (u.a. Produzent und Drehbuchschreiber) erläuternd eingeleitet.

"Designing Blade" (ca. 22 Minuten) enthält Interviews mit verschiedenen Personen, die an der Produktion beteiligt waren. Man erfährt einiges über die Entwicklung des visuellen Stils, der Konzeptzeichnungen, Vampirmasken, Stunts und CGI-Effekte.

Das "Making of" (ca. 21 Minuten) ist deutsch synchronisiert. Es handelt sich um den üblichen Mix aus Filmszenen, Blicken hinter die Kulissen und Interviews, in denen sich die Schauspieler und andere Leute zur Story und zu den Figuren des Films äußern. Immerhin: Auch Stan Lee kommt zu Wort. Noch erwähnenswert: "Behind the Scenes" (ca. 6 Minuten) - wie der Titel vermuten lässt, werden hier ein paar kurze, unkommentierte Einblicke in die Dreharbeiten geboten.

J. Kreis, 02.09.2008


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