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Better off dead Better off dead (USA, 1985)

DVD Regionalcode 2, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 93 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Savage Steve Holland

Hauptdarsteller:
John Cusack (Lane Meyer)
Diane Franklin (Monique Junet)
Amanda Wyss (Beth Truss)
Aaron Dozier (Roy Stalin)
Curtis Armstrong (Charles De Mar)
David Ogden Stiers (Al Meyer)
Kim Darby (Jenny Meyer)
Scooter Stevens (Badger Meyer)
Laura Waterbury (Mrs. Smith)
Daniel Schneider (Ricky Smith)




Inhalt:

Lane Meyer ist seines Lebens überdrüssig, denn seine Freundin Beth hat ihn wegen des arroganten Schönlings Roy Stalin sitzen gelassen. Roy ist Chef der Highschool-Skimannschaft und lässt keine Gelegenheit aus, Lane zu demütigen. Doch damit nicht genug. Lanes Familienleben gleicht einem Irrenhaus, in der Schule läuft es nicht gut, und bei einem Job in der Imbissbude fliegt er schon am ersten Tag raus. Also versucht Lane sich zu erhängen, von einer Brücke zu springen und sich anzuzünden. Allerdings schlagen alle Selbstmordversuche auf mehr oder weniger spektakuläre Weise fehl. Also versucht Lane, Beth zurückzugewinnen. Es gibt nur eine Möglichkeit: Lane muss sich als noch größere Sportskanone profilieren als Roy, indem er seinen Rivalen bei der Abfahrt vom K-12 schlägt. Lanes Chancen stehen jedoch schlecht. Niemand außer Roy hat die gefährliche Piste je gemeistert, und Lanes Freund Charles De Mar ist ein denkbar schlechter Trainer.

Dann begegnet Lane der französischen Austauschstudentin Monique, die nebenan bei den Smiths wohnt. Monique ist so genervt von den plumpen Annäherungsversuchen des verfetteten Ricky Smith, die von dessen Mutter noch angeheizt werden, dass sie vorgibt, kein Wort Englisch zu sprechen. Dabei ist sie nur in die USA gekommen, um einmal das Stadion einer von ihr verehrten Baseballmannschaft zu besuchen. Sie verliebt sich in Lane und hilft ihm bei der Reparatur seines schrottreifen Autos; eines 1967er Camaro. Dadurch wird Lanes angeknackstes Selbstbewusstsein wiederhergestellt, so dass er Roy zum Duell am K-12 herausfordert. Monique entpuppt sich zwar als ausgezeichnete Skilehrerin, aber Lane hat Pech: Kurz vor dem angesetzten Termin geht die Bindung eines seiner Skier kaputt. Doch da erscheint plötzlich ein Zeitungsjunge, der Lane schon seit längerer Zeit verfolgt, da dieser ihm noch zwei Dollar schuldet. Lane flieht voller Panik, rast die Piste auf einem Ski herunter und schlägt Roy.

Beth ist so beeindruckt, dass sie sich Lane an den Hals wirft, aber Lane hat erkannt, dass er sie nicht wirklich liebt. Er befreit Monique nach einem Skistockduell mit Ricky von den lästigen Smiths und erfüllt ihren Wunsch: Er fährt sie mit dem Camaro mitten ins Stadion.

Der Film:

Dieser Film, in Deutschland auch unter dem erwartungsgemäß bescheuerten Titel "Lanny dreht auf" bekannt, ist ein Werk aus jener Zeit, in der euer Kringel noch Teenie-Komödien geguckt hat. "Better off dead" hat zwar nicht annähernd die Klasse von Der Volltreffer (ebenfalls aus 1985 und mit John Cusack) und die Handlung ist nicht weiter erwähnenswert, dafür kann der Film mit anderen Qualitäten punkten. Da wäre zum Beispiel Lanes äußerst merkwürdige Familie. Seine naive Mutter quält alle Familienmitglieder mit Gerichten, die so schrecklich sind, dass die Nahrungsmittel von selbst weglaufen. Sein Vater hält Lane für drogensüchtig und liest entsprechende Ratgeber, in die er selbst während ernsten Gesprächen mit seinem Sohn einen schnellen Blick wirft, um mit passenden Begriffen der vermeintlichen Jugendsprache antworten zu können. Sein jüngerer Bruder spricht im ganzen Film kein einziges Wort und bastelt immer abstrusere Dinge zusammen - am Ende startet er mit einem Space Shuttle aus dem heimischen Wohnzimmer.

Auch sonst hält der Film unzählige bizarre Typen und Situationen bereit. Da wären z.B. der extrem aggressive Zeitungsjunge, die schrillen Smiths oder Lanes Freund Charles, der sich in Ermangelung echter Drogen (die gibt es in dem kleinen Kaff nicht) die verschiedensten Sachen in die Nase pfeift. Auch die unglaublich köstliche Mathematikstunde, in der alle Schüler - bis auf Lane - den absolut unverständlichen Ausführungen des Lehrers begeistert lauschen, ist so ein Highlight. Ab und zu erobern Lanes Tagträume den Film. Dann werden plötzlich seine Zeichnungen lebendig und sprechen mit ihm, in einer anderen Szene wähnt sich Lane in der Imbissbude als Frankenstein und erweckt einen Burger zum Leben. Durch all diese Übertreibungen und geradezu surrealen Szenen wird klar: Man erlebt alles quasi aus der Perspektive eines pubertierenden Jugendlichen, und da kann von Realismus natürlich keine Rede sein. Ich find's witzig.

Heute hat der Film noch dazu wegen seines typischen 80er-Jahre-Looks und der Musik für Leute meiner Generation einen nicht zu unterschätzenden Nostalgie-Bonus. Übrigens sollte man sich unbedingt die englische Originalversion anschauen. In der dümmlichen deutschen Synchronisation geht jeglicher Wortwitz zu Gunsten platter Kalauer verloren, außerdem sind die Stimmen allzu sehr auf "lustig" getrimmt. Im Original sprechen die Schauspieler ganz anders. Auch sonst sind viele Dialoge in der deutschen Version einfach nur sinnfrei oder entstellen die Handlung sogar. In diesem Zusammenhang hätte ich eine Frage an euch. Solltet ihr wissen, was "Muppe" ist, dann wäre ich für eine Erklärung dankbar!

DVD-Features:

Tja, hierzu gibt's nicht viel zu sagen, denn Bonusmaterial ist nicht vorhanden. Die Bildqualität ist für einen so alten Film akzeptabel, die Tonqualität der englischen Version auch. Die deutsche Tonspur klingt dumpfer, viele Hintergrundgeräusche werden verschluckt. Das muss aber kein Problem der DVD sein, es liegt vermutlich eher an der Synchronisation.



Better off dead

Obsession? Was soll das denn sein?


Better off dead

Riesengilli mit Rosinen - lecker!


Better off dead

Manche Hausaufgaben ziehen sich wirklich...


Better off dead

Ich will meine zwei Dollar!


Better off dead

Happy End mit Camaro und Saxofon.


J. Kreis, 22.07.2010


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