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Beetlejuice Lottergeist Beetlejuice (USA, 1988)
- Beetle Juice -

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 12
Laufzeit: ca. 88 Minuten

Extras
Bio-/Filmografien (Texttafeln), Tonspur nur mit Filmmusik, Trailer

Regie:
Tim Burton

Hauptdarsteller:
Geena Davis (Barbara Maitland)
Alec Baldwin (Adam Maitland)
Winona Ryder (Lydia Deetz)
Jeffrey Jones (Charles Deetz)
Catherine O'Hara (Delia Deetz)
Michael Keaton (Betelgeuse)
Glenn Shadix (Otho)




Inhalt:

Barbara und Adam Maitland leben in einer ruhigen Kleinstadt. Sie freuen sich auf einen gemeinsamen Urlaub, den sie in ihrem etwas zu großen, aber gemütlichen Haus verbringen wollen. Doch es kommt anders: Als sie mit dem Auto unterwegs sind, läuft ihnen ein Hund über den Weg. Sie wollen ausweichen, dabei stürzt das Auto in einen Fluß. Wenig später finden sie sich in ihrem Haus wieder. Aber wie sind sie dort hingekommen? Und warum können sie es nicht verlassen? Wenn sie durch die Tür treten, geraten sie in eine bizarre Wüstenlandschaft, in denen riesige Ungeheuer Jagd auf sie machen. Weitere seltsame Phänomene sorgen für Beunruhigung. Als Adam und Barbara ein "Handbuch für die jüngst Verstorbenen" finden, in denen die Verhaltensregeln fürs Dasein im Jenseits erklärt sind, wird ihnen klar, dass sie den Autounfall nicht überlebt haben. Mit anderen Worten: Sie sind Geister. Laut Handbuch müssen sie 125 Jahre lang in ihrem Haus bleiben. Allerdings finden sie sich schnell mit dieser Tatsache ab, denn sie sind sich selbst genug und in ihrem Haus haben sie sich schon immer wohl gefühlt. Sie meinen, sich in ihrer neuen Daseinsform über nichts mehr Sorgen machen zu müssen.

Doch da täuschen sie sich. Das Haus wird an die exzentrische New Yorker Familie Deetz verkauft. Charles Deetz, ein Immobilienmakler, ist noch der "normalste" in der Familie. Seine gruftige Tochter Lydia hat Todessehnsüchte, Lydias schrille Stiefmutter Delia betrachtet sich selbst als Künstlerin und stellt in kürzester Zeit das ganze Haus auf den Kopf, wobei sie von ihrem Hausfreund Otho unterstützt wird, der von Innenarchitektur nach eigener Angabe genauso viel versteht wie vom Übersinnlichen (nämlich nichts). Natürlich wollen Adam und Barbara diese Störenfriede loswerden, aber das ist gar nicht so einfach. Das junge Paar versagt kläglich, als es sich in der Rolle von Poltergeistern versucht. Immerhin sind die beiden im Dachgeschoss sicher, denn dessen einzige Zugangstür ist verschlossen. Es gelingt ihnen, die für sie zuständige Geisterbehörde zu erreichen, aber von dort haben sie keine Hilfe zu erwarten. Deshalb wenden sie sich an Betelgeuse (genannt Beetlejuice), einen ebenso bösartigen wie ausgeflippten Dämon, der sich selbst in einem Werbeprospekt (welcher im Handbuch für die jüngst Verstorbenen versteckt war) als "Bio-Exorzist" anpreist. Sie rufen ihn herbei, indem sie dreimal seinen Namen sagen, wollen dann aber doch keine Geschäfte mit ihm machen.

Adam und Barbara freunden sich mit Lydia an, die als einziger Mensch fähig ist, die beiden Geister zu sehen. Lydia erklärt sich bereit, mit ihren Eltern zu reden. Als die jedoch erkennen, dass es echte Geister in ihrem Haus gibt, kommen sie auf die Idee, praktisch die gesamte Kleinstadt in einen Geister-Vergnügungspark zu verwandeln. Davon lassen sie sich nicht einmal abhalten, als sie von Beetlejuice bedroht werden, und laden einen Geldgeber ein, um ihm die Geister zu präsentieren. Mit Othos Hilfe, der das Handbuch für die jüngst Verstorbenen an sich genommen hat, gelingt ihnen das auch, aber die Beschwörung geht schief. Adam und Barbara drohen exorziert zu werden, was ihr endgültiges Ende wäre. Da ruft Lydia Beetlejuice herbei, obwohl sie genauso gut wie die Maitlands weiß, dass der Dämon gefährlich ist. Beetlejuice gibt sich hilfsbereit, stellt aber eine Bedingung: Lydia soll ihn heiraten. Dadurch würde er aus dem Jenseits befreit werden. Als Lydia seinen Namen dreimal ausspricht, ist er frei und entfesselt das Chaos. Adam und Barbara werden zwar von Othos Fluch befreit, schaffen es aber nicht, die von Beetlejuice inszenierte Hochzeitszeremonie zu unterbrechen. Barbara wird sogar in die Wüste außerhalb des Hauses geschleudert. Von dort kehrt sie jedoch im letzten Moment auf dem Rücken eines der Ungeheuer zurück, das Beetlejuice verschlingt.

Einige Zeit später: Die Maitlands und Familie Deetz haben sich arrangiert und leben (soweit man im Fall der Maitlands von "Leben" sprechen kann) einträchtig zusammen in dem großen Haus. Durch die Freundschaft mit den beiden Geistern, die ihr sogar Nachhilfeunterricht geben, verliert Lydia ihre Todessehnsüchte. Beetlejuice erhält seine wohlverdiente Strafe: Er muss im Wartezimmer der "Behörde für das Nachleben" vergammeln...

Der Film:

Filme von Tim Burton waren schon immer "anders", und so ist auch diese Geisterkomödie derart gespickt mit überraschenden Ideen, skurrilen Details, bizarren Ereignissen und schrägen Figuren, dass man ihn x-mal ansehen kann - man wird jedesmal etwas neues entdecken. Möglicherweise sind die bunten, phantasievollen Sets und Kostüme nicht jedermanns Sache, aber als Darsellung einer verrückten Geisterwelt passen sie wunderbar. Ebenso perfekt passt die Filmmusik. Ich weiß nicht, wie ich Tim Burtons Stil beschreiben soll. Vielleicht stellt ihr euch am besten eine Mischung aus Halloween, einem Zirkus und einem Jahrmarkt vor, gewürzt mit beunruhigenden Untertönen und düsteren Andeutungen. Mir gefällt's, und deshalb ist "Beetlejuice" eine meiner Lieblings-Gruselkomödien.

Alec Baldwin und Geena Davis sind Klasse in ihren Rollen als einfache, sympathische Leute und erfolglose Poltergeister. Michael Keaton, der seinerzeit noch am Anfang seiner Karriere war, schlägt natürlich alles. Wer ihn nur aus Batman kennt, wird wahrscheinlich einigermaßen erstaunt feststellen, dass der als Bruce Wayne/Batman so ruhig und beherrscht auftretende Schauspieler ein lupenreiner Komödiant ist. Allein schon die Idee, ihn als "Bio-Exorzisten" arbeiten zu lassen, ist genial. Keaton ist einfach unschlagbar, Over-Acting ist gar kein Ausdruck für das, was er als Beetlejuice veranstaltet. Ich habe gelesen, dass vieles davon improvisiert hat. Jede Szene, in der er auftritt, ist ein echter Brüller. Leider hat er gar nicht so viele Auftritte, wie man meinen könnte. Nicht er ist die Hauptfigur, der Film konzentriert sich ganz auf die Maitlands.

Aber auch die Welt der Toten ist eine Klasse für sich. Das fängt schon mit den Sets an: Die Wüste ist vermutlich als Hommage (oder ironische Anspielung) an Der Wüstenplanet zu verstehen, ein Teil der "Behörde für das Nachleben" sieht aus wie das Cabinet des Dr. Caligari. Da jeder Geist im Jenseits für immer genau so aussieht, wie er im Moment seines Todes ausgesehen hat, ist das "Nachleben" natürlich von den irrsten Gestalten bevölkert. Es würde zu weit führen, alles aufzuführen - jede denkbare Todesart ist vertreten. Man sollte noch erwähnen, dass hierbei ausschließlich "klassische" (maskenbildnerische) Spezialeffekte verwendet worden sind. Vom aktuellen Stand computergenerierter Effekte verwöhnte Zuschauer sollten also nicht zuviel erwarten, enttäuscht wird man aber nicht, denn die Effekte sind durchaus sehenswert. Außerdem tragen sie nicht unerheblich zum Charme des Films bei.

Die DVD:

Die Ausstattung mit Bonusmaterial ist leider recht mager. Ein paar Textinfos zu den Schauspielern und zum Regisseur sowie die eher überflüssige Möglichkeit, eine Tonspur einzuschalten, auf der nur die Filmmusik zu hören ist, sowie ein Trailer - da hätte ich mir mehr gewünscht.

J. Kreis, 22.09.2007
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