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Battlestar Galactica Season 3.2 Battlestar Galactica Season 3.2 (USA, 2006/2007)

DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 16
Laufzeit: ca. 42 Minuten pro Episode, insg. ca. 422 Minuten

Extras:
Audiokommentare, Entfallene Szenen, Videoblogs

Regie:
Michael Rymer, Edward James Olmos, Rod Hardy, Wayne Rose, Michael Nankin, Sergio Mimica-Gezzan

Hauptdarsteller:
Edward James Olmos (Admiral William Adama - "Husker")
Jamie Bamber (Commander Lee Adama - "Apollo")
Katee Sackoff (Captain Kara Thrace - "Starbuck")
Mary McDonnell (Laura Roslin)
James Callis (Dr. Gaius Baltar)
Tricia Helfer (Nummer 6)
Michael Hogan (Colonel Saul Tigh)
Grace Park (Lt. Sharon Agathon - "Athena" / Nummer 8)
Tahmoh Penikett (Lt. Karl C. Agathon - "Helo")
Michael Trucco (Samuel Anders)
Aaron Douglas (Chief Galen Tyrol)
Callum Keith Rennie (Leoben Conoy / Nummer 2)
Dean Stockwell (Cavil / Nummer 1)
Kandyse McClure (Lt. Anastasia Dualla)
Nicki Clyne (Cally Tyrol)
Lucy Lawless (D'Anna Biers / Nummer 3)
Alessandro Juliani (Lt. Felix Gaeta)
Donnelly Rhodes (Dr. Sherman Cottle)
Mark Sheppard (Romo Lampkin)
Rekha Sharma (Tory Foster)
Jennifer Halley (Diana Seelix - "Hardball")




Inhalt:

Die Box enthält die letzten 10 Episoden der dritten Staffel der Battlestar Galactica - Fernsehserie:

3.11: Das Auge des Jupiter (The Eye of Jupiter)

Zwei Wochen lang können die Menschen in Ruhe auf dem Algenplaneten arbeiten und ihre Nahrungsvorräte aufstocken. Galen Tyrol entdeckt ein unterirdisches Gebäude, das als "Tempel der Fünf" identifiziert wird. Es ist ca. viertausend Jahre alt. Also hat der 13. Stamm den jetzt unbewohnten Planeten seinerzeit vermutlich als Zwischenstation auf dem Weg zur Erde genutzt. Der Tempel wird genauer untersucht, gibt seine Geheimnisse aber vorerst nicht preis. Plötzlich springen vier Zylonen-Basisschiffe in den Orbit. Die Zivilflotte springt aus dem System. Die GALACTICA bleibt zurück, denn der Tempel darf dem Feind nicht in die Hände fallen, außerdem sind immer noch Menschen auf der Planetenoberfläche. Eine Pattsituation entsteht, denn die Zylonen vermuten, dass sich das "Auge des Jupiter" in dem Tempel befindet, und dieses Artefakt könnte als Wegweiser zur Erde dienen. Die Zylonen verhandeln und bieten den Menschen sogar die Auslieferung Baltars an. Adama droht mit der Vernichtung des Tempels durch Atomwaffen, falls die Zylonen angreifen sollten. Die Zylonen setzen insgeheim einen Landetrupp ab. Als Starbuck die Zenturios entdeckt, wird ihr Raptor von ihnen abgeschossen. Zwischen Anders und Apollo, die sich ebenfalls auf dem Algenplaneten befinden, entbrennt ein Streit, denn Anders (der über die neu aufgeflammte Beziehung zwischen Apollo und Starbuck im Bilde ist) will seine Frau unbedingt retten. Apollo befiehlt ihm zu bleiben, er soll bei der Verteidigung des Tempels helfen.

Athena hat von einem ihrer eigenen Doubles erfahren, dass Hera noch lebt, aber erkrankt ist. Von Adama (der auch nichts davon wusste) fordert sie, ihr Kind sehen zu dürfen - aber es befindet sich auf einem der Basisschiffe. Gaeta findet heraus, dass sich die Sonne des Algenplaneten demnächst in eine Supernova verwandeln wird. Das scheint auch den Zylonen bekannt zu sein, denn sie schicken sechs schwere Jäger zum Algenplaneten. Auf einem davon befinden sich Baltar und Nummer 3; die beiden lassen Caprica-6 zu deren großer Enttäuschung zurück. Sie glauben, im Tempel Hinweise auf die fünf noch unbekannten Zylonen finden zu können. Baltar will undbedingt die Gesichter dieser "letzten fünf" sehen, um zu erfahren, ob er selbst einer von ihnen ist. Adama reagiert mit drastischen Maßnahmen auf den Start der Zylonenjäger: Er lässt die Atomraketen der GALACTICA abschussklar machen. Die Zylonen halten das für einen Bluff.

3.12: Die Supernova (Rapture)

Als die Vorbereitungen für den Abschuss der Atomraketen immer weitergehen, rufen die Zylonen ihre Jäger zurück. Baltar und Nummer 3 fliegen jedoch eigenmächtig weiter und landen auf dem Algenplaneten, wo Apollos Leute bereits in Feuergefechte mit den Zenturios verwickelt sind. Sie versuchen die Zylonen solange vom Tempel fernzuhalten, bis Tyrol das Auge des Jupiter gefunden hat. Dessen Bemühungen bleiben jedoch vergeblich. Dualla marschiert auf Apollos Befehl zu Starbucks Absturzstelle. Sie hilft der Verletzten und repariert den Raptor. In der GALACTICA verlangt Athena von Helo, sie zu erschießen, damit sie downloaden und wiedergeboren werden kann - das ist die einzige Möglichkeit, das Basisschiff zu erreichen, in dem ihr Kind gefangen gehalten wird. Dort wird Athena von Caprica-6 begrüßt, die ihr hilft, mit dem Kind zu fliehen und zur GALACTICA zurückzukehren. Sie tötet sogar eine Sharon Valerii-Kopie, die das Kind bedroht. Caprica-6 ist davon überzeugt, dass der Menschen-Zylonen-Hybrid von entscheidender Bedeutung für die Zukunft beider Völker ist. Nur in der GALACTICA kann das kranke Kind angemessen behandelt werden. Caprica-6 wird in der GALACTICA sofort verhaftet. Als die Sonne des Algenplaneten zur Supernova wird, muss der Tempel geräumt werden. Somit ist der Weg für Baltar und Nummer 3 frei. Sie entschärfen die von Tyrols Leuten angebrachten Sprengladungen. Als die Sonne zu pulsieren beginnt, erkennt Tyrol, dass dieses Phänomen identisch mit dem "Auge des Jupiter" sein muss. Das Licht der Supernova löst im Tempel eine Art Projektion aus. Nummer 3 sieht fünf menschliche Gestalten und erkennt ihre Gesichter, kann Baltar aber nichts mehr davon erzählen. Die Vision war zuviel für sie; sie stirbt. Tyrols Leute, die wegen der fehlgeschlagenen Sprengung in den Tempel zurückgekehrt sind, nehmen Baltar gefangen. Die GALACTICA springt nach der Evakuierung des Algenplaneten zum Sammelpunkt der Flotte. Die Zylonen-Basisschiffe sind schon zuvor aus dem System gesprungen, das nun durch die Supernova vollständig zerstört wird. Die anderen Zylonenmodelle sind nicht erfreut über den Alleingang von Nummer 3 und deaktivieren die gesamte Modellserie.

Gaeta vermutet, dass der 13. Stamm die Supernova vorhergesehen hat, und dass sie als Wegweiser zu einem stellaren Nebel dient, der ein Überrest einer anderen, 4000 Jahre zurückliegenden Supernova ist. Helo erkennt eine merkwürdige Parallele: Die Symbole, die im Tempel der Fünf gefunden wurden, sehen fast genauso aus wie ein Bild, das er seinerzeit in Starbucks Wohnung gesehen hat. Als er Starbuck danach fragt, erklärt sie, sie habe derartige Bilder seit ihrer Kindheit immer wieder gemalt, ohne zu wissen warum. Sie erinnert sich an etwas, das Leoben Conoy (das humanoide Zylonenmodell Nr. 2) ihr einmal gesagt hat: Angeblich hat sie ein Schicksal, das bereits geschrieben steht.

3.13: Zuckerbrot und Peitsche (Taking a Break from all your Worries)

Da vermutet wird, dass Baltar den Zylonen etwas über den Weg zur Erde verraten haben könnte, wird er verhört und gefoltert. Er tritt in Hungerstreik und versucht sich zu erhängen, doch er wird zwangsernährt und der Selbstmordversuch wird vereitelt. Es ist aber kaum etwas aus ihm herauszubringen. Die Menschen erfahren lediglich von der Existenz der "letzten Fünf". Als die "Peitsche" sich als wirkungslos erweist, wird zu Tighs Missfallen das "Zuckerbrot" eingesetzt. Gaeta soll versuchen, Baltars Vertrauen zu gewinnen. Baltar ist jedoch zu gerissen; er durchschaut die Sache und schafft es sogar, es so aussehen zu lassen, als habe er es Gaeta seinerzeit auf Neu-Caprica ermöglicht, den Widerstandskämpfern brisante Informationen zuzuspielen. Gaeta rastet aus und versucht Baltar zu töten, wird aber daran gehindert. Roslin begreift, dass sie Baltars Folterung nicht zuletzt deshalb zugestimmt hat, weil sie ihn einfach leiden sehen wollte. Adama schlägt vor, den Verräter verschwinden zu lassen, doch die Präsidentin will ihn jetzt vor ein ordentliches Gericht stellen.

Derweil kriselt es in Apollos und Starbucks Ehen. Starbuck würde Anders für Apollo aufgeben, doch der entscheidet sich dafür, seine Frau nicht zu verlassen, und bittet Dualla um eine zweite Chance.

3.14: Allein gegen den Hass (The Woman King)

Im Steuerbord-Hangardeck der GALACTICA sind ca. 300 Zivilisten untergebracht, die von Helo betreut werden. Dazu gehören einige Dutzend Sagittarier, die von den anderen misstrauisch behandelt werden, denn sie gelten als Fundamentalisten, die archaischen Glaubensritualen frönen. Sie werden als wertlos betrachtet, zumal sie sich auf Neu-Caprica nicht am Widerstand beteiligt haben. Außerdem schleppen sie eine Krankheit ein, die sich schnell ausbreitet. Sie könnte zwar leicht behandelt werden, doch die Sagittarier verweigern aus religiösen Gründen jegliche Medikamentierung. So kommt es bald zu den ersten Todesfällen. Als auch Sagittarier sterben, die von Dr. Michael Robert, einem Zivilarzt, behandelt wurden (teils auch gegen ihren Willen), schöpft Helo Verdacht. Er findet Unterlagen, denen zufolge fast alle Sagittarier, die von Dr. Robert auf Neu-Caprica behandelt wurden, ebenfals gestorben sind. Er ist daher geneigt, den Sagittariern zu glauben, die Robert einen Mörder nennen. Bei der Schiffsführung stößt er damit aber auf taube Ohren und bekommt sogar Ärger mit Adama, denn Robert ist ein angesehener Mann und ein persönlicher Freund von Dr. Cottle. Auf Bitten Helos führt dieser jedoch eine Autopsie an einem der Todesopfer durch. So wird Robert schließlich doch als Mörder entlarvt. Er behauptet, er habe die Sagittarier ermordet, da sie ohnehin gestorben wären. Angeblich wollte er den Impfstoff für "würdigere" Menschen aufsparen. Adama entschuldigt sich bei Helo.

3.15: Bis nächstes Jahr (A Day in the Life)

49 Tage ohne Feindkontakt sind vergangen. Der Prozess gegen Baltar wird vorbereitet. Präsidentin Roslin schlägt vor, dass Apollo ihn leiten soll. Admiral Adama wird an seinem Hochzeitstag von Erinnerungen an seine tote Frau Carolanne geplagt. Er hatte sich viele Jahre vor dem Zylonenüberfall von ihr getrennt, konnte dies aber nie verwinden und macht sich immer noch Vorwürfe, weil er nicht für seine Söhne da gewesen ist. Ausgerechnet an diesem Tag ereignet sich beinahe eine Katastrophe, denn Chief Tyrol und seine Frau Cally (die wegen ihres kleinen Kindes eigene Probleme haben) geraten in Lebensgefahr, als sie eine Luftschleuse reparieren, die monatelang nicht mehr benutzt wurde und bei den letzten Kämpfen schwer beschädigt worden ist. Wegen eines kleinen Lecks, das schnell größer wird, schließt sich die Innentür automatisch und lässt sich nicht mehr öffnen. Den Tyrols droht der Erstickungstod. Sie können nur gerettet werden, indem die Außentür gesprengt wird. Die Tyrols werden ins All geschleudert und dort von einem Raptor aufgenommen. Sie überleben das riskante Manöver mit vergleichsweise leichten Verletzungen.

3.16: Streik! (Dirty Hands)

Baltar schafft es sogar aus der Gefängniszelle heraus, die Verhältnisse in der Flotte zu destabilisieren. Sein Anwalt schmuggelt Seite für Seite eines von Baltar verfassten Textes aus der Zelle, der als Buch herausgegeben wird. Darin stilisiert Baltar sich selbst als Mann des Volkes, als Angehöriger einer Unterschicht, die sich seiner Meinung nach in der Flotte bildet und von der Oberschicht ausgebeutet wird. Der Text findet großen Anklang, denn in der Tat stammen fast alle Offiziere ausschließlich von den reichen Kolonien, während Menschen von den armen Kolonien stets die einfachen Arbeiten zu verrichten haben. Verschiedene Geschehnisse scheinen Baltar Recht zu geben, der behauptet, die Oberschicht (namentlich Adama) setze alles daran, die Unterschicht klein zu halten. So wird der Antrag der Deckarbeiterin Seelix, die sich zu den Viper-Piloten versetzen lassen wollte und alle Tests bestanden hat, mit einer dürftigen Begründung abgelehnt. Außerdem müssen viele Arbeiter unter unmenschlichen Bedingungen schuften. Das trifft vor allem für die Mannschaft des Raffinerieschiffes zu, in dem der für die Flotte so wichtige Tylium-Treibstoff hergestellt wird. Als es zu einem Unfall mit einem Raptor kommt, der mit verunreinigtem Tylium betankt wurde, lässt Roslin den Chef des Raffinerieschiffes verhaften. Da er aus Baltars Buch zitiert hat, geht sie davon aus, dass es sich um einen Sabotageakt gehandelt hat. Chief Tyrol soll die Tylium-Produktion wieder zum Laufen bringen.

Das gelingt ihm auch, aber allmählich wird Tyrol klar, dass sich in der Flotte wirklich eine Zweiklassengesellschaft oder ein starres Kastensystem zu entwickeln beginnt: Jeder wird in seine künftige Rolle hineingeboren und hat kaum Chancen, daraus auszubrechen. Tyrol versucht, die unmenschlichen Arbeitsbedingungen im Raffinerieschiff zu verbessern, stößt damit jedoch bei der Flottenfühurng zunächst auf taube Ohren. Roslin stimmt schließlich wenigstens einem Austauschprogramm zu, das die Arbeiter entlasten soll. Dann kommt es jedoch zu einem Unfall mit einem der Zivilisten, die auf das Raffinerieschiff abgeordnet wurden. Das ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Tyrol legt die Raffinerie still und ruft einen Streik aus. Tyrols ebenfalls völlig überarbeitete Hangardeck-Crew schließt sich dem an, und so kommt es zum Generalstreik in der Flotte. Adama kann das nicht dulden, schließlich ist Tyrol kein Zivilist, sondern Soldat. Als er Tyrol mit der Erschießung Callys droht, bläst der Chief den Streik ab. Allerdings wird ihm die gewünschte Audienz bei der Präsidentin gewährt. Diese stimmt seinem Vorschlag eines Rotationsverfahrens zu, damit die Arbeiter sich erholen können. Tyrol, der schon auf Neu-Caprica Gewerkschaftsführer war, soll diese Rolle wieder übernehmen. Wenig später zeigt sich, dass die Schiffsführung wirklich umdenken will: Seelix wird doch noch zum Ensign befördert und zur Pilotin ausgebildet.

3.17: Ruf aus dem Jenseits (Maelstrom)

Starbuck wird von Erinnerungen an ihre problematische Kindheit gequält. Ihre Mutter hatte sie misshandelt und überzogene Ansprüche an sie gestellt. Außerdem hat die Viper-Pilotin immer wieder Visionen, in denen Leoben Conoy und das im Tempel der Fünf gefundene Mandala-Symbol wichtige Rollen spielen. Derweil werden die Schiffe im Schutz eines Gasplaneten aufgetankt, dessen Synchrotronstrahlung sie vor der Ortung durch Zylonen schützt. Während eines Patrouillenfluges sieht Starbuck einen Zylonenjäger und verfolgt ihn. Dabei gerät sie in eine Sturmzone der Planetenatmosphäre, die dem Mandala ähnelt. Sie fliegt gerade noch rechtzeitig hinaus, bevor ihr Jäger zerquetscht wird. Allerdings zeigen die Aufnahmen ihrer Bordkamera nichts an. Obwohl Apollo nicht daran denkt, seine beste Pilotin wegen möglicher Halluzinationen aus dem Verkehr zu ziehen, werden Starbucks sonstige Probleme nun auch noch durch Selbstzweifel verschlimmert. Bei einem weiteren Patrouillenflug wiederholen sich die Ereignisse. Erneut sieht Starbuck einen Zylonenjäger und erneut gerät sie in die Sturmzone. Sie verliert das Bewusstsein und hat eine Vision, in der Leoben (oder eine Entität in Leobens Gestalt) ihr klarmacht, dass der Tod nichts schlimmes ist. "Leoben" will Starbuck zeigen, was zwischen Leben und Tod liegt. Und so fliegt Starbuck absichtlich immer tiefer in die Atmosphäre hinein, bis ihre Viper explodiert. Apollo, der ihr gefolgt ist, kann ihren Tod nicht verhindern und entkommt selbst nur mit knapper Not.

3.18: Berufung (The Son also rises)

Auch zwei Wochen nach Starbucks Tod ist Apollo noch so sehr neben der Spur, dass Admiral Adama ihn vom Flugdienst abzieht und ihm eine neue Aufgabe zuweist: Er soll Romo Lampkin beschützen, einen Anwalt, der Baltar verteidigen soll. Dieser Schutz ist dringend nötig, denn ein Unbekannter hat bereits einen Anschlag verübt und den Mann getötet, der ursprünglich als Baltars Verteidiger vorgesehen war. Apollo ist fasziniert von seinem eloquenten, aber auch etwas undurchsichtigen und kleptomanisch veranlagten Schützling. Er riskiert sogar einen Streit mit seinem Vater, als er es dem Anwalt ermöglich, mit Baltar und Caprica-6 zu sprechen sowie Akten aus der Colonial One zu besorgen, denn dabei fällt er fast einem weiteren Anschlag zum Opfer. Etwas irritiert beobachtet Apollo, wie Lampkin sowohl seinen Klienten als auch die Zylonin manipuliert. Adama will Apollo von dem Fall abziehen, doch der weigert sich hartnäckig. Er fühlt sich dazu berufen, Lampkin weiterhin zu helfen. Der Anwalt überlebt einen dritten Bombenanschlag nur knapp. Ausgerechnet seine Kleptomanie hilft bei der Aufklärung der Sache, denn er hat einem Deckoffizier ein Objekt abgenommen, dessen Verwendungszweck er nicht kennt - wohl aber Apollo: Es ist der Bestandteil einer Bombe. So kann der Attentäter verhaftet werden.

3.19 / 3.20: Am Scheideweg, Teil I und II (Crossroads, Part I & II)

Während die Flotte sich allmählich dem stellaren Nebel nähert, wo man weitere Hinweise auf die Position der Erde zu finden hofft, hören Tigh und andere Menschen eine seltsame Musik, die aus dem Nichts zu kommen scheint. Es wird festgestellt, dass die Flotte immer noch von fünf zylonischen Basisschiffen verfolgt wird. Tigh erfährt von Caprica-6, dass die Zylonen eine vom Tylium-Schiff ausgehende Strahlung orten können. Auf eine Reparatur wird vorerst verzichtet, denn mit diesem Schiff sollen die Zylonen in die Irre geführt und von der Flotte weggelockt werden. In diesen Tagen beginnt der Prozess gegen Gaius Baltar. Es erweist sich als schwierig, ihm irgendein konkretes Verbrechen nachzuweisen. Viele Menschen halten ihn für unschuldig, manche sehen in ihm sogar so etwas wie einen Heilsbringer. Lampkin setzt alles daran, Baltars Taten zu relativieren und jeden einzelnen Zeugen zu diskreditieren, der ihn belasten könnte, was ihm mit Apollos Hilfe auch gelingt. Adamas Sohn hat herausgefunden, dass Roslin wieder Chamalla (eine halluzinogene Droge) zu sich nimmt. Als er sie dazu bringt, das vor Gericht zuzugeben, ist es mit der Glaubwürdigkeit der Präsidentin vorbei. So wird auch bekannt, dass ihr Krebs zurückgekehrt ist, und es kommt zum endgültigen Bruch zwischen Apollo und seinem Vater. Apollo tritt aus dem Militär aus.

Apollo hätte die Möglichkeit, das Gerichtsverfahren platzen zu lassen, denn sein Vater (einer der Richter) hat bei einem Vieraugengespräch mit ihm keinen Zweifel daran gelassen, dass Baltar seiner Meinung nach keinen fairen Prozess verdient. Apollo verrät jedoch nichts davon, sondern führt ein eindringliches Plädoyer für Baltar. Er führt dem Gericht vor Augen, dass sich viele Menschen schuldig gemacht haben - so auch die Widerständler auf Neu-Caprica, "Der Kreis" und andere - denen jedoch vergeben wurde. Baltar, so meint er, kann nicht auf Vergebung hoffen, weil er den Menschen aufgrund seiner Arroganz und Feigheit einfach unsympathisch ist, so dass er der prädestinierte Sündenbock ist. Als das Gericht Baltar mit 3 zu 2 Stimmen freispricht, weil seine Schuld nicht bewiesen werden kann, kommt es zu Tumulten. Roslin ist nicht erfreut, als sie erfährt, dass auch der Admiral für den Freispruch gestimmt hat. Baltar muss sich nun mit dem Gedanken anfreunden, ganz allein mitten unter Feinden leben zu müssen, denn weder Lampkin noch Apollo haben die Absicht, ihm weiterhin zu helfen. Er findet aber bald Unterschlupf bei seinen Anhängern.

Als die Flotte endlich den Ionischen Nebel erreicht, fällt plötzlich in allen Schiffen die Energieversorgung aus. Kaum ist der Strom wieder da, wird eine gewaltige Zylonenflotte geortet - und aufgrund der Energieschwankung kann die Flotte erst in 20 Minuten springen. Apollo legt nun doch wieder die Uniform an und schließt sich den Jägern an, die sich dem Feind entgegenstellen. Durch die seltsame Musik werden vier Personen zusammengeführt. Colonel Tigh, Samuel Anders, Galen Tyrol und Tory Foster (Roslins Assistentin) treffen sich und erkennen, dass sie Zylonen sind - sie sind vier der "letzten fünf". Trotz dieser Erkenntnis kehren sie zu ihren Pflichten zurück. Apollo fängt ein unbekanntes Signal auf und folgt ihm. Er traut seinen Augen nicht: Es ist eine Viper, und im Cockpit sitzt Starbuck. Sie sagt, sie sei auf der Erde gewesen und werde die Flotte dort hinführen.

Die Episoden:

In meinem Archiv findet ihr...

...Informationen zur klassischen Fernsehserie
...eine Review zur Remake-Miniserie
...eine Review zur ersten Staffel der Remake-Fernsehserie
...eine Review zur zweiten Staffel der Remake-Fernsehserie (Teil 1) und (Teil 2)
...eine Review zur dritten Staffel der Remake-Fernsehserie (Teil 1)

In diesen Reviews bin ich schon ausführlich genug auf die TV-Serie eingegangen. Die zweite Hälfte der dritten Staffel hat zwar wieder einen starken Auftakt, fällt dann meiner Meinung nach aber gegenüber der ersten Hälfte deutlich ab. Die Handlung tritt fast bis zum Ende der Staffel mehr oder weniger auf der Stelle, sie konzentriert sich zu sehr auf verschiedene Beziehungskisten (vor allem das Viereck Apollo/Dualla/Anders/Starbuck), die mich nicht die Bohne interessieren, und auf den Prozess gegen Baltar. Es werden zwar wieder interessante moralische Fragen gestellt, auch gibt es einen Rückblick auf Admiral Adamas Vergangenheit, weitere Hinweise auf den 13. Stamm werden gefunden und endlich wird mein sehnlichster Wunsch erfüllt: Starbuck stirbt. Oder auch nicht, wie sich am Schluss herausstellt, was allerdings vorherzusehen war. Insgesamt aber können mich die Episoden weder bei isolierter Betrachtung noch im Gesamtkontext der Serie so begeistern, wie es bei den meisten Episoden der ersten Hälfte der Fall war.

Erst in der abschließenden Doppelfolge nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf. Wir erfahren, wer die "letzten Fünf" sind. Jedenfalls kennen wir die Identität von vieren. Wer könnte der letzte sein? Heiße Anwärter sind Laura Roslin, Baltar und Starbuck. Roslin kommt in Frage, weil sie genau wie die Zylonen in der Lage ist, sich in fiktive Umgebungen hineinzuversetzen und dort anderen Zylonen (Athena) zu begegnen. Außerdem reagiert auch sie merkwürdig, als der Ionische Nebel erreicht wird. Baltar hat für die Zylonen sowieso eine besondere Bedeutung und seine "innere Nummer 6" könnte ein weiterer Hinweis sein. Für Starbuck würde sprechen, dass sie schon als Kind Visionen vom Symbol im Tempel der Fünf hatte. Die Musik, die die "letzten fünf" hören, ist "All along the Watchtower" von Bob Dylan bzw. Jimi Hendrix. Anscheinend hat irgendwer diesen Song als Signal verwendet, um die "Schläfer" zu aktivieren. Eigentlich kann das Signal also nur von der Erde kommen. Die Frage ist, was damit bezweckt werden soll und welche Funktion bzw. welchen Stellenwert die "letzten fünf" haben. Kennen die Menschen von der Erde die Zylonen? Haben sie die "letzten fünf" erschaffen? Sind vielleicht gar alle Bewohner der 12 Kolonien nichts anderes als humanoide Zylonen? Wird die Zivilflotte die Erde erreichen oder von der Zylonenflotte vernichtet werden? Das sind die Fragen, die das Interesse bis zur vierten und letzten Staffel der Serie wach halten sollen. So allmählich verlieren diese Rätsel aber doch ihren Reiz.

Immerhin wird Wert auf eine glaubwürdige, realistische Aufarbeitung der Situation in der Flotte gelegt. Apollo spricht endlich mal aus, was mir schon lange klar war: Im Grunde hat das Sozialgefüge der 12 Kolonien längst aufgehört zu existieren; die Menschen klammern sich nur noch an die Reste ihrer Gesellschaftsform, um nicht in totales Chaos abzugleiten. In der klassischen Serie wurden die alltäglichen Probleme, die sich durch das Zusammenleben tausender Flüchtlinge unter teils erbärmlichen Bedingungen in nicht besonders großen Raumschiffen ergeben, mehr oder weniger ausgeblendet. In der neuen Serie wird klar, dass sich tatsächlich eine Art Oberschicht rund um Adama entwickelt, die dazu tendiert, den Kontakt mit den einfachen Leuten zu verlieren und allzu leicht über deren Probleme hinwegzugehen, da es nicht ihre eigenen sind. In Ep. 16 stellt Adama auch wieder einmal unter Beweis, dass er viel härter ist als sein Alter Ego in der klassischen Serie. Es ist zwar nicht klar, ob er Cally wirklich hätte erschießen lassen, aber er war zumindest sehr überzeugend - Edward James Olmos spielt diese Rolle hervorragend. Auf der anderen Seite kann man aber auch die Motive der "Oberschicht" nachvollziehen. Adama hatte gar keine andere Wahl: Er musste gegen den Streik vorgehen, denn Tyrol & Co. können als Angehörige des Militärs gar nicht streiken, sie können nur meutern. Wenn Adama nicht riskieren will, dass die letzten Überreste einer mühsam gewahrten Ordnung zerfallen, dann muss er sie mit aller Gewalt zusammenhalten.

Dann der Prozess gegen Baltar, mit dem eine faszinierende neue Figur eingeführt wird: Der Anwalt Lampkin. Ihm ist es egal, was andere über ihn denken. Er macht sich über seine Mitmenschen lustig, durchschaut alle und wendet alle Tricks und Kniffe an, die ihm als Anwalt zur Verfügung stehen. Er ist nicht das Klischee des "guten" Anwalts, der nur Mandanten verteidigt, von deren Unschuld er überzeugt ist. Im Gegenteil: Es geht ihm gar nicht darum, Baltars Unschuld zu beweisen. Für ihn als Anwalt ist das bedeutungslos, schließlich stellt sich nur die Frage, ob man Baltar ein konkretes Verbrechen nachweisen kann. Dass Baltar ein intriganter Egoist ist, der notfalls über Leichen geht und Verrat an der Menschheit verübt hat, ist auch Lampkin klar, aber für eine Verurteilung reicht das nicht. Für Lampkin, den Anwalt, ist es deshalb völlig legitim, einfach nur die Zeugen der Anklage in ein schlechtes Licht zu rücken. Im Falle von Lee Adama ist das nicht so einfach. Seine Motive dafür, bei Lampkins kleiner Scharade mitzuspielen, habe ich nicht ganz verstanden. Vielleicht hat er sich ja einfach ausnutzen lassen, ohne es zu bemerken. Ging es ihm nur dazum, Roslin bloßzustellen, um seinem Vater eins auszuwischen? Wie passt das mit seinem Idealismus zusammen? Erst durch sein Plädoyer in der letzten Episode wird das etwas klarer. Übrigens finde ich es ziemlich seltsam, dass die Anklage sich alle Mühe gibt, sich selbst zu diskreditieren oder Lampkin Futter für die Verteidigung zu geben.

Trotz eines unübersehbaren Durchhängers bleibt die Serie gute Unterhaltung auf hohem Niveau. Die Frage ist nur: Wird die letzte Staffel alle offenen Fragen zufriedenstellend beantworten? Man darf gespannt sein.

Die DVD:

Auch das Bonusmaterial dieser Box ist nicht so interessant wie das der Box mit der 1. Hälfte der 3. Staffel. Abgesehen von eher kurzen nicht verwendeten Szenen, die allesamt tatsächlich verzichtbar sind, findet man Audiokommentare und 11 zwischen 3 und 4 Minuten lange Videoblogs vor, in dem einzelne Aspekte der Serie und der Dreharbeiten näher beleuchtet werden.

J. Kreis, 08.12.2009
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