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Battlestar Galactica Razor Battlestar Galactica: Razor (USA, 2007)

DVD Regionalcode 2, Universal
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 81 Minuten bzw. 99 Minuten (Verlängerte Version)

Extras
- Extended Version
- Entfallene Szenen
- Audiokommentar - Extended Version
- Season 4 Sneak Peek
- Minisodes

Regie:
Felix Enriquez Alcala

Hauptdarsteller:
Michelle Forbes (Admiral Helena Cain)
Stephanie Chaves-Jacobsen (Major Kendra Shaw)
Jamie Bamber (Major Lee Adama - "Apollo")
Katee Sackoff (Captain Kara Thrace - "Starbuck")
Edward James Olmos (Admiral William Adama - "Husker")
Tricia Helfer (Gina Inviere - "Nummer 6")
Campbell Lane (Der Hybrid)
James Callis (Dr. Gaius Baltar)
Nico Cortez (junger William Adama)
Grace Park (Sharon Valerii)




Inhalt:

Am letzten Tag des ersten Krieges gegen die Zylonen verfolgt der Viper-Pilot William Adama bei seinem ersten Kampfeinsatz zwei Gegner bis in die Atmosphäre eines Planeten. Einen schießt er ab, der andere rammt ihn, so dass die Viper abstürzt. Adama steigt aus und landet mit dem Fallschirm. Er entdeckt eine Forschungseinrichtung der Zylonen, in der grausige Experimente mit gefangenen Menschen durchgeführt wurden. Die Opfer wurden viviseziert. Ihre Körperteile und Organe sollten offenbar mit maschinellen Elementen verschmolzen werden. Es gibt Überlebende, aber es gelingt Adama nicht, sie zu befreien. Mit knapper Not kann er sich selbst aus der Anlage retten, bevor diese abhebt und im All verschwindet. Über Funk erhält Adama die Nachricht, dass der Krieg beendet sei.

Zu den weiteren Geschehnissen siehe Kampfstern Galactica.

41 Jahre nach Kriegsende brechen die Zylonen das Waffenstillstandsabkommen. Sie haben sich weiterentwickelt und verfolgen einen bestimmten Plan. Es gibt humanoide Zylonen, die als Spione eingesetzt werden. Durch Verrat fallen ihnen die Codes für alle Computersysteme der Menschen in die Hände, so dass sie fast die gesamte Flotte und sämtliche Kolonien der Menschen im Handstreich vernichten können. Der von Admiral Helena Cain befehligte Kampfstern PEGASUS gehört zu den wenigen Raumschiffen, die dem Genozid entkommen. Mit an Bord sind Kendra Shaw, eine junge Offizierin, die ihren Dienst auf dem Kampfstern zu Cains Missfallen nur als Sprungbrett für eine Karriere im Flottenkommando betrachtet hat, und Gina Inviere, Systemanalytikerin und Geliebte Cains. Durch Erkundungsflüge wird das Ausmaß der Katastrophe deutlich. Cains Charisma ist es zu verdanken, dass die Besatzung nicht verzweifelt. Sie schwört ihre Leute auf einen Rachefeldzug ein. In der folgenden Zeit führt die PEGASUS einen Guerillakrieg gegen die Zylonen. Bald zeigt sich, dass Cain vor nichts zurückschreckt, um ihre Ziele zu erreichen - möglicherweise hat sie die Grenze zum Wahnsinn bereits überschritten. Sie glaubt, man müsse zu einer gnadenlosen, gefühllos-kalten Waffe (einem "Razor" - Rasiermesser) werden, um den Krieg zu überleben. Als sich die PEGASUS beim Angriff auf ein taktisch eher unbedeutendes Ziel einer riesigen Übermacht gegenübersieht, will Cain alle Reserven in den Kampf werfen. Ihr kommandierender Offizier (XO) weigert sich, diesen Befehl auszuführen. Cain erschießt ihn kaltblütig vor den Augen der Brückencrew. Die PEGASUS erleidet schwere Schäden, viele Menschen sterben.

Zylonen entern die PEGASUS. Beim Abwehrkampf erschießt Shaw eine Doppelgängerin Gina Invieres und enttarnt die angebliche Systemanalytikerin als zylonische Spionin. Cain lässt sie verhaften und grausam foltern, um alles aus ihr herauszuholen, was sie weiß. Als Kontakt zu 15 Zivilschiffen hergestellt wird, die aus den Kolonien geflohen sind, trifft Cain eine weitere unmenschliche Entscheidung. Die Zivilisten werden nicht etwa gerettet. Stattdessen werden sie gezwungen, alles an Menschen und Material an die PEGASUS zu überstellen, was dort gebraucht werden kann - der Rest wird zurückgelassen. Als sich einige der Zivilisten weigern, dieser Forderung nachzukommen, lässt Cain ihre Soldaten auf die wehrlosen Menschen schießen. Shaw feuert den ersten Schuss ab. Damit steigt sie zwar in Cains Achtung und verdient sich eine Beförderung, aber sie wird die Erinnerung an dieses Ereignis nie mehr los. Sie bekämpft ihre quälenden Gewissensbisse, indem sie sich Drogen spritzt.

Was mit der PEGASUS weiter geschieht, erfahrt ihr in Episode 10 und Episode 11/12 der zweiten Staffel von "Battlestar Galactica".

Zehn Monate nach der Vernichtung der Kolonien gehört die PEGASUS zu einer kleinen vom Kampfstern GALACTICA angeführten Flotte, die auf der Suche nach der Erde ist und vor den Zylonen flieht. Cain ist tot, Shaw ist wegen ungehorsamen Verhaltens in Ungnade gefallen und wurde zum Küchendienst abkommandiert. Als Lee Adama zum neuen Kommandanten der PEGASUS ernannt wird, gibt er Shaw den Posten des XO. Dies soll eine Geste sein, die der demoralisierten Crew der PEGASUS deutlich machen soll, dass Adama Cains Erbe achtet. Der erste Auftrag der PEGASUS unter Adamas Kommando ist eine Rettungsmission. Ein zur Erforschung der Überreste einer Supernova ausgesandter Raptor ist überfällig. Die PEGASUS macht sich auf die Suche nach dem Schiff. Dabei wird der Kampfstern von altertümlichen Zylonenjägern angegriffen, die anscheinend eine Basis beschützen, von deren Existenz bisher niemand etwas geahnt hat. Sharon Valerii berichtet von einer zylonischen Legende, der zufolge die Zylonen während des ersten Krieges an der Erschaffung der ersten humanoiden Modelle gearbeitet haben. Das Ergebnis dieser Experimente (an die William Adama sich nur zu gut erinnert) waren Mischwesen - teils Mensch, teils Maschine. Diese Hybriden werden auch heute noch eingesetzt, sie steuern die Zylonen-Basisschiffe. Der erste Hybrid hat sich dem Zugriff der Zylonen entzogen und versucht seitdem, sich selbständig weiterzuentwickeln. Er wird von Zylonen-Zenturios alten Modelltyps beschützt, die der Stilllegung ihrer Baureihe auf unbekannte Weise entkommen sind.

Dr. Baltar holt die Koordinaten der Basis aus dem Bordcomputer eines im Landedeck abgestürzten Zylonenjägers. Die PEGASUS springt dorthin, zieht die Aufmerksamkeit der Zylonen auf sich und fliegt mit Sublichtgeschwindigkeit davon. Plangemäß folgen die zylonischen Jäger dem Kampfstern, so dass ein kleines Team unbemerkt in die Basis (ein großes Raumschiff) eindringen kann. Starbuck und Shaw führen das Team an. Erwartungsgemäß wird die Besatzung des verschwundenen Raptors gefunden, aber nur zwei Zivilisten sind noch am Leben. Zenturios greifen an. Shaw wird verwundet und bleibt zurück, um die mitgebrachte Atombombe manuell zu zünden (der Zeitzünder wurde beschädigt). Das ist ihre Wiedergutmachung für die Verbrechen, die sie unter Cains Kommando begangen hat. Die anderen werden von einem Raptor evakuiert. Bevor Shaw die Bombe zündet, findet sie den Hybriden und spricht mit ihm. Er behauptet, Starbuck werde die Menschen in den Untergang führen. Shaw will diese Warnung an die PEGASUS weitergeben, aber der Funk wird gestört. Shaw zündet die Bombe. Das Zylonenschiff wird vollständig vernichtet.

Was die Zukunft für die PEGASUS, die GALACTICA und den Rest der Menschen aus den zwölf Kolonien bereithält, erfahrt ihr in den weiteren Folgen der oben bereits verlinkten zweiten Staffel, sowie in Teil 1 und Teil 2 der dritten Staffel von "Battlestar Galactica".

Der Film:

"Razor" ist Bestandteil der Fernsehserie "Battlestar Galactica". Die Haupthandlung findet kurz vor der Besiedlung von Neu-Caprica am Ende der zweiten Staffel statt. Der Film kann außerdem als Überleitung von der dritten zur vierten Staffel betrachtet werden. Am Ende der dritten Staffel taucht die tot geglaubte Starbuck wieder auf und behauptet, sie könne die Flotte zur Erde führen. Es geschieht also genau das, wovor der Hybrid gewarnt hat. Solltet ihr keine BSG-Fans sein, dann kann ich euch beruhigen: Man braucht eigentlich keine "Vorkenntnisse", um den Film zu verstehen, und er ist in sich abgeschlossen, so dass man auch die weitere Fernsehserie nicht anschauen müsste. Fans werden sich jedoch über viele kleine Anspielungen und Querverweise freuen, was den Film noch weiter aufwertet. "Razor" liegt auf DVD in zwei Versionen vor. Die "normale" Version ist auch unter dem Titel "Auf Messers Schneide" bekannt. Die verlängerte Version enthält erheblich mehr Szenen aus der Vergangenheit, d.h. aus der Zeit des ersten Zylonenkrieges. Obige Zusammenfassung und mein Kommentar beziehen sich auf die verlängerte Version. Die Geschehnisse werden im Film nicht so chronologisch wie in meiner Handlungszusammenfassung erzählt, sondern in zahlreichen Rückblicken.

"Razor" füllt einige Lücken in der "Battlestar Galactica" - Chronologie. So erfährt man mehr über die Weiterentwicklung der Zylonen, die Entstehung des Hybriden und das Ende des ersten Krieges. Man bekommt den jungen William Adama zu sehen, der Visionen von den Experimenten der Zylonen mit menschlichen Gefangenen hat. Nur in der verlängerten Version ist (neben der grandios inszenierten Schlacht einiger Kampfsterne gegen Zylonen-Basisschiffe) zu sehen, was die Maschinen mit ihren Opfern anstellen. Zu den Szenen, die nur in der verlängerten Version enthalten sind, gehört auch eine Episode aus Helena Cains Kindheit: Am letzten Kriegstag wurde ihr Heimatplanet von Zylonen überfallen, und sie musste ihre kleine Schwester zurücklassen, um sich selbst zu retten. Was mit dem Kind geschehen ist, erfährt man nicht; es könnte getötet, aber auch entführt worden sein. In beiden Versionen wird die Vernichtung der menschlichen Flotte im zweiten Krieg gezeigt und man erlebt Lee Adamas erstes Kommando auf der PEGASUS mit. All diese Geschehnisse sind eine tolle Ergänzung zur Fernsehserie, und sie erlauben einen nostalgischen Rückblick auf die Original-Serie. Fans der ersten Stunde wie ich können fast feuchte Augen kriegen, wenn die alten Zylonen-Zenturios erstmals auftauchen. Einer von ihnen sagt sogar "By your Command"... Allerdings handelt es sich diesmal nicht um Menschen in Kostümen, die sich schwerfällig bewegen und kaum mehr zu tun haben, als von den Menschen abgeschossen zu werden, sondern um CGI-Modelle, die einen wesentlich agileren und gefährlicheren Eindruck machen.

Im Zentrum des Films stehen aber Kendra Shaw und Helena Cain, zwei vielschichtige Charaktere, die sich selbst zu einem Instrument des Krieges gemacht und dabei ihre Menschlichkeit verloren haben. Und so hat "Razor" nicht nur wundervolle Effektszenen zu bieten, sondern auch starke Charakterstudien. Zu den Stärken der Serie gehört es ja, dass nicht eindeutig zwischen "Gut" und "Böse" getrennt wird. So auch in diesem Film. Am Ende spricht William Adama noch einmal mit seinem Sohn und deutet an, dass er auf sich gestellt möglicherweise ähnlich wie Cain gehandelt hätte - zu seinem Glück hatte er jedoch Menschen wie Präsidentin Roslin oder eben seinen Sohn um sich, die seine Entscheidungen immer wieder in Frage gestellt und andere Standpunkte als die des Militärs vertreten haben. Man kann die schauspielerischen Leistungen wieder mal nur als großartig bezeichnen - die Hauptfiguren überzeugen selbst dann, wenn man die Fernsehserie nicht kennt und somit nicht weiß, welche Entwicklung die einzelnen Personen durchgemacht haben.

Überhaupt ist "Razor" wirklich großes Kino: Spannend, rasant erzählt, phantastische Spezialeffekte. Brachiale, ungemein beeindruckende Raumschlachten wie hier bekommt man selbst in Hollywood-Großproduktionen nicht besser geboten; es wird geschickt mit ungewöhnlichen Kamerafahrten und -positionen gearbeitet, so dass man das Gefühl hat, mittendrin mit dabei zu sein. Das ist Science Fiction vom Feinsten. Fans der Serie müssen sowieso zugreifen, für sie ist der Film ein wahres Fest. Wer BSG noch nicht kennt, sollte unbedingt ebenfalls mal einen Blick riskieren - nur wer mit SF überhaupt nichts anfangen kann, wird danach keinen Appetit auf die Serie bekommen.

Die DVD:

Wie schon erwähnt, enthält die DVD sowohl die kürzere TV-Version als auch eine verlängerte Version (in den USA als "Unrated Extended Edition" erschienen), die zum Bonusmaterial gezählt wird. Die verlängerte Version ist nicht deutsch synchronisiert. Sie liegt nur in englischer Sprache vor. Deutsche Untertitel sind verfügbar, ebenfalls ein Audiokommentar, den ich mir noch nicht zu Gemüte geführt habe.

Ansonsten sieht's mit Extras eher mager aus. Immerhin sind alle sieben "Minisodes" (je ca. 2,5 Minuten) vorhanden, die in den USA zwischen der dritten und der vierten BSG-Staffel gezeigt worden sind. Diese kurzen Filme gehören alle zusammen, Nr. 3 bis 7 wurden in die verlängerte Version des Films integriert. Sie zeigen William Adamas ersten Kampfeinsatz. Die Minisodes Nr. 1 und 2 sind dagegen nicht in "Razor" enthalten. Darin sieht man Adama im Bett mit einer Raptor-Pilotin der GALACTICA. Der Raptor der jungen Frau wird danach von Zylonen angegriffen, sie wird schwer verwundet.

Hinzu kommen zwei ebenfalls in "Razor" nicht verwendete Szenen (insg. 3:25 Min.): Lee Adama in einem nachdenklichen Moment vor der Zeremonie zur Außerdienststellung der GALACTICA, sowie Lee und Starbuck, die über die Vernichtung der OLYMPIC CARRIER (siehe Episode 1.01) diskutieren.

Schließlich ist noch eine ca. 2,5 Minuten lange Featurette vorhanden, in der einige Schauspieler, David Eick und Ronald D. Moore ein paar Vorab-Infos zu Staffel 4 geben. Die sind aber spoilerfrei - mit anderen Worten: Man erfährt gar nichts...



Battlestar Galactica Razor

Lee Adama bei seiner Antrittsrede auf der PEGASUS


Battlestar Galactica Razor

Kendra Shaw


Battlestar Galactica Razor

Nicht alle Zylonen sind so hübsch wie Gina Inviere - aber es gibt viele "Ginas"...


Battlestar Galactica Razor

Admiral Cain bei einer Lagebesprechung


Battlestar Galactica Razor

Befehlsverweigerung unter Cains Kommando? Ganz schlechte Idee!


Battlestar Galactica Razor

"Das wird jetzt ein bisschen weh tun..."


Battlestar Galactica Razor

Ein neuer alter Zylonen-Zenturio


Battlestar Galactica Razor

"By your command!"


J. Kreis, 18.05.2010


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