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Batman forever Batman forever (USA, 1995)

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 12
Laufzeit: ca. 117 Minuten

Extras
Biografien/Filmografien (Texttafeln)

Regie:
Joel Schumacher

Hauptdarsteller:
Val Kilmer (Bruce Wayne / Batman)
Tommy Lee Jones (Harvey Dent / Two-Face)
Jim Carrey (Edward Nygma / Riddler)
Nicole Kidman (Dr. Chase Meridian)
Chris O'Donnell (Dick Grayson / Robin)




Inhalt:

Batman muss sich mit zwei neuen Superschurken auseinandersetzen, die Gotham City unsicher machen. Einer ist Harvey Dent, ein ehemaliger Staatsanwalt, dessen halbes Gesicht seit einem mit Säure durchgeführten Angriff, an dem er Batman die Schuld gibt, verunstaltet ist. Auch Dents Geist hat gelitten. Er nennt sich nur noch "Two-Face" und wird von der Gier nach Rache an Batman getrieben. Wenn er die Wahl zwischen Gut und Böse hat, überlässt er die Entscheidung einer geworfenen Münze. Übeltäter Nummer zwei ist Edward Nygma, ein ehemaliger Angestellter von Bruce Waynes Firma Wayne Enterprises. Nygma hat ein Gerät entwickelt, mit dem Fernsehsignale direkt ins menschliche Gehirn übertragen werden können. Als Bruce Wayne diese zweifelhafte Erfindung ablehnt, sinnt Nygma auf Rache. Er tötet einen Mitarbeiter, indem er einen zweiten Effekt ausnutzt, den seine Erfindung hat: Er kann die Gedanken seiner Opfer lesen und wird auf diese Weise intelligenter, außerdem kann er seinen Opfern jede beliebige Illusion vorgaukeln - man kann diese Bilder nicht von der Realität unterscheiden. Nygma entwickelt eine Obsession für bizarre Rätsel und findet mit Hilfe seines Wunderapparats heraus, dass der verhasste Bruce Wayne und Batman ein und dieselbe Person sind. In seiner neuen Identität als "Riddler" nimmt Nygma Kontakt mit Two-Face auf. Die beiden Wahnsinnigen verbünden sich, um Bruce Wayne / Batman zu vernichten.

Der hat zunächst noch ganz andere Sorgen. Einerseits kommt ihm die schöne Kriminalpsychologin Dr. Chase Meridian beunruhigend nahe. Durch ihr Fachwissen erkennt sie, dass Bruce Wayne nicht der Mann ist, der er zu sein scheint, Bruce wiederum verliebt sich in sie und wäre sogar bereit, sein Doppelleben aufzugeben, um sich mit ihr zur Ruhe zu setzen. Zum anderen hat er den jungen Zirkusartisten Dick Grayson am Hals. Dicks ganze Familie, die "Flying Graysons", ist einem von Two-Face verübten Anschlag zum Opfer gefallen, durch den Batman angelockt und zur Enthüllung seiner Identität gezwungen werden sollte. Bruce Wayne fühlt sich verantwortlich für Dicks Schicksal, das ihn an seine eigene Vergangenheit erinnert. Er nimmt den jungen Mann, gegen dessen Rachegelüste er kaum etwas ausrichten kann, bei sich auf. Es dauert nicht lange, bis Dick die Bathöhle entdeckt. Als Batman wieder einmal in einen Kampf mit seinen neuen Feinden verstrickt wird, gerät er in Lebensgefahr, doch er wird von einem Maskierten gerettet. Es ist Dick, der sein Artistenkostüm trägt und sich "Robin" nennt. Batman ist zwar von dieser Entwicklung nicht begeistert, akzeptiert Robin aber doch als neuen Partner - nicht zuletzt, weil sein Diener Alfred ihm ins Gewissen redet.

Mit Two-Faces Hilfe hat der Riddler genug Geld zusammengeraubt, um seine Erfindung zur Serienreife zu bringen und den Markt damit zu überschwemmen. Bald steht Nygmas Set-Top-Box auf jedem Fernseher, so dass der Riddler Tausende von Bewusstseinen anzapfen kann. Gemeinsam dringen er und Two-Face in die Bathöhle ein und zerstören sie, Chase wird entführt. Batman hat aber noch einige Tricks in der Hinterhand, unter anderem einen experimentellen neuen Batman-Anzug, außerdem hilft Robin ihm beim Angriff auf das Versteck der beiden Schurken. Robin fällt allerdings Two-Face in die Hände. Two-Face ist begeistert von der Vorstellung, dass Batman sich für die Rettung einer Geisel entscheiden und damit gleichzeitig die andere dem Tod überlassen muss, aber Batman macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Er zerstört das Kontrollzentrum von Nygmas Wundermaschine, so dass dessen Geist durch die unkontrolliert in ihn einströmenden Bewusstseine überlastet wird. Two-Face stürzt und versinkt in den Fluten. Der Riddler wird in die Arkham-Irrenanstalt eingeliefert. Chase möchte gern von ihm wissen, wer Batman wirklich ist, und tatsächlich antwortet der Riddler: Er selbst hält sich für Batman...

Der Film:

Der dritte Batman-Film unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von seinen beiden Vorgängern. Die meisten Kritiken, die ich gelesen habe, sind sich darüber einig, dass er nicht nur anders, sondern auch viel schlechter ist als Batman und Batman returns. Dieser Meinung bin ich nicht unbedingt. Jedenfalls würde ich dieses Urteil nicht an den Unterschieden im Vergleich zu Tim Burtons älteren Filmen festmachen. Ich würde sagen: "Batman forever" repräsentiert eine andere Art von Batman-Comics. Tim Burtons Filme könnte man mit dem düsteren Comic-Meisterwerk "Die Rückkehr des dunklen Ritters" vergleichen, "Batman forever" wäre dann eine adäquate Verfilmung der für frühere Zeiten typischen, bunteren (und vielleicht belangloseren) Batman-Comics.

Das wäre dann mein einziger Kritikpunkt: "Batman forever" ist "nur noch" spaßige, action- und effektreiche Unterhaltung ohne Tiefgang. Gut, Val Kilmer ist als Batman oder Bruce Wayne nicht halb so überzeugend wie Michael Keaton (der ja auch schon nicht gerade eine Granate in dieser Rolle war), und selbst das zu extremem Over-Acting neigende Duo Carrey/Jones (Riddler/Two-Face) kann Jack Nicholson (Joker) nicht das Wasser reichen. Aber richtig schlecht sind die Schauspieler nun auch wieder nicht. Und der Riddler ist nun mal eine sehr schrille Figur, ich hätte mir jedenfalls keine bessere Besetzung als Jim Carrey vorstellen können. Wenn man Carrey allerdings nicht mag, hat man mit diesem Film ein Problem. Zumal Tommy Lee Jones sich alle Mühe gibt, Carreys Stil zu imitieren...

In "Batman forever" ist alles ein paar Nummern bunter, lauter und klamaukiger als in den vorangegangenen Filmen. Es wird auch mehr mit realen Sets gearbeitet. Gotham City ist nicht mehr das irreale Zerrbild einer Stadt aus einer vergangenen Epoche, sondern eine "echte" Stadt. All das wird dem Film immer wieder zum Vorwurf gemacht. Man kann dazu stehen, wie man will, man sollte aber auch ehrlich genug sein, um zuzugeben, dass der Studiokulissen-Miniatur-Look der beiden ersten Batman-Filme auch nicht das Gelbe vom Ei war - und dass viele Kritikpunkte schlicht und ergreifend Geschmackssache sind. In diesem Film funktioniert die Gratwanderung zwischen Übertreibung und Glaubwürdigkeit jedenfalls gerade noch. Wie es nicht sein sollte, d.h. wann es einfach zu viel wird, zeigt der nächste Film: "Batman and Robin".

Die DVD:

Diese DVD-Veröffentlichung enthält nur ein eine DVD mit dem Film sowie paar Textinformationen zu Cast und Crew. Sie ist aber auch sehr preisgünstig zu haben. Mehr Bonusmaterial findet man auf der Neuveröffentlichung, die als Special Edition bezeichnet wird. Sie enthält diverse Featurettes sowie nicht verwendete Szenen auf zwei DVDs. Diese nicht verwendeten Szenen hätten den Film etwas düsterer gemacht und manchen Kritikern vielleicht den Wind aus den Segeln genommen.

J. Kreis, 30.07.2007
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