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Aliens vs. Predator 2 Aliens vs. Predator 2 - Century3 Cinedition (USA, 2007)
- Alien vs. Predator: Requiem -

DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: Keine Jugendfreigabe
Laufzeit: ca. 97 Minuten (Extended Version) / 90 Minuten (Kinoversion)

Extras
Audiokommentare, Making of ("Vorbereitung auf den Krieg" und "Kampf bis zum Ende"), Featurettes ("AvP2 - Der Albtraum kehrt zurück", "Das Design des Predators", "Gekreuzte Brut: Das Predalien", "Die Erschaffung der Predator Heimatwelt", "AvP2: Xenomorph", "AvP2: Jäger"), Bildergalerien, Erweiterte Filmszene "Kraftwerk"

Regie:
Colin und Greg Strause

Hauptdarsteller:
Steven Pasquale (Dallas Howard)
Reiko Aylesworth (Kelly O'Brien)
John Ortiz (Sheriff Eddie Morales)
Johnny Lewis (Ricky Howard)
Ariel Gade (Molly)
Kristen Hager (Jesse)




Inhalt:

Vorgeschichte: Siehe Alien vs. Predator.

Nach dem Ende der Alien-Queen verweilen die Jäger noch in der Nähe der Erde. Sie ahnen nicht, dass sie zusammen mit ihrem toten Kameraden die Quelle für ihren Untergang mit an Bord geholt haben. Unbemerkt bricht ein Chestburster aus dem aufgebahrten Jäger hervor - der Jäger war von einem Facehugger angefallen worden. Der Chestburster ist vermutlich der erste einer neuen Art: Ein Alien-Jäger-Hybrid: ein Predalien. Es ist größer, stärker und intelligenter als normale Aliens, außerdem ist es nicht mehr auf die Facehugger-Zwischenstufe angewiesen, um sich zu vermehren. Es kann seine Brut geeigneten Wirten direkt einpflanzen. Diesem mächtigen neuen Feind sind die Jäger an Bord des Raumschiffes nicht gewachsen. Infolge der ausbrechenden Kampfhandlungen wird das Schiff beschädigt und stürzt auf der Erde ab. Die Jäger sterben, bevor sie die Selbstzerstörung ihres Schiffes einleiten können. Das Predalien entkommt, außerdem werden einige Facehugger freigesetzt. Die Aliens beginnen sofort damit, sich zu vermehren und die Bevölkerung der Kleinstadt Gunnison in Colorado zu dezimieren.

Das Notsignal des abgestürzten Schiffes wird auf der Heimatwelt der Jäger empfangen. Ein besonders erfahrener Jäger macht sich auf den Weg zur Erde, um die Aliens zu töten und alle Spuren dieser Wesen zu verwischen. Er ist ein Cleaner, und er muss auch alle Überreste seiner Kameraden vernichten, denn ihre Existenz darf den Menschen nicht bekannt werden. Zu diesem Zweck ist er mit besonderen Waffen und Werkzeugen ausgerüstet. Er verwendet unter anderem eine Flüssigkeit, die jegliche Materie restlos auflöst. Der Cleaner geht methodisch vor und vernichtet zuerst das Schiffswrack sowie die ersten menschlichen Opfer und einige Aliens, die sich bereits in der Kanalisation eingenistet haben. Das Predalien und einige normale Aliens fliehen in die Stadt. Bei der Verfolgung zerstört der Cleaner das städtische Kraftwerk, so dass der gesamte Strom ausfällt. Das Predalien nutzt derweil das Krankenhaus, um seine Brut einigen Schwangeren einzupflanzen. Somit sieht sich der Cleaner einer schnell wachsenden Anzahl von Gegnern ausgesetzt.

In der Stadt greift Panik um sich. Nach den ersten rätselhaften Todesfällen begreift Sheriff Morales rasch, dass er der Lage möglicherweise nicht gewachsen ist. Aber erst, als der junge Ricky Howard ihn zum Ort eines von den Aliens angerichteten Blutbads führt, lässt er sich von seinem Freund Dallas (Rickys älterem Bruder) überzeugen, die Nationalgarde zu rufen. Es ist jedoch schon zu spät. Die Soldaten werden von der Übermacht der Aliens niedergemetzelt. Zusammen mit Kelly O'Brien, der es nur knapp gelungen ist, ihre kleine Tochter Molly vor den Ungeheuern zu retten, fliehen die Menschen mit einem verlassenen Radpanzer. Mit dabei ist Rickys Freundin Jesse. Morales funkt erneut um Hilfe. Ein gewisser Colonel Stevens kündigt eine Luftevakuierung vom Stadtzentrum aus an. Kelly ahnt, dass an der Sache etwas faul ist, kann Morales aber nicht umstimmen. Er verlässt die Gruppe und schlägt sich zum Evakuierungspunkt durch, wo weitere Überlebende sich verzweifelt gegen die anstürmenden Aliens wehren. Sie haben keine Überlebenschance, denn die Armee wirft eine Atombombe über der Stadt ab. Das Ausmaß der Bedrohung ist Col. Stevens sehr wohl bewusst...

Kelly und die anderen wollen versuchen, mit dem Krankenhaushubschrauber aus der Stadt zu entkommen. Das Krankenhaus wimmelt inzwischen aber geradezu vor Aliens. Auch der Cleaner begibt sich dorthin, um endgültig aufzuräumen. Leider gerät Jesse dabei zwischen die Fronten und wird getötet, Ricky wird verletzt. Der Cleaner verliert seine Plasmawaffe. Dallas nimmt sie an sich und nutzt sie im Kampf gegen die Aliens. So gewinnen die Menschen genug Zeit, um mit dem Hubschrauber zu fliehen. Der Cleaner tritt derweil dem Predalien gegenüber und tötet es, wird aber gleichzeitig von ihm aufgespießt. Die Atombombe besorgt den Rest. Der Hubschrauber stürzt zwar ab, aber Dallas, Kelly und ihre Begleiter überleben. Sie werden von Soldaten einer Spezialeinheit aufgelesen, die die Wälder sichern.

Col. Stevens nimmt die sichergestellte Plasmawaffe an sich. Er überbringt sie einer gewissen Miss Yutani...

Der Film:

Am Beispiel dieses Films kann man wieder einmal sehen, dass es nicht ausreicht, einfach ein paar lose miteinander verknüpfte Szenen zusammenzustellen - ein guter Film kann dabei nicht herauskommen, selbst wenn jede einzelne Szene für sich genommen ganz gut gemacht, interessant oder vielleicht sogar spannend ist. Wenn der Regisseur sich aber nicht entscheiden kann, welche Geschichte er erzählen soll, oder wenn er vielleicht überhaupt keine Geschichte zu erzählen hat, dann bleiben nur noch Schauwerte übrig. Tja, und wenn der Zuschauer dann von diesen Schauwerten kaum etwas erkennen kann, weil die Schnittfolge viel zu schnell ist, die Kamera zu sehr wackelt und meist tiefste Dunkelheit herrscht, dann kann der Film nur noch als Totalverlust gewertet werden. Auch die insg. knapp sieben Minuten langen zusätzlichen Szenen dieser DVD-Version reißen es nicht heraus. Hier und da dürfen ein paar erweiterte Dialoge, vor allem aber einige härtere Gewaltszenen bewundert werden. Ein entscheidender Unterschied im Vergleich zur Kinoversion ist mir aber nicht aufgefallen. Am ehesten kann man Aliens vs. Predator 2 (abgekürzt: AvP2) vielleicht ertragen, wenn man sich dazu durchringt, alle menschlichen Charaktere als Kanonenfutter, den "Cleaner" und das Predalien jedoch als "Hauptpersonen" zu betrachten.

Der Film macht einem genau das allerdings nicht leicht, denn zu viel Zeit wird darauf verschwendet, die klischeehaften menschlichen Charaktere ausführlich mit sinnlosen, im Nichts beginnnden und im Nichts endenden Vorgeschichten einzuführen. Da diese Vorgeschichten völlig bedeutungslos sind, bin ich in obiger Zusammenfassung nicht auf sie eingegangen. Wer will denn in einem Alien- oder Predator-Film bitteschön Teenie-Konflikte sehen? Diesen Teil des Films hätte man komplett streichen können, das hätte das "Mengenverhältnis" zwischen Menschen- und Alien/Cleaner-Szenen etwas verbessert. Trotz der Versuche, uns diese durch die Bank unsympathischen Leutchen menschlich näher zu bringen, ist es uns völlig egal, wen es als nächsten erwischt. Halt, stimmt nicht: Man wünscht dem einen oder anderen geradezu den Tod durch einen gezielten Alien-Innenkiefer-Biss. Versöhnlich stimmt deshalb allenfalls die Tatsache, dass nur wenige Nervensägen überleben, und dass vor allem das zickige Blondchen schließlich von seinem wohlverdienten Schicksal ereilt wird.

Dass man in einem Film dieser Art nicht nach Logik suchen darf, ist ja wohl klar. Dennoch fällt es verdammt schwer zu akzeptieren, dass nur ein einziger Jäger sich auf den Weg zur Erde macht, um dort aufzuräumen. Das müsste dann schon ein wirklich hervorragender Kämpfer sein. Unser "Cleaner" stellt sich jedoch ziemlich dumm an und schießt meistens daneben. Am meisten hat mich überrascht, dass es einem durch den Wald trampelnden Polizisten gelingt, ihn bei der Arbeit zu überraschen. War er etwa allzu konzentriert am Werk? Ist ja auch eine ziemlich knifflige Angelegenheit, ein bisschen Säure auf menschliche Überreste zu schütten. Warum um alles in der Welt hängt er den Deputy danach gehäutet an einen Baum, anstatt ihn ebenfalls in Atome aufzulösen? Nein, dieser Jäger überzeugt mich nicht. Beim ersten AvP-Film konnte man die Unbeholfenheit der Jäger noch akzeptieren, denn da hatte man es ja mit Jugendlichen zu tun, die sich erst noch bewähren mussten. Aber ein erfahrener "Cleaner" müsste weit mehr auf dem Kasten haben. Umgekehrt frage ich mich, wie blind eigentlich die Polizei Gunnisons sein muss, denn niemand scheint die Sprengung des Jägerschiffs zu bemerken.

Wenigstens bleibt der Film den fiktiven Universen der Alien- und Predator-Filme sehr treu. Das fängt schon mit dem Predalien an. Es gehört zum "Kanon" der Filme, dass die Aliens Charakteristika ihrer Wirte annehmen. Ist ja auch logisch: Um es mit den Artgenossen der Wirte aufnehmen zu können, müssen die Aliens sich ihnen anpassen. Die letzte Szene des Films lässt vermuten, dass manche Menschen mehr über Aliens und Jäger wissen, als letzteren bewusst ist. Das steht in Übereinstimmung mit früheren Filmen. Auch in Predator 2 gab es entsprechende Hinweise. Die Menschen erforschen also Jäger-Technologie, und wahrscheinlich wird dadurch erst die Raumfahrt möglich, die wir aus Alien kennen. Miss Yutani ist vermutlich eine Geschäftspartnerin Bishop Weylands - siehe "Weyland-Yutani-Corporation". Lobenswert ist auch, dass die Kreaturen nicht komplett am Computer entstanden sind. Stattdessen wurde Wert auf klassische maskenbildnerische Effekte gelegt, und die sind durch die Bank gut gelungen, soweit man das bei der im Film vorherrschenden Dunkelheit beurteilen kann.

Die DVD:

Die zusätzlichen bzw. erweiterten Szenen der verlängerten Version wurden nicht per "Seamless Branching" in den Film eingearbeitet. Kinoversion und verlängerte Version liegen deshalb auf jeweils einer DVD vor. Der Hauptteil des Bonusmaterials befindet sich auf einer dritten DVD. Für mich ist unverständlich, warum man das Bonusmaterial immer in so viele kleine Fitzelchen unterteilen muss wie hier. Diesmal fehlt leider eine "alle abspielen" - Option, und selbst die Bildergalerien sind in mehrere Kategorien unterteilt. Alle Featurettes laufen zwischen ca. 8 und 16 Minuten, so ergibt sich eine Gesamtlaufzeit von ca. 83 Minuten.

Insgesamt bieten die Featurettes vor allem Einblick in die Entstehung der Spezialeffekte, den Bau der Ganzkörperanzüge, Puppen und so weiter. Hier sieht man im Gegensatz zum Film endlich auch mal was! Die Kreaturen wurden mit viel Aufwand und Liebe zum Detail erschaffen. Dumm nur, dass vieles davon im Film selbst gar nicht zu erkennen ist. Es wird deutlich, dass die Designer die früheren Filme gut studiert haben, um Anhaltspunkte dafür zu finden, wie die Heimatwelt der Jäger aussehen könnte - diesen Planeten sieht man ja in AvP2 zum ersten Mal. Zwei besonders interessante Featurettes beschäftigen sich mit der Frage, wie die Anatomie der Aliens und der Jäger "funktioniert". Hier kommen auch Wissenschaftler, ein Fan und ein SF-Autor zu Wort. Ihnen zufolge ist der gesamte Metabolismus der Aliens incl. ihres Entwicklungsprozesses durchaus plausibel und gar nicht so weit hergeholt: So manches irdische Tier hat die gleichen oder noch exotischere Eigenschaften. Bei den Jägern ist es ähnlich, nur im Fall ihrer Technologie ist doch wieder mehr Fiction als Science im Spiel...

Auf der DVD mit der Kinoversion des Films findet man eine erweiterte Szene (im Kraftwerk). Die ist allerdings schon in der verlängerten Version des Films enthalten. Nur zur verlängerten Version gibt es Audiokommentare.

J. Kreis, 15.07.2008


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