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Alone in the Dark Alone in the Dark (Kanada/D 2005)

DVD - Regionalcode 2, Concorde
FSK: 16
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras
Audiokommentar, Trailer, Fotogalerie, Produktionsnotizen (Texttafeln), Filmo-/Biografien (Texttafeln)

Regie:
Uwe Boll

Hauptdarsteller:
Christian Slater (Edward Carnby)
Tara Reid (Aline Cedrac)
Stephen Dorff (Richard Burke)
Matthew Walker (Prof. Lionel Hudgens)




Inhalt:

Edward Carnby ist eine Art Privatdetektiv, der sich mit dem Übersinnlichen beschäftigt. Sein besonderes Augenmerk gilt den Abkani, einem Volk, das vor ca. 10.000 Jahren eine Hochkultur entwickelt hatte und dann plötzlich verschwunden war. Carnby war eine Zeitlang Agent einer Spezialeinheit, die den Namen "Büro 713" trägt und ebenfalls auf paranormale Phänomene spezialisiert ist. Er hat diese Einheit verlassen, um ungestört nach Hinweisen auf seine Kindheit suchen zu können, denn er ist in einem Waisenhaus aufgewachsen, aus dem vor 20 Jahren alle Kinder außer ihm verschwunden sind - er kann sich nicht mehr daran erinnern, was damals genau vorgefallen ist. Als er aus Chile zurückkommt, wo er ein Abkani-Artefakt gefunden hat, wird er von einem Unbekannten angegriffen, der selbst durch Pistolenkugeln nicht aufgehalten werden kann und ihm das Artefakt rauben will. Carnby kann den Attentäter nur mit Mühe abwehren. Als sein Freund John verschwindet, beauftragt dessen Frau Carnby mit der Suche nach ihm. Carnbys nächster Weg führt ihn zu seiner Ex-Freundin Aline Cedrac, die als Kuratorin in einem Museum arbeitet und im Auftrag von Prof. Lionel Hudgens weitere Abkani-Artefakte untersucht. Die beiden werden sowohl im Museum als auch später in Carnbys Wohnng von seltsamen Monstern und amoklaufenden zombieartigen Menschen angegriffen - einer davon ist Carnbys verschwundener Freund John. Beide Male greifen von Commander Richard Burke angeführte Soldaten des Büros 713 ein und bereinigen die Situation.

Carnby erkennt allmählich die Zusammenhänge: Büro 713 ist schon seit geraumer Zeit auf der Jagd nach den Monstern, die ihn angegriffen haben. Diese Wesen können nur durch Licht aufgehalten werden. Prof. Hudgens ist verantwortlich für das Verschwinden der Kinder aus dem Waisenhaus. Er hat ihnen seinerzeit Symbionten eingesetzt, die sie zu willenlosen Amokläufern machen. Auch Carnby trägt ein solches Wesen in sich, es scheint jedoch tot zu sein. 20 Jahre lang waren die aus dem Waisenhaus entführten Leute - darunter Carnbys Freund John - harmlose Bürger, aber jetzt hat Hudgens das letzte Abkani-Artefakt aus dem Wrack der EREBUS geborgen - und dadurch sind die "Schläfer" erwacht. Die an den entlegensten Orten der Erde versteckt gewesenen Abkani-Artefakte können zu einem Schlüssel zusammengesetzt werden, mit dem man das Tor zum unterirdischen Reich der Monster öffnen kann. Hudgens ist ein Fanatiker, der diese Welt der Dunkelheit unbedingt erreichen will. Carnby und Aline schließen sich Burkes Einsatzkräften an, die eine alte Mine als Zentrum der Monster-Aktivitäten ausgemacht haben. Während Burkes Soldaten draußen eine von Hudgens auf sie gehetzte Monster-Übermacht in Schach zu halten versuchen, dringen Carnby, Aline und Burke bis zu einem offenbar gar nicht so alten Geheimlabor vor. Es zeigt sich, dass Hudgens dort seinerzeit seine Experimente zur Erschaffung von Hybridwesen durchgeführt hat - und zwar im Auftrag von Büro 713!

Hudgens taucht auf, nimmt die Abkani-Artefakte an sich und öffnet das Tor zur Dimension der Dunkelheit, bevor er von Burke getötet werden kann. Während Carnby und Aline nach draußen fliehen, opfert Burke sich, um das Tor mit einer Sprengladung dauerhaft zu verschließen. Aber offensichtlich gelingt ihm das nicht richtig, denn als Carnby und Aline in die Stadt zurückkommen, ist diese menschenleer...

Der Film:

Diesen Film gibt es auf DVD in der Original-Kinoversion und als Director's Cut. Der Director's Cut enthält ein paar mehr Gewaltszenen, außerdem stirbt Burke am Ende nicht, während er in der Kinoversion wohl den Opfertod erleidet. Dafür fehlt im Director's Cut die Liebesszene mit Aline und Carnby. Das war allerdings nicht der Grund, warum ich mich für die Kinoversion entschieden habe. Entscheidend war der Preis - denn ich wollte für diesen Film, über den ich vorab so viel Schlechtes gelesen hatte, nicht den höheren Preis des Director's Cut bezahlen. Diese Entscheidung war richtig, d.h. ich hätte mich geärgert, wenn ich mehr Geld ausgegeben hätte...

Man könnnte den Film als Fortsetzung des 4. Teils der "Alone in the Dark" - Videospielserie bezeichnen, jedenfalls kommen Carnby, Aline und auch andere Charaktere sowie Handlungselemente aus dem Film im Spiel vor (genau kann ich's nicht sagen - ist lange her, dass ich das Spiel auf Segas Dreamcast gezockt habe). Allerdings liegt der Schwerpunkt des Films leider auf platter Action, während bei den Spielen die Grusel-Atmosphäre und das Lösen von Rätseln im Vordergrund stehen. Ich möchte nicht unbedingt in den Kanon der Negativkritiken einstimmen, die kein gutes Haar an dem Film lassen, denn er ist keineswegs die schlechteste aller Videospiel-Verfilmungen, die ich kenne. Aber es fällt dennoch schwer, positive Aspekte zu finden, insbesondere deshalb, weil es dem Film nicht einmal ansatzweise gelingt, das wiederzugeben, was den Reiz der Spiele ausmacht. Wenigstens fängt der Film gar nicht mal so schlecht an; die erste halbe Stunde weckt jedenfalls die Erwartung auf die für derartige Filme übliche Mischung aus Action und Mystery. Doch dann läuft der Film mehr und mehr aus dem Ruder. Die Story wird immer unlogischer und verworrener, außer endlosem Geballer und Herumgestolpere in dunklen Bergwerksstollen passiert nichts. Man hat das Gefühl, eine wahllose Aneinanderreihung von Szenen zu sehen, die der Regisseur offenbar für cool oder lustig hält. Nach dem unbefriedigenden Showdown fragt man sich, warum die Figur des Edward Carnby im Film überhaupt vorkommt, denn er hat praktisch nichts weiter zu tun, als sich von Büro 713 retten zu lassen oder Burke hinterherzulaufen.

Man kann zwar das Hirn abschalten und sich ganz einfach über das nett gemachte Gemetzel amüsieren oder die teilweise sehenswerten Spezialeffekte bewundern, aber so ganz kann man die gewaltigen Logik-Bugs dann doch nicht ignorieren. Mal sind die mit Symbionten aufgerüsteten Menschen beinahe unbesiegbar, mal reicht ein einziger Schuß, um ihnen den Garaus zu machen. Jeder weiß, dass die Monster lichtempfindlich sind, trotzdem wird die Mine natürlich bei Nacht untersucht. Warum die "Schläfer" plötzlich aktiv werden, woher die Monster kommen, wenn der Eingang zu ihrer Dimension doch verschlossen ist, warum es überhaupt einen Schlüssel zu dem Portal gibt, wie es Hudgens gelungen ist, die Monster zu kontrollieren (und eins sogar gefangen zu nehmen), warum er so versessen darauf ist, die Welt der Monster zu erreichen (außer noch mehr Monstern gibt's da nix zu holen) - all das bleibt unerklärt. Und das sind nur ein paar Beispiele für den totalen Schwachsinn des Drehbuchs.

Die DVD:

Diese DVD-Version enthält als einziges erwähnenswertes Extra einen Audiokommentar von Uwe Boll. Aber ich konnte mich noch nicht dazu überwinden, die DVD noch einmal einzulegen und mir den Film ein zweites Mal - diesmal mit AK - anzutun, deshalb kann ich dazu nichts sagen.

J. Kreis, 07.11.2006
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