Zurück zu den Filmen

Die sieben Samurai Die sieben Samurai (Japan, 1954)
- Shichinin no samurai -

DVD - Regionalcode 2 (s/w), NewKSM
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 155 Minuten

Extras
- Bildergalerie
- Trailer
- Über den Film (Text)
- Biografien (Text)

Regie:
Akira Kurosawa

Hauptdarsteller
Takashi Shimura (Kambei Shimada)
Toshiro Mifune (Kikuchiyo)
Isao Kimura (Katsuhiro Okamoto)
Keiko Tsushima (Shino)
Yoshio Tsuchiya (Rikichi)
Yoshio Inaba (Gorobei Katayama)
Seiji Miyaguchi (Kyuzo)
Minoru Chiaki (Heihachi Hayashida)
Daisuke Kato (Shichiroji)
Kamatari Fujiwara (Manzo)




Inhalt:

Japan im 16. Jahrhundert: Es herrscht Bürgergkrieg. Marodeure durchstreifen das Land und plündern schutzlose Dörfer. Die Bauern eines Dorfes, das schon im vergangenen Jahr überfallen worden ist, erfahren zufällig, dass dieselbe Räuberbande zur Erntezeit zurückkehren und das gesamte Getreide stehlen will. Der Bauer Rikichi fordert die anderen Dorfbewohner auf, sich zu wehren. Der furchtsame Manzo gibt zu bedenken, dass die Bauern keine Krieger sind und massakriert werden würden. Der Dorfälteste schlägt vor, einige Samurai anzuheuern. Die Bauern haben jedoch außer Kost und Logis nichts zu bieten. Sie müssen lange suchen, bis sie Kämpfer finden, die arm genug sind, um für drei Mahlzeiten pro Tag ihr Leben zu riskieren. Schließlich begegnen sie dem gealterten, aber durch viele Schlachten gestählten Samurai Kambei Shimada, der von seinem jungen Schüler Katsuhiro Okamoto begleitet wird. Der herrenlose Krieger ist zwar kampfesmüde, hat aber Mitleid mit den hilflosen Bauern und verspricht ihnen seine Hilfe. Da die Räuberbande aus etwa vierzig Reitern besteht, sind nach Shimadas Meinung mindestens sieben Samurai zur Verteidigung des Dorfes erforderlich. Es gelingt ihm, vier weitere Ronin zu verpflichten: Shichiroji, der früher zusammen mit Shimada gedient hat, außerdem den Bogenschützen Gorobei Katayama, den noch etwas unerfahrenen Heihachi Hayashida, und den ernsten Schwertmeister Kyuzo. Da Kyuzos Kampfkünste drei Samurai aufwiegen, bricht die Gruppe auf, obwohl das siebte Mitglied noch fehlt. Unterwegs zum Dorf schließt sich ihnen der Möchtegern-Samurai Kikuchiyo an, der eine gestohlene Ahnenrolle und ein Langschwert mit sich herumschleppt. Mit seinem Witz und seinem Temperament nimmt er die Samurai für sich ein, so dass sie ihn nicht wegjagen.

Als die Männer im Dorf ankommen, werden sie zunächst alles andere als freundlich begrüßt. Die Bauern sind misstrauisch und halten die Samurai für ebenso gefährlich wie die Räuber. Manzo schneidet seiner Tochter Shino sogar die Haare ab und zwingt sie, Männerkleidung zu tragen, da er annimmt, die Samurai würden sich über die Frauen hermachen. In dieser Situation beweist Kikuchiyo seine Qualitäten, indem er den Bauern klar macht, dass die Samurai nur zu ihrem Schutz da sind. Daraufhin werden die Bauern zutraulicher, Kikuchiyo wird in die Gruppe der Samurai aufgenommen. Nun kann Shimada mit den Vorbereitungen zum Kampf beginnen. Das Dorf wird befestigt, die Bauern werden trainiert. Um die Banditen zu zwingen, sich aus einer bestimmten Richtung zu nähern, werden Felder überflutet, Barrikaden errichtet und Brücken zerstört. Einige auf der anderen Seite des Flusses liegende Häuser müssen deshalb aufgegeben werden. Katsuhiro verliebt sich in Shino, die jedoch befürchtet, dass er sie verlassen wird, da er von adliger Herkunft und sie nur eine Bauerntochter ist. Als im Dorf mehrere Rüstungen und Waffen entdeckt werden, die die Bauern besiegten Kriegern abgenommen haben, geraten die Samurai in Rage. Erneut ist es Kikuchiyo, der die Krise beilegt. Er behauptet, die Kriegerkaste trage selbst die Schuld daran, dass die einfache Landbevölkerung vor nichts zurückschreckt, um zu überleben. Er weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, unter den ständigen Kriegswirren zu leiden, denn er ist in Wahrheit der Sohn eines Bauern. Damit beschämt er die Samurai. Sie gehen der Sache nicht weiter nach und verwenden die gefundenen Rüstungen.

Als die Erntezeit kommt, sind die Vorbereitungen abgeschlossen. Prompt erscheinen drei Späher der Banditen. Sie werden gefangen genommen und getötet. Von ihnen erfahren die Samurai, wo sich das Versteck der Banditen befindet. Drei Samurai und Rikichi stecken die Hütten in Brand und töten einige Banditen. Dabei verliert Rikichi seine Frau, die von den Banditen entführt und gefangen gehalten wurde; sie erträgt die Schande nicht und stürzt sich in die Flammen. Außerdem stellt sich heraus, dass die Banditen über Schusswaffen verfügen - Heihachi wird erschossen. Der Gegenangriff der Banditen lässt nicht lange auf sich warten. Die Samurai lassen immer nur einzelne Reiter ins Dorf durch, die dort leicht erledigt werden können, und blockieren dann wieder den Weg. So geht es mehrere Tage lang. Kyuzo erbeutet im Handstreich eine der drei Schusswaffen. Katsuhiros Verehrung für den wortkargen Kämpfer kennt nun keine Grenzen mehr. Der eifersüchtige Kikuchiyo verlässt seinen Posten, um es Kyuzo gleichzutun und bringt die zweite Muskete in seinen Besitz. Doch an der Stelle, die er hätte bewachen sollen, können die Banditen durchbrechen. Ihr Angriff wird zwar zurückgeschlagen, doch mehrere Dorfbewohner und Gorobei fallen. Schließlich wagt die dezimierte und demoralisierte Räuberbande den entscheidenden Angriff. Diesmal werden alle ins Dorf gelassen und überwältigt - bis auf den Anführer, der sich mit dem letzten Feuerrohr in einem Haus verschanzt. Von dort aus schießt er Kyuzo und Kikuchiyo nieder, doch letzterem gelingt es noch, den Räuberhauptmann zu töten.

Kambei, Shichiroji und Katsuhiro, die letzten überlebenden Samurai, können sich angesichts des Todes ihrer Freunde nicht über den Sieg freuen - im Gegensatz zu den Bauern, die vor Freude singend neue Reisfelder bepflanzen.

Der Film:

Hurra, endlich kann ich mir mal längere Kommentare sparen! Denn diesen Klassiker dürfte jeder kennen. Und wer ihn nicht kennt, sollte diese Bildungslücke sofort schließen. Also muss ich ihn nicht erst noch anpreisen! "Die sieben Samurai" dürfte einer der einflussreichsten Filme aller Zeiten sein. Das Thema der Zusammenstellung einer Heldengruppe, die gegen das übermächtige Böse zu Felde ziehen muss und dieses nach vielen Schwierigkeiten besiegt, wurde in unzähligen weiteren Filmen in den verschiedensten Variationen wieder aufgegriffen. Am bekanntesten ist vielleicht die Western-Version "Die glorreichen Sieben" (1960) mit Yul Brynner, Steve McQueen, Charles Bronson, Horst Buchholz und anderen berühmten Schauspielern. "Die sieben Samurai" hat alles, was für Filme dieser Art gebraucht wird: Hilflose Bauern und böse Banditen, mehrere ganz verschiedenen Helden komplett mit Comic Relief (Kikuchiyo als humorvoller Charakter, durch den die Spannung gebrochen wird). Der jugendliche Schüler des weisen alten Meisters, der sich in die Dorfschönheit verliebt, fehlt als Identifikationsfigur ebenfalls nicht. Nach der Einführung dieser Charaktere werden diverse Vorbereitungen getroffen. Währenddessen können die Charaktere weiter ausgebaut werden. Als Höhepunkt folgen dann die dramatischen Kämpfe, bei denen es zum Tod einzelner Helden kommt. All diese Elemente wurden in dieser Form meines Wissens in "Die sieben Samurai" erstmals verwendet.

Bei einem so alten Film darf man natürlich keine spektakulären Spezialeffekte und perfekt choreografierten Martial-Arts-Szenen erwarten (im ganzen Film fließt übrigens kein Tropfen Blut), trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist Spannung garantiert. Obwohl der Film schwarzweiß ist, enthält er viele beeindruckende, unvergessliche Bilder. Im Vordergrund stehen aber nicht die Schauwerte, wenn man mal von der überzeugenden Kulisse des Bauerndorfs sowie den Kostümen und Waffen absieht, sondern die Story und die Charaktere. Auf überzogene Samurai-Romantik wird verzichtet, stattdessen werden die Konflikte zwischen der Kriegerkaste und dem einfachen Volk thematisiert. Der Kampf wird nicht als glorreich und heldenhaft dargestellt, sondern als unübersichtliche, schmutzige Angelegenheit. Am Ende müssen die überlebenden Ronin erkennen, dass nicht sie gesiegt haben, sondern nur die Bauern. Mehr Geschwafel will ich euch gar nicht zumuten. Im Internet könnt ihr problemlos unzählige Rezensionen von Leuten finden, die euch viel besser als ich erklären können, warum "Die sieben Samurai" zu jenen Filmen gehört, die man einfach gesehen haben muss.

DVD-Features:

Da weiche ich einmal von meinem Grundsatz ab, nie wieder DVDs zu kaufen, ohne mich vorab genau zu informieren, und schon falle ich auf die Nase: Diese DVD enthält nur die gekürzte internationale Kinoversion des Films. Die Originalversion ist 45 Minuten (!!) länger und ebenfalls auf DVD erhältlich, sogar zusammen mit der Kurzfassung in einer Box. Das habe ich leider zu spät erfahren. Ich kenne bis heute nur die Kinoversion und habe daher keine Ahnung, ob die fehlenden Szenen wichtig sind - bei einer Dreiviertelstunde kann das aber gar nicht anders sein.

Das Bild ist zwar noch akzeptabel, aber ich kann nicht verstehen, warum sich niemand die Mühe gemacht hat, diesen Filmklassiker digital zu restaurieren. Leider herrscht auch in Punkto Bonusmaterial Ebbe. Ein paar Szenenfotos und ein bisschen Text mit Informationen zur Handlung und zum Lebenslauf dreier Schauspieler (Mifune, Shimura und Miyaguchi) sowie des Regisseurs - das ist alles. Immerhin kann man sich den Film auch in japanischer Sprache zu Gemüte führen, dummerweise lassen sich die Untertitel dabei nicht ausblenden. Beim Originalton sind die Hintergrundgeräusche sehr viel deutlicher, bzw. man hört welche, die in der synchronisierten Version völlig untergehen.



Die sieben Samurai

Kambei und Katsuhiro sind beeindruckt von Kyuzos Fähigkeiten.


Die sieben Samurai

Kyuzo bereitet sich auf einen Zweikampf vor.


Die sieben Samurai

Shichiroji, Heihachi und Gorobei - noch lachen sie...


Die sieben Samurai

Kikuchiyo in voller Kampfmontur liest den Samurai die Leviten.


Die sieben Samurai

Shino und ihr Vater Manzo.


Die sieben Samurai

"Gräm dich nicht. Du hast's ja bald hinter dir..."


Die sieben Samurai

Four down, three to go.


J. Kreis, 15.08.2010


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang