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The 6th Day The 6th Day (USA, 2000)

DVD - Regionalcode 2, Columbia Tristar Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 118 Minuten

Extras
Isolierter Musik-Soundtrack mit Audiokommentar von Trevor Rabin, Making of ("The Future is coming" und "On the 6th Day"), Storyboard-Vergleiche, RePet-Infomercial und TV-Spot, Animatics, Filmografien, Trailer

Regie:
Roger Spottiswoode

Hauptdarsteller:
Arnold Schwarzenegger (Adam Gibson)
Tony Goldwyn (Michael Drucker)
Michael Rapaport (Hank Morgan)
Robert Duvall (Dr. Griffin Weir)




Inhalt:

In der nahen Zukunft: Das Klonen von Lebewesen ist zu einem Massengeschäft geworden. Auf diese Weise wurden bereits vom Aussterben bedrohte Tierarten gerettet, lieb gewonnene Haustiere können "zurückgeholt" werden und es ist auch kein Problem, einzelne menschliche Organe für Transplantationen herzustellen. Das Klonen von Menschen ist ebenfalls möglich. Dr. Griffin Weir hat für die Firma des Topmanagers Michael Drucker sogar ein Verfahren entwickelt, mit dem sich alle Erinnerungen eines Menschen speichern und auf einen Klon übertragen lassen. Das Klonen von Menschen wurde allerdings nach dem ersten Versuch verboten, weil dieser auf katastrophale Weise fehlgeschlagen war. Es finden sich aber immer wieder zahlungskräftige Kunden, die dieses Verbot ignorieren, um sich selbst oder todkranke Angehörige durch Kloning zu retten. Eines Tages wird Drucker bei einem Skiausflug von einem Fundamentalisten getötet. Der Attentäter ermordet auch den Hubschrauberpiloten, der Drucker zum Snowboarden geflogen hat. Natürlich wird Drucker sofort geklont. Auch der Hubschrauberpilot wird durch einen Klon ersetzt, der sich nicht an den Vorfall erinnern kann - unter dem Vorwand einer Sicherheitsuntersuchung wegen des VIP-Transports hat Druckers Firma sich eine Probe seiner DNS sowie seine Erinnerungen angeeignet.

Doch beim Klonen des Piloten unterläuft der Firma ein folgenschwerer Fehler, denn Adam Gibson, der für den Flug vorgesehene Pilot, hat den Platz insgeheim mit seinem Freund und Kollegen Hank Morgan getauscht. Nicht Gibson, sondern Morgan wurde ermordet, aber davon weiß die Firma nichts - sie klont Gibson, der davon nichts ahnt. Als Gibson nach Hause kommt, sieht er durch das Fenster - sich selbst! Prompt taucht ein Killerkommando auf, das Gibson aus dem Weg räumen soll, denn würde bekannt werden, dass ein Mensch geklont wurde, dann wäre das nicht nur das Ende für Weirs und Druckers Firma. Auch Drucker persönlich sowie einige seiner Schergen wären in Lebensgefahr, denn sie wurden bereits mehrfach geklont. Es gelingt Gibson jedoch, den Killern zu entkommen. Natürlich glaubt er, der Klon habe seinen Platz in seiner Familie eingenommen. Gibson will sein Leben wiederhaben, muss sich aber zunächst gegen die Killer zur Wehr setzen, die nicht lockerlassen. Bei der Polizei glaubt ihm natürlich niemand. Gibson dringt in Dr. Weirs Klinik ein und erfährt von ihm die ganze Wahrheit: Er selbst ist der Klon. Außerdem erhält er von Weir die Datenträger mit seinen eigenen Erinnerungen und denen Druckers - damit hat er ein Beweismittel in der Hand, um Drucker zu vernichten.

Das kann Drucker natürlich nicht zulassen, und so lässt er Gibsons Familie entführen, um ihn zu erpressen. Inzwischen erkennt Weir, dass Drucker ein "Verfallsdatum" in Form genetischer Defekte in die Klone einbaut, um diese unter Druck setzen zu können. So ist auch mit Weirs Frau verfahren worden, die ebenfalls ein Klon ist - durch den Tod seiner Frau werden Weir endgültig die Augen geöffnet. Er will sich von Drucker lossagen, wird jedoch von ihm erschossen. Gibson und sein Klon verbünden sich, um Frau und Kind zu retten. Während Klon-Gibson für Ablenkung sorgt, indem er sich jagen und festnehmen lässt, befreit Original-Gibson seine Familie. Er kehrt aber zurück, um seinem Klon beizustehen. Gemeinsam besiegen sie Drucker und vernichten die gesamte Weir-Klinik. Zu guter Letzt bricht Klon-Gibson nach Patagonien auf, um dort eine Zweigstelle des Hubschrauber-Flugdienstes seines Originals zu eröffnen. Ein DNS-Scan hat ergeben, dass bei ihm keinerlei Gendefekte vorhanden sind.

Der Film:

Was ist besser als ein Film mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle? Ein Film mit Arnold Schwarzenegger in zwei Hauptrollen! So ähnlich mögen Drehbuchschreiber / Produzent / Regisseur gedacht haben, als sie die Idee zu diesem Film hatten. Und soll ich euch was sagen? Die Rechnung geht hundertprozentig auf. "The 6th Day" bietet zunächst einmal handfeste Action mit rasanten Verfolgungsjagden, knalligen Schießereien bzw. Prügeleien, den üblichen coolen Onelinern, einer nachvollziehbaren Motivation des bedrohten Helden und so weiter. All das wird mit sehenswerten, aber nicht zu aufdringlichen Special-Effects technisch perfekt inszeniert, der Spannungsbogen wird geradlinig durchgezogen und nach dem fulminanten Showdown gibt es ein nettes Happy-End. Das würde für einen typischen Schwarzenegger-Actionfilm eigentlich schon reichen, wobei anzumerken ist, dass die Story doch sehr an "Total Recall" erinnert. Es gibt aber noch einiges mehr als nur die Action, was diesen Film zu richtig guter Unterhaltung werden lässt.

Zunächst einmal hat man sich offenbar bei der Ausgestaltung der fiktiven Welt so einige Gedanken gemacht. Die allgegenwärtige futuristische Technologie, die da präsentiert wird, bleibt stets glaubwürdig. Teilweise ist sie inzwischen sogar schon Realität geworden, man denke nur an den Einzug riesiger LCD-Fernseher mit Multimediafunktionen in unsere Wohnzimmer. Bei der Weiterentwicklung realer Technologien stellen die Designer einen enormen Einfallsreichtum unter Beweis, und so stößt man immer wieder auf originelle Ideen. Die (noch) unrealistischeren Dinge, vor allem natürlich das Klonen von Lebewesen, fügen sich nahtlos in das Gesamtbild ein und werden konsequent ausgearbeitet - obwohl mir das Klonverfahren, bei dem nur teilweise ausgeformte Rohlinge verwendet werden, denen man dann die DNS-Struktur und die Erinnerungen des Originals aufprägt, allzu phantastisch vorkommt. Sie passt nicht zu dem sonstigen Konzept des Films, Technologien zu zeigen, die in "naher Zukunft" möglich sein könnten.

Außerdem gefallen mir die schauspielerischen Leistungen sämtlicher Hauptdarsteller (ja, auch Arnie ist gemeint). Der Konflikt zwischen Weir und Drucker ist zwar für die eigentliche Handlung unbedeutend, sorgt aber für starke Szenen. Weir hat seine Frau - möglicherweise schon einmal gegen ihren Willen - geklont, weil er nicht ohne sie leben kann. Jetzt ist er erneut in diesem Gewissenskonflikt, entscheidet sich diesmal aber anders. Das ist eines der wenigen Beispiele für den Umgang des Films mit moralischen Fragen. Sie werden dem Zuschauer nicht mit erhobenem Zeigefinger präsentiert, sondern sie sind gut in die Handlung integriert. Arnie beweist wieder einmal, dass er mehr kann, als nur seine Muskeln zu zeigen. Tatsächlich sieht man sie in diesem Film nur in einer selbstironischen Szene - die Selbstironie und der Humor des Films sind weitere Pluspunkte. Wenn man mal drauf achtet, findet man übrigens auch viele Anspielungen auf andere Filme Arnold Schwarzeneggers sowie auf SF-Romane.

Eins ist mir nicht klar geworden: Angeblich sollen die Klonpraktiken supergeheim sein. Trotzdem wissen die Fundamentalisten, dass Weir und Drucker Menschen klonen. Da stellen sich zwei Fragen: Woher wissen sie das und warum gehen sie mit diesem Wissen nicht an die Öffentlichkeit? Egal. "The 6th Day" ist einer der richtig guten Schwarzenegger-Filme, er bietet spannende Unterhaltung, einige überraschende Wendungen, solide schauspielerische Leistungen und visuell gut umgesetzte Ideen.

Die DVD:

Der Hauptbatzen an Bonusmaterial ist in die Featurettes "The Future is coming" (ca. 15 Minuten) und "On the 6th day" (9 Einzelbeiträge, insg. ca. 50 Minuten) aufgeteilt. Eine von beiden hätte gereicht, denn die erste ist sozusagen nur die Kurzfassung der zweiten. In einer Mischung aus Filmszenen, Interviews mit vielen verschiedenen Mitgliedern der Filmcrew (von den Schauspielern kommt nur Arnold Schwarzenegger ausführlich zu Wort) sowie Aufnahmen von den Dreharbeiten und der Arbeit an den Sets, Modellen, Spezialeffekten usw. wird der Entstehungsprozess bestimmter Elemente und Szenen recht ausführlich geschildert. So sieht man, wie die Whispercrafts und Sim Pal Cindy gebaut werden, wie die Verfolgungsjagden entstanden sind, wie Hanks virtuelle Freundin zum Leben erweckt wurde, wie die Doppelaufnahmen von Adam und seinem Klon realisiert wurden und so weiter. Man bekommt auf diese Weise einen guten Eindruck vom Aufwand, der für die Realisierung des Films betrieben wurde. Alle Beiträge haben englische Sprache, aber deutsche Untertitel.

Ein weiteres interessantes Extra ist ein Audiokommentar der besonderen Art. Filmkomponist Trevor Rabin spricht den Kommentar, dabei hört man dann sonst keine Dialoge und keine Geräusche aus dem Film, sondern nur die Filmmusik. Natürlich sind von Rabin keine Informationen zum Film selbst oder zu den Schauspielern zu erwarten, aber er lässt sich sehr ausführlich über seine Arbeit als Komponist und darüber aus, warum er bestimmte Musikstile für bestimmte Szenen ausgewählt hat.

Das restliche Bonusmaterial ist weniger interessant: Eine Gegenüberstellung von Storyboards und finalen Aufnahmen zu drei Filmszenen via Splitscreen, 2 ganz aus Animatics bestehende Szenen, Filmografien (Texttafeln) und Trailer. Zu guter Letzt darf man die RePet-Werbespots, von denen man im Film nur Ausschnitte zu sehen bekommt, in voller Länge bewundern.

J. Kreis, 25.04.2007
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