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Liebesgrüße aus Moskau Liebesgrüße aus Moskau (GB, 1963)
- Ian Fleming's From Russia with Love -

DVD - Regionalcode 2, MGM / Fox Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras
Audiokommentar

Regie:
Terence Young

Hauptdarsteller:
Sean Connery (James Bond)
Daniela Bianchi (Tatiana Romanova)
Pedro Armendariz (Ali Kerim Bey)
Lotte Lenya (Rosa Klebb)
Robert Shaw (Donald "Red" Grant)




Inhalt:

Blofeld, der Chef von S.P.E.C.T.R.E., möchte gern mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Eine russische "Lektor"-Dechiffriermaschine soll gestohlen werden, und zwar so, dass der Verdacht nicht auf die Verbrecherorganisation fällt. Außerdem soll James Bond, der beste Mann des britischen Geheimdienstes, zur Strafe für den von ihm verursachten Tod des S.P.E.C.T.R.E.-Agenten Dr. No ermordet werden. Zu diesem Zweck wird der Killer Donald Grant engagiert. Zunächst werden die britischen und russischen Geheimdienste gegeneinander ausgespielt. Tatiana Romanova, eine Mitarbeiterin des sowjetischen Konsulats in Istanbul, wird von der ehemaligen SMERSH-Agentin Rosa Klebb (von deren Verrat Tatiana nichts weiß) dazu gezwungen, Kontakt mit dem MI6 aufzunehmen. Tatiana soll vorgeben, überlaufen und als Preis eine "Lektor" mitbringen zu wollen. Um sicherzustellen, dass auch der richtige Mann in die Falle gelockt wird, muss sie behaupten, sie habe sich anhand eines Fotos in James Bond verliebt und werde nur ihm allein in den Westen folgen.

Der Plan geht auf, denn der MI6 versucht schon seit Jahren, eine "Lektor" zu erbeuten. Obwohl allen klar ist, dass die Sache nur eine Falle sein kann, wird James Bond in die Türkei entsandt. 007 ist nicht abgeneigt, die schöne junge Frau in Empfang zu nehmen, und reist nach Istanbul. Dort arbeitet er mit Ali Kerim Bey zusammen, dem dortigen Geheimdienstchef. Grant folgt ihm und sorgt insgeheim dafür, dass der schon lange zwischen Kerim Beys Leuten und bulgarischen Killern schwelende Konflikt neu angeheizt wird. Bei einer Schießerei im Lager einer Gruppe von Zigeunern, die zu Kerim Beys Verbündeten gehören, gerät auch Bond in Gefahr, doch Grant spielt den unsichtbaren Schutzengel und rettet seinem zukünftigen Opfer sogar das Leben - schließlich muss Bond zunächst die "Lektor" in Empfang nehmen. Das wird arrangiert, nachdem Tatiana und Bond ihre erste Liebesnacht verbracht haben. Mit Kerim Beys Hilfe entwenden Bond und Tatiana die Dechiffriermaschine, danach besteigen alle drei den Orient-Express. Ein sowjetischer Sicherheitsoffizier folgt ihnen. Grant, der Mann im Hintergrund, ist ebenfalls mit an Bord.

Während der Fahrt tötet Grant Kerim Bey und lässt es so aussehen, als hätten dieser und der sowjetische Sicherheitsoffizier sich gegenseitig umgebracht. Bond glaubt, Tatiana habe etwas mit der Sache zu tun, doch die junge Frau hat sich wirklich in ihn verliebt und weiß nicht, was eigentlich vorgeht. Bei einem Zwischenstopp in Zagreb beseitigt Grant Bonds Kontaktmann Nash und macht sich in dessen Rolle an sein Opfer heran. Es kommt zu einem tödlichen Zweikampf, bei dem Bond mit knapper Not die Oberhand behält. Bond und Tatiana verlassen den Zug und kapern Grants Fluchtfahrzeug. Blofeld ist nicht glücklich über diesen Verlauf und schickt dem Pärchen seine Killer hinterher. Während einer Verfolgungsjagd zu Wasser erledigt Bond aber auch diese Häscher. In Venedig, wo Bond und Tatiana sich in einem Hotel einquartiert haben, unternimmt Klebb einen letzten Versuch, die "Lektor" doch noch in die Hand zu bekommen. Verkleidet als Putzfrau dringt sie ins Hotelzimmer ein und nimmt Bond ins Visier, doch Tatiana schlägt ihr die Waffe aus der Hand und erschießt sie danach selbst. Nun steht den "Flitterwochen" nichts mehr im Wege...

Der Film:

Der zweite Bond-Film ist einer der wenigen Teile dieser Reihe, die man als klassische Spionage-Thriller ohne übertriebene Action, unrealistische Superagenten-Ausrüstung und Humor an der Grenze zur Persiflage bezeichnen kann. Zwar hat "Q" in diesem Film seinen allerersten Auftritt, aber er hat nicht viel zu bieten. Außer einem Spezialkoffer, der ja nun auch keine besonders aufregenden Gimmicks enthält, und einem Gerät zum Aufspüren von Wanzen hat 007 diesmal jedenfalls nur seine Walther PPK dabei. Ansonsten muss er sich auf Grips und Muskelmasse verlassen, allerdings setzt er hauptsächlich letztere ein. Bond wirkt in diesem Film denn auch meist ziemlich grimmig und brutal. Ironische One-Liner hat er aber auch diesmal schon zu bieten. Der Film ist also "ernsthafter" als die meisten anderen Bond-Abenteuer, leider ist er aus dem gleichen Grund aber nicht so unterhaltsam. Es dauert auch eine ganze Weile, bis überhaupt etwas passiert. Zunächst einmal wird das Szenario recht ausführlich vorgestellt und die Kontrahenten verbringen viel Zeit damit, sich gegenseitig zu belauern. Ob das auch dem Regisseur aufgefallen ist? Vielleicht hat er ja bemerkt, dass z.B. die Szene, in der Bond sein Hotelzimmer auf Wanzen absucht, viel zu lang ist, und hat deshalb versucht, sie durch den völlig unpassenden Einsatz der reißerischen Bond-Musik (die man sonst eigentlich nur in Actionszenen zu hören bekommt), ein wenig aufzupeppen.

Die meisten Aktionen in Istanbul (Kleinkrieg zwischen Kerim Bey und Krilencu) kommen mir eher sinnfrei vor, jedenfalls tragen sie kaum etwas zum Fortgang der eigentlichen Geschichte bei. Dadurch macht der Film einen etwas "gestreckten" Eindruck. Immerhin gibt es später aber einige erinnerungswürdige Actionszenen, etwa die Verfolgungsjagden per Boot und Hubschrauber, vor allem aber der Zweikampf im Orient-Express. Auch können die schauspielerischen Leistungen sich sehen lassen. Daniela Bianchi schafft es, die Anteilnahme des Zuschauers zu wecken, und auch Pedro Armendariz bringt es fertig, die Anteilnahme des Zuschauers zu wecken. Robert Shaw macht als eiskalter, stets überlegener Killer im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Figur. Die Art, wie er zwischen dieser Rolle und der eines etwas betulichen Briten hin- und her wechselt, ist nicht schlecht - das wirkt übrigens noch überzeugender, wenn man sich die englischsprachige Version des Films anschaut. Die Spezialeffekte... na ja. Der Film ist alt. Es hätte aber z.B. in der Szene mit Kerim Beys Schussverletzung nicht sein müssen, dass man nur allzu deutlich sieht, wie der Schauspieler offensichtlich eine Kapsel mit Kunstblut auf seinem Arm zerdrückt...

Die DVD:

Akzeptable Bild- und Tonqualität, bis auf einen Audiokommentar, den ich noch nicht angehört habe, keine Extras

J. Kreis, 29.03.2009


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