Zurück zu den Filmen

zukunft Zurück in die Zukunft (USA, 1985)
DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 12
Laufzeit: ca. 111 Minuten

Extras
"Zurück in die Zukunft - Der Film", Making of "Zurück in die Zukunft": Ein ungewöhnlicher Blick hinter die Kulissen, Entstehung der Trilogie Teil 1: Rückblick auf die Schauspieler und Filmemacher, Audiokommentare, Outtakes, Unveröffentlichte Szenen, Make-up-Tests, "Wusstest du das?": Universals animierte Anekdoten - ganz neue Filmfakten, Vergleich: Vom Storyboard zum Film, Bildergalerie, Trailer.

Regie:
Robert Zemeckis

Hauptdarsteller:
Michael J. Fox (Marty McFly)
Christopher Lloyd (Dr. Emmett Brown)
Lea Thompson (Lorraine Baines McFly)
Crispin Glover (George McFly)
Thomas F. Wilson (Biff Tannen)




Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 1985. Marty McFly ist ein typischer Teenager dieser Zeit. Er mag Hardrock, spielt selbst in einer Amateurband und ist ein Virtuose auf dem Skateboard. Nur in der Schule läuft es nicht so gut - wie sein Lehrer ihm versichert, ist er genau so ein Looser wie sein Vater. Das ist für Marty ein echtes Problem, denn McFly senior hat es im Leben tatsächlich zu nichts gebracht und wird darüber hinaus tagein tagaus von seinem Vorgesetzten Biff Tannen schikaniert. Auch der Rest der Familie ist nicht gerade besonders erfolgreich im Leben gewesen. Marty dagegen ist ein durchaus cleverer Junge, was er nicht zuletzt seiner Freundschaft mit dem etwas merkwürdigen und sehr chaotischen Erfinder "Doc" Brown verdankt, dessen Erfindungen in der Regel allerdings nicht ganz so funktionieren, wie sie sollten. Eines Nachts soll Marty Zeuge werden, wie Doc Brown seine neueste Erfindung einem ersten Praxistest unterzieht: Eine Zeitmaschine!

Der von Marty auf Video gebannte Test funktioniert, die Zeitmaschine (eingebaut in einen schnittigen DeLorean-Sportwagen) transportiert Docs Hund Einstein genau eine Minute in die Zukunft. Der Haken dabei ist: Der DeLorean muß für den Zeitsprung mit einer genauen Geschwindigkeit von 88 mph fahren und der Fluxkompensator, der das Ganze überhaupt erst möglich macht, frisst schlappe 1,21 Gigawatt an Leistung. Der DeLorean fährt daher nicht mit Benzin, sondern mit Plutonium. Dumm nur, daß der Doc sich den radioaktiven Treibstoff von libyschen Terroristen besorgt hat, für die er eine Bombe hätte bauen sollen - denn diese Jungs tauchen jetzt auf und schießen Dr. Brown nieder! Marty hat nur eine Chance zu entkommen: Indem er sich in den Wagen schwingt und einen Zeitsprung macht. Der führt ihn ins Jahr 1955 und damit in Sicherheit, aber dummerweise hat Marty kein Ersatz-Plutonium für den "Rückweg" dabei! Nachdem Marty sich sein seltsam verändertes Heimatstädtchen betrachtet und bereits erste Bekanntschaft mit seinem zukünftigen Vater George gemacht hat (der schon in dieser Zeit von Biff und einigen anderen Halbstarken terrorisiert wird), verhindert er unabsichtlich das erste Zusammentreffen seiner künftigen Eltern, indem er dem Vater seiner Mutter (die jetzt noch ein Teenie ist) vors Auto läuft.

Lorraine (Martys Mutter in spe) verliebt sich prompt in den geheimnisvollen Jungen. Sie verhält sich zu Martys Entsetzen ganz anders als die biedere Hausfrau, die er kennt. Sie trinkt, sie raucht, sie baggert Jungs an... Mit Müh und Not kann Marty sich loseisen, Doc Browns jüngeres Selbst aufsuchen und diesen von seiner Story überzeugen. Das Problem ist nur: Der Doc hat im Jahre 1955 gerade erst einmal den allerersten Gedankenblitz gehabt, der im Jahre 1985 zur Erfindung der Zeitmaschine führen wird, und wo soll er die 1,21 Gigawatt hernehmen, die man für die Zeitreise braucht? Die Antwort ist verblüffend einfach, denn Marty weiß zufällig, daß am nächsten Samstagabend ein Blitz in die Rathausuhr einschlagen und diese zerstören wird - und ein Blitz würde genau die richtige Energiemenge liefern. Doc macht sich sofort an die Arbeit. Marty sollte sich jetzt eigentlich aus allem heraushalten, was den korrekten Ablauf der Geschehnisse verändern würde, doch dafür ist es leider zu spät, denn er hat ja schon verhindert, daß seine künftigen Eltern sich überhaupt kennenlernen. Bliebe es dabei, würde das bedeuten, daß Marty nie geboren worden wäre!

Um zu verhindern, daß seine Existenz negiert wird, muß Marty jetzt Lorraines Annäherungsversuche abwehren und dafür sorgen, daß der mehr als schüchterne George es wagt, Lorraine den Hof zu machen. Dieses Unterfangen ist alles andere als einfach und wird noch dadurch behindert, daß Marty richtigen Ärger mit Biff bekommt. Marty muß all seinen Erfindungsreichtum anstrengen - letzte Chance für seine Verkupplungsversuche ist der Samstagabend-Tanz vor dem besagten Blitzeinschlag. Außerdem ist da noch etwas: In der "Zukunft" wird der Doc bekanntlich von den Libyern getötet. Marty möchte seinen Freund mit einem Brief warnen, aber Dr. Brown will nichts wissen, was den Lauf der Geschichte irgendwie verändern könnte, und zerreißt das Schreiben. Während der Doc die Rathausuhr verkabelt, arrangiert Marty ein Treffen zwischen Lorraine und George, bei dem George den Helden spielen soll. Das klappt tatsächlich, aber anders, als Marty es geplant hatte: Biff mischt sich ein und bedroht Lorraine! Das läßt in George eine Sicherung durchbrennen und er schlägt den Rüpel zu Boden. Damit beeindruckt er Lorraine schwer... Marty muß zwar noch eigenhändig für die richtige Musik beim Tanzvergnügen sorgen, doch dann passiert es: George und Lorraine werden ein Paar.

Jetzt kann Marty endlich in die Zukunft - seine Gegenwart - zurückkehren. Es wird verdammt knapp, Doc schafft es gerade im letzten Moment, das Kabel anzuschließen, als der Blitz einschlägt und Marty mit dem DeLorean herangerast kommt. Da Doc den Warnbrief zerrissen hat, stellt Marty die Zeitmaschine so ein, daß er 10 Minuten vor seinem Trip in die Vergangenheit wieder ins Jahr 1985 zurückkehrt. Trotzdem kann er nicht verhindern, daß der Doc niedergeschossen wird, immerhin explodiert auch das Auto der Libyer. Überraschung: Dr. Brown lebt, er hatte eine kugelsichere Weste unter dem Laborkittel! Er hatte der Versuchung doch nicht widerstehen können und den Brief wieder zusammengeflickt. Jetzt macht er seine eigene Zeitreise, die ihn ins Jahr 2015 führen soll. Marty dagegen geht erschöpft nach Hause. Doch auch dort warten am nächsten Morgen Überraschungen auf ihn: Die Wohnung ist plötzlich viel größer und luxuriöser, Martys Geschwister sind vor lauter Erfolg nicht wiederzuerkennen, seine Eltern sind gut gekleidete, lebenslustige und distinguierte Leute - und Biff ist ihr serviler Diener! Offensichtlich ist die Entwicklung seit 1955 doch etwas anders verlaufen.

Alles in Butter? Oh nein! Plötzlich kehrt Doc Brown mit einem (fliegenden!) DeLorean aus der Zukunft zurück, um Marty und dessen Freundin genau dorthin zu bringen - irgend etwas stimmt mit ihren Kindern nicht...

Der Film:

Was soll ich sagen? Dies ist einer meiner All-Time-Lieblingsfilme, einer der besten Filme der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts und ein unvergeßlicher Klassiker, den man immer wieder ansehen kann. Und natürlich eine herrliche Komödie. Der dynamische Michael J. Fox und vor allem der ziemlich verrückte, aber ebenso sympathische Christopher Lloyd (der sich nach eigenen Angaben für seine Darstellung des Doc Brown von Orchester-Dirigenten hat inspirieren lassen) verleihen dem Film eine ganz besondere Note, man hätte schwerlich eine bessere Besetzung für die beiden Hauptrollen finden können. Aber auch die Rollen von Martys Eltern sind hervorragend besetzt, die beiden Schauspieler hatten ja die gar nicht so einfache Aufgabe, die selben Figuren als Teenager und als gealterte Erwachsene zu spielen. Ihre Darstellung vermag zu überzeugen, leider sind die Masken (vor allem die von Martys Mutter) nicht ganz so gut gelungen.

Der Film wird in keiner Minute langweilig, er jagt vielmehr von einem Höhepunkt zum anderen und zieht euch bis zum Abspann in seinen Bann, wozu auch der einprägsame Soundtrack beiträgt. Außerdem enthält der Film einige der witzigsten Szenen der Filmgeschichte. Als Beispiel sei nur Martys "Darth Vader" - Auftritt in Georges Schlafzimmer genannt, bei dem er droht, dem schüchternen Knaben mit Van Halen - Musik das Hirn wegzuschmelzen, falls George sich nicht trauen sollte, Lorraine zum Tanz einzuladen... Spektakuläre Spezialeffekte werden in Zurück in die Zukunft nur äußerst sparsam eingesetzt und das ist ein Beweis dafür, daß man einen genialen Film sehr gut auch ohne aufwändige Computergrafiken drehen kann. Die Ausstattung, d.h. die Rekonstruktion einer Kleinstadt der 1950'er, ist natürlich perfekt - muß sie auch sein, damit die Glaubwürdigkeit erhalten bleibt. Das ist hervorragend gelungen, die Detailfülle ist enorm und man kann immer wieder etwas neues entdecken.

Das gilt auch für die vielen Anspielungen, Zeitreise-Gags und Gegensätze zwischen den spießigen Fünfzigerjahren und den schrillen Achtzigern. Man könnte sich z.B. mal die Mühe machen, die Momente zu zählen, in denen Marty in der Vergangenheit irgend etwas anstellt, was den Lauf der Geschichte verändert. Manche dieser Momente sind ziemlich gut versteckt, man muß schon genau aufpassen. Über Zeitparadoxa darf man natürlich nicht allzu genau nachdenken. Beispiel: Wenn Marty in die Vergangenheit reist und verhindert, daß seine Eltern zusammenkommen, wäre er nie geboren worden und hätte folglich auch nie in die Vergangeheit reisen können, um zu verhindern, daß seine Eltern zusammenkommen. Folglich hätten sie doch geheiratet, Marty wäre geboren worden und hätte in die Vergangenheit reisen können... und so weiter!

Der Film ist zeitlos (wie passend!) und "unerschöpflich", technisch und handwerklich perfekt. Er darf in keiner Sammlung fehlen.

Die DVD:

Viele Extras zu diesem doch schon recht alten Film sind auf die DVD gepackt worden. Stellvertretend seien hier nur zwei genannt.

Es ist ganz interessant, einmal das "Making-of" aus den Achtzigern mit der für die DVD produzierten "Das Entstehen der Trilogie" - Featurette zu vergleichen. Letztere krankt nämlich an dem, was derartige Beiträge heutzutage immer wieder ausmacht: Videoclipartig vorbeiblitzende kurze Filmausschnitte werden mit wenig aussagekräftigen Interviewschnipseln zusammengepappt, hinterher ist man genauso schlau wie vorher...

Die nicht verwendeten und schiefgegangenen Szenen sind zwar vergleichsweise kurz, aber umso genialer. In einer von letzteren wurde Michael J. Fox verulkt: Er mußte aus einer Flasche trinken, in der nur Wasser oder gar nichts hätte sein sollen - die lieben Kollegen hatten aber Schnaps eingefüllt... Die nicht verwendeten Szenen haben eine ziemlich schlechte Bildqualität, aber es sind wenigstens "echte", vollwertige Filmszenen und keine Probeaufnahmen oder ähnliches. Teilweise sind es keine eigenständigen Episoden, sondern verlängerte Szenen, die schon im Film zu sehen waren.

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