Zombieland


Zombieland (USA, 2009)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 88 Minuten

Extras
- Audiokommentar
- Beyond the Graveyard Picture-in-Picture Track
- Deleted Scenes (5:27 Min.)
- Visual Effects Progress Scenes (2:08 Min.)
- Zombieland is your Land (11:59 Min.)
- In Search of Zombieland (15:57 Min.)
- Demo-Trailer
- BD-Live

Regie:
Ruben Fleischer

Hauptdarsteller:
Jesse Eisenberg (Columbus)
Woody Harrelson (Tallahassee)
Emma Stone (Krista - "Wichita")
Abigail Breslin (Little Rock)
Bill Murray




Inhalt:

In den USA bricht eine Krankheit aus, die alle Befallenen in tobende Zombies verwandelt. Die Infizierten haben nichts Menschliches mehr an sich. Sie fallen über die Gesunden her, um sie zu fressen. Nach einigen Wochen existiert der Staat praktisch nicht mehr und es gibt nur noch wenige Überlebende. Einer davon ist ein Computerspieler, der keine Freunde hat, die meiste Zeit in seiner Wohnung verbringt und deshalb nichts vom Ausbruch der Krankheit mitbekommt. Dann klingelt seine hübsche junge Nachbarin bei ihm - nach einem Zombie-Angriff bereits infiziert, aber noch nicht verwandelt. Sie ist von Angst erfüllt und möchte bei ihm bleiben, wogegen er natürlich nichts einzuwenden hat. Über Nacht wird das Mädchen zum Zombie und giert nach frischem Menschenfleisch. Der junge Mann kann sie mit Müh und Not niederstrecken. Er begibt sich auf eine einsame Reise durch das entvölkerte Land nach Columbus, Ohio, um nach seinen dort lebenden Eltern zu suchen. Durch die peinlich genaue Befolgung einiger Dutzend selbst aufgestellter Regeln überlebt er auch die nächsten Wochen.

Eines Tages begegnet er einem Mann, der das Zombietöten zu seiner Profession gemacht hat und von dem Wunsch besessen ist, die letzten Twinkies zu finden. Um keine zu engen Bindungen einzugehen, benennt er alle Menschen, denen er begegnet, ausschließlich nach Orten. Sich selbst nennt er "Tallahassee", der junge Gamer erhält den Namen "Columbus". Die beiden setzen die Reise gemeinsam fort. In einem Einkaufszentrum begegnen sie der ebenso schönen wie toughen "Wichita", deren Schwester "Little Rock" angeblich von einem Zombie gebissen wurde. Das ist nur ein Trick, auf den die Männer hereinfallen. So verlieren sie ihre Waffen und ihren Truck an die Schwestern. Zum Glück sind neue Waffen in den USA leicht zu finden, und auch ein neuer fahrbarer Untersatz findet sich bald. Tallahassee und Columbus werden ein zweites Mal von den Schwestern überlistet, deren Auto mit einer Panne liegen geblieben ist. Diesmal tun sich jedoch alle vier zusammen. Von Wichita erfährt Columbus, dass der Wohnort seiner Eltern komplett niedergebrannt ist. Da er sich allmählich in Wichita verliebt, bleibt Columbus bei der Gruppe. Ihr neues Ziel ist der Vergnügungspark Pacific Playland in der Nähe von Los Angeles, der Gerüchten zufolge frei von Zombies sein soll.

In Hollywood legen die Gefährten einen Zwischenstopp in Bill Murrays luxuriösem Anwesen ein. Bei der Erkundung des riesigen Hauses begegnen Tallahassee und Wichita dem Meister persönlich; er hat sich selbst als Zombie geschminkt und wurde deshalb von den echten Infizierten ignoriert. Murray lässt sich dazu überreden, den über-ängstlichen Columbus zu erschrecken. Columbus hält den Zombie für echt und erschießt Murray. Während der Zeit, die sie in Murrays Haus verbringen, kommen sich Columbus und Wichita allmählich näher. Außerdem erfahren sie den Grund für Tallahassees Zombie-Hass: Er hat seinen kleinen Sohn an die Kannibalen verloren. Eines Morgens verschwinden die Schwestern, getreu ihrer eigenen Regel, sich auf niemanden zu verlassen als auf sich selbst. Sie erreichen Pacific Playland und schalten den Strom ein, um Spaß mit den Fahrgeschäften zu haben. Sie müssen aber feststellen, dass die Gerüchte falsch waren: Angelockt von den Lichtern erscheinen bald unzählige Zombies und treiben die Schwestern in die Enge. Gerade noch rechtzeitig treffen Columbus und Tallahassee ein, die den beiden gefolgt sind. Während Tallahassee den größten Teil der Zombies ablenkt, überwindet Columbus seine Ängste und rettet die Mädchen. Wichita verrät ihm ihren wahren Namen (Krista). Tallahassees größter Wunsch geht in Erfüllung: Little Rock findet einen Twinkie für ihn. Alle vier erkennen, dass sie einander brauchen und reisen gemeinsam weiter.

Der Film:

"Zombieland" ist einer jener Filme, die man immer besser findet, je öfter man sie anschaut. Allerdings muss man Zombiefilme generell mögen, denn die Zombies sind auch hier keinesfalls Witzfiguren, sondern extrem gefährlich - und es wird sehr deutlich, kompromisslos und teils sogar in Zeitlupe gezeigt, was sie anrichten können. Ebenso explizit wird ihre Vernichtung dargestellt. Da insbesondere Tallahassee das Töten von Zombies geradezu genussvoll zelebriert, könnte man sogar von Gewaltverherrlichung sprechen. Oder von Gewaltverharmlosung, da ja immer auch Komik im Spiel ist. Wer sich die lustigste Methode zur Vernichtung von Zombies ausdenkt, erhält sogar einen Ehrentitel. Tja, und "technisch" gesehen richtet sich diese Gewalt nicht einmal gegen Tote, die aus irgendwelchen Gründen noch herumlaufen. Ähnlich wie in 28 Days later haben wir es mit kranken Menschen zu tun. Blut, abgetrennte Körperteile, zermanschte Köpfe, herausgerissene Eingeweide und dergleichen - all das wird in großer Menge geboten, und da die Maskenbildner wirklich erstklassige Arbeit geleistet haben, wirken diese Szenen absolut glaubwürdig und ungemein beeindruckend. Trotzdem ist der Film (ungeschnitten!) ab 16 Jahren freigegeben worden. Ich stelle das alles übrigens völlig wertfrei fest und will damit nur sagen, dass "Zombieland" keine harmlose Klamotte für den Familienabend ist! Der Film ist zweifellos urkomisch, aber Schockmomente fehlen ebenso wenig wie Zombies, die ihre Opfer zerfleischen und sogar noch das Mark aus zerbrochenen Knochen schlürfen.

Eigentlich könnte man "Zombieland" als "Odd-Couple-Film" bezeichnen. Der von diversen Komplexen geplagte, verklemmte, übervorsichtige Stubenhocker auf der einen Seite (Columbus), der lässige und mit allen Wassern gewaschene Zombietöter auf der anderen (Tallahassee) - ein Musterbeispiel für ein seltsames Paar, grundverschiedene Charaktere also, die sich zusammenraufen müssen und durch ihre Gegensätzlichkeit für einen Großteil des Humors sorgen. Horror-Fans werden zu schätzen wissen, dass immer wieder geschickt mit den Klischees des Genres gespielt wird; die von Columbus entwickelten Überlebensgrundsätze hätten so manchem Zombie-Opfer anderer Filme ebenfalls gute Dienste geleistet. Immer wieder wird durch kurze Einblendungen gezeigt, was passiert, wenn man diese Regeln nicht befolgt! Ohne die vier Hauptdarsteller wäre der Film aber nur halb so gut. Jesse Eisenberg, der übrigens als Ich-Erzähler auftritt, ist wirklich der perfekte Nerd. Zum Glück übertreibt er es mit der Unbeholfenheit nicht. Woody Harrelson liefert eine Glanzleistung ab; er scheint ständig auf einem schmalen Grat über dem Abgrund des Wahnsins zu balancieren. Seine trockenen Oneliner sind kultverdächtig! In Emma Stone und Abigail Breslin finden die beiden Jungs ebenbürtige Gegenspielerinnen - es ist einfach köstlich, wie die beiden Damen selbst den coolen Tallahassee austricksen. Dann wäre da natürlich noch Bill Murray. So kurz sein Auftritt auch ist - er ist ein echter Brüller.

"Zombieland" ist ein schwarzhumoriges, mit unzähligen Anspielungen und Seitenhieben gespicktes Fest für Splatter-Fans. Neben bestens aufgelegten Schauspielern, witzigen Dialogen, originellen Ideen und der erstaunlich wirkungsvollen Darstellung einer postapokalyptischen Welt darf man sich über ein Action-Feuerwerk der Extraklasse beim bizarren Showdown im Vergnügungspark freuen.

Blu-ray-Features:

Die Blu-ray verfügt über ein Bild-im-Bild-Feature. Aktiviert man diese Option, werden immer wieder kleine Frames mit Interviews, Hinter-den-Szenen-Material, animierten Storyboards und Effekten in unterschiedlichen Entstehungsstadien gezeigt.

Wie schon gesagt sind einige Überlebensregeln im Film zu sehen. Weitere werden in den entfallenen Szenen und den Demo-Trailern gezeigt. "Zombieland is your Land" und "In Search of Zombieland" sind typische schnell geschnittene Featurettes, bestehend aus Filmszenen, Interviews und Hinter-den-Szenen-Material. Sie sind aber doch recht interessant und überschneiden sich vor allem kaum. Man erfährt, dass "Zombieland" ursprünglich ein Pilotfilm für eine Fernsehserie hätte sein sollen, die aber nie realisiert worden ist. Man kann die Zombie-Darsteller bei den Proben und bei der Entstehung der Masken beobachten. Es wurde sogar ein Zombie interviewt! Natürlich hat er außer unartikulierten Geräuschen nichts vorzubringen; am Ende fällt er über den Kameramann her...


J. Kreis, 31.07.2011




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