Zombie


Zombie 1 - Überarbeitete Langfassung (USA 1978)
- Dawn of the Dead -

DVD - Regionalcode 2, X-Rated DVD
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 141 Minuten

Extras:
- Interviews
- "Hinter den Kulissen"
- Trailer

Regie:
George A. Romero

Hauptdarsteller:
David Emge (Stephen Andrews)
Ken Foree (Peter Washington)
Scott H. Reiniger (Roger DeMarco)
Gaylen Ross (Francine Parker)




Inhalt:

Vorgeschichte: Siehe Night of the Living Dead.

Die Nacht der lebenden Toten ist zu Ende. Ein neuer Tag bricht an. Die Seuche, welche alle Verstorbenen in Zombies verwandelt hat, ist immer noch virulent. Inzwischen torkeln so viele lebende Tote auf der Suche nach frischem Fleisch durch Stadt und Land, dass weder Polizei noch Nationalgarde die Massenschlächtereien in den Griff bekommen können. Das Problem wird dadurch verschärft, dass man einen Zombie nur mit einem Kopfschuss, durch Abtrennen des Kopfes oder durch völlige Vernichtung des Körpers (z.B. durch Feuer) unschädlich machen kann. Wer stirbt, wird zum Zombie. Wer auch nur von einem Zombie gebissen wird, verwandelt sich ebenfalls in einen Untoten. Der niemals zu stillende Hunger auf Menschenfleisch aller Zombies hat dafür gesorgt, dass man nirgends mehr sicher ist. Man kann einzelnen Untoten zwar leicht ausweichen, da sie langsam, tolpatschig und dumm sind. Rotten sich diese Wesen aber zusammen, dann gibt es kein Entkommen mehr.

Diese schmerzliche Erfahrung machen auch die beiden Polizisten Peter und Roger, der Hubschrauberpilot Stephen und dessen Freundin Francine. Die vier treffen sich nach einer missglückten "Säuberungsaktion" der Polizei und flüchten aus einer völlig von Zombies überrannten Stadt. Sie landen wegen Treibstoffmangels mit Stephens Helikopter auf dem Dach eines Einkaufszentrums. Die wenigen Zombies, die zwischen den Regalen umherwandern, können leicht ausgeschaltet werden. Die Türen des Einkaufszentrums werden verrammelt und somit können die Flüchtlinge es sich in einer Art Schlaraffenland gemütlich machen. Nahrungsmittel sind in ausreichender Menge vorhanden, man könnte es also geraume Zeit aushalten, bis die Seuche vielleicht doch noch unter Kontrolle gebracht werden kann. Die Chancen dafür stehen aber schlecht, denn im ganzen Land scheint völliges Chaos zu herrschen.

Die Dinge verlaufen anders als gedacht. Roger wird von einigen Zombies gebissen, stirbt an seinen Verletzungen und verwandelt sich selbst in einen Untoten. Außerdem überfällt eine Gruppe von marodierenden Motorrad-Rockern das Einkaufszentrum und zerstört die Barrikade, so dass die Zombies eindringen können. Einige Rocker und Stephen fallen den hungrigen Untoten zum Opfer, Peter und Francine flüchten in letzter Sekunde, ohne zu wissen, wohin sie sich überhaupt noch wenden sollen.

Der Film:

Zombie, oder auch Dawn of the Dead, ist zwar nicht der erste Zombiefilm, vielleicht auch nicht der beste, aber er hat ein Genre begründet. Durch ihn wurde eine ganze Lawine von Plagiaten losgetreten, insbesondere aus Italien, und er hat die Standards des Zombiefilms definiert. Er ist in Deutschland kaum zu erhalten - jedenfalls nicht in der Version, die einst im Kino zu sehen gewesen ist. Um den Film ohne Indizierungsgefahr wieder unters Volk bringen zu können, wurde die Schnittversion geschaffen, die ich mir leichtsinnigerweise angeschafft habe und um die es hier geht. Die so genannte "Langfassung" ist ein ganz, ganz schlechter Witz und man sollte sie meiden, wenn man das Original nicht kennt. Man würde nicht verstehen, warum das mal der härteste Film aller Zeiten gewesen sein soll. Man müsste sich fragen, weshalb man sich denn vor diesen hilflosen, dämlich durch die Gegend wankenden Untoten fürchten soll, die sich nur im Zeitlupentempo bewegen können und spielend leicht auszuknocken sind. Diese Schnittversion ist zwar tatsächlich ziemlich lang, aber alle entscheidenden Szenen wurden herausgeschnitten. Es gibt keine Fress-Szenen, einige Einstellungen mit besonders schlimm verstümmelten Zombies fehlen, alle Kopfschüsse wurden entfernt. Auch bestimmte Szenen ohne Gewalt sucht man vergebens, insbesondere solche, in denen sich die Leute zynisch und verächtlich (menschenverachtend?) über die bedauernswerten Untoten lustig machen.

Man soll mich nicht falsch verstehen. Ich bin kein Befürworter von selbstzweckhaften Gewaltszenen. Ich brauche keine Blut-und-Eingeweide-Orgien und ich finde es nicht automatisch toll, wenn reihenweise Leute (oder eben Zombies) niedergemetzelt werden. Es sei denn, dass solche Elemente einen Sinn haben, weil damit etwas bestimmtes zum Ausdruck gebracht werden soll. Bei Dawn of the Dead gibt es gleich mehrere solche Elemente, die für das Verständnis des Films wichtig sind und die ihn in der Originalversion zu mehr werden lassen als zu einem bloßen Gore-Fest. Etwa die Zombies als Allegorie für einen seelenlosen, zwanghaften Konsumwahn, der nur zu noch mehr Gier führt. Das vielleicht wichtigste sind dabei aber eigentlich nicht die Zombies, sondern die eigentlich von den Menschen ausgehende Gewalt: Die rücksichtslose Auslöschung dessen, was man nicht versteht (die Ursache der "Seuche" wird im Film nicht erklärt), verbunden mit einem sadistischen Vergnügen, das man glaubt ausleben zu können, weil man es ja nicht mit Menschen, sondern mit hirn- und seelenlosen Monstern zu tun hat.

Das kommt in der "Langfassung" nicht richtig zum Ausdruck und deshalb halte ich diese Version für einen sinnloseren Gewaltfilm als das Original, auch wenn sie weniger Gewalt enthält! Abgesehen davon wirken die Zombies alles andere als bedrohlich, eben weil man nie sieht, was sie anrichten können. Da schlurfen ein paar grau geschminkte Statisten herum, die ab und zu umfallen und ein bisschen herumstöhnen - das ist alles. Eigentlich ist Altersfreigabe ab 16 noch übertrieben. Da habe ich zur besten Sendezeit im Fernsehen schon weitaus üblere Sachen gesehen! Die düstere, deprimierende Atmosphäre der absoluten Hoffnungslosigkeit, von der die Originalversion beherrscht wird, kommt in der "Langfassung" kaum auf. Der Film ist in dieser Version einfach nur langweilig! Er hat keine Struktur, keinen Rhythmus - man fragt sich immer, was das Ganze eigentlich soll. Von dem Wort "Langfassung" auf dem Cover sollte man sich nicht in die Irre führen lassen. Ich kann zwar nicht mit Sicherheit sagen, welche neuen Szenen denn jetzt zu sehen sind, aber ich meine, es wären nur sinnlose Dialoge oder einige Späßchen der vier Überlebenden im Kaufhaus. Die "Langfassung" enthält also keineswegs mehr von dem, was man zu sehen erwartet, wenn man einen Zombiefilm kauft.

Diese kastrierte Müllversion sollte man sich also auf keinen Fall zulegen. Absolute Enttäuschung, im besten Fall immer noch totales Unverständnis, wären vorprogrammiert.

Die DVD:

Lustigerweise sind im ansonsten eher mäßig interessanten Bonusmaterial einige der geschnittenen Goreszenen doch wieder zu sehen. Da haben die Moralwächter wohl geschlafen. Die Extras enthalten außerdem ein aufschlussreiches Interview mit George A. Romero.

Bild- und Tonqualität der DVD lassen insgesamt sehr zu wünschen übrig. Der Ton ist teilweise so dumpf, dass die Dialoge nur schwer verständlich sind, das Bild ist grobkörnig. Vermutlich sind diese Mängel durch den Zusammenschnitt von Filmmaterial aus verschiedenen Quellen entstanden.





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