X-Men: Zukunft ist Vergangenheit


X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - Rogue Cut (USA/GB/Kanada, 2014)
- X-Men: Days of Future Past -

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 132 Minuten (Kinofassung) / 149 Minuten (Rogue Cut)

Extras:
- Audiokommentare
- Second Screen App
- Bildergalerien
- Die Entstehung des Films (52:41 Min.)
- Gesprächsrunde der Darsteller und Filmemacher (30:11 Min.)
- Vorschau auf "Fantastic Four" (1:49 Min.)

Regie:
Bryan Singer

Hauptdarsteller:
James McAvoy / Patrick Stewart (Professor Charles Xavier)
Michael Fassbender / Ian McKellen (Erik Lehnsherr - "Magneto")
Hugh Jackman (James Logan - "Wolverine")
Jennifer Lawrence (Raven Darkholme - "Mystique")
Nicholas Hoult (Dr. Hank McCoy - "Beast")
Peter Dinklage (Dr. Bolivar Trask)
Evan Peters (Peter Maximoff - "Quicksilver")
Ellen Page (Kitty Pryde - "Shadowcat")
Josh Helman (William Stryker)




Story

Seit die "Mutanten" - Menschen mit dem X-Gen und außergewöhnlichen Fähigkeiten - in den Blickwinkel der Öffentlichkeit getreten sind, ist es immer wieder zu Konflikten mit dem Rest der Menschheit gekommen. Erik Lehnsherr, genannt "Magneto", weil er jegliches Metall telekinetisch perfekt manipulieren kann, ist über Leichen gegangen, um die Existenz der Mutanten zu sichern. Professor Charles Xavier, ein mächtiger Telepath, der die Gedanken anderer Menschen nicht nur lesen, sondern auch kontrollieren kann, hat dasselbe Ziel verfolgt, dabei aber ein friedliches Miteinander angestrebt. Seine Gefolgsleute, die X-Men, sind Magneto und dessen Anhängern entgegengetreten, um die Menschen zu schützen. Doch im Jahre 2023 ist das alles bedeutungslos geworden. Unbesiegbare Roboter, die sich an alle Mutantenfähigkeiten anpassen und diese übernehmen können, haben schon unzählige Mutanten getötet. Ursprünglich wurden sie erschaffen, um Mutanten aufzuspüren und unschädlich zu machen, haben diesen Auftrag jedoch auch auf Menschen ausgeweitet, deren Erbgut vermuten lässt, dass sie Nachkommen mit Mutantenkräften haben könnten, sowie auf alle Unterstützer der Mutanten. Die erbarmungslosen Sentinels haben die ganze Welt in ein düsteres Gefängnis verwandelt und machen Jagd auf die letzten freien, von Xavier und Magneto angeführten Mutanten. Diese konnten bis jetzt stets rechtzeitig fliehen, denn die Mutantin Kitty Pryde besitzt die Fähigkeit, das Bewusstsein einer anderen Person in die Vergangenheit zu schicken. Auf diese Weise konnten sich die Mutanten stets rechtzeitig über bevorstehende Sentinel-Angriffe informieren und diesen ausweichen. Ihnen allen ist jedoch klar, dass immerwährende Flucht keine Lösung ist und dass sie auf Dauer nichts gegen die Sentinels ausrichten können.

Xavier entwickelt deshalb einen Plan, um den Lauf der Geschichte zu ändern. Kitty Pryde soll einen Mutanten zum entscheidenden, viele Jahrzehnte in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt schicken. Hierfür kommt nur James Logan in Betracht. Er wird sich im Körper seines früheren Ichs wiederfinden, ist über alle damaligen Geschehnisse im Bilde, kann also in die Geschehnisse eingreifen und die Apokalypse ungeschehen machen. Der Plan wird umgesetzt. Logan erwacht im Jahre 1973, lange vor der mit extremen Schmerzen verbundenen Umhüllung seines Skeletts mit Adamantium. In dieser Zeit interessiert sich niemand für die von Dr. Bolivar Trask entwickelten noch vergleichsweise primitiven Sentinels, denn die Existenz der Mutanten ist nicht allgemein bekannt und in Regierungskreisen werden sie nicht als Bedrohung betrachtet. Die Gestaltwandlerin Raven Darkholme hat sich nach den Geschehnissen vor gut zehn Jahren (siehe X-Men: Erste Entscheidung) von Magneto getrennt und ist allein unterwegs, um ihresgleichen überall in der Welt zu unterstützen. So bringt sie einige als Soldaten im Vietnamkrieg kämpfende Mutanten vor William Stryker in Sicherheit, der für Trask arbeitet. Raven findet heraus, dass Trask schon zahlreiche Mutanten zu "Studienzwecken" entführt und ermordet hat. So war es ihm möglich, einen Detektor zu entwickeln, mit dem Mutanten-DNS aufgespürt werden kann. Raven ist nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel, doch bisher hat sie noch niemanden getötet. Dies wird sich bald ändern, und genau das muss Logan verhindern. Nach dem ihm bekannten Ablauf wird Raven Trask erschießen, dabei aber gefangen genommen werden. Ihre Tat wird bei der Regierung für ein Umdenken sorgen, außerdem wird man Raven für Experimente missbrauchen und in ihrem mutierten Erbgut den Schlüssel für die Weiterentwicklung der Sentinels finden.

Auf sich gestellt kann Logan Raven nicht aufhalten. Er braucht die Hilfe Xaviers und Magnetos. Doch Xavier hat alle Hoffnung verloren, seit sich Raven und Magneto von ihm abgewandt haben. Die Mutantenschule wurde geschlossen, Xavier hat sich zurückgezogen. Magneto sitzt in einem Hochsicherheitsbunker tief unter dem Pentagon, weil er angeblich John F. Kennedy ermordet hat. Logan schenkt Xavier reinen Wein ein. Mit seinem Wissen über Dinge, die Xavier noch niemandem erzählt hat, kann Logan ihn von der Wahrheit seiner Behauptungen überzeugen. Doch Xavier fürchtet sich vor seiner Mutantengabe; er erträgt die leiderfüllten Gedanken der Menschen nicht. Dr. Hank McCoy hat ein Serum entwickelt, welches Xaviers telepathische Kräfte unterdrückt und gleichzeitig die Querschnittlähmung beseitigt. Für den Einbruch in das Pentagon wird deshalb Pietro Maximoff rekrutiert, den Logan aus der Zukunft kennt. Der junge Mann kann sich so schnell bewegen, dass die Zeit für ihn praktisch stillsteht. Magneto wird befreit und kann zur Mithilfe bewegt werden. Nachdem man sich von Maximoff verabschiedet hat, geht die Reise weiter nach Paris. Dort versucht Trask während der amerikanisch-vietnamesischen Friedensverhandlungen neue Kunden für das Sentinel-Programm zu gewinnen. Raven infiltiert eine Konferenz, an der Trask teilnimmt. Logan und seine Begleiter treffen rechtzeitig ein, um den Mord an Trask zu verhindern. Magneto will die von Raven ausgehende potentielle Bedrohung ein für alle Mal ausschalten. Er schießt auf Raven, verwundet sie aber nur und sorgt somit selbst unwillentlich dafür, dass Trask an ihre DNS herankommt. Trask nimmt Proben von den Blutstropfen, die Raven hinterlassen hat. Magneto, Raven und Hank McCoy kämpfen vor laufenden Fernsehkameras gegeneinander, wobei sie ihre Kräfte einsetzen. Somit ist die Existenz der Mutanten kein Geheimnis mehr. Raven verschwindet in der Menschenmenge. Auch Magneto geht nun wieder eigene Wege. Als die beiden ein letztes Mal zusammentreffen, erfährt Raven, warum sie von ihren Freunden attackiert wurde. US-Präsident Nixon bewilligt die zum Bau der Sentinels benötigten Mittel, um beweisen zu können, dass die Regierung imstande ist, das Volk zu schützen. Die Maschinen sollen der Öffentlichkeit demnächst bei einer Feier vor dem Weißen Haus präsentiert werden.

Nachdem Magneto den Helm wiederbeschafft hat, der seine Gedanken vor Xaviers Zugriff schützt, appliziert er heimlich Metall in die Plastikkörper der Sentinels. Xavier setzt das Serum ab und ist somit wieder gelähmt, gewinnt aber seine Kräfte zurück. Über Logans Geist erhält er Kontakt mit seinem zukünftigen Ich und überwindet seine Selbstzweifel. Er setzt sich telepathisch mit Raven in Verbindung, kann sie aber nicht von ihrem Racheplan abbringen. Stattdessen zerstört sie Cerebro, so dass sie nicht mehr aus der Ferne von Xavier aufgespürt werden kann. In der Gestalt eines Sicherheitsbeamten nimmt sie an der Sentinel-Präsentation teil. Logan, Xavier und Hank McCoy mischen sich unters Publikum. Während sie noch nach Raven suchen, reißt Magneto ein komplettes Stadion aus dem Boden, um das Weiße Haus damit abzuschotten. Gleichzeitig kontrolliert er die Sentinels über das eingewobene Metall. Er durchbohrt Logan mit Stahlstäben und wirft ihn in den Fluss. Auch im Jahre 2023 spitzt sich die Situation zu. Die Sentinels haben das Versteck der Mutanten entdeckt und greifen an. Die Übermacht ist erdrückend. Viele Mutanten opfern sich, um Logan wenigstens etwas Zeit zu verschaffen. Als sich Magneto im Jahre 1973 anschickt, den Präsidenten, Trask und alle anderen Anwesenden vor den Augen der Welt zu töten, greift Raven ein. Sie täuscht Magneto, indem sie die Gestalt des Präsidenten annimmt. Sie schießt ihn mit einer Waffe aus Kunststoff an, so dass er den Helm sowie die Kontrolle über die Sentinels verliert und von Xavier übernommen werden kann. Anschließend richtet sie die Waffe auf Trask. Xavier kontaktiert sie noch einmal, verzichtet aber auf jeglichen Manipulationsversuch und versichert ihr nur, dass er ihr vertraut. Raven verschont Trask. Damit ändert sich alles - im Jahre 2023 gibt es keine Sentinels mehr. Xavier lässt Raven und Magneto entkommen. In Strykers Gestalt veranlasst Raven, dass Logan aus dem Fluss geborgen wird. Trask wird wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen verurteilt.

Logan findet sich im Jahre 2023 wieder. Er befindet sich in Professor Xaviers "Schule für begabte Jugendliche". Alle Freunde, deren Tod er miterlebt hat, sind anwesend - sogar Jean Grey und Scott Summers (siehe X-Men 3: Der letzte Widerstand). Alles scheint in Ordnung zu sein.


Kringels Meinung

Nach dem Abspann folgt eine Szene, die auf den nächsten X-Men-Film hinweist. Man sieht, wie ein junger Mutant Kraft seines Willens eine riesige Pyramide entstehen lässt. Unzählige Menschen liegen vor ihm auf den Knien, auf einer nahen Sanddüne sind vier Reiter zu sehen. Der junge Pyramidenbauer ist En Sabah Nur, und er ist nicht nur irgendein Mutant, sondern der erste seiner Art. Er ist auch als "Apocalypse" bekannt und eine seiner Fähigkeiten ist die Manipulation schwächerer Mutanten, die er zu seinen apokalyptischen Reitern machen kann.

In diesem Film kommt es sozusagen zum "Treffen der Generationen". Die Schauspieler aus der ursprünglichen Trilogie und die neue, mit X-Men: Erste Entscheidung eingeführte Riege bevölkern je eine Handlungsebene. James Logan/Wolverine, der bis dato einzige Held des X-Men-Universums, dem eigene Filme gewidmet wurden (X-Men Origins: Wolverine und Wolverine: Weg des Kriegers), verknüpft beide Ebenen miteinander. Der Schwerpunkt liegt auf den Geschehnissen des Jahres 1973, und das ist gut so, denn die im Jahre 2023 angesiedelte Handlung ist trotz der deutlich stärker betonten Mutanten-Action nicht besonders spannend. Es geht ja gerade darum, dass diese sehr düstere Zukunft ungeschehen gemacht werden soll, und da niemand ernstlich annehmen wird, dass es kein Happy End gibt, verpuffen die Tode verschiedener Hauptfiguren wirkungslos - erst recht, weil derselbe Kunstgriff zweimal angewendet wird. So beginnt der Film mit einem Sentinel-Angriff, bei dem alle Mutanten sterben. Doch Shadowcat schickt Bishops Geist in die Vergangenheit, so dass er seine Freunde vor dem noch nicht erfolgten Angriff warnen kann. Alle sind wieder quicklebendig. Dasselbe geschieht am Ende des Films erneut. Bis dahin müssen die Mutanten nur durchhalten. Durch die spektakulären Spezialeffekte wird dieser Mangel nur teilweise ausgeglichen. Altbekannte und neue Mutanten kämpfen mit allem was sie haben gegen die Sentinels, welche die Mutantenkräfte quasi spiegeln können. Da bleibt kein Stein auf dem anderen! Die neuen Mutanten haben interessante Fähigkeiten. Blink zum Beispiel kann Portale erschaffen, durch die sie selbst und andere sich vor den Sentinels in Sicherheit bringen können oder mit denen Blink die Sentinels einfach aus dem Kampfgebiet entfernen kann. Bei den Kämpfen wird also ein sehr buntes Effektspektakel auf den Zuschauer abgefeuert, wodurch die Handlungsarmut dieser Erzählebene ein wenig kaschiert wird. Zwar hat jeder Mutant ausreichend Screentime (zumindest im Rogue Cut, siehe unten), aber von Figurenentwicklung kann man hier nicht sprechen.

In der 1973er-Handlungsebene gibt's ebenfalls recht viel knackige Action, aber sie ist viel bodenständiger und steht nicht so sehr im Mittelpunkt. Hier dreht sich alles um die Hauptfiguren Xavier, Mystique und Magneto plus Logan als verbindendes Element. Man könnte Mystique als zentrale Figur bezeichnen, denn von ihrer Entwicklung hängt das Schicksal der gesamten Zeitlinie ab. Wie schon in "Erste Entscheidung" sind weder Mystique noch Magneto eindeutig böse. Dass Mystique nicht gut auf Trask zu sprechen ist, weil er mit Mutanten experimentiert, ist schon mal klar. Es wird nicht gezeigt, wie Mystique hiervon erfahren hat, aber man sieht, wie tief sie getroffen ist, als sie die Akten jener alten Kampfgefährten (unter anderem Azazel und Angel) sieht, die von Trasks Leuten ermordet und möglicherweise sogar viviseziert worden sind. Dass daraufhin Mordgelüste erwachen, ist vollkommen verständlich. Magneto wiederum zieht einfach seinen Kurs durch. Es geht ihm darum, die Spezies der Mutanten zu schützen. Für dieses Ziel würde er sogar Mystique opfern. Xaviers innerer Konflikt, der mit Medikamenten unterdrückt wird, mag ein schlauer Kunstgriff zur Kaltstellung des ansonsten allzu mächtige Telepathen sein, macht aber auch einige starke Charakterszenen möglich. Die Ambivalenz der drei Figuren macht diese Handlungsebene besonders reizvoll. Man weiß bis zum Schluss wirklich nicht, wie sich Mystique entscheiden wird. Im Grunde gibt es in "Zukunft ist Vergangenheit" überhaupt keinen Bösewicht. Trask eignet sich jedenfalls nicht als solcher! Gut finde ich übrigens auch, dass so manche emotional stark aufgeladene oder zu sehr in Richtung Pathos abdriftende Szene humorvoll gebrochen wird. Zum Beispiel regt sich Magneto kurz nach seiner Befreiung während des Flugs im Privatjet mächtig darüber auf, dass sich Xavier vor zehn Jahren zum Schmollen zurückgezogen und Trasks Übeltaten nicht verhindert hat. Seine Kräfte werden aktiv. Alle metallischen Gegenstände entwickeln ein bedrohliches Eigenleben. Hinterher fragt Wolverine den wieder runtergekommenen Magneto, ob er den Kram nicht aufräumen möchte ...

Die Einbettung ins reale Jahr 1973 ist ein weiterer Pluspunkt. Als Logan nach der "Zeitreise" zu sich kommt, fällt sein Blick zuallererst auf eine Lavalampe. Er liegt in einem Wasserbett, Soulmusik läuft im Radiowecker. Der bunte Siebziger-Look weckt in alten Säcken wie mir nostalgische Gefühle und ermöglicht den einen oder anderen Gag, etwa wenn Logan mit seinem Wissen über zukünftige Ereignisse auf völliges Unverständnis stößt. Dazu die eine oder andere Anspielung auf politische und gesellschaftliche Verhältnisse der Siebzigerjahre - köstlich! Vor allem kommt in der Vergangenheits-Handlungsebene meine Lieblingsfigur aller bisherigen X-Men-Filme vor: Quicksilver! Der superschnelle und ziemlich freche Mutant wird von Evan Peters gespielt, den ich schon durch die Fernsehserie American Horror Story kennen und schätzen gelernt habe. Quicksilver stiehlt allen anderen die Show! Wenn er mit verschmitztem Grinsen eine Rolle Klebeband anreißt, kann man sich schon ausmalen, was dem Wachmann blüht, den er außer Gefecht setzen soll - Sekunden später hängt der Mann in einem wahren Klebeband-Kokon an der Wand. Das absolute Highlight ist eine Szene, in der sich Wolverine, Magneto und Xavier sowie einige Sicherheitskräfte in der Küche vor Magnetos Gefängniszelle gegenüberstehen. Die Beamten haben bereits ihre Waffen abgefeuert und es sieht nicht gut aus für unsere Helden. Doch dann setzt sich Quicksilver die Schutzbrille auf und legt los. Er ist so schnell, dass alle anderen Bewegungen stillstehen. Selbst die Geschosse schleichen ganz langsam durch die Luft, Quicksilver kann die Flugbahnen problemlos verändern. Außerdem arrangiert er in aller Seelenruhe verschiedene Objekte und die Fäuste der Beamten dergestalt, dass sie sich auf einen Schlag selbst auknocken, als die Szene wieder zur "Normalgeschwindigkeit" zurückkehrt. Dabei läuft sinnigerweise das Lied "Time in a Bottle" von Jim Croce. Eine herrliche Szene, besonders in 3D!

Alles in allem reiht sich "Zukunft ist Vergangenheit" bestens in die Topliga der Superheldenfilme ein, weil bei aller fürs Blockbusterkino benötigten Action nicht in Vergessenheit gerät, dass für einen guten Film nicht nur Schauwerte gebraucht werden, sondern fesselnde Geschichten, menschliche Konflikte und Identifikationsfiguren. Einmal mehr muss ich sagen, dass die Marvel-Filme diesbezüglich definitiv die Nase vorn haben.


Blu-ray-Features

Die Blu-ray enthält die Kinofassung des Films sowie den ungefähr 17 Minuten längeren "Rogue Cut". Darin dürfen die Mutanten vor Logans Zeitreise über Sinn und Zweck derselben diskutieren, außerdem wird die Beziehung zwischen Mystique und Beast sowie zwischen Iceman und Shadowcat ein wenig vertieft. Die längste Erweiterung betrifft Rogue. In der Kinoversion kommt diese Mutantin nicht vor. Der "Rogue Cut" enthält eine zehnminütige Sequenz mit neuen Szenen, die sich an Shadowcats Verwundung durch den panisch mit den Krallen herumfuchtelnden Wolverine anschließt. Shadowcat wird immer schwächer, irgendwann wird sie Wolverine nicht mehr in der Vergangenheit halten können. Rogue könnte ihren Platz einnehmen, denn sie kann die Kräfte anderer Mutanten absorbieren. Doch Rogue wird schon seit Jahren in Prof. Xaviers Anwesen gefangen gehalten. Xavier, Magneto und Iceman befreien sie. Dabei wird Iceman von Sentinels getötet. Über die Sinnhaftigkeit dieser Sequenz lässt sich streiten. Ich finde, dass sie im Gegensatz zu den zuvor erwähnten Erweiterungen nicht gebraucht wird; sie bremst den Film nur aus. Außerdem kann man sich fragen, warum die X-Men ihre Kameradin nicht schon viel früher befreit haben, als das noch mit vereinten Kräften möglich gewesen wäre.

So toll ich den Film finde, so mau ist das Bonusmaterial. Trotz der recht langen Laufzeit ermöglicht "Die Entstehung des Films" keinen echten Einblick in den Produktionsprozess. Die paar Interviewschnipsel und kurzen Blicke hinter die Kulissen, durchsetzt mit Filmszenen, eignen sich bestenfalls als Werbung für den Film. Wie er gemacht wurde, ist nur ansatzweise zu erkennen. In einer halbstündigen Gesprächsrunde tauschen Regisseur Bryan Singer und Drehbuchautor Simon Kinberg hauptsächlich belanglose Floskeln mit den Hauptdarstellern aus (Jennifer Lawrence fehlt). Diese erklären, wie sie die von ihnen verkörperten Figuren sehen und es wird ein bisschen in Erinnerungen an ältere X-Men-Filme geschwelgt.


J. Kreis, 19.04.2016




Gastkommentare


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Hans (20.04.2016):

Der Film und die X-Men-Reihe ist auch m.E. besser als was da in den letzten Jahren alles kreucht und fleucht an Superhelden-Movies. Die DVD liegt seit letztem Jahr bei mir rum, angesehen hab ich mir die TV-Ausstrahlung neulich. Mich stören zwei Sachen. Der durchgeknallte Wissenschaftler wird von einem kleinwüchsigen Schauspieler gespielt... Hollywood integriert mittlerweile alle möglichen Minderheiten in seine Filme, was ja oberflächlich betrachtet ein positiver sozialer Fortschritt sein mag aber wenn diese dann die Bösen spielen... schürt das nicht erst recht Ressentiments??? Das Ende mit den wiederbelebten Mutaten hat mir gefallen. Jean Grey und Cyclops waren meine Lieblingsfiguren aus den ersten 3 Filmen und ich machte mir Hoffnungen, daß diese in den noch kommenden Filmen wieder eine Rolle spielen werden... Aus denen im Web zugänglichen Infos wurde mir dann aber klar, daß dies definitiv nicht passieren wird und das ist mir echt sauer aufgestoßen! Warum dann das alles? Bei allen Superhelden-Franchises (ausgehend schon sehr lange Jahre durch die Comics) existieren ja mittlerweile diverse Paralleluniversen etc. z.B. Spiderman wird Mitglied bei den Fantastic4... Um da durchzusteigen (falls man das überhaupt will) muß man sehr viel lesen und dazu habe ich immer weniger Lust. Ich hab mich schon zu meiner Schulzeit in den 80ern aufgeregt, als ich im Deutsch-Leistungskurs jede Menge Sekundärliteratur wälzen mußte um z.B. die Werke von Thomas Mann interpretieren zu können. Der Vergleich ist vermutlich etwas übertrieben aber durch das o.g. habe ich persönlich immer weniger Lust mich auf diese ganzen Paralleluniversen-Plots einzulassen.Wenigstens gabs hier ein Happy-End.



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