X-Men: Apocalypse


X-Men: Apocalypse (USA, 2016)

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 144 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Entfallene/Erweiterte Szenen mit optionaler Einführung von Bryan Singer (28:11 Min.)
- X-Men: Apocalypse im Detail (63:58 Min.)
- Spaß am Set (8:20 Min.)
- Alles im Kasten (4:46 Min.)
- Bildergalerie
- Trailer

Regie:
Bryan Singer

Hauptdarsteller:
James McAvoy (Professor Charles Xavier)
Michael Fassbender (Erik Lehnsherr - "Magneto")
Oscar Isaac (En Sabah Nur - "Apocalypse")
Jennifer Lawrence (Raven Darkholme - "Mystique")
Sophie Turner (Jean Grey)
Tye Sheridan (Scott Summers)
Evan Peters (Peter Maximoff - "Quicksilver")
Alexandra Shipp (Ororo Munroe)
Kodi Smit-McPhee (Kurt Wagner - "Nightcrawler")
Rose Byrne (Moira MacTaggert)
Josh Helman (William Stryker)




Story

Nach den Ereignissen des Jahres 1973, durch die die Existenz der Mutanten allgemein bekannt geworden ist, taucht Eric Lensherr ("Magneto") unter. Er baut sich eine neue Existenz als Fabrikarbeiter in Polen auf. Er findet eine Frau und bekommt mit ihr eine Tochter, die das Mutanten-Gen erbt. Eric liebt seine Familie und ist mit diesem Leben ganz zufrieden. Raven Darkholme ("Mystique") wird von Mutanten in aller Welt als Heldin und Vorbild betrachtet, zumal sie jenen beisteht, die von den Menschen unterdrückt und missbraucht werden. So befreit sie den Flügel tragenden Mutanten Angel und den Teleporter Kurt Wagner ("Nightcrawler") im Jahre 1983 aus einem Nachtclub in Ostberlin, in dem Mutanten zu tödlichen Arenakämpfen gezwungen werden. Viele junge Mutanten studieren an Professor Charles Xaviers Schule. Die mit Abstand stärkste von ihnen ist die Telepathin und Telekinetin Jean Grey, allerdings hat sie ihre Kräfte nicht vollständig unter Kontrolle und fühlt das Anwachsen einer dunklen Macht in ihrem Geist. In ihren Alpträumen sieht sie das möglicherweise von ihr verursachte Ende der Welt. Der junge Scott Summers muss erst noch lernen, die zerstörerischen Energiestrahlen zu kontrollieren, die aus seinen Augen hervorschießen. Sein älterer Bruder Alex ("Havok"), einer der ersten X-Men, bringt ihn zu Charles. Jean und Scott, beide Außenseiter, fühlen sich zueinander hingezogen.

Die CIA-Agentin Moira MacTaggert geht Hinweisen auf eine ägyptische Sekte nach, die den Mutanten En Sabah Nur ("Apocalypse") verehrt. Apocalypse ist möglicherweise der erste Mutant, auf jeden Fall ist er der mächtigste. Er hat ungezählte Jahrtausende durch die Transferierung seines Bewusstseins auf neue Wirtskörper überdauert. Er nutzt stets Mutanten als Wirte, deren Gaben er übernimmt. Auf diese Weise hat er die verschiedensten Fähigkeiten gewonnen. Unter anderem kann er die Kräfte anderer Mutanten verstärken sowie sich und andere durch eine Energieblase von einem Ort zum anderen versetzen. Überlieferungen zufolge hat Apocalypse in der Vergangenheit immer wieder schreckliche Katastrophen verursacht. In jeder Inkarnation rekrutiert er vier Mutanten als Helfer und Leibwächter - man kennt sie als die apokalyptischen Reiter. Im Jahre 3600 v. Chr. hat Apocalypse als Gott im alten Ägypten geherrscht. Er ist beim in einer Pyramide stattfindenden Transferritual von Menschen gestört worden, die das gewaltige Gebäude über ihm zum Einsturz gebracht haben. Apocalypse konnte dadurch zwar nicht vernichtet werden, ist aber wegen des unterbrochenen Rituals in Tiefschlaf gefallen. Die Sektenmitglieder haben die Ruine freigelegt. Moira beobachtet unbemerkt, wie sie den tief unter den Trümmern liegenden Mutanten erwecken. Er befreit sich, wobei er die Sektenmitglieder tötet und ein globales Erdbeben auslöst. Moira überlebt und kehrt in die USA zurück.

Durch das Erdbeben kommt es in der polnischen Fabrik zu einem Unfall. Magneto verhindert, dass ein Arbeiter von einem schweren Metallteil erschlagen wird. Die Kollegen melden den Vorfall. Magnetos Tarnidentität fliegt auf. Als Polizisten erscheinen, um ihn festzunehmen, reagiert seine Tochter panisch. Mit ihrer Gabe hetzt sie Tiere auf die Polizisten. Einer von ihnen tötet Magnetos Frau und Tochter versehentlich. Voller Zorn und Trauer ermordet Magneto alle Polizisten. Dasselbe will er mit den Arbeitern tun, die ihn verraten haben. Apocalypse erscheint und übernimmt das für ihn. Der Ur-Mutant hat bereits drei Helfer rekrutiert. Neben Angel sind dies Ororo Munroe, die Gewitterstürme entfesseln kann, und Psylocke, deren Gabe in der Erschaffung energetischer Waffen besteht. Apocalypse hat sich über die moderne Welt informiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass sie vernichtet werden muss, damit eine neue entstehen kann, in der er und die stärksten Mutanten herrschen können. Er hat die Kräfte seiner drei Anhänger verstärkt und macht dasselbe nun mit Magneto, der nur zu gern bereit ist, Apocalypse zu unterstützen. Mystique erfährt, was mit Magnetos Familie geschehen ist. Ihr ist klar, dass alle Welt Jagd auf ihn machen wird. Sie begibt sich mit Nightcrawler zur Mutantenschule, um ihre alten Freunde um Hilfe zu bitten. Charles sucht Moira auf, um sie zur Schule mitzunehmen und mehr über Apocalypse zu erfahren, dessen Erwachen er gespürt hat. Auch Peter Maximoff ("Quicksilver") ist unterwegs zur Schule. Er möchte Kontakt mit seinem Vater Magneto aufnehmen.

Charles spürt Magneto durch den Einsatz Cerebros auf. Apocalypse dringt über die telepathische Verbindung in Charles' Geist ein. Er nutzt dessen Kräfte, um all jene Menschen unter Kontrolle zu bringen, die Zugriff auf Nuklearwaffen haben. Wenig später steigen überall auf der Welt Atomraketen in den Himmel, bis sie im Orbit treiben. Somit hat Apocalypse die stärkste Waffe der Menschheit unschädlich gemacht. Cerebro wird zerstört, doch kurz danach erscheint Apocalypse persönlich und entführt Charles. Havok feuert einen Energiestrahl auf Apocalypse ab, trifft aber einen Generator. Eine gewaltige Explosion wird verursacht, in der Havok ums Leben kommt und die Schule zerstört wird. Der superschnelle Quicksilver rettet alle anderen Bewohner. Colonel Stryker nutzt die Gelegenheit, um Mystique, Hank McCoy, Quicksilver und Moira gefangen zu nehmen. Sie werden in eine abgelegene Forschungseinrichtung gebracht. Jean, Scott und Nightcrawler folgen ihren Freunden unbemerkt. Sie befreien Wolverine, der dort ebenfalls gefangen gehalten wird. Man hat ihm die Erinnerungen genommen und ihn für Experimente missbraucht. Wolverine metzelt alle Soldaten nieder. Nur Stryker entkommt. Es gelingt Jean, den tobenden Wolverine zu beruhigen und einen Teil seiner Erinnerungen wiederherzustellen. Anschließend werden die anderen Mutanten befreit.

Währenddessen wird Charles von Apocalypse nach Kairo gebracht und gezwungen, eine telepathische Botschaft an die Menschheit zu schicken. Anschließend will Apocalypse sein Bewusstsein auf Charles übertragen. Dann wäre er allmächtig. Charles schmuggelt eine Nachricht für Jean ein. Die Mutanten eilen nach Kairo, um Charles zu retten und Apocalypse aufzuhalten. Magneto hat bereits damit begonnen, das Magnetfeld der Erde zu beeinflussen. Zerstörungen in der ganzen Welt sind die Folge. Nightcrawler bringt Charles noch rechtzeitig per Teleportation in Sicherheit. Apocalypse greift persönlich an. Als Ororo sieht, wie brutal er selbst gegen seine Anhänger vorgeht, wendet sie sich von ihm ab. Auch Magneto stellt sich wieder auf die Seite seiner ehemaligen Freunde. Doch selbst mit vereinten Kräften sind die Mutanten Apocalypse nicht gewachsen. In dieser Situation fordert Charles Jean auf, sich nicht mehr zurückzuhalten. Jean lässt ihren Kräften freien Lauf und entfesselt zerstörerische Gewalten, denen Apocalypse nichts entgegenzusetzen hat. Er versucht zu fliehen, doch Ororo verhindert das. Apocalypse wird restlos aufgelöst. Psylocke setzt sich ab.

Jean und Magneto setzen ihre Gaben ein, um die Schule neu zu errichten. Moira erhält die Erinnerungen zurück, die Charles seinerzeit zu ihrer eigenen Sicherheit blockiert hatte. Ororo und Quicksilver bleiben im Gegensatz zu Magneto in der Schule. Quicksilver verzichtet darauf, Magneto zu sagen, dass er sein Sohn ist. Mystique beginnt mit der Ausbildung neuer X-Men.


Kringels Meinung

In diesem Film gibt es eine Szene, in der einige junge Mutanten aus dem Kino kommen. Sie haben sich Die Rückkehr der Jedi-Ritter angeschaut. Jean Grey sagt sinngemäß, bei Trilogien sei der dritte Teil immer der schlechteste. Nun, was die Filme mit der "neuen Generation" der X-Men angeht, kann ich das bestätigen. "Apocalypse" gefällt mir längst nicht so gut wie X-Men: Erste Entscheidung und reicht meiner Meinung nach auch nicht an X-Men: Zukunft ist Vergangenheit heran. Das liegt vor allem an der titelgebenden Figur. Ich finde schon Apocalypses Erscheinungsbild lächerlich. Für mich sieht der Typ aus wie ein stark geschminkter Clown. Zudem ist er aufgrund seiner Ziele - die Vernichtung der Menschheit, wie ungewöhnlich - ein austauschbarer 08/15-Bösewicht, und es fällt schwer, ein Gefühl der Dringlichkeit dafür zu entwickeln, dass er aufgehalten werden muss. Klar, überladene CGI-Vernichtungsorgien werden abgefeiert, das Ganze bleibt aber irgendwie klinisch kalt und da man keine Einzelschicksale sieht, haben diese Szenen keine Wirkung. Obendrein fehlt dem Effektgewitter während des Weltuntergangs jegliches Alleinstellungsmerkmal; ähnliches habe ich schon gefühlt hundert Mal gesehen. Außerdem fand ich es sehr schade, dass die Story nicht mehr so schön wie in den beiden vorherigen Filmen in die Handlungszeit eingebettet ist; das wären diesmal die Achtzigerjahre gewesen.

Zunächst einmal geht es darum, dass Apocalypse verschiedene Mutanten mit der Verlockung noch größerer Macht verführt, um sie in willfährige Werkzeuge umzuwandeln. Das verläuft in drei von vier Fällen im Handumdrehen. Magnetos Rekrutierung wird besser vorbereitet. Sein Schicksal ist eines der wenigen Highlights des Films. Die Tragik seines Verlusts hat mich nicht kalt gelassen, und so ist seine Hinwendung zum Bösen glaubwürdig. Umso weniger kann seine finale Kehrtwende überzeugen. Charles muss nur oft genug sein Mantra "ich spüre auch Gutes in dir" wiederholen, die Werte von Freundschaft und Familie beschwören, schon riskiert dieser Typ, der einfach nur die Welt brennen sehen wollte, sein Leben für Personen, die ihm kurz zuvor noch völlig egal waren. Und er kommt am Ende offensichtlich ungestraft davon, muss keinerlei Konsequenzen für seine Taten tragen, was die Sache noch ärgerlicher macht.

Es gibt noch andere gute Momente, zum Beispiel die phantastischen im alten Ägypten spielenden Szenen zu Beginn des Films, Jean Grey, die sich am Ende vorübergehend in ihr Alter Ego Dark Phoenix verwandelt (diese Figur wird vermutlich im Zentrum des nächsten X-Men-Films stehen) und die Visualisierung von Quicksilvers Supergeschwindigkeit. Wie bereits in "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" darf er allerlei Schabernack treiben, während die Welt um ihn herum scheinbar stillsteht. Herrlich! Als schlecht würde ich "X-Men: Apocalypse" also nicht bezeichnen. Die positiven Einzelaspekte fügen sich aber nicht zu einem guten Film zusammen.

Kurzfazit: Langweilig, vorhersehbar, seelenlos und wenig originell. Mit einem Wort: Enttäuschend!


Extras

Die Dokumentation "X-Men: Apocalypse im Detail" besteht aus 6 Einzel-Featurettes, die alle zusammen abgespielt werden können. Sie veranschaulichen nicht so sehr den Entstehungsprozess, sondern gehen näher auf die Handlung sowie die Hauptfiguren ein. Die Schauspieler erläutern, wie sie die Story und die Entwicklung der von ihnen verkörperten Figuren sehen. Es ist allerdings auch einiges an Hinter-den-Szenen-Material vorhanden, außerdem Aufnahmen, die Sophie Turner beim Vorsprechen zeigen. Sie spielt eine Szene, die im Film nicht vorkommt. Darin berichtet sie, wie ihre Kräfte erstmals erwacht sind. Sie war noch ein Kind und hat unabsichtlich am Bewusstsein ihrer Mutter herumgepfuscht. So wurde deren Tod verursacht. Auf die in Ostberlin spielende Sequenz wird recht ausführlich eingegangen. Ich frage mich, welches Bild Regisseur und Produktionsteam wohl von der DDR Anfang der Achtziger gehabt haben. Mit der Realität hat das wenig zu tun! Zu guter Letzt kann man mitverfolgen, wie sich James McAvoy eigenhändig eine Glatze rasiert. Patrick Stewart ist per Handy zugeschaltet und gibt seinen Segen!

12 Szenen, die es nicht oder nicht in diesem Umfang in den Film geschafft haben, gehören ebenfalls zum Bonusmaterial. Sie hätten den Film auch nicht besser, aber vielleicht ein bisschen "runder" gemacht und den Figuren etwas mehr Tiefe verliehen. Wie der Regisseur ganz richtig anmerkt, wäre die lange Auftaktphase dadurch aber noch mehr aufgebläht worden. Hervorheben möchte ich nur eine ziemlich lange und sehr amüsante Sequenz, in der vier junge Mutanten durch ein Einkaufszentrum flanieren und Spaß haben. Scott Summers zeigt Jean Grey eine LP von Culture Club. Auf dem Cover ist Boy George zu sehen. Scott behauptet, Jean sehe genauso aus. Stimmt auffallend!


J. Kreis, 01.02.2018




Gastkommentare


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Hans (25.02.2018):

Ist doch besser wenn man sich einen Film ansieht und dann kommentiert. Der Streifen lief grade im Fernsehen. Hat mir weitaus besser gefallen als die beiden Vorgänger. Fehlende Charakterzeichnung über tiefergehende Beschreibung von Einzelschicksale habe ich nicht vermisst. Meist passiert das doch eher klischeehaft und vordergründig. Das Kindheitstrauma von Magneto wurde gut aufgearbeitet und letztlich geht es hier auch um die Auslöschung eines Volkes, nämlich das menschliche Volk auf der Erde.
Apocalypse ist tatsächlich nicht sehr gut dargestellt. Am Ende des Vorgängerfilms ist er anders, menschlicher dargestellt worden. Man hat sich hier an der Zeichentrickserie aus den 80ern orientiert wo er auch so klobig daherkommt. Die jungen Mutanten haben mir sehr gut gefallen, besonders Kurt Wagner als Teenager ist mein Favorit.
Letztlich geht es hier um die Frage was man tun soll, wenn man mit dem Absoluten Bösen konfrontiert wird. Schon in der Bibel wird diese Frage beantwortet: der Erzengel Michael schleudert Luzifer in den Feuersee und vernichtet diesen endgültig. Gefällt mir besser als die vielen esoterischen Varianten in denen auch das Böse erlöst werden soll. Hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß ich seit meiner Jugend sehr oft Alpträume habe in welchen ich mit solchen Wesen wie Apocalypse konfrontiert werde, die mich auf ihre Seite ziehen wollen... schrecklich.
Der Auftritt von Hugh Jackman als Wolverine war überflüssig da er sofort wieder verschwindet. Hier hätte man auch einen neuen, jüngeren Schauspieler einführen können, schließlich geht die Serie ja weiter mit anderem Fortgang als in der ersten Trilogie da ja im Vorgänger-Film die Zeitlinie verändert wurde. Bin Mal gespannt was sich die Drehbuchautoren als Fortsetzung ausdenken. In der alten Zeichentrickserie gab es etliche Folgen die im Weltraum und auf anderen Planeten spielten. Wäre schön wenn so etwas käme.
Zieht man den puppenhaften Apocalypse ab so war das ein wirklich sehenswerter Film für mich.


Hans (17.02.2018):

Danke für deinen Kommentar, sonst hätte ich mir vlt. die DVD besorgt. Es gibt eine ältere Zeichentrickserie der X-Men, die den Plot um Apocalypse m.E. rasant aber ausführlich über ca. 5. Episoden ausbreitet in den vor allem der Innere Konflikt von Jean Grey gut thematisiert wird.
Muß gleich Mal schauen ob man diese irgendwo noch auf DVD erwerben kann.
Von Ausnahmen abgesehen fand ich die Zeichentrick-Serien über Superhelden immer besser als die Realverfilmung. Von Green Lantern gibt es beispielsweise eine Recht aktuelle Serie die vor wenigen Jahren im TV lief. Da such ich am besten auch gleich Mal danach.



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