Zurück zu den Filmen

x_men X-Men (USA 2000)

DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 100 Minuten

Extras
Unveröffentlichte Szenen. Interview mit Bryan Singer und Charlie Rose. Animierte Storyboard-Szenen. Specials: "The Mutant Watch" und "X-Men"Featurette. Kinotrailer und TV-Spots. Bildergalerie.

Regie:
Bryan Singer

Hauptdarsteller:
Patrick Stewart (Prof. Charles Xavier)
Ian McKellen (Eric Lensherr/Magneto)
Hugh Jackman (Logan/Wolverine)
Halle Berry (Storm)
Famke Janssen (Dr. Jean Grey)
James Marsden (Scott Summers/Cyclops)
Anna Paquin (Marie/Rogue)
Rebecca Romijn-Stamos (Mystique)





Inhalt:

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts werden überall auf der Welt Kinder mit ungewöhnlichen, teils übermenschlichen Fähigkeiten geboren. US-Senator Kelly macht die Angst der "normalen" Menschen vor diesen "Freaks" zum Thema seines Wahlkampfs, denn viele Menschen fühlen sich von den immer zahlreicher werdenden Mutanten bedroht und wenden sich gegen sie. Das geht so weit, daß manche Eltern ihre Kinder verstoßen, sobald diese - meist beim Eintritt in die Pubertät - Mutantenfähigkeiten entwickeln. Senator Kelly fordert eine weltweite Zwangsregistrierung aller Mutanten - am liebsten würde er sie vermutlich internieren lassen. Das denkt jedenfalls Eric Lensherr, genannt Magneto, dessen Mutantenfähigkeit darin besteht, daß er Metall jeglicher Art telekinetisch beeinflussen kann. In seiner Jugend hat Magneto genau das durchgemacht, was Kelly anzuzetteln beginnt: Er war Gefangener in einem KZ der Nazis... Jetzt beginnt Magneto Mutanten zu rekrutieren, um sich an den Menschen zu rächen. Die Gestaltwandlerin Mystique, die für Magneto arbeitet, entführt Senator Kelly und nimmt seinen Platz ein. Magneto hat eine Maschine entwickelt, mit der er seine Fähigkeiten so verstärken kann, daß er den genetischen Code jedes beliebigen Menschen zu spontaner Mutation bringen kann. Diese Behandlung läßt er testweise auch Kelly angedeihen. Als der Versuch gelingt, steht Magnetos Plan fest: Er will die Menschen von ganz New York in Mutanten verwandeln, damit sie am eigenen Leib erfahren, wie es ist, ausgestoßen und verfolgt zu sein.

Es gibt jedoch jemanden, der Magneto Einhalt gebieten könnte. In seiner "Schule für begabte Jugendliche" gibt Prof. Charles Xavier, ein früherer Freund Magnetos, allen Kindern und Jugendlichen eine neue Heimat, die wegen ihrer Mutation von der Gesellschaft ausgestoßen worden sind. Xavier selbst ist ein mächtiger Telepath und Suggestor. Die Schule hat aber noch eine andere Funktion: Sie ist Hauptquartier und Operationsbasis der X-Men! Diese besonders mächtigen Mutanten stellen ihre Fähigkeiten unter Xaviers Führung in den Dienst der Menschheit und stellen sich Magnetos Plänen entgegen. Neuester Zugang bei den X-Men ist der geheimnisvolle Logan, genannt Wolverine. Wolverine weiß nichts über seine Vergangenheit. Seine Mutantenfähigkeit ist erstaunlich: Er besitzt extreme Selbstheilungskräfte (selbst schwerste Verletzungen verheilen innerhalb von Sekunden und hinterlassen keine Narben - vor Schmerzen schützt ihn diese Fähigkeit aber nicht), hat die Instinkte und Stärken eines Wolfs und wurde von Unbekannten in eine Art Cyborg verwandelt. Sein gesamtes Skelett ist von einer Metallschicht überzogen und er kann lange Klingen dieses unzerstörbaren Metalls zwischen den Fingerknöcheln hervorschießen lassen. Wolverine ist zwar eigentlich ein Einzelgänger, der von Xaviers "Kindergarten" ebensowenig hält wie von seinem Eintreten für die Menschen. Als aber die junge Mutantin Rogue, die Wolverine unter seine Fittiche genommen hat, von Magneto entführt wird, schließt er sich den X-Men an, zumal Xavier verspricht, ihm bei der Suche nach seiner Vergangenheit zu helfen. Rogues Fähigkeit besteht darin, daß sie anderen Lebewesen die Energie entziehen kann - macht sie das mit Mutanten, eignet sie sich dadurch auch deren Fähigkeiten an.

Durch den mutierten Kelly, der sich befreien konnte und zu Xaviers Schule geflohen ist, erfahren die X-Men von Magnetos Plänen. Kelly stirbt - die genetischen Veränderungen sind instabil und führen in jeden Fall zum Tod. Wäre Magneto also erfolgreich, würde er die gesamte Stadt entvölkern. Dazu braucht er Rogue, denn seine Maschine würde ihn, würde er sie direkt bedienen, wahrscheinlich umbringen. Rogue soll quasi als Relais zwischen ihm und der Maschine dienen. Um Magnetos Versteck zu finden, benutzt Xavier eine Apparatur, die seine telepathischen Fähigkeiten verstärken kann. Der Apparat - Cerebro - wurde jedoch von Mystique so sabotiert, daß Xavier ins Koma fällt. Dr. Jean Grey, Xaviers beste Schülerin und ebenfalls Telepathin, nimmt seine Stelle ein, nachdem Cerebro repariert wurde. Sie findet heraus, daß Magneto seine Mutationsmaschine in der Freiheitsstatue aufbauen will. Die X-Men versuchen das zu verhindern, werden dabei aber von Magnetos Mutantentruppe angegriffen und gefesselt. Wolverine kann sich im letzten Moment befreien, so daß die Maschine gerade noch rechtzeitig zerstört werden kann. Magneto wird gefangen genommen und von seinen Mutanten überlebt nur Mystique, die - wie sich später herausstellt - die Rolle des Senator Kelly weiterspielt. Rogue wurde bei dem Kampf bzw. durch Magnetos Maschine tödlich verletzt. Wolverine läßt zu, daß sie ihm die Lebensenergie und seine Fähigkeit zur Regeneration entzieht und rettet sie dadurch, wobei er beinahe selbst stirbt.

Zurück im Hauptquartier der X-Men, wo Xavier inzwischen wieder zu sich gekommen ist, erhält Wolverine eine Karte, auf der ein Labor eingezeichnet ist - in der Nähe dieses Labors ist Wolverine zum ersten Mal aufgetaucht. Dort will er nach Spuren suchen, die ihm vielleicht etwas über seine Vergangenheit verraten werden. Magneto wird in ein Gefängnis gesteckt, in dem es nicht die geringste Spur irgend eines Metalls gibt, das er beeinflussen könnte. Er ist immer noch davon überzeugt, daß es zu einem Krieg zwischen Menschen und Mutanten kommen wird...

Fortsetzung folgt!

Der Film:

Dies ist eine der vielen rundum gelungenen Comic-Verfilmungen der letzten Jahre, ein Actionfilm mit interessanten Charakteren, einer spannenden Story und sogar mit einer sozialen Botschaft. Grundthema des Films ist der Umgang der menschlichen Gesellschaft mit Vorurteilen und Rassismus. Wie in der realen Welt werden Menschen, die irgendwie "anders" sind, von den (noch) zahlenmäßig größeren Gruppen stigmatisiert, diskriminiert und unterdrückt. Der Unterschied besteht bei den Mutanten darin, daß sie sich das eigentlich nicht gefallen lassen müßten - mit ihren besonderen Kräften könnten sie sich sehr wirkungsvoll wehren, und würden sich alle Mutanten zusammentun, dann wären die "normalen" Menschen bald die Verfolgten. Diesen Weg will Magneto einschlagen. Seiner Meinung nach sind die Mutanten der nächste Schritt in der Evolution. Er handelt aber eigentlich aus genau den gleichen Gründen wie diejenigen, die ihn verfolgen, letztlich ist Angst vor "den Anderen" die Triebfeder seines Handelns. Somit verhält er sich wie all jene, die auch in der realen Welt Gewalt mit Gegengewalt beantworten wollen und/oder sich für überlegen halten. Xavier will die Angst beider Gruppen voreinander durch genseitiges Verständnis überwinden, er tritt für die Toleranz ein, weil er glaubt, daß eine friedliche, gleichberechtigte Koexistenz möglich ist. Die recht deutlich formulierte Botschaft des Films besteht darin, daß aus Angst und Vorurteilen nur Böses entstehen kann. Ich glaube allerdings nicht, daß jemand mit ausländerfeindlicher Gesinnung nach Genuß dieses Films geläutert sein wird...

X-Men ist meiner Meinung nach eine durchaus adäquate Verfilmung der gleichnamigen Comics, auch wenn die Kostüme der Helden anders aussehen und auch sonst nicht sklavisch versucht wurde, jeden Aspekt aus den Comics in den Film zu transportieren, nur um die Fans zufriedenzustellen. Eben deswegen eignet er sich nicht nur für die Fans, sondern auch für das "unbedarfte" Publikum, das die Comics vielleicht gar nicht kennt. Doch auch die Fans dürften zufrieden sein, denn der Fehler, der Comicvorlage keinen Respekt entgegenzubringen, wurde bei X-Men nicht gemacht. Vor allem wurden die Comics - trotz allem Humor des Films - nicht ins cartoonhaft-lächerliche gezogen. Die Spezialeffekte sind beeindruckend, aber nicht Selbstzweck, und werden (wohl aus Budgetgründen - welch Ironie) eher sparsam eingesetzt, was in Zeiten des CGI-Overkills einen sehr guten Eindruck hinterläßt. Mit Patrick Stewart und Ian McKellen ist der Film hochkarätig besetzt und es ist einfach nur eine Freude, diesen Schauspielern bei der Arbeit zuzusehen. Dies ist übrigens der erste Film, in dem sie gemeinsam auftreten. Aber auch die anderen Darsteller, insbesondere Hugh Jackman, liefern exzellente Leistungen ab. Wolverine, der tragische Held ohne Gedächtnis, einer der coolsten und faszinierendsten Superhelden die es je gab, hätte kaum besser besetzt werden können als mit Jackman. Er ist denn auch der Charakter, der den ganzen Film trägt. Manche der anderen X-Men wirken neben Wolverine vielleicht etwas blass (vor allem Cyclops und Storm), aber mit Mysique gibt es auf der Gegenseite noch eine Figur, die mindestens ebenso interessant ist wie Wolverine, und das nicht nur deshalb, weil sie eigentlich die ganze Zeit nackt ist...

Wenn es überhaupt etwas gibt, das man dem Film vorwerfen könnte, dann die Tatsache, daß er zu kurz ist. Helden und Bösewichte werden kaum großartig vorgestellt und die Ausgangssituation wird nicht erst lange entwickelt. Die Figuren sind einfach da, genau so wie die Bühne, auf der sich alles abspielt, einfach als gegeben vorausgesetzt wird. Und Wolverine ist am Ende immer noch der gleiche übellaunige Einzelgänger wie am Anfang - aber das ist natürlich auch ganz gut so. Magneto erhält zwar in der starken Einführungsszene des Films eine Hintergrundgeschichte, die seine Handlungen verständlicher macht. Im Falle von Xavier und den anderen X-Men hätte ich mir aber etwas mehr Entwicklung gewünscht.

Die DVD:

Den Film gibt es in verschiedenen Versionen mit unterschiedlichem Bonusmaterial. In meiner "normalen" Kinoversion kann man die 6 unveröffentlichten Szenen entweder separat aufrufen oder wieder in den Film einfügen, in der Version "X-Men 1.5" sind sie, soweit ich weiß, von vornherein fest in den Film eingearbeitet worden. Ob das dem Film gut tut? Eigentlich stören die zusätzlichen Szenen den Erzählfluss eher und sie sind auch nicht besonders interessant. Sie sind übrigens auch nicht synchronisiert, nur untertitelt. Ein weiteres interessantes Extra der "normalen" Version ist "The Mutant Watch". Das ist eigentlich nichts anderes als ein "Making of", aber eines der einfallsreicheren Art: Es wurde in der Form einer fiktiven Reportage gestaltet, in der u.a. eine ebenfalls fiktive Anhörung von Senator Kelly vor dem US-Senat wiedergegeben wird. Als auf dem DVD-Cover nicht genanntes Extra sind übrigens Probeaufnahmen mit Hugh Jackman anwählbar.

Seitenanfang