Wolverine - Weg des Kriegers


Wolverine: Weg des Kriegers - Collector's Edition (USA/GB, 2013)
- The Wolverine -

Blu-ray / Blu-ray 3D, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 126 Minuten (Kinoversion) bzw. 138 Minuten (Extended Cut)

Extras:
- Audiokommentar des Regisseurs zum Extended Cut
- Die Entstehung des Films (53:44 Min.)
- Alternatives Ende (1:36 Min.)
- Am Filmset von "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" (2:47 Min.)
- Original Kinotrailer
- Second Screen App

Regie:
James Mangold

Hauptdarsteller:
Hugh Jackman (James Logan / Wolverine)
Tao Okamoto (Mariko Yashida)
Hiroyuki Sanada (Shingen Yashida)
Rila Fukushima (Yukio)
Hal Yamanouchi (Yashida)
Svetlana Khodchenkova (Dr. Green / Viper)
Will Yun Lee (Kenuichio Harada)
Famke Janssen (Jean Grey)




Story

Zur Vorgeschichte, siehe X-Men Origins: Wolverine, X-Men, X-Men 2 und X-Men 3: Der letzte Widerstand.

Nach Jean Greys Tod verlässt Logan die X-Men und zieht sich in die Wildnis zurück. Die Erinnerung daran, die Liebe seines Lebens getötet zu haben, verursacht ihm immer noch Alpträume. Eines Tages wird er von der Japanerin Yukio aufgesucht, einer Mutantin, die vorhersehen kann, wann und wie jemand sterben wird. Sie ist im Auftrag des mächtigen Industriellen Yashida unterwegs, dem Logan im Jahre 1945 bei der Vernichtung Nagasakis durch eine Atombombe das Leben gerettet hat. Yashida liegt im Sterben und möchte Logan noch einmal sehen, um sich zu verabschieden. Logan lässt sich überreden, mit nach Tokyo zu kommen. Im Anwesen der Yashida-Familie wird er Zeuge eines Streits zwischen Yashidas Sohn Shingen und dessen Tochter Mariko, außerdem lernt er Yashidas Ärztin Dr. Green kennen. Yashida offenbart Logan den wahren Grund der Einladung. Angeblich hat er ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Logans Mutantengabe auf eine andere Person übertragen lässt. So könnte Logan von der Unsterblichkeit, die er inzwischen eher als Fluch betrachtet, "geheilt" werden. Danach könnte er wie ein normaler Mensch altern, ein sinnvolles Leben führen und irgendwann eines natürlichen Todes sterben.

Logan verzichtet und will am nächsten Tag abreisen. Wieder einmal hat er eine Vision von Jean Grey, die plötzlich wie Dr. Green aussieht und ihn zu vergiften scheint. Logan tut das Erlebnis als Traum ab. Am nächsten Tag wird Yashidas Tod verkündet. Logan nimmt an der Begräbniszeremonie teil. Yakuza-Killer greifen an und entführen Mariko. Logan rettet die junge Frau mit der Unterstützung des Ninja-Kämpfers Harada, Marikos Jugendfreund. Logan wird im Kampf mehrfach verwundet und muss feststellen, dass seine Selbstheilungskräfte immer schwächer werden. Nachdem Logans Wunden versorgt sind, versteckt er sich mit Mariko in Nagasaki, wo sich die beiden schnell näherkommen. Nach einer gemeinsamen Nacht wird Mariko erneut entführt. Logan kann dies nicht verhindern, erfährt aber immerhin, dass Marikos Verlobter, der Justizminister Mori, etwas mit der Sache zu tun hat. Gemeinsam mit Yukio holt Logan die Wahrheit aus Mori heraus. Der Justizminister macht gemeinsame Sache mit Shingen, der Mariko beseitigen will, weil er von seinem Vater enterbt worden ist. Das Firmenimperium soll in wenigen Tagen an Mariko übertragen werden. Das von Shingen versprochene Geld ist Mori wichtiger als die arrangierte Ehe mit Mariko, die ihn sowieso nicht liebt.

Harada und seine Ninjas befreien Mariko aus Shingens Händen, bevor Logan und Yukio beim Anwesen eintreffen. Logan erkennt, dass er seine Verwundbarkeit einem an seinem Herzen sitzenden Techno-Parasiten verdankt. Während er versucht, das Ding zu entfernen, greift Shingen an. Yukio stellt sich ihm entgegen, droht aber zu unterliegen. Logan holt sich den Parasiten selbst aus dem Körper. Sein Herz steht still, doch seine Selbstheilungskräfte kehren schnell genug im vollen Umfang zurück, so dass er sich erholt. Er tötet Shingen im Kampf. Logan und Yukio reisen in Yashidas Heimatdorf. Dort hat der Industrielle einen riesigen Forschungskomplex errichtet, und dorthin wurde Mariko gebracht. Logan kennt aber noch immer nicht die ganze Wahrheit und wird in eine Falle gelockt. Harada arbeitet mit Dr. Green zusammen, die ebenfalls eine Mutantin ist. Wie eine Viper kann sie Menschen vergiften, ist aber selbst immun gegen jedes existierende Gift. Sie war für Logans Schwächung verantwortlich. Auch diesmal sorgt sie dafür, dass Logan überwältigt und in den Forschungskomplex gebracht werden kann. Dort muss Logan mit einem riesigen Samurai aus Adamantium kämpfen, der ihm die Klauen abhackt und sich anschickt, ihm die Mutantengabe zu entziehen.

Im Kampf verliert der Silver Samurai seinen Kopf - es ist nur ein Helm, und darunter kommt Yashida zum Vorschein. Er ist nicht gestorben, sondern wurde im Inneren des Silver Samurai am Leben erhalten. Er verjüngt sich jetzt zusehends, während Logan rapide verfällt. Yashida will ewig leben, um sein Firmenimperium für immer kontrollieren zu können. Harada erkennt, dass dies nicht richtig sein kann. Er stellt sich seinem Herrn entgegen, wird aber getötet. Schließlich ist es Mariko, die Yashida aufhält, indem sie Logans abgetrennte Krallen als Wurfmesser einsetzt. Yukio schaltet derweil Viper aus. Mit seinen nachgewachsenen Klauen (allerdings ohne Adamantium-Verstärkung) gibt Logan Yashida den Rest. Mariko tritt ihr Erbe an. Logan verlässt Japan zusammen mit seinem "Bodyguard" Yukio. Zwei Jahre später begegnet er Eric Lensherr, der behauptet, die Menschen hätten eine Waffe entwickelt, mit der sie die Mutanten endgültig vernichten könnten. Logan ist misstrauisch, doch da erscheint der tot geglaubte Professor Charls Xavier.

Kringels Meinung

Anders als X-Men Origins: Wolverine ist dies kein Prequel, sondern eine direkte Fortsetzung der bisherigen drei X-Men-Filme. Eine Fortsetzung insoweit jedenfalls, als wir erfahren, wie Logan mit Jean Greys Tod fertig wird und was ihn schließlich dazu bringt, doch wieder bei den X-Men mitzumischen. Außerdem wird zum nächsten X-Men-Film übergeleitet. Die oben beschriebene letzte Szene kommt während des Abspanns. Logan sieht zuvor einen Werbespot von Trask Industries. Beides verweist auf "X-Men: Days of Future Past", in dem die von Trask Industries hergestellten Sentinel-Roboter zum Aufspüren und Vernichten von Mutanten eingesetzt werden. Das ist die Bedrohung, von der Eric Lensherr spricht.

"Wolverine: Weg des Kriegers" ist nicht so spektakulär wie manch anderer Superheldenfilm, denn Logan verliert zeitweise seine Unbesiegbarkeit und tritt hauptsächlich gegen menschliche Gegner an, nicht gegen andere Mutanten mit ungewöhnlichen Superkräften. Viper hält sich sehr zurück und der Silver Samurai - beides bekannte Figuren aus dem Marvel-Universum - kommt erst ganz am Schluss zum Einsatz. Ich finde jedoch, dass Wolverine in diesem Film erstmals annähernd so agiert, wie Fans der Comics es erwarten, jedenfalls gilt das für den Extended Cut. Denn im Gegensatz zur allzu zahmen Kinoversion richtet Wolverine recht viel Schaden mit seinen Adamantium-Klauen an. Hugh Jackman bringt die stets kurz vor dem Ausbruch stehende Aggression Logans und die Wut, die ihn antreibt, ganz gut zum Ausdruck. Natürlich ist der Film-Logan verglichen mit dem Comic-Logan immer noch viel zu lieb, aber ab und zu blitzt der "echte" Wolverine doch mal durch. Etwa wenn Logan Marikos Verlobten vom Balkon eines Hochhauses wirft. Dass unten ein Swimmingpool ist, in dem der Typ sicher landet, wusste Logan ja nicht. Andere Story-Elemente funktionieren dagegen nicht so gut. Es wird nicht deutlich, warum Viper für Yashida arbeitet (wahrscheinlich wird sie einfach sehr gut bezahlt), warum Yashida Mariko als Erbin eingesetzt hat, wenn er gar nicht beabsichtigt, sich aus den Firmengeschäften zurückzuziehen (vielleicht sollte sie seine Marionette werden), und warum Harada am Ende plötzlich doch noch die Seiten wechselt (seine Einsicht wird formuliert, überzeugt aber nicht).

Die Action mag im Vergleich mit Spezialeffekt-Feuerwerken wie Marvel's The Avengers geradezu bieder wirken, hat es aber durchaus in sich. Wolverine gegen Yakuza-Gangster, Ninjas und den Silver Samurai etc. - alles bodenständig choreografierte Kampfszenen, aber super gemacht und sehr dynamisch. Der Kampf auf dem Dach eines Hochgeschwindigkeitszuges wirkt meiner Meinung nach etwas lächerlich, aber der Silver Samurai ist klasse designt. Und Japan gefällt mir als Schauplatz sehr gut. "Wolverine: Weg des Kriegers" hat leider nur eine coole neue Mutantin zu bieten (Yukio zählt nicht, denn ihre Fähigkeit bleibt ja "unsichtbar"), dafür aber recht viel solide Action, einen manchmal so richtig schön stinksauren Wolverine und viel Fernost-Flair.

Blu-ray-Features

Es ist ja inzwischen gängige Praxis, dass Filme wegen einer angestrebten niedrigen Alterseinstufung nur in gekürzter Fassung ins Kino kommen, fürs Heimkino dann aber ungekürzt veröffentlicht werden. Es ist grundsätzlich lobenswert, dass man somit doch noch in den Genuss der ursprünglich vorgesehenen Version kommt. Der Extended Cut von "Wolverine: Weg des Kriegers" enthält deutlich mehr Gewalt, wodurch der Film erst die Härte erhält, die für die Glaubwürdigkeit gebraucht wird, sowie einige zusätzliche Dialoge, die den Film "runder" machen. Die Veröffentlichungspolitik mutet jedoch seltsam an. Denn der Extended Cut liegt nur in 2D vor, ist aber derzeit ausschließlich in der Collector's Edition enthalten, für die man mehr Geld ausgeben muss, weil diese Edition auch die 3D-Kinofassung (plus die 2D-Kinofassung) enthält. Warum gibt es keine preisgünstigere Blu-ray nur mit 2D-Kinofassung und 2D-Extended Cut?

Das knapp einstündige Making of enthält hauptsächlich Filmausschnitte und Interviews. Wenn man bei letzteren die gegenseitigen Lobeshymnen abzieht, bleibt wenig mehr übrig als Handlungs-Nacherzählungen. Trotzdem ermöglicht die Featurette ein paar interessante Blicke hinter die Kulissen. So kann man den Silver Samurai genauer begutachten und man sieht, wie sich Hugh Jackman im Training quält, um die Muskelpakete aufzubauen, die im Film selbstverständlich immer wieder ausgiebig gezeigt werden.

Im alternativen Ende ist zu sehen, wie Logan ein Geschenk Marikos auspackt. In der Schachtel liegt das klassische Wolverine-Kostüm komplett mit gelb-blauem Helm! Leider zieht er es nicht an. Das hätte ich gern mal gesehen! In einer weiteren leider nur sehr kurzen Featurette führt Bryan Singer, Regisseur von "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit", durch einige Kulissen dieses kommenden Films. Besonders viel ist natürlich nicht zu sehen, so dass die Neugier erst recht geweckt wird!


J. Kreis, 10.12.2013




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