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willow Willow (USA 1988)
DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 120 Minuten

Extras
Audiokommentar von Warwick Davis. 2 Featurettes. Original Kinotrailer und TV-Spots. Bildergalerie.

Regie:
Ron Howard

Hauptdarsteller:
Warwick Davis (Willow Ufgood)
Val Kilmer (Madmartigan)
Joanne Whalley (Sorsha)
Jean Marsh (Bavmorda)
Patricia Hayes (Fin Raziel)
Ruth und Kate Greenfield (Elora Danan)





Inhalt:

Die Welt der Menschen wird von der grausamen Magier-Königin Bavmorda bedroht. Mit eiserner Faust beherrschen ihre Ritter unter der Führung des finsteren Generals Kael alle Städte im Reich. Nach und nach werden alle Nachbarländer erobert. Eine einzige Sache bereitet Bavmorda schlaflose Nächte: Laut einer Weissagung soll eines Tages ein Kind geboren werden, das Bavmordas Herrschaft beenden wird. Dieses Kind soll an einem besonderen Muttermal erkennbar sein. Bavmorda läßt deshalb alle schwangeren Frauen einkerkern, jedes Neugeborene wird auf besagtes Erkennungszeichen untersucht. Tatsächlich wird ein Mädchen namens Elora Danan mit dem verräterischen Mal geboren. Bevor die Mutter getötet wird, übergibt sie das Kind jedoch einer Amme. Die alte Frau kann fliehen und sich einige Monate lang verstecken. Als sie dann doch noch von Bavmordas Höllenhunden aufgespürt wird, setzt sie das Kleinkind in ein Weidenkörbchen und läßt es den Fluß heruntertreiben, wo es wenig später von spielenden Nelwyn-Kindern und deren Vater Willow Ufgood gefunden wird. Die Nelwyns sind ein fröhliches Volk von Zwergen. Sie leben friedlich, abgeschieden und weit weg von den Menschen, die sie Daikinis nennen und mit denen sie nichts zu tun haben wollen, in den Wäldern. Willow möchte Lehrling des Dorfzauberers werden, ist dabei aber nicht sehr erfolgreich, und wird von manchem Nelwyn nicht für voll genommen. Er ist aber durchaus nicht unbegabt in den magischen Künsten. Willows Frau möchte das kleine Findelkind gern adoptieren. Da Willow ihr keinen Wunsch abschlagen kann, nehmen die Ufgoods das Baby bei sich auf und bringen dadurch unabsichtlich Unheil über ihr Dorf.

Als Bavmordas Höllenhunde auf der Suche nach Elora in Willows Dorf eindringen und von den Nelwyn-Soldaten nur mit Müh und Not getötet werden können, steht fest, daß das Baby nicht bleiben kann. Es wird beschlossen, daß Willow es zur "Daikini-Kreuzung" bringen und dort einem Menschen übergeben soll. Als Willow mit einigen Begleitern an der Kreuzung ankommt, interessiert sich keiner der dort vorbeireitenden Menschen für ihn oder das Kind, denn es herrscht Krieg zwischen Galadorn und Bavmordas Reich. Nur der Schwertkämpfer Madmartigan, der in einem an einem Baum aufgehängten Käfig eingesperrt wurde und schon am verschmachten ist, erklärt sich bereit, sich um das Kind zu kümmern - wenn Willow ihn denn befreien würde. Widerstrebend läßt Willow sich von seinen Begleitern und Madmartigan dazu überreden, dem windigen Herumtreiber das Kind zu übergeben. Als die Nelwyns schon auf dem Heimweg sind, fliegt ein von einem Brownie-Kobold gerittener Vogel über sie hinweg, der Elora in den Fängen trägt! Beim Versuch, Elora zu befreien, wird Willow von den Brownies gefangen genommen. Die Fee Cherlindrea jedoch, der die Brownies dienen, befiehlt den kleinen Kobolden, Willow zu helfen. Von ihr erfährt der Nelwyn Eloras wahre Identität und Bestimmung. Die gute Fee überzeugt Willow davon, daß er Elora zu der Zauberin Fin Raziel und in die Burg Tir Asleen bringen muß, wo sie vor Bavmorda sicher sei. Von Cherlindrea erhält Willow einen mächtigen Zauberstab. Unterwegs zu Fin Raziel treffen Willow und die zwei Brownies, die ihn begleiten, erneut auf Madmartigan, der wieder einmal in Schwierigkeiten ist. Gemeinsam finden sie Fin Raziel, die jedoch von Bavmorda in ein Tier verwandelt worden ist.

Gerade als Willow der Zauberin ihre menschliche Gestalt zurückgeben will, treffen Bavmordas Häscher ein, die von ihrer Tochter Sorsha angeführt werden. Sie schnappen sich das Kind und die Gefährten, doch die können sich mit Hilfe der Brownies bald wieder befreien. Dabei verliebt Madmartigen sich in Sorsha (es war ein Zauberpulver im Spiel) und kidnappt sie. Auf der Flucht kommen die beiden Menschen sich tatsächlich näher, aber kurz bevor Tir Asleen erreicht wird, flüchtet Sorsha. Die Burg ist allerdings keineswegs ein sicherer Zufluchtsort, denn sie wurde verflucht. Dort bekommen Willow und Madmartigan es nicht nur mit General Kaels Soldaten zu tun, sondern auch mit Trollen und mit einem doppelköpfigen Drachen. Die Entscheidung fällt, als eine Truppe von Galadorn-Soldaten unter der Führung von Airk (ein alter Freund Madmartigans) bei Tir Asleen eintreffen. Jetzt wechselt auch Sorsha die Seiten und schließt sich Madmartigan an. Kael entkommt mit Elora nach Nockmaar, Bavmordas Festung. Sofort beginnt die böse Zauberin mit einem Ritual, durch das die Prophezeiung aufgehoben werden soll. Als unsere Helden und Airks Truppen die riesige Festung belagern wollen, werden sie von Bavmorda in Schweine verwandelt. Willow kann sich selbst und Fin Raziel mit einem Zauberspruch schützen, dann schafft er es endlich, der guten Zauberin ihre menschliche Gestalt zurückzugeben.

Fin Raziel hebt Bavmordas Fluch auf, so daß Airks Soldaten wieder zu Menschen werden. Mit einem Trick locken sie die Nockmaar-Truppen am nächsten Morgen aus der Festung heraus. Während ein wilder Kampf entbrennt, in dem die Guten langsam die Oberhand gewinnen, liefern Bavmorda und Fin Raziel sich ein magisches Duell. Letztlich bringt aber Willow die Entscheidung, denn es gelingt ihm, Bavmorda zu täuschen, so daß sie sich praktisch selbst ins Nichts verbannt. Nachdem das Gute gesiegt hat, heiraten Sorsha und Madmartigan. Als König und Königin von Tir Asleen wollen sie Elora beschützen. Willow erhält ein Zauberbuch von Fin Raziel und kehrt in sein Dorf zurück, wo er als Held gefeiert wird und mit seinen magischen Fähigkeiten mächtig Eindruck schindet...

Der Film:

Mir ist unerklärlich, warum dieser Film kommerziell kein Erfolg bzw. offenbar ein derartiges Verlustgeschäft gewesen ist, daß er nicht im Kino fortgesetzt wurde - George Lucas (von dem die Story stammt) hat stattdessen Bücher (Schattenmond, Schattendämmerung und Schattensonne) als Fortsetzung geschrieben. "Willow" ist eigentlich ein schöner Fantasyfilm, der alles hat, was man für ein gutes Abenteuer braucht. Okay, die Spezialeffekte sind nicht gar so toll, aber immerhin wurde in diesem Film erstmals die "Morphing"-Technik verwendet, und zwar in den Verwandlungsszenen mit Fin Raziel. Der Film kann aber kein kleines Budget gehabt haben, wie man an den Kostümen und den Kulissen sieht. Das ist alles sehr schön geworden und die Landschaften, in denen gedreht wurde, tragen nicht unerheblich zur Atmosphäre des Films bei. Abgerundet wird das ganze durch einen sehr schönen orchestralen Soundtrack. Daß dem Film der Erfolg, der ihm eigentlich zusteht, verwehrt war, liegt vielleicht an seiner positiven Grundstimmung oder daran, daß er kaum explizite Gewaltdarstellungen enthält - es soll ja Leute geben, die sowas unbedingt in Fantasyfilmen haben wollen. "Willow" ist aber nicht Conan und kommt auch mit weniger Gewalt aus. Für einen gemütlichen Abend im Fernsehsessel ist er jedenfalls hervorragend geeignet.

Parallelen zu Der Herr der Ringe und anderen Werken der Fantasy sind natürlich unübersehbar. Mit anderen Worten: Es wurde fleißig geklaut. Damals (1989, als man von der genialen Peter Jackson - Verfilmung noch nichts ahnen konnte) hatte ich übrigens gedacht, es sei gar keine schlechte Idee, Hobbits von Kleinwüchsigen darstellen zu lassen. Daß auch ein Kleinwüchsiger absolut überzeugend in einer Heldenrolle auftreten kann, wird in "Willow" bewiesen. Hier werden Warwick Davis und die anderen kleinwüchsigen Schauspieler nämlich nicht als Witzfiguren oder als bemitleidenswerte Geschöpfe behandelt. Sie agieren völlig gleichberechtigt, ernsthaft und würdevoll neben langbeinigen Kerlen wie Val Kilmer (der hier übrigens auch eine tolle Leistung abliefert und für die meisten witzigen Szenen verantwortlich ist).

Die DVD:

Bild- und Ton haben eine (für einen so alten Film) hervorragende Qualität. Das muß man einfach mal lobend erwähnen. Zwei Featurettes sind als Extras vorhanden: "Willow, die Entstehung eines Abenteuers" - eigentlich kein richtiges "Making of", es ist lediglich die übliche Mischung aus Eigenlob, Interviewschnipseln, Filmszenen und ein wenig "Behind the Scenes" - Material. Dauer: Ca. 20 Minuten. "Von Morf zu Morphing: Der Beginn des digitalen Zeitalters" dauert ebenfalls ca. 20 Minuten und enthält einige Erläuterungen zu den damals möglicherweise erstaunlichen, heute aber veralteten Spezialeffekten.

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