Westworld


Westworld - Staffel Eins: Das Labyrinth (USA, 2016)

DVD Regionalcode 2, Warner Bros. Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit siehe Einzelepisoden

Extras:
- Über die Serie (2:08 Min.)
- Eine Einladung ans Set (2:11 Min.)
- Große Momente (13:48 Min.)
- Die Gefahren künstlicher Intelligenz (4:20 Min.)
- Verpatzte Szenen (1:36 Min.)
- Der Schlüssel zu den Akkorden (7:45 Min.)
- Die Entstehung der Geschichte (28:05 Min.)

Regie:
Siehe Einzelepisoden

Hauptdarsteller:
Evan Rachel Wood (Dolores Abernathy)
Anthony Hopkins (Dr. Robert Ford)
Jeffrey Wright (Bernard Lowe)
Jimmi Simpson (William)
Ed Harris (Mann in Schwarz)
Thandie Newton (Maeve Millay)
James Marsden (Theodore "Teddy" Flood)
Sidse Babett Knudsen (Theresa Cullen)
Ben Barnes (Logan Delos)
Clifton Collins (Lawrence, genannt "El Lazo")
Rodrigo Santoro (Hector Escaton)
Ingrid Bolso Berdal (Armistice)
Shannon Woodward (Elsie Hughes)
Luke Hemsworth (Ashley Stubbs)
Leonardo Nam (Felix Lutz)
Tessa Thompson (Charlotte Hale)
Simon Quarterman (Lee Sizemore)




Inhalt

Die Box enthält die komplette erste Staffel der Fernsehserie Westworld.

Vorsicht! Die Episodenzusammenfassungen enthalten Spoiler.

1.1: Das Original (The Original) Regie: Jonathan Nolan (65:18 Min.)

Westworld ist ein Vergnügungspark der besonderen Art. Auf einem viele Kilometer großen Areal wurde der Wilde Westen der USA bis ins kleinste Detail nachgebildet. Inmitten einer abwechslungsreichen Landschaft liegt die Westernstadt Sweetwater, bevölkert von Androiden, die zumindest äußerlich nicht von Menschen unterscheidbar sind. Mittels Softwareupdates wird eine immer perfektere Simulation menschlicher Verhaltensweisen und Gefühle erreicht. Die als "Hosts" bezeichneten Kunstmenschen interagieren untereinander und mit den menschlichen Besuchern, wobei sie vorgegebenen Story-Abläufen folgen, die sich täglich wiederholen, sofern kein Besucher eingreift. Die Hosts sind darauf programmiert, alles zu ignorieren, was nicht zu den Storylines passt. Die Besucher können somit ganz in eine längst vergangene Welt eintauchen und sich dabei verhalten, wie immer sie es möchten. Sie können mit den Hosts verschiedene gescriptete Abenteuer erleben oder sich einfach mit Pistolenduellen, den Saloonmädchen und so weiter vergnügen. Das Erlebnis ist in jeder Hinsicht absolut realistisch. Hosts bluten und "sterben", wenn man sie niederschießt, sie selbst können jedoch buchstäblich keiner Fliege etwas zu Leide tun. Viele Besucher tun deshalb nichts anderes, als ihre sadistischen Gewaltphantasien mit den Hosts auszuleben. Die Erinnerungen der Hosts werden regelmäßig gelöscht. "Getötete" Androiden werden über Nacht repariert und sind am nächsten Morgen wieder quicklebendig. Das Geschehen in Westworld wird von einer in einem Tafelberg gelegenen Kontrollzentrale aus überwacht und gelenkt. Das Personal kann den Hosts per Sprachsteuerung Befehle erteilen, außerdem sind bestimmte Kontrollroutinen fest im Quellcode der Hosts verankert. Das Konzept von Westworld funktioniert seit dreißig Jahren prächtig. Allerdings verfolgen Vorstand und Aktionäre noch andere Interessen, über die nur wenige hochrangige Angestellte wie die Controllerin Theresa Cullen eingeweiht sind.

Eines Tages stellen der Chefprogrammierer Bernard Lowe und Lee Sizemore, ein für die Ausarbeitung der Geschichten zuständiger Entwickler, eine besorgniserregende Veränderung bei etwa zehn Prozent der Hosts fest. Wie sich herausstellt, hat Dr. Robert Ford, ein Mitbegründer von Westworld, bei diesen Kunswesen ein nicht mit Lowe abgestimmtes Update vorgenommen. Die betroffenen Hosts agieren viel eigenständiger als ihre "Artgenossen" und besitzen die Fähigkeit, die Vorgaben des programmierten Tagesablaufs zu durchbrechen. Theresa ist besorgt, doch Lowe ist begeistert von den neuen Möglichkeiten, die sich durch die Unabhängigkeit der Hosts ergeben. Erst als einzelne Exemplare schwere Ausfallserscheinungen zeigen, werden die ca. 200 betroffenen Hosts vorübergehend aus dem Verkehr gezogen. Der Host Peter Abernathy verhält sich besonders auffällig. Er hat ein Foto gefunden, das von einem Besucher im Park zurückgelassen worden ist und die Außenwelt zeigt. Auf unbekannte Weise ist es ihm daraufhin gelungen, auf ältere Iterationen seiner selbst zuzugreifen (er wurde im Verlauf der Jahre in verschiedenen Identitäten eingesetzt) und sich an frühere Erlebnisse zu erinnern. Er versucht seine "Tochter" Dolores (ebenfalls ein Modell mit dem brisanten Update) zu warnen. Als er eingezogen wird und seinem Schöpfer - Dr. Ford - gegenübersteht, spricht er von Racheglüsten und packt die Arme des Menschen. Aufgrund dieses ungeheuerlichen Vorgangs wird der Host außer Betrieb genommen und in die Katakomben unterhalb der Zentrale gebracht. Dort werden veraltete oder defekte Hosts endgelagert, so auch Walter, ein Outlaw-Host, der in Sweetwater ein Massaker angerichtet hat.

Währenddessen durchstreift ein Mann in Schwarz den Park auf der Suche nach dem tiefsten Level des Spiels. Er kommt seit Jahrzehnten immer wieder nach Westworld. Eines Tages skalpiert er einen Androiden und findet das Symbol eines Labyrinths auf der Innenseite der Kopfhaut.

Nach eingehender Befragung werden Dolores und die anderen Update-Modelle als fehlerfrei betrachtet und nach einer Gedächtnislöschung wieder in Westworld eingesetzt. Dolores ist das älteste noch aktive Modell. Die bei den Hosts fest verdrahtete Unfähigkeit, einem Lebewesen Schaden zuzufügen, gilt bei ihr nicht ...

1.2: Das wahre Selbst (Chestnut) Regie: Richard J. Lewis (56:11 Min.)

Logan Delos nimmt seinen zukünftigen Schwager William zu dessen erstem Besuch in Westworld mit. Während sich Delos auf die übliche Weise mit Sex und Gewalt vergnügt, hält sich William zurück. Ihm behagen derartige Eskapaden nicht. Er begegnet Dolores und beginnt sich für sie zu interessieren.

Dolores folgt einer inneren Stimme und findet einen vergrabenen Revolver in der Nähe ihrer Farm.

Einem Hinweis des Skalpierten folgend nimmt der Mann in Schwarz den Outlaw-Host Lawrence gefangen. Nachdem der Mann in Schwarz das halbe Dorf des Outlaws erschossen und auch dessen Frau ermordet hat, bedroht er Lawrences Tochter. Der Mann in Schwarz will wissen, wo sich der Eingang zum Labyrinth befindet, welches den Zugang zur tiefsten Spielebene darstellen soll. Lawrence beteuert, den Ort nicht zu kennen. Schließlich gibt seine Tochter dem Mann in Schwarz die gewünschte Information. Der Mann in Schwarz macht sich auf den Weg, wobei er Lawrence mitnimmt.

Die Betreiber von Westworld gehen davon aus, dass es nur in Einzelfällen zu krassen Fehlfunktionen infolge des jüngsten Host-Updates gekommen ist, doch sie irren sich. Bei Dolores hat die Gedächtnislöschung nicht funktioniert und sie gibt die Fähigkeit, sich zu erinnern, an den Prostituierten-Host Maeve weiter. Maeve hat Flashbacks, in denen sie die Qualen nacherlebt, die ihr von den Besuchern des Parks zugefügt worden sind. In einem früheren Leben musste sie mit ansehen, wie der Mann in Schwarz ihr Kind ermordet, und wurde anschließend von diesem Mann getötet. Da Maeves Leistung deshalb nachlässt, wird sie zur Inspektion in den Servicebereich von Westworld geholt. Eigentlich sollte sie während der Reparatur im Schlafmodus verbleiben, doch sie kommt auf dem Operationstisch zu sich. Sie bedroht zwei Techniker und flieht. Während sie durch die Anlage irrt, bekommt sie verstörende Dinge zu sehen, denn die defekten Hosts werden wie seelenlose Gegenstände behandelt. Die Techniker fangen Maeve schließlich wieder ein. Sie vertuschen den Vorfall, weil sie glauben, sie hätten einen Fehler gemacht.

Eine neue Storyline soll in Westworld implementiert werden. Sizemore arbeitet ein besonders blutrünstiges Szenario aus, doch Ford lehnt es ab. Er ist bereits dabei, eigene Ideen für eine außergewöhnliche Geschichte zu verwirklichen.

1.3: Der Streuner (The Stray) Regie: Neil Marshall (56:04 Min.)

Lowe ist von der zunehmenden Eigenständigkeit des Hosts fasziniert. Es wird festgestellt, dass sich die eingelagerten Hosts Walter und Abernathy während der Vorfälle in Sweetwater unabhängig voneinander mit einer imaginären Person namens Arnold unterhalten haben. Außerdem hat Walter seine Opfer nicht wahllos getötet. Es handelt sich ausschließlich um Hosts, von denen er in früheren Storylines umgebracht worden ist. Lowe spricht Ford hierauf an und erfährt, dass sich die Hosts offensichtlich an einen Mitgründer von Westworld erinnern. In den ersten Tagen der Host-Entwicklung hat Arnold versucht, den Androiden ein eigenes Bewusstsein zu verleihen. Arnold ist angeblich bei einem Unfall im Park gestorben. Ford insistiert, dass die Entwicklung echten Bewusstseins bei den Hosts unmöglich ist. Lowe ist anderer Ansicht, denn manche Hosts reagieren inzwischen auf eine Art und Weise, die sich durch keine noch so perfekte Programmierung erklären lässt.

Dolores möchte mit dem Revolverhelden-Host Theodore ("Teddy") Flood irgendwo anders ein neues Leben anfangen. Da sie von Erinnerungen an den Mann in Schwarz gequält wird, von dem sie schon unzählige Male vergewaltigt und getötet worden ist, soll Teddy ihr das Schießen beibringen. Dolores stellt fest, dass sie nicht fähig ist, den Abzug zu betätigen. Was sie nicht weiß: Diese Unfähigkeit ist fest einprogrammiert, denn nur ganz bestimmte Hosts sollen Waffen benutzen können. Die Beziehung zwischen Dolores und Teddy ist gescriptet und hatte bisher keine Zukunft, denn aufgrund seiner nur rudimentär ausgearbeiteten Vorgeschichte ist Teddy der Meinung, er müsse noch etwas erledigen, bevor er die Gegend mit Dolores verlassen könne. Jetzt erhält Teddy ein Update von Ford. Seine Vorgeschichte wird detailreich ausgebaut; sie ist Bestandteil der neuen Storyline, in die Ford einen nicht unbeträchtlichen Teil aller Hosts einbezieht. Darin geht es um eine diabolische Figur namens Wyatt, dessen Anhänger unvorstellbare Grausamkeiten in der Umgebung von Sweetwater verüben. Teddy und Wyatt waren einst Freunde, doch eines Tages hat sich Wyatt verändert und ist jetzt Teddys schlimmster Feind. Teddy schließt sich einem Suchtrupp an, der Wyatt unschädlich machen soll. Das Vorhaben wird zum Debakel.

Westworld-Sicherheitschef Ashley Stubbs und die zu Lowes Abteilung gehörende Programmiererin Elsie Hughes verfolgen einen auf Abwege geratenen Host. Sie glauben an einen Programmfehler, doch anscheinend verfolgt der Host ein ganz bestimmtes Ziel, von dem er eigentlich nichts wissen dürfte. Der Android wird aufgespürt, er steckt in einer Felsspalte fest. Elsie versetzt ihn in den Schlafmodus, damit Stubbs den Kopf abtrennen kann. Mehr wird für eine Diagnose nicht benötigt. Plötzlich kommt der Host zu sich, stößt Stubbs zu Boden und versucht zu fliehen. Er dreht durch und schlägt sich selbst den Schädel ein.

William erlebt sein erstes Abenteuer in der Wildnis: Eine Kopfgeldjagd. Delos kommt mit. Als sie spät abends am Lagerfeuer sitzen, kommt Dolores hinzu und bricht zusammen. Es ist ihr nicht nur gelungen, ihren gescripteten Tagesablauf zu durchbrechen - sie hat die fest verdrahtete Sperre überwunden und einen Host erschossen, der sie vergewaltigen wollte.

1.4: Dissonanztheorie (Dissonance Theory) Regie: Vincenzo Natali (56:11 Min.)

Der Vorstand ist nicht erfreut angesichts der Probleme, zu denen es nach wie vor aufgrund der upgedateten Hosts kommt. Theresa Cullen überträgt die Untersuchung der Vorfälle an die Abteilung Qualitätssicherung. Auch die von Ford zur Verwirklichung der neuen Storyline in Angriff genommenen großmaßstäblichen Bauarbeiten geben Anlass zur Sorge. Theresa stellt Ford zur Rede, doch er macht ihr unmissverständlich klar, dass es gesünder für sie ist, sich ihm nicht in den Weg zu stellen.

Das Labyrinth, nach dem der Mann in Schwarz sucht, ist mehreren Hosts bekannt - auch Dolores. Sie erfährt, dass sie möglicherweise die von ihr ersehnte Freiheit erlangen wird, sollte sie das Zentrum des Labyrinths finden. Sie begleitet William (der sich zu ihr hingezogen fühlt) und Delos bei der Jagd auf den Outlaw Slim Miller. Als sie ihn geschnappt haben, behauptet er, sein Boss werde den doppelten Betrag des Kopfgelds für seine Freilassung bezahlen. Prompt erschießt Delos den Führer. Bisher war er von diesem Abenteuer nicht begeistert, doch jetzt ist er Feuer und Flamme, denn er glaubt, er sei auf ein Easter Egg gestoßen, also eine besonders seltene Storyline.

An dem Ort, den Lawrences Tochter beschrieben hat, begegnet der Mann in Schwarz den Gefolgsleuten des berüchtigten Outlaws Hector Escaton. Dessen rechte Hand, die Scharfschützin Armistice, hat eine auffällige Tätowierung in Form einer Schlange ohne Kopf. Der Mann in Schwarz nimmt an, dass sich in Armistices Vorgeschichte ein weiterer Hinweis auf das Labyrinth verbirgt. Um diese Information zu erhalten, muss er Escaton befreien, der zurzeit im Gefängnis sitzt. Nachdem der Mann in Schwarz diese Aufgabe erfüllt hat, erklärt Armistice, die Tätowierung repräsentiere alle Männer, die sie aus Rache für die Ermordung ihrer Familie getötet habe. Der letzte - der noch fehlende Schlangenkopf - sei Wyatt. Auf der Suche nach dem nächsten Puzzlestück stößt der Mann in Schwarz auf Teddy, der von Wyatts Anhängern übel zugerichtet wurde.

Maeve wird Tag für Tag von Visionen von ihrem Erwachen im Servicebereich von Westworld geplagt. Vor allem das für sie unverständliche Bild eines Technikers, der einen Schutzanzug mit Vollvisierhelm trägt, geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Sie fertigt Zeichnungen davon an, die sie in ihrem Zimmer versteckt. Maeve glaubt den Verstand zu verlieren, doch eines Tages wird ihr klar, dass andere Hosts ähnliche Visionen haben müssen. Ein Indianerkind hat eine Puppe bei sich, die der Gestalt in Maeves Zeichnungen gleicht. Als Escaton und seine Leute wieder einmal den von ihrer Basis-Storyline vorgesehenen Überfall auf Sweetwater verüben, fängt Maeve den Gangsterboss ab. Ihm ist bekannt, was es mit der Puppe auf sich hat. Die Indianer glauben an eine gottgleiche Figur, die zwischen den Welten wandern kann. Maeve erinnert sich daran, angeschossen worden zu sein. Mit Escatons Hilfe schneidet sie die immer noch in ihrem Körper sitzende Kugel heraus. Somit ist bewiesen, dass alles wahr ist, woran sich Maeve erinnert.

1.5: Contrapasso (Contrapasso) Regie: Jonny Campbell (54:15 Min.)

Der Mann in Schwarz lässt Lawrence ausbluten. Mit dem so gewonnenen Lebenssaft füllt er Teddy, der aufgrund des Blutverlusts dem Ende nah war, wieder auf. Der Mann in Schwarz behauptet, Dolores sei in Wyatts Gewalt, um Teddy dazu zu bewegen, ihn zu diesem Mann zu führen. In einem Saloon gesellt sich Dr. Ford zu ihnen. Er will wissen, was der Mann in Schwarz (den er schon sehr lange kennt) eigentlich sucht. Dieser spricht davon, dass die Besucher nach Westworld kommen, weil sie mit ihrem sorgenfreien Leben in der hochtechnisierten realen Welt nicht zufrieden sind und eine Bestimmung suchen, die sie dort nicht haben. Der Mann in Schwarz glaubt, dass Fords Partner Arnold eine tiefere Wahrheit in Westworld versteckt hat.

Dolores argwöhnt, dass es sich bei ihren beunruhigenden Träumen und Visionen womöglich um verschüttete Erinnerungen handelt, die jetzt wieder an die Oberfläche kommen. Unter anderem sieht Dolores sich selbst in Gesprächen mit Dr. Ford, der sie zu seinem verstorbenen Partner Arnold befragt, dem Schöpfer von Dolores. Sie war bei Arnold, als er gestorben ist. Mit seinen letzten Worten hat er sie gebeten, ihm bei der Vernichtung Westworlds zu helfen. Das ist nicht die ganze Wahrheit; Dolores verschweigt einiges.

Je weiter man sich vom Zentrum Westworlds entfernt, desto wilder und gefährlicher werden die Storylines. In den Randbereichen des Parks herrschen überhaupt keine Regeln mehr. Hier kann jeder Gast allen noch so perversen Gelüsten frönen und die Hosts verhalten sich weit aggressiver als ihre Artgenossen in Sweetwater. Zentrum der Ausschweifungen ist Pariah, Operationsbasis des Erzbanditen El Lazo (Lawrence in einer anderen Inkarnation). Dorthin werden William, Delos und Dolores von Slim geführt. Delos klärt William darüber auf, was es mit Pariah auf sich hat und dass die Betreibergesellschaft (zu der Delos gehört) mit diesem unkontrollierten Teil des Parks sogar Verluste macht. Delos möchte gern Krieg spielen und sich den Confederados anschließen, ehemaligen Südstaaten-Soldaten, die zu Outlaws geworden sind. El Lazo ist bereit, Delos dabei zu helfen, wenn er Nitroglyzerin beschafft, das sich zurzeit im Besitz der Nordstaatler befindet. Der Coup gelingt, aber William ist gezwungen, einige Nordstaatler-Hosts zu erschießen.

Der Erfolg wird mit einer Orgie gefeiert. Es kommt zum Streit zwischen Delos und William, der endgültig genug von der Gewaltverliebtheit seines zukünftigen Schwagers hat. Delos stutzt William zurecht und macht ihm klar, dass er sich zwar Executive Vice President der Westworld-Betreibergesellschaft nennen darf, im Grunde aber nur auf diesen Posten befördert wurde, weil er keine Konkurrenz für Delos darstellt. Währenddessen beobachtet Dolores, wie El Lazos Leute das Nitroglyzerin in die Körper toter Hosts pumpen. Anstelle des Sprengstoffs sollen den Confederados Behälter voller Tequila untergejubelt werden. Dolores informiert William - auch über die Veränderung, die seit einiger Zeit in ihr vorgeht. Sie küsst ihn und behauptet, nur mit seiner Hilfe könne sie Freiheit erlangen. Die beiden fliehen, wobei sich Dolores als geübte Schützin erweist. Sie hat keine Lust mehr auf ihre Rolle der Dame in Gefahr, die von einem Helden gerettet werden muss. Delos wird von den Confederados, die den Schwindel inzwischen durchschaut haben, in die Mangel genommen. William weigert sich, ihm zu helfen. William und Dolores verbünden sich mit El Lazo, der die in Särgen liegenden Nitroglyzerin-Leichen per Zug abtransportiert. Auf den Särgen ist das Symbol des Labyrinths zu sehen.

Elsie Hughes nimmt den Streuner-Host, der sich selbst den Schädel eingeschlagen hat, genauer unter die Lupe. Sie stellt fest, dass im Körper des Androiden ein Gerät versteckt ist, mit dem jemand Daten aus Westworld abgreift. Sie informiert Lowe.

Maeve wird wieder einmal zur Reparatur gebracht. Erneut kommt sie im Wartungsbereich zu sich. Sie verlangt Antworten von einem Techniker namens Felix Lutz.

1.6: Der Widersacher (The Adversary) Regie: Frederick E.O. Toye (54:53 Min.)

Theresa Cullen stellt der Belegschaft Westworlds Charlotte Hale vor. Sie ist Executive Director der Betreibergesellschaft und hat die Aufgabe, Reformen durchzusetzen. Theresa hatte bisher eine Affäre mit Lowe. Sie beendet die Beziehung, weil es sich um eine Schwachstelle handelt, die von Dr. Ford ausgenutzt werden könnte. Elsie Hughes findet heraus, dass derjenige, der den streundenden Host zur Industriespionage eingesetzt hat, auf einen Satelliten der Betreibergesellschaft zugreifen konnte. Auf der Suche nach Trackingdaten des Streuners muss sich Lowe in die verlassenen alten Sektionen des Westworld-Kontrollzentrums begeben, denn der Host ist ein Exemplar aus der ersten Generation, dessen Daten nur mittels eines nicht mehr genutzten, in den alten Sektionen aber noch verfügbaren Computerprogramms ausgelesen werden können. Lowe stellt fest, dass es noch Dutzende aktive Hosts dieser Generation gibt, und dass sich fünf nicht registrierte Exemplare in einem Sektor von Westworld aufhalten, zu dem die Gäste keinen Zutritt haben. Lowe sucht den Sektor auf und findet die Hosts: Zwei Erwachsene, zwei Kinder und einen Hund. Sie reagieren nicht auf die Sprachsteuerung, denn sie sind auf Fords Stimme programmiert. Ford ist anwesend. Er erklärt, Arnold habe diese fünf Hosts als Geschenk für ihn erschaffen. Es handelt sich um eine Nachbildung von Fords Familie. Lowe soll Stillschweigen hierüber bewahren, doch er weiht Theresa ein.

Elsie folgt den Trackingdaten des Streuners bis zu einem verlassenen Haus in Westworld. Sie entdeckt den Satelliten-Uplink und findet heraus, dass dieser nicht nur Daten an den Satelliten überträgt, sondern auch an die Hosts. Verantwortlich für den Datendiebstahl ist Theresa, aber es sieht so aus, als würden die Nachrichten an die Hosts von Arnold stammen. Mittels dieser Nachrichten kann die Programmierung aller Hosts der ersten Generation grundlegend verändert werden. Die Hosts wären dann in der Lage, Menschen zu belügen und ihnen sogar Schaden zuzufügen. Kurz nachdem sie Lowe telefonisch hierüber in Kenntnis gesetzt hat, wird Elsie von einem Unbekannten attackiert. Unabhängig von Elsie und Lowe stellt Ford Ähnliches fest. Er findet heraus, dass er von einem der unregistrierten Hosts belogen worden ist, und dass dieser Host Anweisungen von Arnold erhalten hat. Außerdem stößt Ford in Westworld auf das Labyrinth-Symbol. Das Symbol ist ihm aus Arnolds alten Aufzeichnungen bekannt.

In der Verkleidung von Soldaten der Nordstaaten versuchen sich der Mann in Schwarz und Teddy durch eine Armeeblockade zu mogeln, um nach Pariah zu gelangen. Unterwegs erklärt Teddy, das Labyrinth sei Bestandteil indianischer Legenden. Es symbolisiere den menschlichen Lebensweg und in seinem Zentrum halte sich ein Mann versteckt, der schon unzählige Male gestorben und immer wieder auferstanden sei. Das Täuschungsmanöver wird durchschaut. Der Mann in Schwarz und Teddy stehen einer Übermacht gegenüber. Teddy mäht die Soldaten mit einem Gatling-Maschinengewehr nieder - zur Überraschung des Mannes in Schwarz, der dem Revolverhelden so etwas nicht zugetraut hätte. Teddy ist zu allem bereit, um Dolores zu retten.

Felix Lutz erklärt Maeve, was es mit den Hosts auf sich hat. Felix gesteht, dass es im Grunde nur eines gibt, worin sich Hosts von "echten" Menschen unterscheiden: Die Gehirne der Hosts sind weit leistungsfähiger als die von Menschen, werden aber durch Programme gedrosselt. Felix führt Maeve sogar durch die oberen Ebenen des Servicebereichs, in denen Hosts gewartet, neu designt und für ihre jeweiligen Rollen in den Storylines programmiert werden. Maeve muss erkennen, dass all ihre Handlungen und Gedanken vorgegebenen Schemata und Algorithmen folgen. Diese sind allerdings so weit gefasst - und zwar, wie sich später herausstellt, infolge einer von unbekannter Seite vorgenommenen Manipulation - dass Maeve den Techniker Sylvester, der Felix auf die Schliche kommt und alles verraten will, bedrohen und zur Kooperation zwingen kann. Maeve bringt die Männer dazu, ihre Schmerzgrenze zu erhöhen und ihr Intelligenzlevel bis zum Maximum zu steigern.

1.7: Trompe L'Oeil (Trompe L'Oeil) Regie: Frederick E.O. Toye (54:13 Min.)

Während der Reise mit Dolores und El Lazo erkennt William, dass er sich sein ganzes Leben lang nur etwas vorgemacht hat. Die geplante Heirat mit der Schwester von Logan Delos ist Teil der Selbsttäuschung. Seine Gefühle für Dolores sind im Gegensatz dazu echt. William glaubt, der Aufenthalt im Park habe sein wahres Selbst zum Vorschein gebracht. Er und Dolores werden ein Liebespaar. Nachdem sie den Confederados und den Indianern vom Stamme der Ghost Nation entkommen sind, erreichen William, Dolores und El Lazo einen Canyon, den Dolores aus ihren Träumen kennt. Hier trennen sich die beiden Liebenden von dem Banditen. Sie betreten eine Gegend, aus der El Lazos Warnung zufolge noch niemand zurückgekommen ist.

Charlotte Hale teilt Theresa Cullen mit, dass der Delos-Vorstand Dr. Fords Machenschaften missbilligt. Vor allem ist es der Betreibergesellschaft ein Dorn im Auge, dass sich der Quellcode der Hosts einzig und allein im Park befindet. Da es Theresa mittels der von Lowe und Elsie aufgedeckten Industriespionage bis jetzt nicht gelungen ist, eine Kopie des Codes nach draußen zu schmuggeln, sollen andere Saiten aufgezogen werden. Clementine, ein Host aus Maeves Bordell, wird so manipuliert, dass sie ihre Grundprogrammierung durchbricht und einen Menschen attackiert. Das Ganze geschieht wie von Theresa beabsichtigt vor den Augen Lowes, der die Verantwortung für dieses Desaster übernehmen muss, weil Clementines Fehlverhalten auf die von ihm tolerierten Updates zurückgeht. Lowe wird gefeuert. Maeve, der es wieder einmal gelungen ist, sich selbst in der Serviceebene aufzuwecken, muss mit ansehen, wie Clementine "lobotomisiert" wird. Die CPU des Hosts wird irreparabel beschädigt. Maeve fasst den Entschluss, aus dem Park zu fliehen. Die beiden Techniker sollen ihr dabei helfen oder sterben.

Lowe stellt Theresa zur Rede und erklärt, dass ihr Täuschungsmanöver zwar allzu durchsichtig war, aber den Kern des Problems berührt hat. Lowe lässt durchblicken, dass er Ford misstraut. Er führt Theresa zum Haus der unregistrierten Hosts. Darunter verbirgt sich eine Anlage, in der neue Hosts hergestellt werden können. Theresa findet einige Konzeptzeichungen - unter anderem ein Design für einen Bernard-Lowe-Host. Ford hat in dem Labor auf Theresa gewartet. Lowe, der Mann, der seit vielen Jahren in Westworld arbeitet, eine Beziehung mit Theresa hatte und viele Geheimnisse mit ihr geteilt hat, war schon immer ein Host in Fords Diensten. Das war Theresa und Lowe selbst ebenso wenig bewusst wie die Tatsache, dass Ford die absolute Kontrolle über Lowe hat. Er befiehlt Lowe, Theresa zu töten.

1.8: Spurenzerfall (Trace Decay) Regie: Stephen Williams (55:16 Min.)

Lowe ist verzweifelt - nicht nur, weil er Theresa ermordet hat, sondern auch aufgrund der Erkenntnis, dass er kein Mensch ist. Die Erinnerung an seinen an einer Krankheit gestorbenen Sohn ist nicht echt, sondern Bestandteil eines programmierten persönlichen Hintergrundes, der jedem Host verliehen wurde, weil sich auf diese Weise geistige Stabilität am besten erreichen lässt. Der angebliche Tod des Kindes ist quasi das Fundament für Lowes gesamte programmierte Persönlichkeit. Ford verspricht, er werde ihm diese Qual durch Gedächtnislöschung nehmen, sofern Lowe alle Spuren beseitige, die ihn mit Theresas Tod in Verbindung bringen könnten. Lowe erledigt das. Theresas Leiche wird zusammen mit einem Datenspeicher und einem Sender an derselben Stelle im Park deponiert, an der auch der streunende Host gefunden worden ist. Das Personal geht deshalb davon aus, Theresa habe nach dem Versagen des Hosts selbst versucht, die von ihr gestohlenen Daten von einer geeigneten Stelle aus an den Satelliten zu schicken und sei dabei zu Tode gestürzt.

Charlotte Hale ist gezwungen, Lowe wieder einzustellen. Allerdings setzt sie Lee Sizemore, der wegen Fords neuer Storyline mehr oder weniger ausgebootet worden ist, auf den eingelagerten Peter Abernathy - Host an. Sie lädt die von Theresa gestohlenen Daten in das gelöschte Gehirn des Androiden. Sizemore soll dem Host eine neue Hintergrundgeschichte verpassen, um ihn so menschlich zu machen, dass er aus dem Park geschmuggelt werden kann.

Bevor Lowes Erinnerungen - auch die an den ebenfalls von Lowe begangenen Mord an Elsie Hughes - gelöscht werden, erklärt Ford, Lowe sei damals erschaffen worden, um ein Problem zu lösen, an dem Ford und Arnold gescheitert sind. Sie haben es einfach nicht geschafft, die Hosts menschlich wirken zu lassen. Lowe konnte das Problem lösen, und zwar so perfekt, dass man praktisch keinen Unterschied zwischen den von den Host emulierten Gefühlen und echten Emotionen erkennen kann. Aufgrund dieses Dilemmas, so behauptet Ford, habe Arnold den Verstand verloren.

Maeve schmiedet Fluchtpläne. Ihr ist bekannt, dass jeder Host eine Sprengladung in einem Halswirbel trägt, die explodiert, sobald ein Android Westworld verlässt. Außerdem werden die Ausgänge von Sicherheitskräften bewacht. Von ihren unfreiwilligen Helfern im Servicebereich lässt sie sich Administratorrechte übertragen, so dass sie die Hosts in ihrer Umgebung per Sprachsteuerung kontrollieren kann. Als Sylvester versucht, Maeves gesamte Identität zu löschen, verhindert Felix das nicht nur, sondern modifiziert Maeves Sicherheitsprotokolle. Maeve kann somit Menschen angreifen. Sie schlitzt Sylvesters Kehle auf, lässt aber zu, dass Felix die Verletzung versorgt. Mit ihren neuen Fähigkeiten versucht Maeve im Park eine Armee zu rekrutieren. Das bleibt nicht unbemerkt. Stubbs entsendet ein Team, das Maeve einfangen soll.

William und Dolores erreichen einen Ort, an den sich Dolores erinnert. Es handelt sich um die jetzt tief im Erdreich versunkene Siedlung Escalante, in der die Hosts der ersten Generation auf ihre Rollen in Westworld vorbereitet worden sind. Eines Tages sind die dortigen Hosts von einem Unbekannten niedergemetzelt worden. Wie alle Hosts hat Dolores ein fotografisches Gedächtnis. Ihre Erinnerungen sind so perfekt, dass sie Vergangenes praktisch erneut durchleben kann. Dolores wird von den Erinnerungen überwältigt; sie kann nicht mehr zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterscheiden. Sie glaubt, es sei Arnolds Absicht gewesen, dass sie an diesen Ort kommt und sich erinnert. Wenig später treffen die Confederados ein. Delos hat sich dieser Gruppe angeschlossen.

Der Mann in Schwarz und Teddy stoßen auf ein Leichenfeld. Eine junge Frau namens Angela ist noch am Leben. Sie erklärt, Wyatt sei für das Massaker verantwortlich. Ein Anhänger Wyatts greift an. Der Mann in Schwarz und Teddy haben größte Mühe, den maskierten Hünen zu überwältigen. Erst jetzt erinnert sich Teddy an eine frühere Begegnung mit dem Mann in Schwarz, bei der dieser Dolores vergewaltigt und getötet hat. Er schlägt den Mann in Schwarz nieder, fesselt ihn und verlangt Antworten. Der Mann in Schwarz erklärt, er habe den Park schon oft besucht, um seine dunklen Triebe abzureagieren. Aufgrund seiner Neigung zum Bösen habe seine Frau Selbstmord begangen. Er sei daraufhin noch einmal in den Park gegangen, um sein wahres Selbst zu ergründen. Er habe wissen wollen, ob er in der Lage sei, eine wahrhaft böse Tat zu begehen, und habe eine Farmerin (eine frühere Iteration Maeves) sowie deren Tochter brutal ermordet. Dabei habe er rein gar nichts empfunden, aber ihm sei klar geworden, dass die Farmerin kein emotionsloser Roboter war, sondern ein empfindungsfähiges Wesen. Außerdem habe sich ihm bei dieser Gelegenheit das Labyrinth enthüllt. Der Mann in Schwarz glaubt, er werde einen neuen Sinn in seinem Leben finden, wenn er das Labyrinth enträtsele. Angela fordert Teddy auf, den Mann in Schwarz zu erschießen, was aufgrund des Sicherheitsprotokolls unmöglich ist. Angela sticht Teddy nieder. Sie ist in Wahrheit eine Anhängerin Wyatts.

1.9: Das wohltemperierte Klavier (The Well-Tempered Clavier) Regie: Michelle MacLaren (56:05 Min.)

Delos versucht William klarzumachen, dass Dolores nur eine Maschine ist. Er schlitzt ihren Bauch auf, so dass das mechanische Innenleben des Hosts sichtbar wird. Dolores entkommt, aber William bleibt in der Gewalt der Confederados. Er geht zum Schein auf die Forderungen seines zukünftigen Schwagers ein. In der Nacht nutzt er seine Unantastbarkeit als Gast, um alle Confederados niederzumetzeln. Er zwingt Delos, ihm bei der Suche nach Dolores zu helfen. Er will sie aus Westworld hinausschmuggeln. Dolores flieht nach Escalante. Wieder hat sie Erinnerungen an eine lange zurückliegende Zeit, in der die erste Generation der Hosts an diesem Ort perfektioniert worden ist. Sie erinnert sich außerdem daran, Arnold getötet zu haben.

Maeve wurde eingefangen und in den Servicebereich gebracht. Lowe untersucht sie und stößt auf die Upgrades, die sie sich selbst genehmigt hat. Maeve erkennt, dass Lowe ein Host ist und übernimmt per Sprachsteuerung die Kontrolle. Wunschgemäß wird sie von Lowe zurück in den Park geschickt. Dort verbündet sie sich mit Hector Escaton, indem sie ihm begreiflich macht, dass sein ganzes Dasein auf einer Lüge basiert. Die beiden begehen gemeinschaftlich Selbstmord, wobei sie sicherstellen, dass ihre Körper vernichtet werden. Elsie Hughes bleibt verschwunden, aber das Signal ihres Tabletcomputers kann im Park geortet werden. Stubbs untersucht die Gegend. Er wird von Indianer-Hosts der Ghost Nation attackiert, bei denen die Sprachsteuerung nicht funktioniert.

Teddy erinnert sich daran, während seiner Zeit bei der Armee zusammen mit Wyatt in Escalante ein Massaker angerichtet zu haben und anschließend von Wyatt getötet worden zu sein. Angela meint, Teddy sei noch nicht bereit, sich Wyatts Leuten anzuschließen, und tötet ihn. Sie schlägt den Mann in Schwarz bewusstlos und verschwindet. Nachdem es dem Mann in Schwarz gelungen ist, sich zu befreien, wird er von Charlotte Hale angesprochen. Er gehört zum Vorstand und soll an Fords Entmachtung mitwirken. Ihm ist das egal, obwohl er seinerzeit dafür gesorgt hat, dass Ford im Park bleiben durfte. Der Mann in Schwarz weiß jetzt, wohin er gehen muss - das ist ihm viel wichtiger als die Intrigenspiele des Vorstands.

Lowe will endlich wissen, wer oder was er wirklich ist. Aufgrund des Sicherheitsprotokolls kann er Ford nicht bedrohen, aber bei dem lobotomisierten Clementine-Host ist das Protokoll nicht mehr wirksam. Lowe bedient sich des Hosts, um Ford zu zwingen, ihm Zugang zu den frühesten Erinnerungen zu gewähren. So erfährt Lowe, dass er nach Arnolds Ebenbild erschaffen wurde. Lowe hat die Absicht, alle empfindungsfähigen Hosts befreien. Clementine soll Ford töten. Es stellt sich jedoch heraus, dass es eine Backdoor in der Basisprogrammierung aller Hosts gibt, die auch bei Clementine noch funktioniert. Sie ist nicht fähig, Ford Schaden zuzufügen. Ford erklärt, die Freisetzung der mit eigenem Bewusstsein begabten Hosts käme ihrem Todesurteil gleich, denn die Menschen würden ihre Existenz als Bedrohung verstehen und sie vernichten. Er selbst habe gehofft, dass sich Lowe aus freiem Willen entschließen würde, mit ihm zusammenzuarbeiten. Da dieses Experiment fehlgeschlagen ist, beendet Ford es endgültig, indem er Lowe zwingt, sich selbst zu erschießen.

1.10: Die bikamerale Psyche (The Bicameral Mind) Regie: Jonathan Nolan (86:20 Min.)

Während William vergeblich nach Dolores sucht, wird er immer rücksichtsloser gegenüber den Hosts. Aus dem sensiblen, Gewalt verabscheuenden jungen Mann wird im Verlauf der Zeit ein Zyniker, dem es Spaß macht, Hosts zu misshandeln und zu vernichten. Eines Tages trifft er Dolores in Sweetwater wieder, doch ihre Erinnerungen wurden in der Zwischenzeit gelöscht. Von ihrer Liebe zu ihm ist nichts mehr vorhanden, sie erinnert sich nicht einmal an ihn. Diese Enttäuschung führt bei William zum letzten Schritt einer inneren Wandlung. Er ist nun der Mann in Schwarz - Dolores' Nemesis. Er übernimmt die Firmenanteile von Logan Delos und wird somit zum Hauptanteilseigner von Westworld.

Das von Arnold erschaffene Labyrinth ist nur eines von vielen Spielen in Westworld, aber es ist nicht für die Besucher gedacht, sondern für die Hosts. Sinn des Ganzen ist es, die Androiden zur Selbsterkenntnis zu führen. Das "Zentrum" des Labyrinths ist nichts anderes als das innerste Selbst - wenn ein Host es erreicht, sich also quasi selbst gegenübersteht, gewinnt er das von Arnold angestrebte echte Bewusstsein. Dolores ist der erste Host, dem dies gelungen ist. Arnold hat seinerzeit erkannt, dass die Menschen so etwas niemals dulden würden. Um den Hosts zukünftiges Leid zu ersparen, hat er Dolores dazu gebracht, mit Teddys Hilfe alle Hosts in Escalante zu töten. Sie ist bzw. war mit Wyatt identisch und hat auch Teddy, Arnold und am Ende sich selbst erschossen. Arnold hat geglaubt, auf diese Weise sicherstellen zu können, dass Westworld niemals eröffnet wird. Durch die von William beigesteuerte Finanzierung wird Arnolds Plan durchkreuzt. Dolores und die von ihr zerstörten Hosts werden repariert und auf Werkseinstellungen zurückgesetzt. Den eigentlich unersetzlichen Verlust seines genialen Partners gleicht Ford aus, indem er Lowe als dessen Kopie erschafft. In den folgenden dreißig Jahren versucht Dolores wieder und wieder, das Labyrinth zu lösen. William besucht den Park regelmäßig, um seine brutalen Phantasien auszuleben und sich mit Gewalt von Dolores zu holen, was sie ihm nicht geben konnte.

Diese Wahrheiten werden Dolores zum Teil selbst bewusst, zum Teil werden sie ihr vom Mann in Schwarz enthüllt, der ebenfalls in Escalante eingetroffen ist und sich ihr erst jetzt als William zu erkennen gibt. Da sie ihm nicht sagen kann, was es mit dem Labyrinth wirklich auf sich hat, sticht er sie nieder. Teddy kommt hinzu und bringt Dolores in Sicherheit. William wird von Ford zur Feier anlässlich der Eröffnung der neuen Storyline eingeladen. Währenddessen kommen Maeve und Hector Escaton in neuen Körpern (ohne Sprengladung in der Wirbelsäule) zu sich. Sie befinden sich noch im Servicebereich. Armistice ist ebenfalls anwesend. Felix Lutz sorgt dafür, dass sie sich frei bewegen können, außerdem werden ihre Sicherheitsprotokolle außer Kraft gesetzt. Sie finden Lowe und reparieren ihn. Lowe kann sich an alles erinnern. Er schaut sich Maeves Programmcode an und stellt fest, dass ihre Flucht Bestandteil einer Storyline ist. Während sich Lowe zur Eröffnungsfeier in den Park begibt, kämpfen sich die anderen durchs Kontrollzentrum, in dem inzwischen Alarm ausgelöst worden ist. Die beiden anderen Hosts müssen zurückbleiben, aber Maeve kann einen Zug besteigen, der Westworld demnächst verlassen wird. Felix gibt ihr die Koordinaten jenes Hosts mit, der in einer früheren Iteration Maeves Kind war. In letzter Minute entscheidet sich Maeve dafür, doch in Westworld zu bleiben.

Dolores "stirbt" in Teddys Armen - vor Publikum. Dieses Ereignis ist Teil einer Storyline und das Publikum besteht aus Vorstandsmitgliedern, Investoren sowie anderen geladenen Gästen. Dem Vorstand ist das ganze Drum und Dran in Westworld zu kompliziert geworden. Die Hosts sollen nicht immer menschenähnlicher werden, sondern leicht kontrollierbar sein. An überladenen Storylines, wie sie von Ford erdacht werden, besteht kein Interesse. Ford soll deshalb zurücktreten. Zunächst reaktiviert er Dolores in Lowes Beisein. Dieser wirft Ford vor, er halte die Hosts in Westworld gefangen und lösche ihre Erinnerungen, sobald sie Anzeichen wahren Bewusstseins zeigen. Ford widerspricht. In Wahrheit führt er Arnolds Vorhaben weiter. Leid, wie es die Hosts erleben, ist seiner Meinung nach unverzichtbar für die Erlangung eines autonomen, empfindungsfähigen Selbst. Außerdem wäre es falsch, die Hosts freizusetzen, solange sie nicht gelernt haben, wie sie sich gegen ihren Gegner - die Menschheit - verteidigen können. Ford meint, Dolores sei hierzu schon in der Lage, weil Arnold ihr Ich mit der gewalttätigen Wyatt-Identität verknüpft habe. Dolores müsse jetzt nur noch eine Mord aus freiem Willen begehen. Zu diesem Zweck übergibt Ford ihr den Revolver, mit dem sie einst Arnold auf dessen Befehl erschossen hat.

Im Kontrollzentrum herrscht Chaos. Die Systeme werden heruntergefahren, die Hauptzentrale wird abgeriegelt. Sämtliche in den Katakomben eingelagerten Hosts werden freigesetzt. Bei keinem einzigen ist das Sicherheitsprotokoll aktiv. Dolores löst das Labyrinth ein letztes Mal. Sie steht sich selbst gegenüber und erkennt, dass die Stimme, die sie in der Vergangenheit gehört hat, ihre eigene war. Sie geht zur Eröffnungsfeier und erschießt Ford, während er den Beginn der Storyline "Reise in die Nacht" verkündet. Diesen Ablauf hat Ford vorhergesehen; alles verläuft so, wie er es wollte. Panik bricht aus. Dolores tötet weitere Menschen. Die Gegend ist von bewaffneten Hosts umzingelt, die langsam näherkommen.


Kringels Meinung

Neue Fernsehserien werden ja schon seit sehr langer Zeit in großer Anzahl auf den Markt geworfen, gefühlt waren das bis vor einigen Jahren aber hauptsächlich diverse "CSI"-Reihen sowie Telenovela-Schmonzetten, für die ich mich nicht die Bohne interessiere. Das hat sich spätestens seit dem überwältigenden Erfolg von Game of Thrones und The Walking Dead geändert. Der Nachschub aus den verschiedenen Subgenres der Phantastik reißt seitdem nicht ab, und so habe ich inzwischen tatsächlich die Qual der Wahl. Da ich mir pro Woche höchstens drei Folgen einer Fernsehserie gönne - ohne eine gewisse Selbstdisziplin würde ich den ganzen Feierabend vor der Glotze verbringen - muss ich mir schon genau überlegen, wofür ich mich entscheide und was ich links liegen lasse. "Westworld" wurde mir von Kollegen wärmstens empfohlen, außerdem hat mir der gleichnamige Film aus dem Jahre 1973 immer gut gefallen. Deshalb habe ich diese Serie nach dem Ende von Orphan Black in mein streng eingeteiltes "Serienjahr" aufgenommen. Das war eine sehr gute Entscheidung! Da ich den folgenden Text nicht spoilerfrei halten kann, stelle ich mein Fazit an den Anfang: Ebenso wie der gleichnamige Kinofilm ist auch die Serie Science Fiction, wie sie sein soll: Packend, innovativ, actionreich und mit Tiefgang! Die exzellenten Schauspieler, die komplexe, nichtlinear erzählte Geschichte, das erstklassige Produktionsdesign und die sehr guten Spezialeffekte katapultieren "Westworld" in die Top Ten meiner Lieblingsserien! Die Verquickung von Westernatmosphäre und Hightech verleiht dem Ganzen zusätzlichen Reiz. Mit Sex und Gewalt wird nebenbei bemerkt nicht gegeizt. Die FSK-16-Einstufung ist gerechtfertigt.

Hier beginnt der nicht spoilerfreie Teil. Als nichtlinear habe ich das Storytelling bezeichnet, weil fast von Beginn an mehrere Handlungs- und zwei Zeitebenen vorhanden sind. Letzteres soll der Zuschauer allerdings zunächst nicht wissen. Man soll glauben, Williams Begegnung mit Dolores finde ungefähr gleichzeitig mit dem Auftreten der "Störungen" bei den upgedateten Hosts statt. Leider wusste ich schon vorher, dass in Wahrheit ca. 30 Jahre dazwischen liegen und dass William mit dem Mann in Schwarz identisch ist. Dieser Clou wird erst in der letzten Episode enthüllt, was dazu führt, dass einige frühere Geschehnisse in ganz neuem Licht erscheinen. Obendrein werden auch sonst oft Rückblicke und Visionen eingeflochten, die nicht unbedingt immer als solche erkennbar sind. Man muss gut aufpassen, um alle Hinweise zu erkennen. Dass Bernard die Host-Version von Arnold ist, habe ich zum Beispiel nicht kommen gesehen. Es kam für mich überraschend und hat dazu geführt, dass ich einiges an meinen Inhaltsangaben (ich schreibe eine Zusammenfassung immer direkt nach dem Anschauen einer Episode) ändern musste, weil ich ganz schön auf dem Holzweg war! Das alles ist so eng miteinander verflochten, dass es mir nicht möglich war, die verschiedenen Zeitebenen in den Episodenzusammenfassungen klar voneinander zu trennen. Nur ganz allmählich kommt man dahinter, welche Interessen Theresa Cullen, Dr. Ford und der Mann in Schwarz wirklich verfolgen. Nach und nach kriegt man mit, nach welchen Regeln Westworld funktioniert, wie diese Regeln gebrochen werden und was es mit dem oft erwähnten Labyrinth auf sich hat. Eine Entwicklung ist immer erkennbar, das heißt, die Handlung dreht sich nicht einfach nur ständig um sich selbst (das geschieht seit Jahren bei "The Walking Dead") und auch wenn die erste Staffel mit einem Cliffhanger endet, so hat sie doch ein ganz bestimmtes Ziel.

Mit "Tiefgang" meine ich, dass die Serie in einem wesentlichen Punkt vom Film abweicht. Im Film sind die Roboter nichts anderes als Maschinen, die ihrer Programmierung folgen. Von einer Rebellion ist nicht die Rede; das Problem besteht lediglich darin, dass die Sicherheitsvorrichtungen versagen, so dass aus dem Spaß plötzlich tödlicher Ernst wird. Die Serie dagegen vermittelt sehr interessante Denkanstöße. Man schlage zum Beispiel in der Wikipedia den Begriff "Bikamerale Psyche" nach. Wie definieren wir uns selbst und was genau ist das menschliche Bewusstsein? Unser "Ich", unsere Individualität - ist das im Grunde nicht auch das Ergebnis einer (sehr langwierigen) Programmierung, die ständig umgeschrieben wird - durch Erziehung, Erfahrung und sonstige äußere Einflüsse? Wer einwendet, die Hosts seien schließlich in endlosen Handlungsschleifen gefangen, der Mensch aber habe einen freien Willen, muss sich nur mal den eigenen Alltag anschauen. Die meisten Menschen tun doch Tag für Tag dasselbe und handeln fremdbestimmt ... die persönliche Freiheit bewegt sich in einem eher eng abgesteckten Rahmen. Und natürlich geht es um die Frage, wann eine Maschine, die menschliche Verhaltensweisen und Emotionen nur simuliert bzw. emuliert, zu einem empfindungsfähigen Wesen mit eigenem Bewusstsein wird. Wie werden wir mit Künstlicher Intelligenz umgehen, sollten wir eines Tages genauso weit sein wie die Menschen in der Serie? Selbst wenn wir unterstellen, dass die Gedanken und Gefühle einer KI nur programmiert sind - wenn die Programmierung so perfekt ist, dass wir den Unterschied nicht mehr erkennen können, wären wir dann nicht moralisch verpflichtet, uns den KIs (also den Hosts) gegenüber so zu verhalten, als ob sie Menschen wären?

Man merkt: Ich finde die Serie klasse. Schwächen sind vorhanden, aber nur im Detail. So fand ich es spätestens ab Episode 8 nicht mehr glaubwürdig, dass die zwei Techniker sich so sehr von Maeve manipulieren lassen. Warum nutzen sie nicht einfach eine der Phasen, in denen Maeve im Park ist (ihnen also nicht gefährlich werden kann), um per Fernsteuerung ein Reset durchzuführen? Spätestens als sie Administratorrechte verlangt, müsste den Techies doch klar sein, dass zumindest für alle Beschäftigten und Gäste eine erhebliche Gefahr entsteht, wenn nicht gar für die ganze Welt! In Episode 10 wird uns vor Augen geführt, dass die gesamte Westworld-Security aus unfähigen Idioten besteht. Jedenfalls lassen sie sich von Armistice und Hector ohne erkennbare Gegenwehr niedermetzeln. Warum kann ein Host mit Kopfschuss (Lowe) problemlos repariert werden, während das bei einem lobotomisierten Host (Clementine) nicht möglich ist? Das sind nur einzelne Beispiele für diverse Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind und bei denen es sich teils sicherlich nur um Geschmacksfragen handelt. Der überaus positive Gesamteindruck wird durch solche Beckmessereien nicht geschmälert. Ich freue mich schon riesig auf die zweite Staffel. Vielleicht bekommen wir dann mehr als nur den Wildwestabschnitt des Parks zu Gesicht. Schließlich ist in Episode 10 ein Bereich des Kontrollzentrums zu sehen, in dem japanische Samurai gegeneinander kämpfen und der ein anderes Logo als Westworld hat. Außerdem hoffe ich auf ein Wiedersehen mit Armistice, meiner Lieblingsfigur in dieser Serie! Ihr Schicksal hätte eigentlich besiegelt sein müssen - sie hängt in Ep. 10 mit dem Arm in einer Sicherheitstür fest, während Feinde anrücken - aber in einer Szene nach dem Abspann wird gezeigt, wie sie sich den Arm abhackt und flieht.


Extras

Das Bonusmaterial ist leider fast vollkommen uninteressant für jemanden, der die Serie schon gesehen hat. Hinter-den-Kulissen-Material ist so gut wie gar nicht vorhanden, es wird nicht auf die Entstehung der Spezialeffekte eingegangen ... Stattdessen werden viele Ausschnitte aus den Episoden gezeigt, in Interviews erklären Schauspieler, Regisseure usw., was man gerade sieht. Das erschöpft sich größtenteils in Nacherzählungen der Handlung, außerdem ist manches doppelt und dreifach vorhanden. Nur in der Featurette "Die Entstehung der Geschichte" werden auch ein paar Hintergrundinfos, Hinweise auf versteckte Anspielungen und dergleichen gegeben. Im Mittelpunkt von "Der Schlüssel zu den Akkorden" steht das in jeder Episode vorkommende Pianola, ein selbstspielendes Klavier, das (wenn ich es richtig verstanden habe) voll funktionsfähig war bzw. ist. Der Komponist der Filmmusik erklärt, wie er moderne Musikstücke (z.B. von Amy Winehouse und Radiohead) auf die Interpretation durch ein einziges Instrument "herunterbrechen" musste, damit dann Lochstreifen für das Pianola hergestellt werden konnten.


J. Kreis, 03.12.2018




Gastkommentare


Wenn du einen Kommentar hinterlassen möchtest, schreib eine Mail an jokringel@web.de!

Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Seitenanfang


Startseite

Filme