Wasting away


Wasting away (USA, 2007)

DVD Regionalcode 2, MIG Filmgroup
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 87 Minuten

Extras
- Deleted Scenes (0:51 Min.)
- Bildergalerie
- Originaltrailer

Regie:
Matthew Kohnen

Hauptdarsteller:
Michael Grant Terry (Tim Cunningham)
Betsy Beutler (Cindy Laramie)
Matthew Davis (Mike)
Julianna Robinson (Vanessa)
Colby French (Nick Steele)
Richard Riehle (Colonel South)
Jack Orend (Dr. Richter)




Inhalt:

Ein militärisches Experiment geht schief. Durch das Serum XT1258 soll ein Soldat in einen unaufhaltsamen Kämpfer verwandelt werden. Der Proband stirbt und erhebt sich als fleischfresender Untoter. Die Fässer mit dem gefährlichen Wirkstoff sollen unauffällig entsorgt werden, doch es kommt zu einem Unfall. Ein Fass läuft aus, die Substanz dringt in eine Softeis-Grundmischung ein, die wenig später in der städtischen Bowlingbahn verarbeitet wird. Dort bereiten Tim, Cindy, Mike und Vanessa einen Kegelabend vor. Mike mixt mit der Grundmischung und Bier eine neue Softeis-Geschmacksrichtung zusammen. Die Nebeneffekte sind drastisch, aber die vier jungen Leute merken zunächst nichts. Für sich selbst sehen sie ganz normal aus. Merkwürdig kommt ihnen nur vor, dass sie überall angegriffen werden, wo sie sich blicken lassen - sofern die Menschen nicht panisch davonlaufen. Da taucht Nick Steele auf. Er gibt sich als Elitesoldat aus, erklärt den beiden Pärchen, was es mit dem Experiment auf sich hat, und behauptet, alle Menschen seien infiziert. Er selbst und die vier jungen Leute seien Supersoldaten, die die Pflicht hätten, die Sache zu bereinigen. Dass ihnen selbst schwere Verletzungen nichts ausmachen, scheint für Nicks Theorie zu sprechen.

In Wahrheit ist Nick bei der Army nur Hauswart und hat keine Ahnung - tatsächlich haben er selbst und die vier Freunde sich in Zombies verwandelt, die langsam verwesen, keine Schmerzen verspüren und allmählich Lust auf leckeres menschliches Gehirn bekommen. Die jungen Leute haben allerdings andere Pläne, als für Nick gegen die "Infizierten" zu kämpfen. Tim möchte bei Cindys Eltern um ihre Hand anhalten, Vanessa hat ein Vorstellungsgespräch. Beides endet natürlich im Chaos. Nick versucht derweil im Alleingang, das Gegenmittel von Colonel South und Dr. Richter zu erbeuten. Er wird jedoch gefangen genommen. Man macht ihm klar, in welchem Zustand er sich befindet. Die beiden Pärchen haben sich derweil wieder in der Bowlingbahn eingefunden. Da alle Gäste bereits sturzbetrunken sind, bemerken sie zunächst nicht, dass sie von Untoten bedient werden, doch dann kommt es zum Kampf. Nick, der fliehen konnte, steht seinen Freunden bei. Alle Gäste werden geötet. Nachdem Nick den anderen erklärt hat, dass die Supersoldaten-Theorie nicht ganz richtig war, erklingen in der Ferne bereits die Polizeisirenen. Verstärkung tut not! Flugs werden die Toten mit Softeis wieder zum "Leben" erweckt.

Mike wächst über sich selbst hinaus, obwohl er seit dem Kampf keinen Körper mehr hat und von Vanessa in einer Sporttasche herumgetragen werden muss. Er hat die Vision einer freien Zombie-Gemeinde irgendwo in der menschenleeren, lebensfeindlichen Wüste. Die Zombies versuchen sich aus der Stadt zu schmuggeln, werden aber entdeckt. Mike opfert sich, um seinen Freunden Zeit zu verschaffen. Nick will dasselbe tun, wird aber verschont und landet wieder auf dem Untersuchungstisch. Die anderen Zombies beginnen ein völlig neues... hm... "Leben" in totaler Abgeschiedenheit.

Der Film:

Und wieder eine Zombie-Komödie (siehe Boy eats Girl und Küss mich, Zombie), von der ich mir mehr erwartet hatte. Die Grundidee ist allerdings interessant. Hat es überhaupt schon einen Zombiefilm aus der Sicht der Untoten gegeben? Das sorgt für einige geniale Szenen: Die Zombies nehmen sich selbst nicht als solche wahr. Für sie sieht alles völlig normal aus. Manchmal sieht man sie jedoch aus den Augen normaler Menschen (diese Szenen sind immer schwarzweiß), und dann torkeln sie in typischen Zombie-Posen herum, ächzen und stöhnen furchterregend usw. - umgekehrt klingen menschliche Stimmen für die stark verlangsamten Zombies wie das Zirpen von Insekten, außerdem bewegen sich normale Menschen aus ihrer Sicht unnatürlich schnell. Nach und nach stellen die neu "geborenen" Zomies dann merkwürdige Eigenschaften an sich selbst fest: Übermenschliche Stärke, Appetit auf Menschenfleisch und Unempfindlichkeit selbst bei abgetrennten Körperteilen. Das sorgt natürlich für die verschiedensten bizarren Situationen. Allein die Zombie-Szenen bewahren den Film vor der totalen Katastrophe.

Dummerweise ist die Grundidee nämlich nicht tragfähig genug für einen abendfüllenden Film. Bei halber Lauflänge hätte vielleicht ein amüsanter Kurzfilm herauskommen können, so aber wirkt alles viel zu getreckt. Der Gag läuft sich nach der x-ten Wiederholung tot, und leider herrscht im Drehbuch ansonsten ziemliches Chaos. Eine Handlung im eigentlichen Sinne darf man jedenfalls nicht erwarten. Dazu noch allzu langatmige Dialoge, eine schwerfällige Inszenierung und eher öde Kalauer, außerdem ein unerträglicher Dudel-Soundtrack, der über jede einzelne Szene drübergeklatscht wurde. Die Schauspieler geben sich zwar Mühe, können aber lustigerweise nur in den Zombie-Szenen wirklich überzeugen. Den Todesstoß erhält der Film durch die unterirdisch schlechte deutsche Synchronisation, die so klingt, als hätte man ein paar Leute in der Fußgängerzone angesprochen und gebeten, mal eben ein paar Sätze ins Mikrofon zu quasseln.

Na, egal. So herrliche Momente wie die Bowlingbahn-Schlägerei oder Mikes Kopf mit der Handgranate im Mund entschädigen für den Rest. Die relativ hohe Altersfreigabe ist mir unverständlich. Gut, es spritzt ein bisschen Blut, aber ein Splatter-Fest ist dieser Film mitnichten. Da habe ich im TV-Abendprogramm schon heftigere Sachen gesehen.

Screenshots


Wasting away

"Igitt! Softeis mit Rotz?" "Nein, Dummerchen, mit Bier!"


Wasting away

So sehen sich die Untoten selbst...


Wasting away

...aber so sehen sie wirklich aus!


Wasting away

Ist mir doch egal, wie die aussehen, solange sie das Bier anschleppen!


Wasting away

Untote... äh... unsterbliche Liebe!


Wasting away

"Verdammt, wie krieg' ich jetzt den Splint aus der Granate?"


Wasting away

Dr. Richter und Colonel South untersuchen Nick Steele


J. Kreis, 20.06.2011




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