The Walking Dead


The Walking Dead - Fünfte Staffel (USA, 2014)

Blu-ray, E-one Entertainment
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: Ca. 43 Min. pro Episode, Episode 16: Ca. 65 Min.

Extras:
- Audiokommentare zu mehreren Episoden
- Making of The Walking Dead (57:25 Min.)
- Making of The Walking Dead (2:53 Min.)
- Walker im Wasser (5:18 Min.)
- Deleted Scenes (14:49 Min.)
- Inside The Walking Dead (76:59 Min.)
- Making of Alexandria (9:45 Min.)
- Beths Reise (4:20 Min.)
- Bobs Reise (4:54 Min.)
- Noahs Reise (4:26 Min.)
- Tyreeses Reise (6:55 Min.)
- Ein Tag im Leben von Michael Cudlitz (7:58 Min.)
- Ein Tag im Leben von Josh McDermitt (7:56 Min.)
- Verrottetes Fleisch (4:37 Min.)
- Greg Nicotero - Der Mann mit den tausend Gesichtern (28:50 Min.)

Regie:
Siehe Einzelepisoden

Hauptdarsteller:
Andrew Lincoln (Rick Grimes)
Norman Reedus (Daryl Dixon)
Danai Gurira (Michonne)
Steven Yeun (Glenn Rhee)
Melissa McBride (Carol Peletier)
Lauren Cohan (Maggie Greene)
Emily Kinney (Beth Greene)
Chandler Riggs (Carl Grimes)
Alanna Masterson (Tara Chambler)
Chad L. Coleman (Tyreese)
Sonequa Martin-Green (Sasha)
Lawrence Gilliard jr. (Bob Stookey)
Michael Cudlitz (Abraham Ford)
Josh McDermitt (Eugene Porter)
Christian Serratos (Rosita Espinosa)
Seth Gilliam (Gabriel Stokes)
Tyler James Williams (Noah)
Christine Woods (Dawn Lerner)
Erik Jensen (Dr. Steven Edwards)
Andrew J. West (Gareth)
Tovah Feldshuh (Deanna Monroe)
Ross Marquand (Aaron)
Alexandra Breckenridge (Jessie Anderson)
Lennie James (Morgan Jones)




Inhalt:

Die Box enthält die komplette fünfte Staffel der Fernsehserie The Walking Dead.

Zur Vorgeschichte: Siehe erste, zweite, dritte und vierte Staffel.

5.1: Keine Zuflucht (No Sanctuary) Regie: Greg Nicotero

Die Bewohner von Terminus haben vor langer Zeit auf äußerst schmerzhafte Weise lernen müssen, dass es in der "neuen Welt" nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder man ist der Schlachter oder man ist das Schlachtvieh. Deshalb haben sie ihre ursprüngliche Absicht aufgegeben und locken Überlebende nun nicht mehr an, um ihnen eine sichere Zuflucht zu bieten, sondern um sie zur Schlachtbank zu führen. So ergeht es auch Rick, Daryl, Glenn und Bob. Sie werden aus dem Güterwaggon herausgezerrt. Der im Waggon verbliebene Eugene erklärt seinen neuen Freunden, dass er vor der Katastrophe Mitglied des Humangenomprojekts war. Angeblich kennt er Mittel und Wege, wie man sämtliche Untoten vernichten kann. Um das zu verwirklichen, muss er jedoch nach Washington D.C. gelangen. Rick und die drei anderen sollen getötet und fachgerecht zerlegt werden. Doch in letzter Sekunde wird das Gebäude von einer gewaltigen Explosion erschüttert. Verantwortlich dafür ist Carol, die mit Tyreese und der kleinen Judith auf dem Weg nach Terminus einen der Kannibalen gefangen genommen hat. Der Mann heißt Martin und sollte eine sich nähernde Beißer-Horde mit Feuerwerkskörpern in eine andere Richtung lenken. Da Carol nun über die wahren Verhältnisse in Terminus im Bilde ist, nutzt sie die bewährte Methode, sich mit Zombie-Blut einzuschmieren, um sich Terminus im Schutz der Horde unbemerkt zu nähern. Tyreese bleibt mit Judith bei Martin in einer Hütte zurück. Martin bringt Judith in seine Gewalt und zwingt Tyreese, die Hütte unbewaffnet zu verlassen, obwohl sich draußen Beißer herumtreiben. Es gelingt Tyreese, die Beißer und Martin zu überwältigen.

An der Umzäunung von Terminus angelangt schießt Carol ein Loch in einen Propangastank und bringt diesen mit Martins Feuerwerkskörpern zur Explosion. Wie geplant überrennen die Zombies die ganze Anlage, so dass auch Carol eindringen und die Kannibalen dezimieren kann. Dabei zeigt sie keine Gnade und keine Angst - sie ist zu einer echten Kämpferin geworden. In dem entstehenden Chaos aus Flammen und Untoten können sich Rick und alle anderen befreien. Sie müssen sich gleichermaßen gegen die Beißer und die noch lebenden Terminusbewohner zur Wehr setzen, können aber unbeschadet entkommen. Nachdem sie Ricks im Wald versteckte Tasche ausgegraben haben, begegnen sie Carol, die sie zu Tyreese und Judith führt. Tyreese behauptet, er sei gezwungen gewesen, Martin zu töten. Rick ist fassungslos vor Glück darüber, seine tot geglaubte Tochter in die Arme schließen zu können. Deshalb verzichtet er darauf, wie zunächst beabsichtigt nach Terminus zurückzukehren, um sicherzustellen, dass kein einziger Kannibale überlebt. Die Gruppe macht sich auf den Weg nach Norden. Rick wandelt eines der Terminus-Hinweisschilder in eine Warnung um. Diese wird von Morgan Jones gelesen, der bisher ebenfalls entlang der Bahngleise gewandert ist, nun jedoch einer Reihe seltsamer Markierungen an Bäumen folgt.

5.2: Gabriel (Strangers) Regie: David Boyd

Rick und seine Freunde entfernen sich weiter von Terminus, aber noch hat Rick nicht entschieden, wie es weitergehen soll. Tyreese erzählt seinen Freunden, was Carol im Gefängnis getan hat. Man verzeiht ihr. Die Gruppe rettet den Priester Gabriel Stokes vor Beißern. Stokes hat sich in den letzten Monaten in seiner Kirche verschanzt und von Konserven gelebt, die kurz vor Ausbruch der Pandemie für einen guten Zweck gesammelt worden sind. Stokes gewährt der Gruppe Unterkunft in der Kirche und führt sie zu einem von Beißern besetzten Haus in einer nahegelegenen Siedlung. Dort werden weitere Konserven gelagert, aber Stokes hat es bisher nicht gewagt, es mit den Untoten aufzunehmen. Für Ricks Gruppe ist das kein Problem. Rick vertraut Stokes nicht, zumal er bemerkt, dass Stokes eine Beziehung mit einer Frau gehabt haben muss, die nun ein Zombie ist - Stokes ist außerstande, das Wesen zu vernichten. Außerdem findet Carl Kratzspuren an der Kirche sowie den eingeritzten Satz "Dafür wirst du brennen". Auch die anderen Gruppenmitglieder durchsuchen die nähere Umgebung. Glenn findet drei Schalldämpfer, Carol und Daryl versuchen ein liegen gebliebenes Auto flott zu machen.

Am Abend lassen es sich die Menschen mit den Konserven und von Stokes beigesteuertem Wein in der Kirche gut gehen. Tara gesteht, dass sie zu den Leuten des Governors gehört hat, die das Gefängnis überfallen haben. Nur Glenn wusste hierüber bisher Bescheid. Auch ihr wird verziehen. Abraham nutzt die Gelegenheit zu einer Ansprache. Ihm geht es darum, Eugene nach Washington zu bringen. Ricks Gruppe soll dabei helfen. Eugene erklärt, dass es in Washington eine Infrastruktur gibt, die selbst die jetzige Katastrophe überstanden haben dürfte, so dass man dort sicher wäre. Daraufhin willigt Rick ein und die restliche Gruppe ist damit absolut einverstanden. Währenddessen beobachten Carol und Daryl ein Auto, das genauso aussieht wie jenes, mit dem Beth vermutlich entführt worden ist. Es hat ein weißes Kreuz auf der Heckscheibe. Mit dem instandgesetzten Auto nehmen Carol und Daryl die Verfolgung auf. Derweil ist Bob allein außerhalb der Kirche unterwegs. Er wird von jemandem niedergeschlagen. Als er wieder zu sich kommt, sieht er sich Gareth gegenüber, dem Anführer der Terminus-Kannibalen, sowie dem quicklebendigen Martin. Weitere Überlebende von Terminus, die jetzt keine Zuflucht mehr haben und zu Jägern geworden sind, sitzen an einem Lagerfeuer und grillen Bobs abgetrennten linken Unterschenkel.

5.3: Vier Wände und ein Dach (Four Walls and a Roof) Regie: Jeffrey F. January

Gareth versteht zunächst nicht, warum Bob angesichts von Kannibalen, die gerade sein Bein verspeisen, einen Lachanfall bekommt. Doch dann zeigt Bob seine rechte Schulter: Er wurde während des Beutezuges im Konservenlager von einem Zombie gebissen, was bedeutet, dass Gareths Leute verseuchtes Fleisch essen. Niemand weiß, was das für Auswirkungen haben mag. Um seine in Panik geratenen Leute zu beruhigen, veranlasst Gareth, dass Bob zur Kirche zurückgebracht wird. Seine Freunde haben ihn bereits vergeblich gesucht. Stokes wurde unter Druck gesetzt, denn er hat wirklich etwas zu verbergen. Mit den Menschenfressern hat er aber nichts zu tun. Seine Sünde, die er sich selbst niemals verzeihen kann, besteht darin, dass er die Türen der Kirche in den Tagen nach dem Ausbruch der Seuche verschlossen gehalten hat. Draußen waren viele Menschen aus seiner Gemeinde, die in der Kirche Schutz suchen wollten, aufgrund der Feigheit des Pfarrers aber den Beißern zum Opfer gefallen sind. Als Bob wieder da ist, eröffnet er seinen Freunden, dass er dem Tode geweiht ist und dass die Kannibalen in der Nähe sind. Daraufhin will Abraham sofort mit einem instandgesetzten Bus weiter in Richtung Washington fahren, doch Rick ist dagegen. Es kommt zu einem heftigen Streit. Abraham ist erst bereit, Rick gegen die Kannibalen zu helfen, als Glenn erklärt, er und Maggie würden ihn anschließend nach Washington begleiten.

Rick und einige seiner Gefährten brechen zum Versteck der Kannibalen auf, während Tyreese mit Carl, Rosita, dem Baby und dem Pfarrer in der Kirche zurückbleibt. Kurz darauf erscheint Gareths Gruppe aus dem Unterholz, dringt in die Kirche ein und bedroht die Zurückgebliebenen. Doch sie wurden getäuscht; in Wahrheit haben Rick und die anderen nur darauf gewartet, dass sich die Kannibalen zeigen würden. Zwei Menschenfresser werden sofort niedergeschossen. Die anderen vier ergeben sich, haben jedoch keine Gnade zu erwarten. Um Munition zu sparen, metzeln Rick, Michonne, Sasha und Abraham die restlichen Kannibalen zum Entsetzen der anderen Gruppenmitglieder brutal nieder. Im Gepäck ihrer Feinde findet Michonne ihr Samuraischwert. Am nächsten Tag stirbt Bob. Tyreese übernimmt die Aufgabe, ihm ein Messer in die Schläfe zu stechen, damit er sich nicht verwandelt - Sasha, die Bob geliebt hat, bringt dies nicht über sich. Abraham, Rosita, Eugene, Glenn, Maggie und Tara fahren ab. Rick erhält eine Karte mit der geplanten Fahrtroute. Abraham hat eine Notiz darauf hinterlassen, mit der er sich entschuldigt und Rick bittet, ebenfalls nach Washington zu kommen, weil die "neue Welt" ihn brauche. In der Nacht hört Michonne ein Geräusch im Wald. Sie schaut nach und steht Daryl gegenüber. Er ist nicht allein.

5.4: Slabtown (Slabtown) Regie: Michael E. Satrazemis

Nach ihrer Entführung kommt Beth in einem Krankenzimmer zu sich. Sie befindet sich im Grady Memorial Hospital in der weitgehend zerstörten und von Beißern überrannten Stadt Atlanta. In den oberen Stockwerken des Krankenhauses haben sich Überlebende verschanzt. Einige gut bewaffnete Polizisten unter der Führung von Lieutenant Dawn Lerner sorgen für den Schutz der Bewohner. Lerner glaubt fest daran, dass bald Rettung kommen wird und dass es möglich ist, die Welt wieder aufzubauen. Dr. Steven Edwards ist der einzige Arzt vor Ort und steht somit unter Lerners besonderem Schutz. Man erzählt Beth, ein Erkundungstrupp habe sie vor Beißern gerettet und nach Atlanta gebracht. Sie sei nun verpflichtet, die Schuld für ihre Rettung abzuarbeiten. Da es ohnehin keinen Ausweg für Beth gibt - sie ist unbewaffnet und das Erdgeschoss ist voller Beißer - gliedert sie sich ein und assistiert bei der Behandlung verletzter Neuankömmlinge. Beth wird von Officer Gorman belästigt, und als eine Bewohnerin namens Joan eingeliefert wird, die fliehen wollte und dabei von einem Zombie in den Unterarm gebissen wurde, wird Beth allmählich klar, welche Verhältnisse im Krankenhaus herrschen. Lerner hat Schwierigkeiten, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Deshalb lässt sie zu, dass die Polizisten die Bewohnerinnen vergewaltigen. So ist es auch Joan ergangen. Sie kann durch die Amputation des Armes gerettet werden. Beth freundet sich mit dem Arbeiter Noah an. Die beiden schmieden Fluchtpläne.

Edwards gibt Beth die Anweisung, dem schwer verletzten neuen Patienten Gavin Trevitt eine Dosis Clozapin zu verabreichen. Beth tut wie befohlen, doch daraufhin stirbt Trevitt unter heftigen Krämpfen. Noah nimmt die Schuld auf sich und wird zusammengeschlagen, doch Lerner ist über die Fehlmedikation im Bilde. Edwards behauptet, er habe nicht Clozapin verordnet, sondern Clonazepam und Beth habe die Medikamente verwechselt. Nach diesem Vorfall wollen Beth und Noah fliehen. Als Beth in Lerners Büro nach einem Schlüssel sucht, findet sie dort Joan vor. Die Frau ist tot - sie hat Selbstmord begangen. Beth wird von Gorman überrascht, der sich an ihr vergehen will. Beth kann ihn lange genug hinhalten, bis sich Joan als Zombie erhebt und dem Mann die Kehle herausreißt. Beth nimmt seine Pistole an sich. Chaos bricht aus, so dass Beth und Noah unbemerkt durch einen Fahrstuhlschacht ins Erdgeschoss gelangen. Beth schießt sich den Weg frei. Noah entkommt, doch Beth wird von den Wachen überwältigt und zurück ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde die Situation bereinigt, aber ein weiterer Polizist ist gestorben. Beth konfrontiert Edwards damit, dass sie ihn durchschaut hat. Trevitt war Arzt und Edwards hat von Anfang an alles darangesetzt, ihn zu beseitigen, denn er selbst wäre sonst für Lerner nicht mehr unentbehrlich gewesen. Edwards gibt das zu, aber dadurch ändert sich nichts an der Situation. Beth ist bereit, Edwards zu töten. Da wird die bewusstlose Carol eingeliefert.

5.5: Selbsthilfe (Self Help) Regie: Ernest Dickerson

Maggie, Glenn und Tara begleiten Abraham und Rosita, die Eugene nach Washington bringen wollen. Bei voller Fahrt gibt es plötzlich einen Knall, der Bus überschlägt sich und geht in Flammen auf. Die Menschen überleben mit leichten Verletzungen. Beißer müssen abgewehrt werden. Dabei rettet Eugene, der noch nie gegen einen Untoten gekämpft hat, Taras Leben. Eugene schlägt eine Rückkehr zur Kirche vor, aber Abraham ist nach wie vor fest entschlossen, seine Mission zu beenden und die Welt zu retten. Die Gruppe quartiert sich über Nacht in einem Buchladen ein. Die Wunden werden versorgt, Vorräte werden gesammelt. Gegenüber Tara gesteht Eugene, dass er den Bus sabotiert hat. Da er befürchtet, keinen Wert mehr für seine Gefährten zu haben, falls er die Welt nicht retten kann, wollte er die Weiterfahrt verhindern. Er hat nur nicht damit gerechnet, dass die Sache so schlimm ausgehen würde. Tara behält das Geheimnis für sich. Am nächsten Tag drängt Abraham die Gruppe zum Aufbruch. Ein Löschfahrzeug wird flott gemacht. Als eine große Beißergruppe angreift, beweist Eugene, dass er kämpfen kann, indem er die halb verwesten Untoten mit dem Hochdruckwasserstrahl des Feuerwehrautos zerlegt.

Somit kann die Reise weitergehen, doch schon nach kurzer Zeit gibt der Truck den Geist auf. Außerdem ist die Straße durch eine riesige Beißerhorde blockiert. Wieder besteht Abraham darauf, dass weitermarschiert wird. Er ist nicht bereit, einen Umweg zu machen, und würde seinen Willen mit Gewalt durchsetzen. Als Abraham auf seine Freunde losgeht, gesteht Eugene, dass er kein Wissenschaftler ist, nie beim Humangenomprojekt war und kein Heilmittel kennt. Tatsächlich hat er diese Geschichte seinerzeit erfunden, als er kurz nach dem Ausbruch der Seuche allein unterwegs war und von Abraham vor Beißern gerettet wurde, um sich dem Mann anschließen zu können. Eugenes einziges Ziel war es, nach Washington zu kommen, weil er annimmt, dass die Überlebenschancen dort am größten sind. Er hat seine Gefährten belogen, um von ihnen beschützt zu werden. Viele sind dabei gestorben. Jetzt ist ihm klar geworden, dass es so nicht weitergehen kann. Abraham hatte damals vor der Begegnung mit Eugene Frau und Kinder verloren, wollte Selbstmord begehen und hat nur aufgrund von Eugenes Lüge darauf verzichtet. Jetzt muss er erkennen, dass alles sinnlos war. Er schlägt Eugene brutal zusammen.

5.6: Verschwunden (Consumed) Regie: Seith Mann

Carol und Daryl verfolgen das Auto mit dem weißen Kreuz bis nach Atlanta, wo ihnen das Benzin ausgeht. Während sie herauszufinden versuchen, wo sich das Versteck der Unbekannten befindet, werden sie von Noah überrumpelt. Er stiehlt ihre Waffen und verschwindet, schafft es aber nicht, aus der Stadt zu entkommen. Carol und Daryl erkunden die Gegend und finden Hinweise auf das Grady Memorial Hospital. Dann geraten sie in eine Beißerhorde, der sie nur durch ein riskantes Manöver entkommen. Die beiden kommen hinzu, als Noah gerade von Beißern attackiert wird. Daryl stößt Noah gegen ein Regal, unter dem der junge Mann eingeklemmt wird. Er tut so, als wolle er ihn für die Untoten zurücklassen, rettet ihn aber doch, sobald Carol ihr Mitgefühl für ihn ausgedrückt hat - somit hat Daryl ihr bewiesen, dass sie nicht so verroht ist, wie sie dachte. Es stellt sich heraus, dass Noah Beth kennt und weiß, wo sie festgehalten wird. Carol und Daryl wollen ihre Freundin unbedingt befreien. Als Carol vorausstürmt, wird sie von einem zum Krankenhaus gehörenden Auto angefahren und schwer verletzt. Daryl will eingreifen, doch Noah hält ihn zurück. Sollten die beiden Polizisten, die Carol abtransportieren, auf sie aufmerksam werden, wären Noah und Daryl gezwungen, die Männer zu töten. Im Moment stellt das Krankenhaus aber Carols beste Chance dar. Daryl und Noah verlassen Atlanta, um Hilfe zu holen.

5.7: Zug um Zug (Crossed) Regie: Billy Gierhart

Glenn, Maggie, Tara und Rosita finden sich allmählich damit ab, dass Eugenes angebliche Mission eine Täuschung war, doch für Abraham ist die Welt zusammengebrochen. Während die anderen Wasser und Nahrung suchen bzw. sich um den bewusstlosen Eugene kümmern, sitzt Abraham nur da und lässt niemanden an sich heran. Irgendwann hat Maggie genug und bietet an, ihn zu erschießen. Dazu ist Abraham aber auch nicht bereit. Zu guter Letzt erwacht Eugene doch noch.

Nachdem Daryl zur Kirche zurückgekehrt ist, bricht er sofort wieder mit Rick, Sasha, Tyreese und Noah nach Atlanta auf, um Beth und Carol aus dem Krankenhaus zu befreien. Während die anderen die Kirche verbarrikadieren, entfernt Stokes unbemerkt einige Bodenbretter und flieht. Währenddessen macht Beth einen Fehler, als sie von Lerner verlangt, Carol müsse am Leben erhalten werden. Die Polizisten halten das für Ressourcenverschwendung, und da Lerner es sich nicht erlauben darf, die geringste Schwäche zu zeigen, ordnet sie erst recht die Deaktivierung der Lebenserhaltungssysteme an. Sie gibt Beth jedoch insgeheim den Schlüssel zum Medizinschrank. Beth erkundigt sich bei Dr. Edwards nach der erforderlichen Medikation und kümmert sich um ihre Freundin, die allerdings nicht bei Bewusstsein ist.

Rick und seine Leute diskutieren verschiedene Pläne zur Rettung Beths und Carols. Da bei einem Angriff auf das Krankenhaus zu viel schief gehen könnte, ist eine andere Vorgehensweise angezeigt. Eine Patrouille des Krankenhauses wird in eine Falle gelockt. Die Polizisten Shepherd, Licari und Bob Lamson werden gefangen genommen und sollen nun als Geiseln dienen. Die Gefangenen verhalten sich kooperativ, denn ihnen ist klar, dass Lerner allmählich die Kontrolle über die Lage im Krankenhaus verliert, da ihr immer weniger Polizisten zur Verfügung stehen und sich alle anderen Bewohner bei der ersten Gelegenheit gegen sie erheben würden. Licari meint, Lerner werde nicht verhandeln, zumal Lamson ihr schärfster Rivale sei. Lamson versichert, Lerner werde auf jeden Fall einen Kompromiss schließen. Deshalb bereiten die Männer den Aufbruch zum Krankenhaus vor. Sasha bleibt allein bei den Gefangenen zurück. Lamson erzählt ihr eine rührende Geschichte von einem Freund, der als bewegungsunfähiger Untoter auf der Straße liege. Sasha bietet an, die Kreatur von ihren Leiden zu erlösen. Als sie abgelenkt ist, gelingt es Lamson, sie außer Gefecht zu setzen und zu fliehen.

5.8: Coda (Coda) Regie: Ernest Dickerson

Stokes sucht die Stelle auf, an der die Kannibalen Bobs Bein gegrillt haben, um sich mit eigenen Augen von ihren Gräueltaten zu überzeugen. Als eine große Beißerhorde auftaucht, läuft er zur Kirche zurück und führt die Untoten somit dorthin. Es gelingt Michonne und Carl, die Beißer in dem Gebäude einzusperren, doch die Tür hält nicht lange stand. Als die Beißer ausbrechen, kommt Verstärkung: Abrahams Gruppe kommt mit dem Feuerwehrwagen. Jetzt erst erfährt Maggie, dass Beth noch lebt. Die gesamte Gruppe macht sich auf den Weg nach Atlanta.

Dort ist Lamsons Flucht gescheitert. Rick hat ihn mit einem Polizeifahrzeug verfolgt und angefahren, weil Lamson auf Ricks Aufforderung zum Stehenbleiben nicht reagiert hat. Beim Sturz hat sich Lamson das Genick gebrochen. Rick gibt ihm den Gnadenschuss. Dennoch wollen Shepherd und Licari ihren Kidnappern helfen und die Sache gegenüber Lerner so darstellen, als sei Lamson von Beißern getötet worden. Im Krankenhaus droht sich die Lage zuzuspitzen, denn Officer O'Donnell belauscht ein Gespräch Lerners mit Beth, in dem sich erstere darüber auslässt, warum sie ihren Kollegen die Wahrheit über Gormans Tod verheimlicht hat. O'Donnell sieht seine Chance zur Machtübernahme gekommen und fällt über Lerner her. Mit vereinten Kräften stoßen Lerner und Beth den Mann in den Fahrstuhlschacht. Wenig später erwacht Carol aus dem Koma.

Verhandlungen zwischen Ricks Gruppe und den Krankenhausbewohnern werden eingeleitet. Zunächst läuft alles gut; Carol und Beth werden gegen Shepherd und Licari ausgetauscht. Doch dann verlangt Lerner, dass Noah ausgeliefert wird. Um Blutvergießen zu verhindern, willigt Noah ein. Da attackiert Beth Lerner. Aus deren Waffe löst sich ein Schuss. Beth wird in den Kopf getroffen. Daraufhin erschießt Daryl Lerner. Shepherd verhindert, dass es zur Katastrophe kommt. Sie und ihre Kollegen senken die Waffen. Sie wollen keinen Kampf - nach Lerners Tod ist sowieso alles anders, sie und ihre ebenfalls toten Konkurrenten waren das eigentliche Problem. Ricks Gruppe dürfte im Krankenhaus bleiben. Doch allen ist das Leben auf der Straße lieber. Als sie nach draußen gehen, kommen gerade ihre Freunde an. Angesichts ihrer toten Schwester bricht Maggie zusammen.

Morgan Jones erreicht die Kirche. Er findet Abrahams Karte mit dem Text, durch den Rick aufgefordert wird, nach Washington zu kommen.

5.9: Der hohe Preis fürs Leben (What Happened and What's Going On) Regie: Greg Nicotero

Rick und seine Freunde wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen. Jeder Ort, an dem sie bisher Zuflucht gesucht haben, wurde entweder von Beißern überrannt oder von Menschen zerstört. Jetzt hat sich auch noch die Hoffnung auf Rettung in Washington als Hirngespinst herausgestellt. Michonne schlägt vor, man solle gleichwohl in die Hauptstadt fahren. Schließlich sei Eugene überzeugt gewesen, dort sicher zu sein. Außerdem ist die Stadt nicht mehr allzu weit entfernt. Zunächst begleiten Rick, Glenn, Tyreese und Michonne ihren neuen Freund Noah nach Richmond. Bis vor einiger Zeit hat Noah dort mit seiner Familie in einer Gated Community gelebt, also in einer ummauerten Wohnsiedlung. Doch in der Siedlung ist niemand mehr am Leben. Nur einige Beißer wanken umher. Während die anderen nach Vorräten suchen, eilt Noah zum Haus seiner Familie. Tyreese folgt ihm. Noahs Mutter und einer seiner jüngeren Brüder liegen tot in den Zimmern. In einem anderen Raum scheint sich ein Untoter aufzuhalten. Dieser (Noahs zweiter Bruder) fällt Tyreese an, als dieser abgelenkt ist. Tyreese wird in den Unterarm gebissen. Noah holt die anderen zu Hilfe. Michonne hackt den infizierten Arm ab, doch es ist zu spät. Tyreese stirbt auf dem Rückweg zum Rest der Gruppe.

5.10: Lebende Tote (Them) Regie: Julius Ramsay

Nach Beths und Tyreeses Tod fragen sich manche Gruppenmitglieder - insbesondere Maggie, Daryl und Sasha - warum sie überhaupt weitermachen sollen. Da ihnen 60 Meilen vor Washington das Benzin ausgeht, müssen Rick und seine Freunde zu Fuß weiter marschieren. Untote sind ihnen dicht auf den Fersen. Hunger und Durst machen den Menschen zusätzlich zu schaffen. Als der Wassermangel unerträglich zu werden beginnt, stößt die Gruppe auf einige mitten auf der Straße aufgestellte Flaschen. Dabei liegt ein Zettel mit der Aufschrift "Von einem Freund". Da es sich um eine Falle handeln könnte, wird das Wasser nicht angerührt. Das ist auch nicht nötig, denn es beginnt in Strömen zu regnen. Ein heftiger Gewittersturm zwingt die Gruppe, Zuflucht in einer Scheune zu suchen. Ein nächtlicher Beißerangriff hilft den Trauernden, zurück ins Leben zu finden: Nur gemeinsam gelingt es den Menschen, das Scheunentor geschlossen zu halten. Am nächsten Morgen inspizieren sie die Umgebung. Durch den Sturm wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Die Untoten wurden zermalmt und aufgespießt, sie stellen keine Gefahr mehr dar. Maggie und Sasha genießen den Sonnenaufgang. Da erscheint ein Mann, der genau zu wissen scheint, mit wem er es zu tun hat. Er stellt sich als Aaron vor und verlangt Rick zu sprechen. Angeblich hat er gute Nachrichten.

5.11: Akrasia (The Distance) Regie: Larysa Kondracki

Aaron berichtet von einer Gemeinschaft, der er angehört und die in einer von hohen Mauern aus zentimeterdickem Stahl umgebenen Stadt in absoluter Sicherheit lebt. Diese Gemeinschaft braucht dringend Zuwachs. Aaron und ein Begleiter, der sich draußen versteckt, haben angeblich den Auftrag, neue Bewohner anzuwerben. Aus diesem Grund hat Aaron Ricks Gruppe seit einiger Zeit beobachtet und er meint, sie wären ideale Kandidaten. Für Rick klingt das zu gut, um wahr zu sein. Rick bleibt misstrauisch, zumal Aaron eine Leuchtpistole bei sich trägt und nicht verraten will, wo genau sich die Siedlung befindet. Er gibt nur den Standort zweier Fahrzeuge an, die zum Transport neuer Mitbewohner gedacht sind. Michonne dagegen glaubt, dass Aaron die Wahrheit sagt, erst recht, als die beiden Autos an der angegebenen Stelle gefunden werden. Michonne ist fest davon überzeugt, dass Aarons Gemeinschaft ein neues Zuhause für sie und ihre Freunde werden könnte.

Nach langem Zögern willigt Rick trotz der schlechten Erfahrungen der vergangenen Monate ein, Aaron zu folgen. Allerdings weigert er sich, die von Aaron vorgeschlagene sichere Fahrtroute zu nehmen. Prompt geraten Rick, Glenn, Michonne und Aaron mit dem vorausfahrenden Auto in eine riesige Beißerhorde. Der große Wohnwagen mit dem Rest der Gruppe bleibt zurück. Aaron versucht zu fliehen, als jemand in einiger Entfernung eine Leuchtrakete abschießt. Die vier Menschen drohen von Beißern überwältigt zu werden, doch mit Aarons Hilfe kommen sie noch einmal davon und finden kurz danach auch ihre Freunde wieder. Diese haben den zweiten Mann gefunden. Er hat sich im Kampf gegen Beißer den Knöchel gebrochen und wurde von Ricks Leuten gerettet. Sein Name ist Eric; er und Aaron lieben sich. Somit wird Aarons Fluchtversuch verständlich. Da Aaron der Gruppe nun etwas schuldig ist, gibt er an, dass sich seine Gemeinschaft in Alexandria, Virginia, befindet. Am nächsten Morgen, Washington ist schon in Sichtweite und Alexandria ganz in der Nähe, legt Rick eine kurze Pause ein, um einen Revolver zu verstecken. Dann steht die Gruppe vor den mächtigen Toren Alexandrias. Spielende Kinder sind zu hören; ein Geräusch, das man weder in Woodbury noch in Terminus vernehmen konnte.

5.12: Erinnerung (Remember) Regie: Greg Nicotero

Rick und seine Freunde werden freundlich in Alexandria begrüßt, müssen aber auf alle Schusswaffen verzichtne, solange sie sich innerhalb der Mauer befinden. Rick ist hierzu erst bereit, nachdem er mit Deanna Monroe gesprochen hat, dem Oberhaupt der Gemeinschaft. Auch die anderen Neuankömmlinge werden interviewt, die Gespräche werden mit ihrem Einverständnis gefilmt. Deanna erklärt, dass Alexandria als autarke Siedlung konzipiert wurde. Strom- und Wasserversorgung sind sichergestellt, die Mauer ist unüberwindlich. In der Umgebung sind nicht viele Beißer unterwegs, denn die Evakuierung ist weitgehend erfolgreich verlaufen. Nur Deanna und einige andere Menschen haben damals vergeblich auf die Abholung gewartet. Ricks Gruppe darf bleiben, aber jeder muss eine Aufgabe übernehmen. Nur Rick und Michonne bekommen zunächst keine Tätigkeit zugewiesen. Nach einer heißen Dusche, einer längst fälligen Rasur und Unterhaltungen mit den Nachbarn (insbesondere mit der verheirateten Jessie Anderson, für die sich Rick besonders interessiert) schwindet Ricks Misstrauen ein wenig. Carl freundet sich mit einigen gleichaltrigen Kindern an. Judith wird zum Sonnenschein eines älteren Ehepaares. Niemand hindert Rick daran, sich außerhalb der Mauer umzusehen. Dabei stellt er fest, dass die versteckte Waffe verschwunden ist.

Alexandria scheint wirklich der von Aaron verheißene Ort zu sein. Dennoch bleiben die Neuankömmlinge vorsichtig, zumal ihnen bewusst wird, dass die Einwohner den Gefahren des von Beißern überrannten Landes nicht im selben Ausmaß ausgesetzt waren wie sie selbst und deshalb außerhalb der Mauer nicht lange überleben würden. Bei einem Erkundungsgang, den Glenn, Tara und Noah mit Deannas Sohn Aiden und einem weiteren Mann namens Nicholas unternehmen, wird das besonders deutlich. Durch ihre Unvorsichtigkeit bringen die beiden Männer die ganze Gruppe in Gefahr. Genau dasselbe scheint vor einiger Zeit schon einmal geschehen zu sein. Dabei sind vier Einwohner Alexandrias gestorben. Zurück in Alexandria kommt es zu einem Streit zwischen Glenn und Aiden, der sich als Befehlshaber aufspielt, Glenn aber nicht das Wasser reichen kann. Deanna schreitet ein, maßregelt ihren Sohn und fordert alle Bewohner auf, die Neuankömmlinge als Gleichberechtigte zu behandeln. Dann macht sie Rick und Michonne ein Angebot, das diese nicht abschlagen können: Sie sollen als Sheriffs für Ruhe und Ordnung sorgen. Rick akzeptiert, womit entscheiden ist, dass die Gruppe bleiben wird. Carl und Carol befürchten, sie könnten ebenso nachlässig werden wie die Ansässigen. Rick ist anderer Meinung. Sollten sich die Leute von Alexandria als zu schwach erweisen, um das Überleben der Siedlung zu gewährleisten, so ist er bereit, selbst die Macht zu übernehmen.

5.13: Vergessen (Forget) Regie: David Boyd

Trotz ihres anhaltenden Misstrauens leben sich Rick und seine Freunde allmählich in Alexandria ein. Bei manchen funktioniert das allerdings weniger gut. Sasha ist noch immer derart traumatisiert, dass sie sich wissentlich in Lebensgefahr bringt und nur zu gern bereit ist, den von den Bewohnern Alexandrias bisher vernachlässigten Wachdienst an der Mauer zu übernehmen. Daryl hält sich von seinen Mitmenschen fern, findet aber Anschluss an Aaron, mit dem er die Umgebung durchstreift. Er geht sogar auf Aarons Bitte ein, Eric als zweiten Rekrutierer abzulösen. Carol, Rick und Daryl treffen sich außerhalb der Mauer. Sie entwickeln einen Plan, um unbemerkt an Waffen zu kommen. Ein Beißer kommt angewankt. Nachdem sie ihn ausgeschaltet haben, stellen Rick und seine Freunde fest, dass der Buchstabe W auf der Stirn der Kreatur eingeritzt ist. Dergleichen haben sie schon bei zerstückelten Beißern in Richmond gesehen.

Deanna träumt davon, Alexandria zu einer wachsenden Gemeinschaft mit Industrie und Handel aufzubauen. Sie gibt eine Willkommensparty für die Neuankömmlinge. Carol nutzt diese Gelegenheit, um in die Waffenkammer einzubrechen und einige Pistolen mitgehen zu lassen, die niemand vermissen wird. Dabei wird sie von Jessies Sohn Sam beobachtet. Um ihn zum Schweigen zu bringen, schüchtert Carol den kleinen Jungen mit der Drohung ein, ihn an die Beißer zu verfüttern.

5.14: Falsches Licht (Spend) Regie: Jennifer Lynch

Gabriel mag nicht nur den Glauben, sondern auch seine Zurechnungsfähigkeit verloren haben, doch er hat ein Gespür für drohende Gefahr. Er sucht Deanna auf und redet wirres Zeug von Luzifer, der nach Alexandria gekommen sei. Damit meint er Rick und dessen Leute, die er für böse Menschen hält, denen man nicht vertrauen darf. Maggie hört Gabriels Sermon unbemerkt mit. Deanna hat bereits bemerkt, dass sich durch die Ankunft der neuen Bewohner etwas geändert hat. Die Machtverhältnisse beginnen sich zu verschieben. Neben Rick und Michonne, denen Deanna selbst wichtige Positionen übertragen hat, steigt auch Abraham in eine verantwortungsvolle Stellung auf. Seinem (möglicherweise durch selbstzerstörerische Tendenzen verursachten) mutigen Einsatz ist es zu verdanken, dass eine Frau aus dem Team, das neues Baumaterial für die Mauer beschaffen sollte, einen Beißerangriff überlebt. Der Vorarbeiter sieht ein, dass Abraham besser als er für diesen Job geeignet ist und stellt bei Deanna einen entsprechenden Antrag.

Wie sehr die Fähigkeiten der erfahrenen Neuankömmlinge gebraucht werden, zeigt sich, als ein von Aiden geleiteter Erkundungstrupp in einer Lagerhalle nach Ersatzteilen sucht, die zur Instandhaltung des Stromnetzes von Alexandria nötig sind. Im Umfeld der Halle sind unzählige Beißer unterwegs. Ein Zaun hält sie davon ab, die Halle zu betreten. Trotz Glenns Warnung schießt Aiden auf einen Beißer, der sich im Inneren der Halle befindet und einen mit Granaten bestückten Schutzanzug trägt. Eine Granate explodiert. Aiden wird von Trümmern aufgespießt, Tara erleidet eine schwere Kopfverletzung und der Zaun wird zerstört, so dass die Beißer eindringen können. Nicholas verliert die Nerven und flieht, so dass es Glenn und Noah nicht gelingt, Aiden von den Trümmern zu lösen. Sie müssen ihn zurücklassen. Während Aiden von den Beißern ausgeweidet wird, überwindet Eugene seine Furcht und bringt die bewusstlose Tara nach draußen. Glenn, Noah und Nicholas stecken in einer Drehtür fest; Beißer belagern sie von beiden Seiten. Da erscheint Eugene und lockt zumindest die außerhalb der Halle befindlichen Beißer weg. Nicholas hört nicht auf Glenns Warnungen und drückt die Drehtür so weit auf, dass er entkommen kann. Dadurch wird Noah für die Beißer erreichbar. Immer noch in der Drehtür eingeklemmt muss Glenn mit ansehen, wie Noah zerfleischt wird. Glenn kann sich schließlich doch noch befreien. Er schlägt Nicholas nieder, der gerade dabei war, mit dem einzigen vorhandenen Fahrzeug zu fliehen, ohne sich um die anderen zu kümmern.

Obwohl Carol Sam ziemlich schlecht behandelt, sucht dieser ihre Nähe. Widerwillig lässt sie sich auf ein Gespräch mit dem Jungen ein und kommt so dahinter, dass Sam und Jessie von deren Ehemann Pete misshandelt werden. Carol weiht Rick ein. Er soll Pete töten.

5.15: Helfer (Try) Regie: Michael E. Satrazemis

Sollte Deanna Gabriels Warnung bisher nicht ernst genommen haben, so ändert sich das nach Aidens Tod, zumal Nicholas behauptet, Glenn sei an allem schuld. Glenn weiß nichts von dieser Lüge, konfrontiert Nicholas aber damit, dass er ihn durchschaut hat. Um Nicholas vor sich selbst zu schützen, verbietet Glenn ihm, auch nur einen Fuß vor die Mauer zu setzen. Das interessiert Nicholas allerdings nicht. Er ist derjenige, der Ricks versteckte Waffe gestohlen hat. Er hat die Waffe im Wald deponiert und nimmt sie jetzt an sich. Auch sonst tut sich so einiges im Wald. Carl knüpft zarte Bande mit Enid, einem Mädchen, das erst seit Kurzem in Alexandria lebt, alle Angehörigen verloren hat und immer wieder Ausflüge jenseits der Mauer unternimmt. Michonne und Rosita folgen Sasha, die wie besessen Beißer jagt und sich nicht helfen lassen will. Daryl und Aaron stoßen auf Teile zerstückelter Beißer und eine an einen Baum gefesselte nackte Frau, in deren Stirn der Buchstabe W geritzt wurde. Die Frau wurde ausgeweidet und verwandelt sich in einen Beißer, als Daryl und Aaron sie finden. Offensichtlich hat irgendjemand sie gerade erst den Untoten geopfert.

Rick spricht Deanna und Jessie auf die von Pete verübte häusliche Gewalt an. Seiner Meinung nach kann das Problem nur durch Petes Tod aus der Welt geschafft werden. Deanna weiß längst Bescheid, lehnt Hinrichtungen aber strikt ab. Als Höchststrafe käme allenfalls Verbannung in Betracht, doch Pete ist als Chirurg (dem es gelungen ist, Taras Zustand zu stabilisieren) unverzichtbar. Jessie weist Rick zunächst zurück, nimmt sein Hilfsangebot aber doch an, als Rick sagt, dass Sam Carol nach einer Waffe gefragt habe, um Jessie beschützen zu können. Pete kommt hinzu, als sich die beiden unterhalten. Jessie fordert ihn auf zu gehen. Daraufhin attackiert er Rick. Es kommt zu einer brutalen Schlägerei. Rick ist drauf und dran, Pete vor aller Augen zu erwürgen, wird daran aber von Deanna gehindert. Rick zieht die Waffe und bedroht die Stadtbewohner. Er klagt sie an, zu schwach zu sein und nicht zu begreifen, was getan werden muss, damit die Stadt überleben kann. Bevor er aussprechen kann, dass er selbst die Macht übernehmen will, wird er von Michonne niedergeschlagen.

5.16: Herrsche (Conquer) Regie: Greg Nicotero

Deanna kündigt eine Vollversammlung an, in der über Ricks Schicksal entschieden werden soll. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Rick verbannt werden wird, obwohl er durchaus auch Sympathisanten unter den Alteingesessenen hat. Michonne macht Rick klar, dass sie weiterhin auf seiner Seite steht. Sie hat ihn niedergeschlagen, um ihn vor sich selbst zu schützen. Rick will unter keinen Umständen zulassen, dass die Bewohner Alexandrias ihn und seine Familie mit ihrer Unfähigkeit gefährden - dafür würde er auch über Leichen gehen. Er gesteht Michonne, dass er und Carol noch geheime Waffen besitzen. Michonne lässt sie ihm. An Taras Krankenbett sprechen sich Abraham und Eugene erstmals aus. Pete wurde von seiner Frau getrennt, was seinen Hass auf Rick allerdings nicht mildert. Gabriel geht allein und unbewaffnet ins Freie, um sich selbst den Untoten zum Fraß vorzuwerfen. In letzter Sekunde wird ihm klar, dass er doch noch nicht sterben möchte. Er kehrt nach Alexandria zurück. Dort strömen schon alle zur Versammlung, auch ein Wachtposten, der Gabriel bittet, das Tor zu schließen. Der macht das nicht sorgfältig, so dass das Tor offen bleibt. Glenn beobachtet, wie Nicholas über die Mauer steigt. Er folgt ihm in den Wald, nicht ahnend, dass er in eine Falle gelockt werden soll.

Daryl und Aaron, die sich immer besser verstehen, sind noch auf Tour. Heimlich folgen sie einem allein durch die Gegend wandernden Überlebenden, in dem sie einen potentiellen neuen Alexandria-Bewohner sehen. Sie verlieren seine Spur, finden aber ein Lagerhaus, vor dem mehrere vermutlich mit Konserven beladene Lastwagen stehen. Als sie einen davon öffnen, lösen sie einen Fallenmechanismus aus. Bei allen Lastern öffnen sich die Türen, Dutzende Beißer strömen heraus. Alle haben ein W auf der Stirn. Die beiden Männer retten sich in einen auf dem Gelände stehenden PKW. Dort finden sie einen blutverschmierten Zettel mit einer kurzen Warnung vor "bösen Menschen", die diese Falle errichtet haben. Das Auto wird von unzähligen Beißern belagert. Daryl und Aaron wollen nicht abwarten, bis die bösen Menschen zurückkommen. Als sie einen Ausbruchsversuch starten, erhalten sie unerwartete Hilfe von Morgan Jones. Alle drei können sich in Sicherheit bringen. Dabei verliert Aaron seinen Rucksack. Morgan weiß, was es mit dem "W" auf sich hat. Er wurde jüngst von zwei Männern angegriffen, die diesen Buchstaben auf der Stirn tragen. Er steht für "Wölfe". Es handelt sich um eine größere Gruppe, die Jagd auf Menschen macht, um sie zu vernichten. Morgan konnte die beiden "Wölfe" unschädlich machen. Aaron lädt Morgan ein, mit nach Alexandria zu kommen.

In Alexandria beginnt die Versammlung. Argumente gegen und für Ricks Verbannung werden vorgebracht. Währenddessen kommt Tara wieder zu Bewusstsein. Rick erscheint nicht zur Versammlung. Er hat gesehen, dass das Tor offensteht, und bekämpft jetzt drei eingedrungene Beißer. Sasha sucht bei Gabriel Zuspruch, doch er wirft ihr vor, die Schuld an Bobs und Tyreeses Tod zu tragen. Sasha ist drauf und dran, Gabriel zu erschießen. Genau das wünscht sich der vom Glauben abgefallene Priester. Maggie kommt hinzu und verhindert Schlimmeres. Im Wald wird Glenn von Nicholas angeschossen. Es gelingt Glenn, seinen Gegner zu entwaffnen, doch dann wird er von Beißern attackiert. Nicholas läuft davon. Glenn entkommt den Beißern und überwältigt Nicholas. Dieser gibt zu, nur aus Angst gehandelt zu haben. Er bettelt um sein Leben. Glenn verschont ihn und hilft ihm, nach Alexandria zurückzukehren.

Rick kann den Bewohnern Alexandrias einen Beweis dafür vorlegen, dass ihr vermeintlich sicheres Zuhause eine Illusion ist: Er wirft ihnen einen der besiegten Untoten vor die Füße. Rick gibt zu, überlegt zu haben, wie viele Einwohner er töten muss, um die anderen zu retten. Er sagt, dass er diesen Gedanken fallen gelassen hat, macht den entsetzten Leuten aber klar, dass sie sich grundlegend ändern müssen, wenn sie in einer Welt voller Zombies und bösartiger Menschen überleben wollen. Man darf kein Risiko eingehen; jeder Aggressor muss sterben. Da taucht Pete auf. Er schwingt Michonnes Schwert und will sich auf Rick stürzen. Deannas Ehemann stellt sich ihm entgegen. Pete schlitzt ihm die Kehle auf. Vor Gram überwältigt fordert Deanna Rick auf, Pete zu exekutieren. Rick zögert nicht und drückt ab. In diesem Moment kommen Daryl, Aaron und Morgan hinzu.

Die "Wölfe" haben ein neues Opfer; jenen Mann, dessen Spur Daryl und Aaron verloren haben. Nachdem sie ihn getötet haben, errichten sie die LKW-Falle neu. In Aarons verlorenem Rucksack finden sie Fotos von Alexandria.


Kommentar:

Wie bei der vierten Staffel habe ich mich auch diesmal zunächst gefragt, in welche Richtung sich die Serie entwickeln soll. Ob sie überhaupt ein Ziel hat oder ob es einfach nur darum geht, dass dieselbe Hauptpersonengruppe (natürlich stets mit einzelnen Ab- und Zugängen) ständig auf der Wanderschaft bleibt und dabei beliebige Abenteuer erlebt, ohne jemals irgendwo anzukommen. Das hätte ich nicht so toll gefunden. Doch schon während der ersten Hälfte ist mir positiv aufgefallen, dass zahlreiche offen gebliebene Handlungsebenen auf teils ziemlich drastische Art und Weise abgeschlossen werden, wodurch gleichzeitig der Boden für die entscheidenden Ereignisse dieser Staffel - und wohl auch für die nächste Staffel - bereitet wird. So erweisen sich die Bewohner von Terminus wie von mir angenommen als Kannibalen und wie erwartet wird Ricks Gruppe von den noch nicht nach Terminus gelangten Versprengten gerettet. Die Staffel beginnt somit ausgesprochen actionreich. Dass ausgerechnet Carol diejenige sein würde, die die Initiative ergreift, während sich Tyreese als Schwächling erweist, hatte ich allerdings nicht erwartet. Carol hat sich schon in der vierten Staffel vom Mauerblümchen zur Respektsperson gemausert, aber jetzt wird sie zur Furcht einflößenden Kämpferin. Tatsächlich ist sie meine neue Lieblingsfigur. Warum sie so geworden ist, wird in Ep. 6 verdeutlicht. Carol und Daryl übernachten in einem Frauenhaus. Dort hat Carol mit ihrer Tochter irgendwann vor Ausbruch der Zombieseuche Zuflucht vor ihrem prügelnden Ehemann gesucht. In Rückblicken werden prägende Erlebnisse gezeigt, wobei es sich nicht nur um Wiederholungen aus alten Episoden handelt. In einer neuen Szene ist Carol zum Beispiel beim Verbrennen der von ihr ermordeten Menschen (Ep. 4.2 und 4.3) zu sehen. Nach der Ankunft in Alexandria tut die schlaue Carol so, als wäre sie nur die gute Seele der Gruppe, Hausmuttchen und Köchin sozusagen. Die Szenen, in denen sie sich beim Interview entsprechend unbedarft gibt und sich beim Abgeben ihres großen Gewehrs betont ungeschickt anstellt, sind einfach köstlich. Was für ein böses Erwachen für den kleinen Sam, als diese vermeintlich nette Dame ihm in Episode 13 eine solche Todesangst einjagt, dass selbst Morticia Addams noch vor Neid erblassen würde! In Episode 14 verhält sich Carol im Umgang mit dem Jungen ebenfalls geradezu bösartig. Ist das Carols wahres Gesicht? Die Frau ist wirklich gefährlich und die Schauspielerin bringt das alles genial rüber.

Aber ich schweife ab! Es geht ja noch um die zu Ende geführten Erzählstränge. Das Thema "Terminus" wurde ziemlich schnell abgeschlossen. Ich hatte befürchtet, hier eine Neuauflage der ähnlichen Woodbury- und Gefängnis-Thematik erleben zu müssen. Also den Kampf unserer Heldengruppe gegen eine Gruppe böser Menschen. Das hat zwar durchaus stattgefunden, dankenswerterweise wurde dieses Thema aber nicht über allzu viele Episoden gestreckt. Danach erfahren wir, was aus Beth geworden ist. Erneut droht die Gefahr, dass die genannte Thematik wiedergekäut wird, aber auch diese Klippe wird schnell umschifft. Drei Hauptfiguren werden endgültig aus der Serie entfernt, wobei ich Beth am wenigsten nachtrauere. Zugegeben, ihr Tod (Ep. 8) ist ein tragischer Moment, aber ehrlich gesagt fand ich Lerners Ende bedauerlicher. Lerner ist keine 08/15-Schurkin wie der Governor. Sie ist nicht einfach nur böse, weil es so im Drehbuch steht. Sie versucht zurechtzukommen, das beste aus der gegebenen Siutation zu machen und zu verhindern, dass die Lage außer Kontrolle gerät. Sie ist davon überzeugt, dass ihre Methoden richtig sind und musste Dinge tun, die sie vielleicht selbst nicht wollte. Man könnte das sogar den Terminus-Kannibalen zugestehen. Gareth ist der Meinung, man sei entweder der Schlachter oder das Schlachtvieh. Seine Motivation ist nicht ganz unverständlich, wenn man berücksichtigt, was ihm und seinen Leuten widerfahren ist. Und zu guter Letzt wird eine Frage geklärt, die mir schon seit einiger Zeit Kopfzerbrechen bereitet hat: Eugene wird als Lügner entlarvt! Alles andere wäre wirklich unglaubwürdig gewesen. Außerdem entwickeln sich Abraham und Rosita weiter. In der vorigen Staffel ist mir dieses Trio extrem merkwürdig vorgekommen, dieser Mangel wird jetzt behoben. Episode 5 enthält Rückblicke, in denen zu sehen ist, wie Abraham seine Familie verliert, weil er einige Menschen, durch die er und seine Angehörigen bedroht wurden, brutal getötet hat. Am nächsten Tag will er Selbstmord begehen, wird aber durch Eugene gestört, der vor Beißern gerettet werden muss und anschließend spontan die Story vom Allheilmittel erfindet. Eugene und Abraham haben sich quasi gegenseitig benutzt, um weiterleben zu können. Randfiguren, die nur so mitgeschleppt werden, gibt es in der fünften Staffel nicht mehr; jedes Mitglied von Ricks "Familie" wird sinnvoll eingesetzt.

Nachdem klar ist, dass es keine Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität gibt, und nachdem nunmehr fast alle Hauptpersonen mindestens einen äußerst schmerzlichen Verlust erlitten haben, kann die zweite Hälfte der Staffel beginnen. Bis dahin hatte ich mir gedacht, dass die Serie eine Neuorientierung dringend nötig hätte. Nun, ab Episode 10 findet genau das statt! Jetzt kommt Ricks Gruppe tatsächlich an. Mit Alexandria wird ein Ort erreicht, der wirklich sicher zu sein scheint, in dem normale Menschen leben (interessanter Effekt: Ich war zunächst genauso misstrauisch wie Ricks Leute) und aus dem man mehr machen könnte. Ein neues Zuhause also, für das es sich zu kämpfen lohnt. Ricks Gruppe möchte gern dort bleiben, aber genau das ist das Problem. Es wird nämlich von Episode zu Episode immer deutlicher, dass Rick und seine Begleiter eben nicht mehr "normal" sind, zumindest nicht im Vergleich mit den Bewohnern Alexandrias. Das heißt: In der neuen (zombiefizierten) Welt funktionieren sie bestens. Aber ähnlich wie Kriegsheimkehrer tun sie sich schwer damit, sich in die alte Welt einzufügen, repräsentiert durch Alexandria. Sie können nicht akzeptieren, dass es auch noch etwas anderes geben muss als den permanenten rücksichtslosen Überlebenskampf. Deshalb gefährdet vor allem Rick die dortige Ordnung zunächst sogar. Er steht kurz davor, zum "Bösen" zu werden. Andererseits sind aber auch die Alexandrier nicht "normal", denn sie ignorieren die Welt außerhalb der Mauer. Zu glauben, die Mauer könne Schutz vor einer großen Zombiehorde oder gar vor Wölfen in Menschengestalt bieten, ist sträflicher Leichtsinn. Ich finde die Gegensätze zwischen Ricks Gruppe und den Alexandriern sowie die sich daraus ergebenden Konflikte faszinierend, zumal sich beide Seiten weiterentwickeln. Wenn man den Weg kennt, den Rick und seine Freunde zurückgelegt haben, dann ist ihre Reaktion auf die "zu weichen" Alexandrier absolut glaubwürdig - umso besser gefällt mir, dass sie all das in der letzten Episode überwinden können. Den Alexandriern wiederum wird endlich doch noch klar, dass sie nicht wie bisher weitermachen können. Die fünfte Staffel stürzt den Zuschauer also nicht nur wegen des ständigen Wechsels zwischen Hoffnung und Verzweiflung in ein Wechselbad der Gefühle, sondern regt auch zum Nachdenken an. Man darf gespannt sein, ob und wie sich Alexandria gegen die Wölfe behaupten wird.

Was den Gore- und Splatter-Faktor angeht, kann ich mich nur wiederholen. Was hier schon in der ersten Folge gezeigt wird (die Schlachtung der Gefangenen), hätte in früheren Zeiten vollkommen für eine Indizierung ausgereicht. Zombies beißen Fleischbrocken aus noch lebenden Menschen heraus, nagen an Gesichtern und Armen herum, wühlen in Eingeweiden. Menschen und Beißer erhalten blutige Kopfschüsse. Ähnlich fiese Szenen gibt es in fast jeder Episode. Besonders heftig fand ich Aidens Ausweidung und Noahs äußerst unschönes Ende in Ep. 14. Beißer, die zu "Somewhat Damaged" von den Nine Inch Nails niedergemäht werden (Ep. 15) - Herz, was willst du mehr! Die explizite Gewaltdarstellung ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Ich behaupte jedoch, dass sie nicht selbstzweckhaft, sondern im Kontext der Serie sinnvoll oder sogar unverzichtbar ist.

Leider hat sich an einem meiner Hauptkritikpunkte nicht viel geändert. Es wird ja gerade in dieser Staffel mehrfach betont, wie erfahren Rick und seine Freunde durch den langen Aufenthalt in der zombiefizierten Welt geworden sind. Wie toll sie kämpfen können und wie überlegen sie den in einem sicheren Umfeld lebenden Alexandriern sind. Schön, aber warum stellen sie sich dann immer noch so dämlich an? Sie scheinen noch nicht gelernt zu haben, dass man niemals allein irgendwo hingehen darf, dass man in einem möglicherweise zombieverseuchten Haus kein einziges Zimmer undurchsucht lassen darf, dass es eine extrem dumme Idee ist, sich in ein von Zombies umlagertes Gebäude mit nur einem Aus-/Eingang hineinzuwagen und so weiter. Natürlich tun die Leute so etwas nur, wenn im Drehbuch steht, dass sie in Gefahr geraten sollen ...

Blu-ray-Features:

Allein von der Laufzeit her wirkt die Ausstattung mit Bonusmaterial durchaus beeindruckend. Inhaltlich sieht's nicht ganz so gut aus, denn es wiederholt sich doch so einiges, außerdem enthalten die verschiedenen Making of - Featurettes nur die übliche nicht besonders tiefschürftende Mischung aus Filmausschnitten, Interviews und ein wenig Hinter-den-Szenen-Material. Interessant ist immerhin, mit welch enormem Aufwand manche Umgebungen erschaffen wurden. So hätte ich schon nicht gedacht, dass das Krankenhaus-Set eigens gebaut wurde. Alexandria ist aber ein echtes Kuriosum. Drehort war ein Neubaugebiet, in dem einige schon bezugsfertige Häuser für die Dreharbeiten genutzt werden durften. Sie mussten anschließend in den Urzustand versetzt werden und wurden dann ebenso zum Verkauf angeboten wie die vollwertigen (!) neuen Gebäude, die eigens für die Serie und auf Kosten der Filmgesellschaft errichtet worden sind. Ob die Käufer wissen, dass sie in Filmkulissen leben? Schön zu sehen: Die deutlich erkennbare Freude sowohl des Produktionsteams als auch der Schauspieler an den größtenteils exzellenten Spezialeffekten. Witzig: Andrew Lincoln (Rick) bezeichnet Melissa McBride (Carol) als "Rambess" und es war selbst für die Schauspieler seltsam, nett angezogen auf eine Cocktailparty zu gehen (Ep. 13), weil die von ihnen verkörperten Figuren bis dahin immer im Überlebens-Modus waren.

Die vier Beiträge, mit denen quasi Abschied von den gestorbenen Hauptfiguren genommen wird, sind genauso aufgebaut wie die Making of - Featurettes und ebenfalls redundant. Sehenswert dagegen sind zwei Kurzdokus, in denen der Arbeitstag von Michael Cudlitz (Abraham) und Josh McDermitt (Eugene) gezeigt wird. Nachdem sie kurz in der Maske waren (McDermitt muss seine Vokuhila-Perücke anziehen) werden sie zum Drehort gebracht, machen sich dort mit neuen Requisiten (Waffen) vertraut, erhalten Regieanweisungen und legen los. Eine Szene wird gedreht und mehrfach wiederholt. Dabei erklären die Schauspieler dem Zuschauer, was gerade geschieht. Nach einem langen Arbeitstag dürfen sie spät am Abend nach Hause fahren. Ein bisschen herumgealbert wird natürlich auch.

"Inside The Walking Dead" ist der längste Beitrag. Er besteht ausschließlich aus Filmausschnitten und Interviews, mit denen Story und Figurenentwicklung der 5. Staffel nacherzählt werden. Um es mal positiv auszudrücken: Dieser Film ist ganz nützlich, wenn man die Serie noch gar nicht kennt und sich einen schnellen Überblick verschaffen will, oder wenn man die Serie zwar verfolgt hat, irgendwann aber nicht mehr so genau weiß, was eigentlich in der 5. Staffel passiert ist. Hinzu kommt noch ein längeres Interview mit Greg Nicotero, dessen Firma KNB für die Spezialeffekte verantwortlich ist und der inzwischen sowohl Regie führt als auch zum Executive Producer avanciert ist. Nicotero erzählt von seinem Werdegang, seiner Herangehensweise an die Serie und der Realisierung verschiedener Effekte.

Die nicht verwendeten Szenen aus sechs Episoden sind leider durchweg uninteressant. Es handelt sich lediglich um Dialoge und Charakterszenen, in denen nur weiter auf Dinge eingegangen wird, die sowieso schon klar waren. Mehr Action, mehr Zombies oder irgendwelche neuen Informationen? Fehlanzeige.


J. Kreis, 18.01.2016




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