The Walking Dead


The Walking Dead - Vierte Staffel (USA, 2013)

Blu-ray, E-one Entertainment
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: 16 Episoden, ca. 43 Min. je Episode (Ep. 9: ca. 48 Min., Ep. 14: ca. 46 Min.)

Extras:
- Audiokommentare zu den Episoden 1, 5, 8, 9, 12 und 14
- Inside "The Walking Dead" (85:35 Min.)
- The Making of "The Walking Dead" (74:32 Min.)
- Comic-Inspiration (6:09 Min.)
- Hershel (7:39 Min.)
- Der Governor ist zurück (8:44 Min.)
- Gesellschaft, Wissenschaft & Überleben (5:31 Min.)
- Inside KNB Studios (18:19 Min.)
- Eine Reise zurück zur Brutalität (8:18 Min.)
- Deleted Scenes (8:10 Min.)

Regie:
Siehe Einzelepisoden

Hauptdarsteller:
Andrew Lincoln (Rick Grimes)
David Morrissey (Philip Blake alias Brian Heriot, genannt "Der Governor")
Norman Reedus (Daryl Dixon)
Danai Gurira (Michonne)
Steven Yeun (Glenn Rhee)
Melissa McBride (Carol Peletier)
Scott Wilson (Hershel Greene)
Lauren Cohan (Maggie Greene)
Emily Kinney (Beth Greene)
Chandler Riggs (Carl Grimes)
Audrey Marie Anderson (Lilly Chambler)
Alanna Masterson (Tara Chambler)
Meyrick Murphy (Meghan Chambler)
Chad L. Coleman (Tyreese)
Sonequa Martin-Green (Sasha)
Lawrence Gilliard jr. (Bob Stookey)
Michael Cudlitz (Abraham)
Josh McDermitt (Dr. Eugene Porter)
Jeff Kober (Joe)
Brighton Sharbino (Lizzie)




Inhalt:

Die Box enthält die komplette vierte Staffel der Fernsehserie The Walking Dead.

Zur Vorgeschichte: Siehe erste, zweite und dritte Staffel.

4.1: Kein Tag ohne Unglück (30 Days Without an Accident) Regie: Greg Nicotero

Seit dem Untergang Woodburys sind einige Monate vergangen. Die Bürger sind ins Gefängnis übergesiedelt, einzelne andere Überlebende sind in der Zwischenzeit hinzugestoßen. Neue Paare haben zusammengefunden. Gemüse wird angebaut, Nutztiere werden gezüchtet. Nach wie vor scheut sich Rick, die Rolle des Anführers wieder zu übernehmen. Er betätigt sich lieber als Gärtner und möchte, dass Carl sich ebenso verhält. Er hat ihm deshalb die Waffe abgenommen. Daryl geht regelmäßig auf die Jagd, wofür die Menschen ihm sehr dankbar sind. Carol erteilt den Kindern Unterricht - insgeheim bringt sie ihnen außerdem die Handhabung von Waffen bei. Michonne sucht nach dem Governor, bisher allerdings vergeblich. Immer mehr Beißer strömen heran. Sie werden zwar ständig dezimiert, aber es ist abzusehen, dass die Zäune irgendwann nicht mehr standhalten werden, zumal immer dieselben Stellen attackiert werden. Ein Untoter, dessen Augen seltsam aussehen, fällt Rick besonders auf. Ab und zu beschaffen Stoßtrupps (zu denen auch Sasha gehört, die sich zu einer respektablen Kämpferin gemausert hat) Vorräte aus der umliegenden Gegend. Das Risiko ist hoch; bei der jüngsten Aktion macht Neuzugang Bob Stookey wegen seiner Alkoholsucht einen Fehler, durch den Untote angelockt werden. Bei dem Angriff kommt ein junger Mann ums Leben, mit dem Beth befreundet war.

Währenddessen überprüft Rick einige Fallen und stößt dabei auf eine völlig verwilderte Frau, die ihn um Hilfe bittet. Sie führt ihn zu einem Lager, in dem angeblich ihr Mann wartet. Am Ziel angekommen attackiert sie Rick, der sie leicht abwehren kann. Daraufhin tötet sich die Frau selbst. Ihr Mann ist längst tot; sie hat seine Überreste bei sich behalten, da sie nicht ohne ihn leben wollte. Rick sollte zum Futter für den Untoten werden. Rick erkennt, dass die Frau in einer ganz ähnlichen Situation ist wie er selbst. Sie hat alles verloren und musste schreckliche Dinge tun, um zu überleben. Darüber hat sie den Verstand verloren. Zurück im Gefängnis stellt Rick fest, dass eines der Schweine, das schon seit einiger Zeit krank war, gestorben ist. Patrick, ein Freund Carls, fühlt sich schlecht. In der Nacht bricht er unbemerkt unter der Dusche zusammen, stirbt und wird zum Beißer. Seine Augen bluten.

4.2: Tod, überall Tod (Infected) Regie: Guy Ferland

Der untote Patrick tötet einen Schlafenden, der sich wenig später als Beißer erhebt. So breitet sich das Chaos schnell im Zellenblock D aus. Mehrere Menschen sterben. Nur mit Mühe können die Untoten ausgeschaltet werden. Dabei verstaucht sich Michonne den Knöchel, so dass sie die Suche nach dem Governor vorerst aufgeben muss. Sie hilft stattdessen Beth, die sich um Ricks kleine Tochter Judith kümmert. Es wird klar, dass einzelne Opfer nicht durch Zombiebisse umgebracht wurden, sondern an einer Krankheit gestorben sind. Dr. Subramanian und Hershel nehmen an, dass es sich um ein besonders aggressives Grippevirus handelt. Deshalb werden alle, die mit den Kranken Kontakt hatten, vorläufig im ehemaligen Todestrakt des Gefängnisses isoliert. Irgendjemandem geht diese Maßnahme nicht weit genug. Der Unbekannte ermordet Tyreeses Freundin Karen sowie einen weiteren Erkrankten und verbrennt sie. Tyreese findet die verkohlten Leichen.

Außerhalb des Zauns ballen sich die Beißer an einer ganz bestimmten Stelle zusammen. Die Barrikade droht unter dem stetigen Vorwärtsdrängen der hirnlosen Untoten zusammenzubrechen. Sasha bemerkt, dass an genau dieser Stelle tote Ratten liegen. Offenbar wurden die Beißer von jemandem gefüttert, was auch erklärt, warum sie sich nicht mehr wie früher um die ganze Anlage herum verteilen. Als sich der Zaun bedenklich neigt, opfert Rick schweren Herzens drei Ferkel, um die Beißer vom Zaun wegzulocken. So kann dieser wieder aufgerichtet werden. Carl informiert seinen Vater darüber, dass Carol den Kindern Waffenunterricht gibt. Rick beschließt, nichts dagegen zu unternehmen. Stattdessen gibt er Carls Pistole zurück und legt seinen Waffengürtel wieder an.

4.3: Quarantäne (Isolation) Regie: Dan Sackheim

Tyreese ist außer sich vor Zorn wegen Karens Schicksal und geht sogar auf Rick los. Rick soll den Mörder finden, und tatsächlich entdeckt der ehemalige Polizist Spuren, die darauf schließen lassen, dass Carol die Schuldige ist. Als er sie darauf anspricht, gibt sie die Tat offen zu. Sie wollte die anderen Menschen vor den Kranken schützen. Der Mord war jedoch sinnlos, denn die Infektion hat sich längst auf alle Bewohner von Block D ausgebreitet. Unter anderem zeigen auch Sasha, Glenn und Dr. Subramanian Symptome. Alle Kranken müssen in Quarantäne gehen. Die Kinder werden von den anderen isoliert. Mit Antibiotika könnte den Infizierten wahrscheinlich geholfen werden, aber es sind keine Medikamente vorhanden und alle Apotheken im näheren Umkreis wurden bereits geplündert. In einem 50 Meilen entfernten Veterinärcollege könnten sich noch Vorräte befinden. Daryl, Michonne, Tyreese und Bob machen sich mit einem Auto auf den Weg dorthin. Hershel sammelt Holunderbeeren, aus denen er einen Heiltee zubereitet - ein altes Hausmittel gegen Grippe und andere Leiden. Gegen Maggies Widerstand gesellt er sich zu den Kranken in der Quarantänestation, um sie zu pflegen.

Unterwegs zum Veterinärcollege hören Daryl und seine Begleiter im Autoradio eine verstümmelte Nachricht, in der von einer Zuflucht für Überlebende die Rede ist. Plötzlich ist ihre Fahrt zu Ende: Sie stehen vor einer gigantischen Untotenherde, die sich in die Ferne erstreckt, so weit das Auge reicht. Das Auto fährt sich fest. Daryl und die anderen fliehen zu Fuß.

4.4: Im Zweifel (Indifference) Regie: Tricia Brock

Daryl und seine Gefährten schlagen sich bis zum Veterinärcollege durch. Dabei bringt Tyreese die Gruppe durch sein unberechenbares Verhalten in Gefahr. Die benötigten Medikamente und sonstigen Gegenstände sind im College in ausreichender Menge vorhanden. Auf dem Weg nach draußen wird die Gruppe von Beißern angegriffen und erneut gefährdet ein Gruppenmitglied alle anderen. Diesmal ist es Bob, der eine volle Schnapsflasche gefunden hat und diese um keinen Preis zurücklassen will. Als Daryl erkennt, dass Bob sonst nichts in seiner Tasche hat, stutzt er den Mann gehörig zurecht. Michonne beschließt, die Suche nach dem Governor endgültig aufzugeben.

Die Nahrungsvorräte im Gefängnis werden knapp. Rick nimmt Carol mit zu einer Erkundungsfahrt. Sie versucht ihn davon zu überzeugen, dass sie keine andere Wahl hatte, als Karen und die anderen Infizierten zu töten. In einer verlassenen Ortschaft stoßen die beiden auf Sam und Ana, zwei Überlebende, die den Anschluss an ihre Gruppe verloren haben. Rick ist bereit, das Pärchen ins Gefängnis mitzunehmen. Zum Dank wollen die beiden bei der Durchsuchung der Häuser helfen. Rick zögert, dem zuzustimmen, weil er die Unerfahrenheit der jungen Leute erkennt. Carol stimmt jedoch dafür. Prompt wird Ana von Beißern getötet. Sam kommt nicht zur vereinbarten Zeit zum Treffpunkt. Carol will nicht länger warten, doch Rick verweigert ihr die Rückkehr. Carols eigenmächtiges und scheinbar gefühlloses Handeln ist ihm suspekt, er will sie nicht mehr um sich haben. Außerdem dürften größere Probleme unausweichlich sein, sollte Tyreese erfahren, dass Carol Karens Mörderin ist. Rick überlässt Carol einige Vorräte und macht ein Auto für sie fahrbereit. Von nun an muss sie allein zurechtkommen.

4.5: Die Krankheit zum Tode (Internment) Regie: David Boyd

Vorerst sagt Rick nur Maggie und Hershel die Wahrheit über Carol, deren Abwesenheit ohnehin nicht für Aufsehen sorgt, weil die Bewohner des Gefängnisses ganz andere Sorgen haben. Die Kranken werden immer schwächer und Hershel ist ununterbrochen im Einsatz. Weitere Menschen sterben, darunter Dr. Subramanian. Das Gehirn der Toten muss zerstört werden, damit sie sich nicht als Beißer erheben, aber nicht bei allen gelingt dies rechtzeitig. So kommt es, dass Hershel allein mehreren Zombies gegenübersteht. Gleichzeitig durchbricht eine Beißerhorde den äußeren Zaun. Nur mit Mühe gelingt es Rick und Carl, die Untoten mit Sturmgewehren zu dezimieren und schließlich ganz auszuschalten. Um ihrem Vater zu Hilfe eilen zu können, zerschießt Maggie ein Fenster der Quarantänestation. Sie kommt gerade noch rechtzeitig. Die Beißer werden unschädlich gemacht. In letzter Minute wird Glenn intubiert und künstlich beatmet; er wäre fast an seinem eigenen Blut erstickt. Endlich kommt Daryls Trupp mit den dringend benötigten Antibiotika zurück. So können Glenn und die anderen Kranken stabilisiert werden. Am nächsten Morgen werden die Leichen entsorgt. Der Governor beobachtet dies unbemerkt vom Waldrand aus.

4.6: Lebendköder (Live Bait) Regie: Michael Uppendahl

Rückblick: Nach dem Untergang Woodburys wird Philip Blake, der ehemalige Governor, von seinen letzten Gefolgsleuten Martinez und Shumpert verlassen. Er wandert monatelang allein durch das Land, wird immer schwächer und bricht schließlich in einer Stadt vor einem Haus zusammen, in dessen Fenster er seine tote Tochter zu sehen glaubt. Als er sich ins Innere des Gebäudes schleppt, findet er dort eine Familie, die sich hier seit dem Ausbruch der Zombie-Seuche versteckt hält. Lilly Chambler und ihre Schwester Tara kümmern sich um ihren an Lungenkrebs leidenden Vater David. Lillys kleine Tochter Meghan trauert noch immer um ihren Vater, der lange vor dem Ausbruch verschwunden ist. Der Governor stellt sich als "Brian Heriot" vor, erzählt praktisch nichts von seiner Vergangenheit und bleibt bei der Familie. Auf Bitten Davids holt er ein Backgammon-Spiel aus einer anderen Wohnung, um Tara aufzuheitern. Er wagt sich sogar ins vor Untoten wimmelnde nahe Altersheim, um neue Sauerstoffflaschen für David zu beschaffen.

Die aufkeimende Freundschaft zwischen dem Governor und den Chamblers wird jäh gestört, als David stirbt, zum Zombie wird und Tara angreift. Der Governor ist gezwungen, den Kopf des Beißers zu zertrümmern. Die erwachsenen Schwestern verstehen, was geschehen ist, aber Meghan ist zutiefst verstört. Als der Governor die Familie daraufhin verlassen will, hält Lilly ihn zurück. Schließlich fahren sie alle gemeinsam mit einem Lastwagen voller Lebensmittel davon, ohne ein festes Ziel vor Augen zu haben. Unterwegs schlafen Lilly und der Governor miteinander. Nach einiger Zeit gibt der Truck den Geist auf, so dass der Governor und die Chamblers zu Fuß weitergehen müssen. Sie stoßen auf eine Beißerhorde. Auf der Flucht stürzen der Governor und Meghan in eine Fallgrube, in der weitere Beißer herumstehen. Der Governor vernichtet die Untoten mit bloßen Händen. Meghan vertraut ihm jetzt wieder völlig. Am Rand der Grube erscheint Martinez.

4.7: Handicap (Dead Weight) Regie: Jeremy Podeswa

Martinez ist inzwischen Anführer von Überlebenden, die ein Camp eingerichtet haben. Die Gruppe verfügt sogar über einen intakten Kampfpanzer. Sich nähernde Beißer werden mit den Fallgruben abgefangen. Der Governor und die Chamblers werden freundlich aufgenommen, müssen sich aber Martinez unterordnen. Meghan ist für den Governor wie eine eigene Tochter geworden. Er ist zu allem bereit, um seine neue "Familie" zu schützen. Als Martinez einräumt, dass er nicht weiß, ob er die Sicherheit des Lagers garantieren kann, tötet der Governor ihn, indem er ihn heimlich in eine Fallgrube voller Beißer stößt. Man geht von einem Unfall aus. Ein Vertrauter von Martinez übernimmt das Kommando, hat aber nicht alle Lagerbewohner hinter sich. Der Governor erkennt, dass der Mann zu weich ist, denn er verzichtet darauf, ein anderes Camp zu überfallen und Beute zu machen. Außerdem zeigt sich kurz danach, dass es noch weitere Überlebende in der Gegend gibt, die nicht so rücksichtsvoll sind: Das andere Camp wird geplündert, alle Bewohner werden getötet. Daraufhin versucht der Governor mit seiner Familie per Auto zu fliehen, aber der einzige Fahrweg ist ein einziges Schlammloch voller Beißer.

Der Governor muss also selbst das Kommando im Camp übernehmen. Er tötet den neuen Anführer und bedroht dessen Bruder, der diese Rolle ebenfalls beanspruchen könnte. Unter der Anleitung des Governors werden die Befestigungen des Lagers verbessert. Trotzdem dringt ein Beißer unbemerkt ein und attackiert Meghan. Der Governor macht die Kreatur im letzten Moment unschädlich. Ihm ist jetzt klar, dass er eine sichere Bleibe für Meghan finden muss. Das von Ricks Gruppe bewohnte Gefängnis ist seine erste Wahl. Er erkundet die Umgebung und beobachtet, wie Michonne und Hershel am Waldrand tote Beißer verbrennen.

4.8: Kein Zurück (Too Far Gone) Regie: Ernest Dickerson

Der Governor nimmt Michonne und Hershel gefangen. Anschließend nutzt er seine demagogischen Fähigkeiten, um seine neuen "Freunde" dazu zu bewegen, das Gefängnis zu überfallen, dessen Bewohner er als Diebe und Mörder verunglimpft. Da Lilly skeptisch bleibt, lässt er sie und Meghan in vermeintlicher Sicherheit zurück. Rick und Daryl versuchen Tyreese die Wahrheit über Carol zu sagen, doch der hat andere, beunruhigende Neuigkeiten. Jemand hat am Fundort der Leichen eine an ein Brett genagelte Ratte abgelegt. Das Gespräch wird durch eine Explosion unterbrochen; die Leute des Governors sind am Zaun aufmarschiert - mit ihren Autos und dem Panzer, der soeben einen Schuss abgefeuert hat. Rick verhandelt, kann den Governor aber nicht davon überzeugen, dass ein friedliches Zusammenleben beider Gruppen möglich wäre. Als Rick erklärt, dass er das Gefängnis nicht kampflos aufgeben wird, köpft der Governor Hershel. Da erscheint Lilly - Meghan wurde von einem Beißer getötet.

Dem Governor ist jetzt alles egal, er befiehlt den Angriff. Die Zäune werden durchbrochen. Alle Gefängnisbewohner sollen getötet werden. Doch auch Ricks Leute sind gut bewaffnet. Es kommt zu Verlusten auf beiden Seiten. Selbst die Kinder bewaffnen sich. Die kleinen Mädchen Lizzie und Mika töten zwei Angreifer, von denen Tyreese in die Enge getrieben wurde. Rick wird angeschossen, stellt sich dem Governor dennoch entgegen und wird brutal zusammengeschlagen. Der Governor schickt sich an, ihn zu erwürgen, doch Michonne konnte sich befreien. Sie durchbohrt den Governor mit dem Katana und lässt ihn als Futter für die Beißer liegen. Das Schicksal, lebendig gefressen zu werden, bleibt ihm erspart. Lilly jagt dem Governor höchstpersönlich eine Kugel in den Kopf. Mit einer Handgranate schaltet Daryl den Panzer aus. Tara ist entsetzt, sie feuert keinen einzigen Schuss ab. Vom Lärm und Rauch angelockt dringen unzählige Beißer in das Gefängnis ein. Die Überlebenden fliehen auf verschiedenen Wegen, teils mit einem Bus, teils zu Fuß. Rick und Carl suchen nach Judith, finden aber nur ihren blutigen Kindersitz.

4.9: Für dich (After) Regie: Greg Nicotero

Carl und der schwer verletzte Rick haben das zerstörte Gefängnis allein verlassen. Sie versorgen sich mit neuen Vorräten und quartieren sich in einem verlassenen Haus ein. Rick verliert das Bewusstsein. Carl, der seit der Zerstörung des Gefängnisses den nötigen Respekt vor Rick vermissen lässt, schaltet einige Beißer aus. Daraufhin hält er sich für unbesiegbar und glaubt, er brauche seinen Vater nicht mehr. Er durchstreift die Umgebung allein und findet weitere Nahrungsmittel, fällt aber fast einem Beißer zum Opfer. Als er dann auch noch glaubt, Rick sei gestorben und zum Untoten mutiert, bricht er zusammen. Er bringt es nicht über sich, auf seinen vermeintlich zombiefizierten Vater zu schießen. Doch Rick lebt. Carl gesteht seine Angst ein.

Michonne hat sich zwei neue Tarnzombies zugelegt und Hershels reanimiertem Kopf den Gnadenstoß gegeben. Ziellos wandert sie vom Gefängnis weg und wird dabei zum Kern ihrer eigenen Beißer-Herde. Eine der Kreaturen sieht ihr verblüffend ähnlich. Michonne wird von Erinnerungen an ihr vergangenes Leben gequält. Schließlich kommt sie wieder zur Besinnung und tötet alle Beißer. Sie findet Carls und Ricks Spuren, denen sie folgt. Rick hat sich inzwischen etwas erholt. Er erklärt, Carl sei nun ein Mann. Da klopft es an der Tür - Michonne ist angekommen.

4.10: Neben dem Gleis (Inmates) Regie: Tricia Brock

Drei weitere Splittergruppen sind getrennt voneinander zu Fuß unterwegs und müssen sich gegen die hartnäckigen Beißer wehren: Beth und Daryl, Tyreese (der Judith gerettet hat), Lizzie und ihre Schwester Mika, sowie Maggie, Sasha und Bob. Als Tyreese Schreie hört, lässt er die Mädchen allein. Er findet zwei mit Beißern kämpfende Männer, kann sie aber nicht retten. Einer der beiden rät Tyreese, den Gleisen zu folgen. Angeblich gibt es am Ende der Bahnlinie eine sichere Zuflucht. Als Lizzie und Mika in Gefahr geraten, werden sie von der überraschend auftauchenden Carol gerettet. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg und stoßen auf ein Schild mit einer Wegbeschreibung zu einem Ort namens Terminus. Beth bringt Daryl dazu, nach den anderen zu suchen. Sie finden Spuren von Tyreese und den Mädchen, so erreichen sie ebenfalls die Gleise. Maggie würde notfalls allein losgehen, um den Flüchtlingsbus zu finden, denn sie glaubt, Glenn sei mitgefahren. Bob und die widerstrebende Sasha bleiben bei ihr. Sie finden den Bus, aber er ist voller Leichen und Beißer. Glenn ist nicht darunter - er ist in den Trümmern des von Untoten überrannten Gefängnisses zurückgeblieben. Noch ist das Innere des Gebäudes frei. Glenn rüstet sich aus und macht sich zum Kampf bereit, aber die Zombiehorde ist zu groß. Im Hof findet er Tara, die von Beißern belagert wird. Beiden ist klar, dass sie aufeinander angewiesen sind und verbünden sich. So können sie entkommen, müssen auf der Straße aber gegen weitere Untote kämpfen. Glenn ist noch von der Krankheit geschwächt und bricht zusammen. Als Tara den letzten Beißer ausschaltet, hält ein Lkw der Army neben ihnen.

4.11: Besetzt (Claimed) Regie: Seith Mann

Der Fahrer des Militär-Lkw stellt sich als Sergeant Abraham vor. Er und seine Kameradin Rosita haben angeblich den Auftrag, den Wissenschaftler Dr. Eugene Porter nach Washington DC zu bringen. Abraham behauptet, Eugene wisse, wie es zu der Zombie-Apokalypse gekommen ist. Glenn und Tara sollen mithelfen, die Welt zu retten. Glenn lässt sich nicht überzeugen. Er will umkehren und Maggie suchen. Es kommt zum Streit. Während sich Glenn und Abraham prügeln, nähern sich einige Beißer. Der unerfahrene Eugene schießt wild um sich und durchlöchert den Benzintank des Lastwagens. Nachdem die Untoten besiegt sind, macht sich Glenn auf den Weg. Tara bleibt bei ihm. Da sie sowieso ein neues Fahrzeug suchen müssen, folgen schließlich auch die drei anderen.

Carl und Michonne durchsuchen die benachbarten Häuser nach Vorräten (dabei gibt Michonne einiges aus ihrer Vergangenheit preis), Rick muss sich noch erholen und macht ein Schläfchen. Er wird von Stimmen und Gepolter geweckt: Fremde Plünderer, von denen nichts Gutes zu erwarten ist, sind in das Haus eingedrungen! Er versteckt sich, entkommt der Entdeckung nur knapp und ist gezwungen, einen der Plünderer zu töten. Dieser verwandelt sich und greift die anderen an, so dass für Ablenkung gesorgt ist. Bewaffnet mit der Uzi des Toten schleicht sich Rick ins Freie. Er fängt Carl und Michonne ab, bevor sie das Haus erreichen. Gezwungenermaßen verlassen die drei Gefährten die Stadt. Sie erreichen Bahngleise, auf denen ein Güterwaggon steht. An dessen Seite wurde ein Transparent angebracht. Die Aufschrift verspricht Sicherheit und Gemeinschaft für alle, die den angegebenen Ort erreichen.

4.12: Alkohol (Still) Regie: Julius Ramsay

Daryl und Beth wandern weiterhin ziellos durch die Lande, verstecken sich vor den Beißern oder erledigen sie. Beth ist genervt, weil Daryl beharrlich schweigt und so tut, als sei ihm alles egal. Frustriert von seiner Distanziertheit beschließt sie, dass es an der Zeit für den ersten Rausch ihres Lebens ist. Auf Hershel muss sie ja nun keine Rücksicht mehr nehmen. Daryl ist von dieser Idee nicht begeistert, außerdem ist guter Stoff in diesen Zeiten schwer zu finden. In einem Golfclub, der erst einmal von Zombies gesäubert werden muss, gibt es nur noch Pfirsichschnaps. Das ist kein gutes Mittel gegen die Traurigkeit, von der Beth wieder einmal überwältigt wird. Daryl führt sie deshalb zu einer Schwarzbrennerei, die er und Michonne vor einiger Zeit gefunden haben. Dort geben sich Daryl und Beth mit Selbstgebranntem die Kante. Daryl wird weich und gibt endlich zu, dass er sich die Schuld an der Katastrophe im Gefängnis gibt. Wieder versöhnt führen die beiden ein gutes Gespräch. Die Schwarzbrennerei, so erklärt Daryl, ist genau so eine miese Hütte wie die, in der er mit seinem trunksüchtigen Vater und Merle aufgewachsen ist. Beth meint, Daryl solle seine Vergangenheit hinter sich lassen und schlägt vor, das Haus niederzubrennen. Zu diesem Zweck verwenden die beiden den restlichen Schnaps.

4.13: Allein (Alone) Regie: Ernest Dickerson

Beth und Daryl quartieren sich in einem Bestattungsinstitut ein, in dem sie Vorräte finden. Das Haus ist sauber und aufgeräumt, offensichtlich hat hier noch vor kurzem jemand gewohnt. Nachts dringen Beißer in das Haus ein. Beim Abwehrkampf werden Beth und Daryl getrennt. Ein Unbekannter entführt Beth mit einem Auto. Daryl folgt den Spuren so weit er kann und stößt auf sechs zweilichtige Gestalten, deren Anführer Joe ihn aufnimmt. Dies ist dieselbe Gruppe, mit der Rick jüngst aneinandergeraten ist.

Maggie, Sasha und Bob finden die Wegbeschreibung nach Terminus. Maggie hofft, dass Glenn diese Hinweise ebenfalls gefunden hat. Sie trennt sich heimlich von den anderen, denn Sasha hat deutlich gemacht, dass sie die Suche nach Glenn für sinnlos und zu gefährlich hält. Maggie folgt den Gleisen und hinterlässt Nachrichten für Glenn. Bob will Maggie nicht im Stich lassen, er geht ihr nach. Sasha begleitet ihn ein Stück weit. Als sie ihn nicht überreden kann, mit ihr nach einer sicheren Unterkunft zu suchen, bleibt sie in einer verlassenen Stadt zurück, während er allein weitergeht. In der Stadt stößt Sasha auf Maggie. Ein Beißer-Angriff muss abgewehrt werden. Maggie hat begriffen, dass sie es allein nicht schaffen wird. Sie bittet Sasha um Hilfe. Gemeinsam holen die beiden Frauen Bob ein. Glenn findet ebenfalls die Terminus-Hinweiskarte.

4.14: Schonung (The Grove) Regie: Michael Satrazemis

Carol, Tyreese und die Kinder erreichen eine Lichtung, auf der ein nur von einem einzigen Beißer "bewohntes" Haus steht. Dort findet die Gruppe Schutz und Vorräte, einen funktionierenden Gasherd sowie eine Wasserpumpe. Nachdem der Beißer beseitigt ist, wird das Haus zu einem echten Heim. Carol und Tyreese denken sogar darüber nach, für immer hier zu bleiben und nicht weiter nach Terminus zu suchen. Doch es gibt ein ernstes Problem mit Lizzie. Zu spät wird den Erwachsenen klar, wie verwirrt das Kind wirklich ist. Lizzie ist fest davon überzeugt, dass die Beißer im Grunde harmlos sind, dass man sich mit ihnen anfreunden kann und dass es gut wäre, sich ebenso zu verwandeln wie diese Kreaturen. Sie ist diejenige, die die Beißer am Gefängniszaun gefüttert hat. Um den Erwachsenen zu beweisen, dass sie Recht hat, tötet Lizzie ihre Schwester Mika, wobei sie sorgfältig darauf achtet, den Kopf nicht zu verletzen. Carol und Tyreese können gerade noch verhindern, dass sie dasselbe mit Judith macht. Nun ist klar, dass Lizzie eine lebende Zeitbombe ist. Man kann unmöglich mit ihr zusammenleben. Carol würde allein mit ihr weitermarschieren, aber dazu müsste sie Tyreese und Judith allein lassen, wodurch sich deren Überlebenschancen drastisch verringern würden. Es gibt nur einen Ausweg. Carol muss Lizzie erschießen. Danach gesteht sie, dass sie Karen getötet hat. Tyreese vergibt ihr. Am nächsten Tag wandern sie weiter nach Terminus.

4.15: Vereint (Us) Regie: Greg Nicotero

Daryl hat sich Joes Gruppe angeschlossen, will aber so bald wie möglich allein weiterwandern. Joe hat einige Regeln für das Zusammenleben der Männer aufgestellt. Die sind nicht schwer zu befolgen, aber wer dagegen verstößt, wird mit dem Tode bestraft. Einer der Männer, der es besonders auf Daryl abgesehen hat, versucht dies auszunutzen, um Daryl zu beseitigen. Joe kommt jedoch dahinter, und so ist nicht Daryl derjenige, der mit einem Pfeil im Kopf endet, sondern der andere. Die Gruppe marschiert weiter entlang der Schienen Richtung Terminus. Die Männer passieren eine Stelle, an der Rick, Carl und Michonne kurz vorher vorbeigekommen sind. Joe hat noch eine Rechnung mit Rick offen (einer seiner Leute hat ihn bei dem Kampf im Haus gesehen), aber Daryl ahnt davon nichts.

Glenn findet eine von Maggie hinterlassene Nachricht, der zufolge er nach Terminus gehen soll, und ist nun kaum noch zu halten. Wegen ihrer Schuldgefühle würde Tara ihm überallhin folgen, aber Abraham besteht darauf, dass Eugene nach Washington gebracht werden muss. Als Glenn einen weiteren Hinweis am Eingang eines Bahntunnels findet, trennt sich die Gruppe. Im Inneren des Tunnels stoßen Glenn und Tara auf einen Einsturz, hinter dem zahlreiche Beißer herumtorkeln. Beim Versuch, an den Untoten vorbeizukommen, bleibt Tara stecken. Es sieht böse für die beiden aus, doch da kommt Hilfe. Eugene hat seine Beschützer ausgetrickst und zum Tunnelausgang geführt. Er hatte gehofft, dort Glenn und Tara vorzufinden. Tatsächlich sind Menschen aus dem Tunnel gekommen, aber das waren Maggie, Sasha und Bob! Mit vereinten Kräften werden die Beißer unschädlich gemacht. Nachdem Maggie und Glenn ihre Wiedersehensfreude ausgelebt haben, stellt Glenn Tara vor. Dabei verschweigt er, dass sie etwas mit dem Überfall auf das Gefängnis zu tun hat, bei dem Maggies Vater vom Governor getötet wurde. Eugene bringt Abraham dazu, die Gruppe bis Terminus zu begleiten. Dieser Ort existiert tatsächlich, sieht aber fast zu gut aus, um wahr zu sein. Die Neuankömmlinge werden freundlich begrüßt.

4.16: Terminus (A) Regie: Michelle MacLaren

Unterwegs nach Terminus fallen Rick, Michonne und Carl Joes Gruppe in die Hände. Daryl bittet Joe, seine Freunde zu verschonen, da sie gute Leute seien. Joe hält das für eine Lüge, schließlich hat Rick einen von Joes Männern getötet. Joes Regeln zufolge wird Daryl von zwei Männern zusammengeschlagen. Zwei weitere freuen sich schon darauf, Michonne und Carl zu vergewaltigen. Joe hält Rick mit einer Pistole in Schach, doch Rick würde alles tun, um seinen Sohn zu schützen. Ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben greift er Joe an, der dadurch völlig überrascht wird. Rick macht es wie die Untoten und beißt Joe die Halsschlagader auf. Joes Leute sind schockiert und können überwältigt werden. Dabei weidet Rick den Mann, der über Carl hergefallen ist, förmlich aus.

Als die vier Gefährten Terminus erreichen, gehen sie vorsichtshalber nicht durch den Vordereingang hinein. Rick versteckt eine Tasche mit Waffen außerhalb des Zauns im Wald. Die Bewohner von Terminus machen einen ganz vernünftigen Eindruck. Ihr Wortführer ist Gareth. Ricks Leute dürfen sogar ihre Waffen behalten. Doch dann erkennt Rick einige Ausrüstungsgegenstände wieder. So trägt ein Bewohner von Terminus eine Uhr, die Glenn von Hershel geschenkt bekommen hat. Nun lassen Gareth und seine Leute die Maske fallen. Die Neuankömmlinge werden durch vorbereitete Fallen und Sperrfeuer in eine bestimmte Richtung getrieben. Sie sollen nicht getötet, sondern gefangen genommen werden. Ricks Gruppe gerät in eine Sackgasse und muss aufgeben. Man zwingt sie, in einen Güterwaggon zu steigen. Dort befinden sich bereits Glenn, Maggie und die anderen. Die Lage seint aussichtslos zu sein, doch Rick sieht das anders.

Kommentar:

Grr, was für ein fieser Cliffhanger! Rick gibt sich zuversichtlich, aber zunächst einmal sieht es wirklich nicht gut für unsere Freunde aus. Terminus ist eine einzige große Falle. Man kann vermuten, dass alle Neuankömmlinge, denen zur Begrüßung leckeres Grillfleisch vorgesetzt wird, selbst irgendwann auf dem Grill landen werden. Bei ihrem Fluchtversuch kommen Rick und seine Begleiter an einem eingezäunten Gehege vorbei, in dem menschliche Überreste herumliegen... Aber es gibt ja noch andere Leute, die noch nicht in Gefangenschaft geraten sind, zum Beispiel Carol und Tyreese. Was aus Beth geworden sein mag? In mehreren Episoden waren merkwürdig arrangierte Leichen, eigenartige Graffiti und andere Hinweise zu sehen, die darauf schließen lassen, dass da jemand mit einem ganz seltsamen Humor unterwegs ist. Vielleicht ist das derjenige, der Beth entführt hat? Womöglich ist es ein Verrückter, aber das heißt ja nicht, dass er ein böser Mensch sein muss. Wir dürfen also hoffen, dass für Rick & Co. doch nicht Endstation in den Mägen der Terminus-Bewohner sein wird. Sicher sein kann man sich diesbezüglich nicht, denn genau wie in Game of Thrones ist das Überleben von Hauptfiguren keineswegs garantiert. In der vierten Staffel sterben zwar hauptsächlich neu eingeführte Figuren, aber eben nicht nur. Und wenn Hershels Tod schon ebenso tragisch wie grausam ist, so ist das Ende von Mika und Lizzie geradezu herzzerreißend - und es zeigt, dass sich diese Serie sehr deutlich vom TV-Einheitsbrei abhebt. Dass Hauptpersonen sterben ist heutzutage keine Besonderheit mehr. Aber Kinder, die Kinder ermorden und exekutiert werden? Das ist mindestens ebenso starker Tobak wie die unzähligen auf unterschiedlichste Art und Weise endgültig ins Jenseits beförderten Beißer und explizite Fress-Szenen. Die Zombie-Action kann sich definitiv sehen lassen, das herrlich eklige Kreaturendesign ist quasi das Sahnehäubchen. Der Härtegrad von "The Walking Dead" ist für jemanden wie mich, der noch die Indizierung so manches heute ab 16 Jahren freigegebenen Films miterlebt hat, wirklich erstaunlich.

Leider gibt es in Bezug auf die Story einige Kritikpunkte, von denen ich nur die zwei größten herauspicke. Damit das nicht allzu negativ klingt, sei gesagt, dass jede Folge für sich genommen wirklich sehenswert ist. Spannung, Tragik und seltene Glücksmomente werden in jeder Episode geboten. Mal liegt der Schwerpunkt mehr auf der Action, mal mehr in der Figurenzeichnung. Jede Hauptfigur hat mindestens einen großen Moment, man darf sich über viele wirklich starke Charakterszenen freuen. Dumm ist nur, dass Carl und Lizzie so nervtötend nörgelige Synchronstimmen haben. Man erfährt einiges über Michonnes Vergangenheit und allmählich findet sie zu ihrer Menschlichkeit zurück. Carol tritt endgültig und eindrucksvoll aus ihrem Mauerblümchendasein heraus und wenn Rick am Ende sagt, die Leute von Terminus würden sich noch wundern, weil sie sich mit den Falschen angelegt hätten, dann glaubt man ihm das. Er scheint den Tod seiner Frau überwunden und ebenso wie Carol begriffen zu haben, dass er die in ihm schlummernde Gewaltbereitschaft einsetzen muss, um seine Lieben zu schützen. Alle Schauspieler machen ihre Sache ganz hervorragend. Das gilt besonders für David Morrissey. Wenn man einer Filmfigur alles erdenklich Schlechte wünscht, dann hat der Schauspieler alles richtig gemacht. Ich habe den Governor gehasst! Ihr hättet meinen Jubelschrei hören sollen, als er von Michonne gemeuchelt wurde... Aber so gut Morrisey diese Figur verkörpern mag: Sie entwickelt sich nicht weiter. Zunächst (Episoden 6 und 7) sieht es fast so aus, als habe sich der Governor geändert. Würde er sonst sein Leben aufs Spiel setzen, um Sauerstoffflaschen für Mr. Chambler zu beschaffen? Zu diesem Zeitpunkt kennt er die Leute ja kaum. Dann aber stellt sich heraus, dass er doch noch derselbe Irre ist, der rücksichtslos jeden ausradiert, der sich ihm in den Weg stellt.

Das führt mich zu einem von zwei Haupt-Kritikpunkten. In der ersten Hälfte der vierten Staffel weiß man nicht so recht, in welche Richtung sich die Serie entwickeln soll. Es ist kein echter Fortschritt zu erkennen, stattdessen müssen sich die Überlebenden mit Variationen des längst Bekannten herumschlagen. Da sind die unvermeidlichen Beißer, die den Gefängniszaun belagern, und weil sie nicht hindurchkommen, wurde halt einfach ein besonders aggressives Virus erfunden, an dem die Gefängnisbewohner sterben wie die Fliegen. Natürlich erheben sie sich als Beißer, und so geschieht dasselbe wie in der dritten Staffel: Die Lebenden müssen sich im Gefängnis mit Untoten herumschlagen. Sobald die Überlebenden mit Antibiotika behandelt wurden, erholen sie sich erstaunlich schnell, außerdem spielt das Virus danach überhaupt keine Rolle mehr. In welcher Weise hat uns dieser Subplot also vorangebracht? Aber nicht genug damit. In der zweiten Hälfte der vierten Season wird das in Staffel drei schon zur Genüge behandelte Szenario "Governor vs. Rick" wiederholt! Schön, dieser Konflikt wurde in der letzten Staffel nicht endgültig gelöst, trotzdem finde ich es ärgerlich, dass bestimmte Handlungsschemata immer aufs Neue durchgekaut werden. Wir sind immerhin schon im vierten Jahr dieser Serie. Wäre es nicht nöchste Zeit für etwas wirklich neues? In Terminus sehe ich da kein großes Potential. Im Gegenteil! Das ist doch letzten Endes nur wieder eine rivalisierende Überlebenden-Gruppe. Einst Governor vs. Rick, jetzt Gareth vs. Rick. Es ist zu befürchten, dass sich alles wiederholt. Dass der Mensch selbst in einer Welt voller Zombies immer noch des Menschen größter Feind ist, dürfte inzwischen jeder Zuschauer begriffen haben. OK, neue Figuren gibt's durchaus, nämlich Abraham, Eugene und Rosita. Nur wirken die allesamt wie Karikaturen. Abraham ist ein Supersoldat mit rot gefärbtem Bürstenhaarschnitt (erinnert mich an Duke Nukem), Eugene verkörpert das Klischee des unbeholfenen Nerds und Rosita sieht aus, als wolle sie bei einem Lara Croft-Ähnlichkeitswettbewerb auftreten. Was soll das? Und weiß Eugene wirklich, wie es zur Zombie-Apokalypse gekommen ist, oder spinnt dieses Trio einfach nur?

Kritikpunkt Nr. 2 ist die Dämlichkeit der Protagonisten. Werden die Überlebenden allmählich leichtsinnig, weil sie sich an die offensichtlich kinderleicht zu besiegenden Zombies gewöhnt haben? Anders kann ich es mir nicht erklären, dass dauernd ganz offen mitten im Wald gecampt wird, sogar mit Lagerfeuer, obwohl doch überall Beißer herumstreunen - schon in Episode 3 wird klar, dass es nicht nur Einzelgänger und kleine Grüppchen, sondern auch gigantische Zombieschwärme gibt! Außerdem wissen die Überlebenden inzwischen doch, dass da draußen nicht nur Untote sind, sondern auch böse Menschen. Trotzdem übernachten Rick, Michonne und Carl (um nur ein Beispiel von vielen zu nennen) in der letzten Episode mitten auf einer Straße. Sie verzichten sogar darauf, Klapperfallen aufzustellen. Sonst sichern die Leute ihre Camps immer mit drumherum gezogenem Draht, an dem Dosen usw. hängen. Diesmal nicht. Warum nicht? Es gibt keine Erklärung dafür. Sowas nennt man wohl "plotdriven". Und immer wieder wird eine Horrorfilm-Standard-Klischeesituation zelebriert. Jemand latscht durch einen Raum, ohne darauf zu achten, dass sich hinter jeder Ecke ein Zombie verbergen könnte. Erst ist tatsächlich keiner zu sehen, aber wenn das Drehbuch es verlangt, kommen die verwesenden Gestalten plötzlich aus allen Ecken hervorgetorkelt, so dass unsere Helden in die Enge getrieben werden. In solchen Situationen nehmen sich die Protagonisten oft auch noch die Zeit für lautstarke Streitereien. Dann werden irgendwelche Probleme durchdiskutiert, obwohl man eigentlich ganz andere Sorgen haben sollte. Auch der Umgang mit den Kranken im Gefängnis ist unglaubwürdig, um es mal vorsichtig auszudrücken. Und zu guter Letzt frage ich mich, warum kein Gefängnisbewohner je auf die Idee gekommen ist, den Zaun blickdicht zu machen. Genug leichtes Baumaterial dürfte überall herumliegen. Schon wäre das Problem der sich am Zaun zusammenballenden Beißerhorden gelöst.

Blu-ray-Features:

Das ist die am üppigsten mit Extras ausgestattete Staffel bis jetzt, allerdings ist das Bonusmaterial teilweise redundant und nicht allzu interessant. So enthält der längste Beitrag (Inside "The Walking Dead") neben Filmausschnitten ausschließlich Interviews mit den Schauspielern und Mitgliedern des Produktionsteams. Darin wird hauptsächlich die Handlung nacherzählt (für jede Episode gibt's eine Einzel-Featurette in chronologischer Reihenfolge) und die Charaktereigenschaften der Hauptfiguren sowie ihre Weiterentwicklung werden dargestellt. Wenn man die jeweilige Episode bereits gesehen hat, dann weiß man das alles schon - ich fand es uninteressant, das dann nochmal vorgekaut zu bekommen. Das Making of ist ganz ähnlich aufgebaut, hier allerdings ist der Informationsgehalt wesentlich höher, denn es ist viel Hinter-den-Szenen-Material enthalten, und so bekommt man viele Details zu sehen, die man während der Episoden vielleicht gar nicht wahrgenommen hat und man kann sich die liebevoll designten Untoten genauer anschauen. In dieselbe Kerbe schlägt "Inside KNB Studios". Greg Nicotero und sein Team erläutern die Entstehung der verschiedenen maskenbildnerischen und sonstigen Effekte. Makaber: Da man nicht alles mit digitaler Tricktechnik glaubwürdig darstellen kann, wurden auch amputierte Komparsen eingesetzt! Drei kürzere Beiträge in derselben Machart beschäftigen sich mit den prominenten Abgängen (Hershel und der Governor) sowie mit der Weiterentwicklung der Hauptfigur Rick.

Besonders interessant fand ich die Featurette "Gesellschaft, Wissenschaft & Überleben". Darin geht es um interdisziplinäre Onlinekurse, die vor einiger Zeit in der Universität von Kalivornien angeboten worden sind. In diesen Kursen wurden verschiedene in der Fernsehserie "The Walking Dead" vorkommende Themen aus den Fachgebieten Gesundheit, Soziologie, Mathematik und Physik behandelt. Die Zombie-Apokalypse aus wissenschaftlicher Sicht als Lehrmaterial für Studenten - das hätte ich mir mal für meine Schulzeit gewünscht! Die acht nicht verwendeten Szenen sind dagegen leider sehr kurz und nicht weiter von Interesse. Irgendwelche neuen Handlungselemente, Effekte oder dergleichen sind nicht vorhanden.

Die Blu-ray-Fassungen der Episoden 9 und 14 sind etwas länger als die TV-Versionen. Wer gedacht haben sollte, dass zusätzliche Action- oder Untoten-Szenen eingefügt wurden, wird enttäuscht sein. Es handelt sich ausschließlich um "harmlose" Handlungsszenen, die der Figurenzeichnung dienen, für das Verständis im Grunde aber nicht benötigt werden.

J. Kreis, 14.01.2015




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