The Walking Dead


The Walking Dead - Erste Staffel (USA, 2010)

Blu-ray, E-One Entertainment
FSK: 18
Laufzeit: Pilotfilm ca. 67 Minuten, ca. 45 Minuten pro Episode, insg. ca. 292 Minuten

Extras:
- Making of "The Walking Dead" (28:53 Min.)
- Hinter den Kulissen von "The Walking Dead" Episoden 1 - 6 (31:10 Min.)
- Eine Vorschau mit Robert Kirkman (4:51 Min.)
- Zombie-Make-up-Tipps hinter den Kulissen (6:45 Min.)
- Gesprächsrunde mit den Produzenten (11:32 Min.)
- Zombieschule (2:58 Min.)
- Fahrradmädchen (5:06 Min.)
- Am Set mit Robert Kirkman (3:06 Min.)
- Ein Treffen mit Steven Yeun (3:53 Min.)
- In Dales Wohnmobil (3:25 Min.)
- Am Set mit Andrew Lincoln (3:46 Min.)

Regie:
Frank Darabont, Michelle MacLaren, Gwyneth Horder-Payton, Johan Renck, Ernest R. Dickerson, Guy Ferland

Hauptdarsteller:
Andrew Lincoln (Rick Grimes)
Jon Bernthal (Shane Walsh)
Sarah Wayne Callies (Lori Grimes)
Chandler Riggs (Carl Grimes)
Steven Yeun (Glenn)
Laurie Holden (Andrea)
Norman Reedus (Daryl Dixon)
Lennie James (Morgan Jones)
Adrian Kali Turner (Duane Jones)
Iron E. Singleton (Theodore Douglas - "T-Dog")
Jeffrey DeMunn (Dale Horvath)
Melissa McBride (Carol Peletier)
Adam Minarovich (Ed Peletier)
Michael Rooker (Merle Dixon)
Andrew Rothenberg (Jim)
Noah Emmerich (Dr. Edwin Jenner)
Jeryl Prescott Sales (Jacqui)




Inhalt:

Die Box enthält die komplette erste Staffel der Fernsehserie The Walking Dead.

1.1: Gute alte Zeit (Days gone bye)

Polizeioffizier Rick Grimes wird bei einem Einsatz angeschossen. Als er nach einem unbekannten Zeitraum im Krankenhaus wieder zu sich kommt - dehydriert und mit noch nicht ganz verheilter Wunde - hat sich die Welt drastisch gewandelt. Rick verlässt das verwüstete Krankenhaus. Er findet sich in einer teilweise in Trümmern liegenden und mit Leichen übersäten Geisterstadt wieder. Doch etwas stimmt mit den Toten nicht... Ricks Wohnung ist leer, seine Frau Lori und sein Sohn Carl sind spurlos verschwunden. Draußen wird Rick niedergeschlagen. So begegnet er Morgan Jones und dessen Sohn Duane, die ihm erklären, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Der Staat, möglicherweise die ganze Welt, wurde von Zombies überrannt. Die Toten haben sich erhoben, um die Lebenden zu zerfleischen. Wer von ihnen gebissen wird, verwandelt sich nach kurzer Zeit ebenfalls in einen wandelnden Toten. Morgan hat geglaubt, auch Rick sei ein Zombie. Morgan hat die Stadt noch nicht verlassen, denn seine untote Frau torkelt dort noch immer umher. Alle anderen Bürger wurden angeblich in eine Quarantänezone bei Atlanta evakuiert.

Am nächsten Tag fühlt sich Rick schon besser. Er versorgt sich und Morgan mit Waffen aus der Polizeistation. Dann macht sich auf den Weg nach Atlanta. Morgan und Duane bleiben zurück, denn sie haben noch etwas zu erledigen. Morgan bringt es jedoch nicht fertig, seine Frau zu erschießen. Rick ahnt nicht, dass seine Familie noch lebt. Lori hat sich in Ricks Freund und Kollegen Shane Walsh verliebt, der eine Gruppe von Überlebenden anführt. Diese kampieren in einem alten Steinbruch in sicherer Entfernung zur Großstadt, denn die ist von Zombies verseucht. Das muss auch Rick feststellen, als er dort ankommt. Horden von wandelnden Toten, die nach seinem Fleisch gieren, schneiden ihm den Weg ab. In letzter Sekunde kann er sich ins Innere eines verlassenen Kampfpanzers retten. Kaum hat er die Luke geschlossen, erklingt eine Stimme im Funkgerät, die ihn fragt, ob er es gemütlich hat...

1.2: Gefangene der Toten (Guts)

Glenn, der Mann am Funkgerät, gehört zu sechs Leuten aus Shanes Gruppe, die in Atlanta nach Vorräten suchen wollten. Mit Glenns Hilfe kann sich Rick aus dem Panzer befreien. Allerdings macht er damit die Untoten ungewollt auf die anderen Menschen aufmerksam. Besonders Andrea ist deshalb zunächst nicht gut auf Rick zu sprechen. Die Menschen sind nun in einem Hochhaus eingeschlossen. Die Türen können dem Ansturm der Zombies kaum noch standhalten. Als Merle Dixon, ein schießwütiger Rassist, durchdreht und T-Dog zusammenschlägt, kettet Rick ihn mit Handschellen auf dem Dach fest. Rick und Glenn "tarnen" sich mit Blut und Innereien eines erschlagenen Zombies, damit die Zombies das Frischfleisch nicht riechen können. Auf diese Weise können die beiden Männer eine nahegelegene Baustelle erreichen und Fluchtfahrzeuge kapern. Glenn veranstaltet mit seinem Auto einen Höllenlärm, um die Untoten vom Hinterausgang des Hochhauses wegzulocken. Rick fährt vor und holt seine neuen Gefährten ab. Nur Merle bleibt zurück; bei der überhasteten Flucht verliert T-Dog den Handschellenschlüssel. Er versperrt jedoch den einzigen Zugang zum Dach, so dass Merle vorerst sicher ist.

1.3: Tag der Frösche (Tell it to the Frogs)

Rick und die anderen erreichen das Camp. Rick ist überglücklich, dort Frau und Kind wiederzusehen. Shanes Wiedersehensfreude hält sich allerdings in Grenzen. Am nächsten Tag zeigt sich erstmals ein Zombie in der Nähe des Camps. Die Kreatur wird vernichtet, aber es ist klar, dass der Ort nicht mehr sicher ist. Daryl Dixon, Merles Bruder, kehrt von der Jagd zurück und erfährt von Merles Schicksal. Er beruhigt sich erst, als Rick versichert, dass er Merle retten will. Rick hat noch weitere Gründe, nach Atlanta zurückzukehren: Er musste seine Reisetasche voller dringend benötigter Waffen und Munition zurücklassen. Darin befindet sich auch ein Walkie-Talkie, das die einzige Möglichkeit darstellt, Morgan davor zu warnen, Atlanta zu betreten. Rick und Daryl machen sich auf den Weg in die Stadt. T-Dog kommt mit, Glenn führt die kleine Gruppe an, da er einen sicheren Weg kennt. Die Angst vor den tobenden Zombies und dem Tod durch Verdursten haben Merle jedoch zu einer verzweifelten Tat getrieben. Auf dem Hochhausdach liegt nur noch Merles Hand, die er sich mit einer Säge abgetrennt hat...

Lori macht Shane unmissverständlich klar, dass zwischen ihnen Schluss ist. Sie hatte sich nur mit ihm eingelassen, weil er behauptet hatte, Rick sei tot. Shane lässt seinen Frust an Ed aus, der die Frauen im Camp - insbesondere seine Frau Carol - immer wieder terrorisiert. Shane schlägt den Mann fast tot.

1.4: Vatos (Vatos)

Als Rick und seine Begleiter nach Merle suchen und die Waffen holen wollen, kommt ihnen eine Latino-Gang in die Quere. Glenn wird gefangen genommen, aber einer der Latinos fällt Rick in die Hände. Der Gefangenenaustausch droht zu eskalieren, denn keine der beiden Gruppen will auf die Waffen verzichten. Da erscheint die Großmutter des vermeintlichen Bandenchefs. Es stellt sich heraus, dass die Latinos keineswegs Gangster sind, sondern Altenpfleger und Verwandte von Insassen eines Altenheims, in dem sie sich jetzt verstecken. Sie sind in der Stadt zurückgeblieben, um die hilflosen Alten zu schützen. Das Gangster-Image haben sie sich zugelegt, um Plünderer abzuschrecken. Man einigt sich friedlich; Rick überlässt der anderen Gruppe die Hälfte der Waffen. Der Rückweg zum Camp dauert länger als geplant, denn das zurückgelassene Auto ist verschwunden. Wahrscheinlich hat sich Merle damit aus dem Staub gemacht. Als sich die Männer dem Camp nähern, hören sie Schüsse - Zombies greifen an! Einige Menschen werden getötet, darunter Ed und Andreas Schwester. Rick und die anderen kommen gerade noch rechtzeitig, um den anderen beizustehen. Die Zombies werden abgewehrt.

1.5: Tag 194 (Wildfire)

Das Camp muss aufgegeben werden. Zunächst werden die Toten beerdigt, nachdem sichergestellt ist, dass sie sich nicht wieder erheben werden. Ein Mann namens Jim wurde von einem Untoten gebissen und ist somit infiziert. Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen Rick und Shane wegen der Frage, wohin die Gruppe weiterziehen soll. Shane schlägt einen Armeestützpunkt vor, Rick dagegen will erneut nach Atlanta zurückkehren, denn dort hat die nationale Gesundheitsbehörde (CDC) ihren Sitz. Wenn es überhaupt irgendwo Rettung für Jim gibt, dann dort. Während einer Patrouille beobachtet Dale Horvath, wie Shane auf Rick zielt, dann aber doch nicht abdrückt. Danach stimmt Shane Ricks Plan zu. Eine Familie fährt allerdings nicht mit. Die Leute wollen sich allein zu Verwandten in Alabama durchschlagen. Die restliche Gruppe bricht auf. Rick deponiert eine Botschaft für Morgan Jones, den er über Funk nicht erreicht hat. Unterwegs wird Jims Fieber immer schlimmer. Schließlich bittet er selbst darum, zurückgelassen zu werden. Die Gruppe erreicht das CDC, doch das Zentrum scheint verlassen zu sein. Die Sicherheitstore sind verschlossen. Überall liegen Tote, bald tauchen die ersten Zombies auf. Die Menschen geraten in Panik, doch dann öffnet sich eines der Tore.

Tatsächlich befindet sich nur ein einziger Mann im CDC: Dr. Edwin Jenner, ein Wissenschaftler, der seit dem Ausbruch der Seuche nach einem Heilmittel sucht, bisher jedoch ohne Erfolg. Die dringend benötigten Gewebeproben sind gerade erst durch einen Laborunfall vernichtet worden. Verzweifelt und überzeugt davon, der letzte Mensch auf Erden zu sein, wollte er bereits Selbstmord begehen, hat dann aber die Ankunft von Ricks Gruppe über Außenkameras beobachtet.

1.6: TS-19 (TS-19)

Im bestens gesicherten CDC-Gebäude sind Rick und die anderen Überlebenden zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich in Sicherheit. Heiße Duschen, gutes Essen und Wein tragen weiter dazu bei, dass sich die Stimmung hebt. Die Freude wird aber schon am nächsten Tag getrübt, denn den Überlebenden wird jetzt erst richtig klar, wie groß das Ausmaß der Katastrophe eigentlich ist. Dr. Jenners Berichten zufolge haben die Untoten möglicherweise die ganze Welt überrannt. Jenner ist davon überzeugt, dass die Menschheit aussterben wird. Er hat seit dem Tod seiner Frau alle Hoffnungen aufgegeben. Sie war die Leiterin des Projekts, ist aber mit dem Zombie-Erreger infiziert worden. Sie hat sich als Forschungsobjekt zur Verfügung gestellt und wurde kurz nach der Verwandlung erschossen. Durch ihr Opfer konnte erstmals der genaue Prozess beobachtet werden, der einen Menschen in einen Untoten verwandelt. Jenner, der nicht ihre Genialität besitzt, konnte ihre Arbeit nicht zu Ende bringen.

Außerdem geht der Treibstoffvorrat der Stromaggregate zur Neige. Nach und nach werden alle unnötigen Geräte automatisch abgeschaltet. Die gesamte Anlage wird sich selbst zerstören, sobald die Stromversorgung endgültig zusammengebrochen ist. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass die im CDC gelagerten gefährlichen Erreger freigesetzt werden. Das ist zwar angesichts der globalen Katastrophe eine überflüssige Vorsichtsmaßnahme, aber die "Dekontamination" läuft vollautomatisch ab. Jenner kann sie nicht stoppen, und das Gebäude ist hermetisch abgeriegelt. Rick besitzt jedoch eine Handgranate, mit der er eines der Panzerglasfenster im oberen Bereich der Anlage zerstören kann. So können die Überlebenden entkommen. Jenner bleibt zurück, da er einen schnellen Tod dem grausamen Ende vorzieht, das er draußen erwartet. Jacqui, eine Frau aus Ricks Gruppe, bleibt mit ihm im Bunker. Die anderen Überlebenden fahren ins Ungewisse, nachdem das gesamte CDC-Gebäude durch eine gewaltige Explosion vernichtet worden ist.

Kommentar:

Zombiefilme gibt's wie Sand am Meer, aber Zombie-Fernsehserien? Die gab es vor "The Walking Dead" noch nicht. Jedenfalls kenne ich keine. "The Walking Dead" ist die Realverfilmung der gleichnamigen Graphic Novels von Robert Kirkman. Die Comicserie läuft schon seit Jahren sehr erfolgreich, und auch die Fernsehserie hatte bis jetzt großen Erfolg. Die zweite Staffel wird derzeit bereits in Deutschland ausgestrahlt, eine dritte wurde angekündigt. Die Blu-ray enthält eine leicht geschnittene Fassung der Serie. Bis auf den Pilotfilm und die letzte Episode wurden einzelne Gewaltspitzen aus allen Folgen entfernt. Die Schnitte sind immer nur ein paar Sekunden lang, ärgerlich ist diese Zensur aber natürlich trotzdem.

"Zombie-Serie" ist zwar nicht zu viel gesagt, denn es gibt keine Episode ohne zumindest ein paar Untote. Die spielen aber, vom Pilotfilm vielleicht mal abgesehen, nicht die Hauptrolle. Gemetzel, Angriffe, Verfolgungen und andere typische Horror-Versatzstücke sind durchaus vorhanden, stehen aber nicht im Mittelpunkt. Stattdessen wird eine gut ausgewogene Mischung aus Charakterdrama, Endzeit-Roadmovie und Horror geboten. Kern der Serie sind die Beziehungen der Menschen untereinander, ihr Überlebenskampf in einer womöglich globalen Katastrophe und die Art und Weise, wie sie mit dieser Situation umgehen, d.h. wie sie sich angesichts der radikal veränderten Lebensumstände selbst verändern. Man hat es nicht mit eindimensionalen Klischeefiguren zu tun, sondern mit "echten" Personen, deren Schicksal dem Zuschauer nicht gleichgültig ist. Man kann sich mit ihnen identifizieren und nimmt Anteil an ihrem Schicksal. Sie sind keine Actionhelden, sondern normale Menschen, Durchschnittsbürger eben, die sich irgendwie durchschlagen müssen. Rick Grimes kann zwar als Hauptfigur bezeichnet werden, aber der "harte Kern", bestehend aus Lori, Shane, Glenn, Andrea, Dale und ein paar anderen, wird keineswegs vernachlässigt. Jede dieser Figuren hat ihre eigenen Ecken und Kanten. Jeder hat mindestens einen starken Moment in der Serie, jeder reagiert anders auf den Wegfall der Ordnung, den Verlust der zivilisatorischen Errungenschaften, die permanente Bedrohung usw. - und keiner ist unantastbar. Bis zum Schluss der Staffel kann man nicht sicher sein, dass alle überleben werden... und es überleben auch nicht alle!

Das soll jetzt aber nicht heißen, dass die Zombies zu kurz kämen. Keineswegs! Es ist im Gegenteil ganz erstaunlich, was hier gezeigt wird. Wie ich schon sagte: Meines Wissens gab es vor "The Walking Dead" keine Zombie-Fernsehserien, und noch vor... sagen wir... zehn Jahren wäre eine solche Serie meiner Meinung nach nicht möglich gewesen. Fress-Szenen, Kopfschüsse, abgetrennte Gliedmaßen und dergleichen im Fernsehen? Undenkbar! Es gibt eine ganze Reihe von Kinofilmen, die wegen erheblich weniger Gore und Gewalt indiziert worden sind. Die Zeiten haben sich geändert: Wenn man mal von den (geringfügigen) Zensierungen der Episoden 2 - 5 absieht, enthält die Serie genau die nötige Härte. Das geht schon mit den ersten Szenen des Pilotfilms los. Rick ist mit dem Auto unterwegs und sucht nach Benzin. Er sieht ein kleines Mädchen und denkt, das Kind sei eine Überlebende. Es ist jedoch ein Zombie. Rick ist gezwungen, es per Kopfschuss zu erlösen. Durch diese Szene wird gleich klar gemacht: Das ist kein Kindergeburtstag - das ist die Hölle auf Erden! Die Überlebenden verhalten sich konsequent. Sie haben begriffen, welche Bedrohung die Zombies darstellen, und sie gehen ohne Sentimentalität gegen sie vor. Sie machen also nicht denselben Fehler wie die Protagonisten in vielen anderen Genrefilmen und verwechseln die Untoten nicht mit den Lebenden. Nur Morgan Jones hat damit ein Problem - Andrea verhält sich bei der "Wiederauferstehung" ihrer Schwester ganz anders.

Die Spezialeffekte, vor allem Make-up und Masken, aber erfreulich wenig CGI, gehören zum besten, was ich je in einem Zombiefilm gesehen habe. Musterbeispiel für das mehr als gelungene Zombie-Design ist das so genannte "Fahrradmädchen": Der Zombie besteht nur noch aus der oberen, schon stark verwesten Körperhälfte. Unten hängen ein paar Gedärme und ein Oberschenkelknochen heraus. Trotzdem "lebt" das Ding noch und versucht Rick anzugreifen. Man kann fast spüren, was für eine Qual diese Existenz für das arme Wesen bedeuten muss. Die Protagonisten sprechen übrigens nie von "Zombies", sondern immer nur von "Beißern" oder "Streunern".

Hier noch ein paar zusammenhanglose Gedanken zu den einzelnen Episoden:

Ep. 1 (Pilotfilm): Zugegeben - die Serie beginnt ziemlich genauso wie 28 Days later, auch sonst hat man so manches schon mehr als einmal gesehen, teils erst in jüngerer Zeit. Seien es verlassene Großstädte wie in I am Legend oder von Zombies belagerte Kaufhäuser wie im Dawn of the Dead - Remake. Aber welche neuen Aspekte kann man aus der Zombie-Apokalypse noch herausholen? In "The Walking Dead" hat der Untergang der Zivilisation schon stattgefunden. Die Serie hält sich nicht damit auf, den Ausbruch der Seuche zu zeigen oder zu erklären, was die Ursache für die Zombiefizierung ist. Stattdessen wird der Zuschauer genauso wie der ahnungslose Rick in die neue Welt hineingeworfen. Man weiß zwar nicht, wie lange Rick im Krankenhaus nicht versorgt worden ist, aber es muss sich um einen Zeitraum von mehreren Tagen, wenn nicht Wochen, gehandelt haben. Ich weiß nicht, ob es glaubwürdig ist, dass er das überlebt. Immerhin wird gezeigt, dass er völlig dehydriert ist und sich zunächst kaum bewegen kann. Sein Ritt in die von Zombies überrante Stadt ist einer der absoluten Höhepunkte der Serie.

Ep. 2 und 3 haben handlungstechnisch und von der Zombie-Action her nicht sehr viel zu bieten, dafür umso mehr Charakterentwicklung. Die anderen Hauptpersonen werden eingeführt, das Beziehungsgeflecht wird herausgearbeitet. Allerdings verhalten sich die Überlebenden nicht immer logisch. Wenn ich wüsste, dass überall Zombies lauern können, dann würde ich nicht ausgerechnet in einem Zelt kampieren! Und mich erst recht nicht auf ein Schäferstündchen im Wald verabreden...

...und so kommt es in Ep. 4, wie es kommen muss: Das Camp wird angegriffen. Noch genialer als das entbrennende Gemetzel ist jedoch der Humor dieser Folge. Die vermeintlich knallharten Latino-Gangster entpuppen sich als treusorgende Angehörige zurückgebliebener alter Leute - und ihre angeblich so blutrünstigen Killerhunde sind Chihuahuas!

Ep. 5 und 6: Durch den plötzlichen Schnitt zu Dr. Jenner ist man zunächst einmal verblüfft. Leider hat auch Jenner keine Ahnung, wodurch Tote in Zombies verwandelt werden, von einem Heilmittel ganz zu schweigen. Ep. 6 beginnt mit einem kurzen Rückblick auf den Ausbruch der Seuche. Shane wollte Rick retten und hat vermutlich wirklich geglaubt, sein Freund sei tot. Dadurch wird Shane allerdings nicht viel sympathischer. Der Mann ist eine tickende Zeitbombe, und er ist nur eines von mehreren Beispielen dafür, dass der Mensch auch in einer Welt voller Zombies immer noch des Menschen größter Feind ist... Ich verstehe nicht, warum die Überlebenden nicht nach neuem Treibstoff für die Aggregate suchen. Dass Jenner allein das nicht gewagt hat, ist verständlich. Aber nach der Ankunft der anderen? Da wäre das doch sicher möglich gewesen. Zumal mehrere Humvees, Panzer und andere Fahrzeuge direkt neben dem CDC stehen. Was mag Jenner Rick ins Ohr geflüstert haben? Übrigens: Sollte Morgan Jones Ricks letzter Botschaft folgen, dann wird er lediglich vor den Trümmern des CDC stehen - dort hinterlässt Rick keine weitere Botschaft für ihn...

Blu-ray-Features:

Das Making of enthält zwar die übliche Zusammenstellung aus Filmszenen, Interviewschnipseln und Hinter-den-Szenen-Material, ist aber doch interessant und gut gemacht. Man sieht viele Zombie-Masken aus der Nähe, außerdem wird auf die Graphic Novels eingegangen und Kirkman kommt auch selbst zu Wort. Der Beitrag "Hinter den Kulissen" enthält kein dokumentarisches Material, stattdessen erklären die Schauspieler ihre Rollen. Das sind die beiden größten Batzen des Bonusmaterials. Hinzu kommt eine ganze Reihe kürzerer Featurettes, in denen das Bewegungstraining der Zombie-Komparsen, die Entstehung der "Fahrradmädchen"-Ganzkörpermaske im Zeitraffer und die Schauspieler an verschiedenen Drehorten gezeigt werden. Außerdem geben die Maskenbildner Make-up-Tipps, während sie vor laufender Kamera jemanden in einen Zombie verwandeln. Zu guter Letzt sieht man die Produzenten, den Regisseur und die Schauspieler, wie sie beim Comic-Con einige Fragen beantworten. Insgesamt eine schöne Ausstattung für eine geniale TV-Serie.

J. Kreis, 30.11.2011


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