Vindicator


Vindicator (Kanada, 1986)
- The Vindicator -

DVD Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 92 Minuten

Extras:
Keine

Regie:
Jean-Claude Lord

Hauptdarsteller:
David McIlwraith (Carl Lehman)
Teri Austin (Lauren Lehman)
Richard Cox (Alex Whyte)
Maury Chaykin (Burt Arthurs)
Pam Grier (Hunter)
Catherine Disher (Catherine Collins)




Story

Carl Lehman, Wissenschaftler bei der Aerospace Research Corporation (ARC), begeht einen fatalen Fehler, als er den Konzernchef Alex Whyte wegen drastischer Budgetkürzungen zur Rede stellt. Whyte hat mehr als eine Million Dollar für Geheimprojekte abgezweigt. Carl will wissen, was es damit auf sich hat, sonst wird er Whytes Machenschaften an die Öffentlichkeit bringen. Carl war Whyte schon seit längerer Zeit unbequem und jetzt ist das Maß voll. Ein Laborunfall wird inszeniert, bei dem Carl angeblich ums Leben kommt. Doch obwohl Carls Körper verbrannt und verstümmelt ist, hat er überlebt. Zumindest ist er noch nicht hirntot. Whyte weiht die Wissenschaftler Ian Massey, Gail Vernon, Kurt Kessler und Joe Simpson in seine Pläne ein. Carl wird buchstäblich zum Herzstück des Projekts "Frankenstein". Ziel ist die Entwicklung eines Raumanzuges aus annähernd unzerstörbarem Material, der einem Menschen das Überleben auf dem Mars ermöglichen soll und mit starken Servomotoren ausgestattet ist. Was von Carls Körper noch übrig ist, wird in den Anzug eingesetzt. Das Gehirn wird mit einem Computer verbunden, der so programmiert ist, dass er auf jede Bedrohung mit tödlicher Gewalt reagiert. Selbst wenn man Carl nur berührt, übernimmt das Computerprogramm die Kontrolle und deaktiviert sich erst wieder, wenn die Bedrohung restlos eliminiert ist. Whyte kann den Cyborg über ein Fernsteuermodul lenken.

Der Anzug scheint jedoch nicht zu funktionieren, Carl kommt nicht zu Bewusstsein. Vernon entfernt das Fernsteuermodul, als sie mit dem Cyborg allein im Labor ist. Prompt erwacht Carl zum Leben. Vernon versucht das Modul wieder einzubauen, doch dadurch wird die Aggressionsschaltung ausgelöst. Carl schleudert die Unglückliche durch den Raum. Die Käfige der Versuchstiere öffnen sich. Carl flieht durch die Lüftungsschächte und entkommt in einem Müllwagen. Vernon wird von den Versuchstieren getötet. Whyte heuert die Söldnerin Hunter und deren Team an; Carl soll vernichtet werden. Carl landet in der Müllverbrennungsanlage, doch dort wird nur die Außenhülle des Cyborgkörpers zerstört. Carl sieht jetzt zwar furchterregend aus, ist aber voll funktionsfähig. Er ist innerlich immer noch er selbst. Er weiß sehr gut, was mit ihm geschehen ist und wer die Schuld dafür trägt. Was es mit der Aggressionsschaltung auf sich hat, wird ihm klar, als er von drei Rockern überfallen wird. Er kann sich nicht gegen die Programmierung wehren und hört erst auf zu kämpfen, als die jungen Männer tot sind. Carl findet eine Möglichkeit, mit seiner schwangeren Frau Lauren zu sprechen, ohne sich ihr zeigen zu müssen. Obwohl er sie vor Whyte warnt, konfrontiert sie ihn mit ihrem Wissen. Somit gerät sie selbst in Gefahr und wird ab sofort observiert, so dass Whyte erfährt, dass Carl mit Lauren in Kontakt steht.

Carl stattet Massey einen Besuch ab, denn er weiß, dass der Wissenschaftler hinter dem "Laborunfall" steckt. Er will wissen, warum man ihm das angetan hat. Massey behauptet, man könne die Programmierung in der Firmenzentrale ändern, schießt dann aber auf Carl. Das Aggressionsprogramm wird ausgelöst. Massey wird getötet, anschließend verschwindet Carl in der Kanalisation. Hunter beseitigt die einzige Zeugin und nimmt die Verfolgung auf. Carl wird in die Enge getrieben und mit Säuregewehren beschossen. Dabei wird sein Lebenserhaltungssystem beschädigt. Er setzt sich zur Wehr, wodurch zwei von Hunters Leuten sowie Kessler ums Leben kommen. Wenig später kommt es doch noch zu einer Begegnung zwischen Carl und Lauren. Lauren liebt ihren Mann trotz seines grausigen Aussehens immer noch. Er bittet sie, ein Treffen mit seinem Freund und Kollegen Burt Arthurs zu arrangieren, damit der ihm Zugang zu Whytes Projektdaten verschafft. Carl ahnt nicht, dass Arthurs mit Whyte gemeinsame Sache gemacht hat, um Lauren, die er schon seit langem begehrt, nach Carls "Tod" für sich gewinnen zu können. Arthurs lockt Carl in eine Falle. Der Cyborg wird in einem Kunstharzblock eingeschlossen und soll von Simpson per LKW zur Vivisektion ins ARC-Forschungszentrum gebracht werden. Durch seine unermessliche Kraft gelingt es Carl, den Block zum Splittern zu bringen, so dass sich die Verankerung löst. Durch die Gewichtsverlagerung kommt der LKW ins Schlingern und stürzt in einen Abgrund. Carl übersteht den Absturz und ist nun wieder frei.

Währenddessen macht sich Arthurs an Lauren heran. Eigentlich sollte er sie in Whytes Auftrag beseitigen, doch er möchte mit ihr untertauchen. Da Lauren seine Avancen zurückweist, wird Arthurs gewalttätig und versucht sie zu erwürgen. Mit Hilfe ihrer Freundin Catherine gelingt es Lauren, sich zu befreien. Da erscheint Hunter und bricht Catherine das Genick. Arthurs schlägt Lauren nieder. Er soll Catherines Leiche und die bewusstlose Lauren in einem See versenken. Carl verhindert das und tötet Arthurs. Hunter entkommt. Sie bringt Lauren zu Whyte, um Carl mit Hilfe der Geisel dazu zu zwingen, sich das Fernsteuermodul einsetzen zu lassen. Carl macht seinen Gegnern einen Strich durch die Rechnung, indem er sich am ARC-Zentralcomputer umprogrammiert und das Aggressionsprogramm löscht. Als Hunter feststellt, dass sie Carl nicht aufhalten kann, begeht sie Selbstmord. Whyte, der inzwischen Vernon, Kessler und sich selbst in Cyborgs verwandelt hat, greift Carl an. Während die beiden kämpfen, gelingt es Lauren, die Lebenserhaltungssysteme der beiden anderen gerade erst erwachenden Cyborgs zu zerstören, so dass sie endgültig sterben. Carl bezwingt Whyte, kurz bevor sein eigenes Lebenserhaltungssystem versagt. Jahre später besucht Lauren ein NASA-Museum mit ihrem Sohn. Dort ist Carls Cyborgkörper ausgestellt. Der offiziellen Version zufolge hat er sein Leben geopfert, um den Prototypen eines Raumanzuges zu testen, der die erste bemannte Marslandung möglich gemacht hat.


Kringels Meinung

Kommt es euch nicht auch manchmal so vor, als hätte irgendjemand es geschafft, Zugang zum Drehbuch eines in Arbeit befindlichen Films zu erhalten, so dass er in der Lage ist, kurz vor dem Kinostart dieses Films - oder wenigstens in etwa zur gleichen Zeit - ein ähnliches, aber weit von dessen Blockbuster-Qualität entferntes Produkt in die Lichtspielhäuser zu bringen? Damit meine ich nicht Mockbuster wie "Transmorphers", "The Terminators" oder "I am Omega", also indiskutable Billigst-Plagiate, deren Namen der unkundige Kinogänger oder DVD-Käufer mit Transformers, Terminator und I am Legend verwechseln soll, sondern eigenständige Produktionen. "Deep Impact" und "Armageddon" sind Beispiele dafür. Bei "Vindicator" hatte ich diesen Verdacht erstmals, denn wenig später kam Robocop in die Kinos, und da waren die Parallelen doch sehr offensichtlich. Warum der Film "Vindicator" (engl.: Beschützer, Verteidiger) heißt? Wahrscheinlich weil das so ähnlich klingt wie "Terminator" (1984). Möglicherweise sollte an den Erfolg dieses Films angeknüpft werden. Man hat sich aber auch bei anderen vergleichbaren Werken bedient. "Frankenstein" wird im Film sogar ausdrücklich genannt.

Nichtsdestotrotz war ich damals von "Vindicator" schwer beeindruckt, denn da kannte ich "Robocop" ja noch nicht! Ich fand die Vermischung von Horror- und Science-Fiction-Elementen interessant. Die Vorstellung, von den Toten wiedererweckt zu werden und sich dann als entstellter Beinahe-Leichnam im Inneren einer Roboterhülle wiederzufinden, mit der man untrennbar verschmolzen ist, war ziemlich beunruhigend. Die Szenen, in denen Carl den Helm abnimmt, so dass das teilweise skelettierte Gesicht zum Vorschein kommt - siehe Screenshot unten - habe ich nie vergessen. Die Gewaltdarstellung hat (bzw. hatte - heutzutage hat man sich ja an ganz andere Sachen gewöhnt) es in sich. So zerdrückt Cyborg-Carl den noch in einem Motorradhelm befindlichen Schädel eines Rockers, wobei eklige Mantsch-Geräusche erklingen. Hunter tötet Masseys Betthäschen, indem sie ihr eine lange Nadel von hinten durch den Hals stößt. Carl zerquetscht ein Auto, in dem sich Arthurs und Catherines Leichnam befinden. Das ist nicht angenehm für den Widerling, dessen Vergewaltigungsversuch zuvor auch ziemlich heftig war. Dazu dann noch ein paar Kampfszenen, ein bisschen Pyrotechnik - das Ergebnis hat mich überzeugt. Immer dran denken: Das war 1986. Also in der Steinzeit. Wir hatten ja sonst nichts!

Nach nunmehr fast 30 Jahren habe ich den Film erstmals wieder gesehen, und jetzt sieht die Sache ganz anders aus. Zunächst mal kommt "Vindicator" derart behäbig daher, dass ich mich frage, wie ich den Film je für spannend halten konnte. Die schwerfällige Inszenierung hat aus heutiger Sicht wenig mit "Action" zu tun. Die Szenen, in denen Hunters Team durch die Kanalisation schleicht, sind Musterbeispiele dafür, wie man es nicht machen sollte: Viel zu sehr in die Länge gezogen und bar jeglicher Dynamik. Die Spezialeffekte ... na ja. Der Cyborg-Ganzkörperanzug erfüllt durchaus seinen Zweck, aber ein bisschen trashig sieht er schon aus und auch sonst wirkt der Film eher billig. In Sachen Logik oder auch nur Nachvollziehbarkeit sieht es teilweise ziemlich mau aus. So wird Laurens Wohnung durchsucht, während sie bei der Beerdigung ist. Warum und von wem? Das wird weder erklärt noch später wieder aufgegriffen. Das Konzept des Raumanzugs leuchtet mir nicht wirklich ein. Es sieht so aus, als wäre von Carl nicht viel mehr als der Kopf übrig. Das würde ja bedeuten, dass man mit den Astronauten der angestrebten Marsmission dasselbe machen müsste! In diesem Zusammenhang frage ich mich, wie es Whyte wohl geschafft haben mag, sich beim Showdown innerhalb weniger Minuten eigenhändig zu vercyborgisieren. Und welchen Zweck soll denn bitteschön die Aggressionsschaltung haben? Für die Marsmission wäre sie völlig sinnlos und auch sonst halte ich es für eine verdammt schlechte Idee, einen unzerstörbaren, superstarken Cyborg so zu programmieren, dass er schon bei der kleinsten Berührung Amok läuft. Dass Massey, der über all das genau im Bilde sein muss, dumm genug ist, auf Carl zu schießen, kann ich nur als idiotisch bezeichnen.

Immerhin: Sollte nicht bei "Robocop" geklaut worden sein, dann muss man dem Film zumindest zugute halten, dass eine originelle Grundidee entwickelt wurde.


DVD-Features

Es ist keinerlei Bonusmaterial vorhanden. Die Bildqualität bewegt sich auf VHS-Niveau und der Ton (englisches Original und deutsche Synchro) liegt nur in Mono vor.


Screenshots


Vindicator

Mr. und Mrs. Lehman


Vindicator

Das Frankenstein-Team v.l.n.r.: Simpson, Kessler, Vernon, Whyte und Massey


Vindicator

Carl nach der Wiedererweckung, Fernsteuermodul ist entfernt


Vindicator

Die schicke goldene Außenhülle ist nach dem Besuch in der Müllverbrennungsanlage futsch


Vindicator

"You can't love ... this!"


Vindicator

Arthurs findet sein verdientes Ende


Vindicator

Na na, Hunter - so schlecht ist der Film nun auch wieder nicht!


J. Kreis, 07.12.2015




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