Valerian - Die Stadt der tausend Planeten


Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (F, 2017)
- Valerian and the City of a Thousand Planets -

Blu-ray, Universum Film
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 137 Minuten

Extras:
- Interviews mit Cast & Crew (25:12 Min.)
- Featurette: Wir sehen uns im Weltraum (3:36 Min.)
- Trailer

Regie:
Luc Besson

Hauptdarsteller:
Dane DeHaan (Valerian)
Cara Delevingne (Laureline)
Clive Owen (Arün Filitt)
Sam Spruell (Okto Bar)




Inhalt

Im 28. Jahrhundert ist die Menschheit Mitglied einer aus tausenden Spezies bestehenden interstellaren Völkergemeinschaft. Begegnungsstätte und Hort des Wissens aller Völker ist die gigantische Raumstation Alpha, ein aus unzähligen kleineren Stationen, Raumschiffen und anderen Objekten hervorgegangenes Konglomerat, in dem Millionen von Intelligenzwesen aus allen Teilen der Milchstraße zusammenleben. Mit weitreichenden Vollmachten und Hightech-Ausrüstung ausgestattete Spezialagenten wie Major Valerian und dessen Partnerin Sergeant Laureline sorgen für Recht und Ordnung in der Galaxis. Eines Tages hat Valerian einen beunruhigenden Traum. Er sieht, wie der Planet Mül durch aus dem All herabstürzende Raumschiffstrümmer vollständig vernichtet wird. Fast alle Bewohner der paradiesischen Welt, die friedlichen, eng mit der Natur verbundenen Pearls, finden den Tod. Darunter auch Prinzessin Lihio-Minaa, die Tochter von Kaiser Haban-Limai. Der Kaiser, seine Gattin Aloi und einige Dutzend Pearls überleben den Weltuntergang in einem Raumschiffswrack. Müls Vernichtung liegt 30 Jahre in der Vergangenheit und ist allgemein bekannt, allerdings wurde bislang angenommen, dass der Planet unbewohnt war. Valerian hat keine Zeit, sich genauer mit dem Traum zu befassen, denn sein nächster Einsatz steht unmittelbar bevor. Außerdem versucht der etwas zu leichtsinnige junge Mann hartnäckig bei Laureline zu landen, hat bei der selbstbewussten Schönen aufgrund seiner langen Liste früherer Liebschaften bisher aber auf Granit gebissen.

Valerian und Laureline haben den Auftrag, gestohlenes Regierungseigentum wiederzubeschaffen, das in einer anderen Dimension auf dem Schwarzmarkt verkauft werden soll. Es handelt sich um den letzten existierenden Mül-Transmutator, ein kleines Echsenwesen, das die Fähigkeit besitzt, jedwedes Objekt in Sekunden hundertfach zu vervielfältigen, mit dem es gefüttert wird. Die Agenten sind erfolgreich, außerdem beobachtet Valerian zwei Pearls, die den Transmutator kaufen wollten, und nimmt ihnen ein Objekt ab, das sie als Bezahlung einsetzen wollten: Eine unscheinbare Perle, in der eine gewaltige Energiemenge gespeichert ist. Valerians Versuch, mehr über Mül herauszufinden, wird jäh beendet. Für die Informationen über den Planeten gilt die höchste Geheimhaltungsstufe. Valerian und Laureline werden Commander Arün Filitt als Leibwachen zugeteilt. Filitt leitet eine Krisensitzung, bei der es um eine existenzbedrohende Entwicklung tief im Inneren Alphas geht. Dort ist eine extrem verstrahlte und verseuchte Zone entstanden, in der kein Leben möglich ist und die sich weiter ausbreitet. Erkundungsteams wurden ausgesandt, aber niemand ist zurückgekehrt. Die Sitzung wird von Pearls überfallen, die den Commander entführen und in die "Rote Zone" bringen. Valerian setzt zur Verfolgung an, erleidet aber Schiffbruch. Laureline muss sich ihren Befehlen widersetzen und die Hilfe einiger Stationsbewohner in Anspruch nehmen, um ihren Partner wiederzufinden. Dabei gerät sie in Gefangenschaft. Valerian befreit sie mit Unterstützung des Gestaltwandlers Bubble, der im Verlauf der Ereignisse tödlich verwundet wird.

Nachdem alle Schwierigkeiten überwunden sind, erreichen Valerian und Laureline die Rote Zone. Hierbei wird Valerian von Visionen in die richtige Richtung geleitet. Die Agenten stellen fest, dass keinerlei Strahlung oder sonstige Gefahr existiert. Im Grunde ist der angeblich so tödliche Bereich nur ein großer Hohlraum, dessen einziger Zugang durch einen Energieschirm gesichert ist. Einige Pearls kommen durch den Energieschirm und lassen die Agenten passieren. Sie werden Kaiser Haban-Limai und Kaiserin Aloi vorgeführt. Man vertraut ihnen, denn Valerian trägt den Geist von Lihio-Minaa in sich. Die Pearls besitzen die Fähigkeit, sich im Moment des Todes auf telepathischem Wege in ein anderes Lebewesen zu versetzen. Die Prinzessin hat Valerian erwählt, wodurch sich sein seltsamer Traum erklärt. Der Kaiser berichtet, was sich vor 30 Jahren wirklich ereignet hat. In der Nähe Müls ist es zu einer schrecklichen Raumschlacht zwischen den von Commander Filitt befehligten Streitkräften der Menschen und einer feindlichen Macht gekommen. Filitt hatte eine Superwaffe gegen die Feinde eingesetzt und die Vernichtung Müls als Kollateralschaden in Kauf genommen, obwohl man ihn zuvor darüber informiert hatte, dass es dort intelligentes Leben gab. In den folgenden Jahren hat Filitt alles darangesetzt, dieses Ereignis zu vertuschen. Er hat die Rote Zone erfunden, als ihm bekannt wurde, dass es überlebende Pearls gibt, die sich im Inneren Alphas niedergelassen haben.

Die Pearls streben nicht nach Rache. Die sanftmütigen Humanoiden haben den Menschen längst vergeben. Ihr Habitat ist nichts anderes als ein Raumschiff, dessen Inneres sie in ein Abbild ihres Planeten verwandeln wollen. Hierfür und zum Start des Schiffes brauchen sie große Mengen jener Energieperlen, deren letztes Exemplar sich in Valerians Besitz befindet. Die Perlen können mit dem Transmutator hergestellt werden, den Laureline während des ganzen Einsatzes mit sich herumgeschleppt hat. Widerstrebend willigt Valerian ein, womit er Laurelines Herz gewinnt. Man hat jedoch die Rechnung ohne Filitt gemacht, der sich immer noch in der Gewalt der Pearls befindet. Seine vorprogrammierten K-Tron-Kampfroboter greifen die Pearls an, wobei sie sich sogar gegen die Soldaten wenden, die Valerian und Laureline in die Rote Zone gefolgt sind. Gleichzeitig startet ein Coutdown, nach dessen Ablauf das Schiff der Pearls mit Sprengladungen vernichtet werden soll. Valerian zerstört die K-Trons, während General Okto Bar, Filitts Stellverterter (der die Wahrheit inzwischen selbst herausgefunden hat), dafür sorgt, dass der Countdown in letzter Sekunde gestoppt wird. Filitt wird verhaftet. Das Schiff der Pearls startet ungehindert. Valerian und Laureline verlassen es mit einer kleinen Rettungskapsel, nachdem Lihi-Minaas Seele freigesetzt wurde, damit sie ihre letzte Ruhe finden kann. Zum wiederholten Mal macht Valerian seiner Partnerin einen Heiratsantrag. Sie antwortet mit einem Kuss, der soviel bedeutet wie "vielleicht".


Kringels Meinung

Meine Güte, in diesem Film stimmt ja überhaupt nichts! Und nein, ich vergleiche ihn nicht mit der zugrunde liegenden französischen Comicserie von Pierre Christin und Jean-Claude Mezieres, die hierzulande unter dem Titel "Valerian und Veronique" erschienen ist. Ich habe sicher die eine oder andere Ausgabe gelesen, aber das ist Jahrzehnte her und ich erinnere mich nicht wirklich daran. Ich bin also kein Fanboy und kann den Film völlig unvorbelastet betrachten. Schwerer fällt es mir da schon, ihn zu sehen, ohne an Luc Bessons Meisterwerk Das fünfte Element zu denken. Beide Filme sind vollgepackt mit skurrilen, verrückten, ungewöhnlichen Ideen, exotischen Schauplätzen voller bizarrer Lebewesen, es gibt wunderbare Kostüme zu bestaunen, merkwürdige Gestalten, eigenartige technische Gerätschaften und so weiter und so fort. Die entsprechenden Kulissen, Spezialeffekte usw. sind leider schon so ziemlich der einzige Punkt, den ich bei "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" loben könnte, wenn sie denn nicht einerseits so seltsam uneinheitlich geraten wären (mal state-of-the-Art-CGI-Effekte, mal Szenen, die aussehen, als wären sie zehn Jahre alt) und andererseits zu einer solchen Reizüberflutung führen würden, dass zumindest meine müden alten Augen zeitweise überfordert waren.

Was haben wir sonst nocht? Eine zum Gähnen langweilige Story mit Figuren ohne jegliches Profil, die nicht ausreicht, um den Film zu tragen, so dass der sehr lange Mittelteil aus weitgehend sinnlosem Hin und Her in der Raumstation Alpha besteht, bei dem es nur darum geht, dass Laureline Valerian sucht, woraufhin Valerian Laureline aus den Klauen von Wesen befreien muss, die ihr Hirn verspeisen wollen, bis hin zum traurigen Höhepunkt (soweit man in diesem Zusammenhang von einem "Höhepunkt" sprechen kann), nämlich dem absolut verzichtbaren Auftritt Rihannas. Hätte ich all diese Verwicklungen beschreiben wollen, wäre die Handlungszusammenfassung doppelt so lang geworden! Ich konnte die verschiedenen Verfolgungsjagden und all den anderen Füllsel aber verlustfrei weglassen. Dann die Liebesgeschichte. Nun, die Beziehung zwischen Bruce Willis und Milla Jovovich in "Das fünfte Element" funktioniert auch nicht so richtig, aber zwischen Dane DeHaan (eine krasse Fehlbesetzung, wie ich finde) und Cara Delevigne (die wenigstens gut aussieht und grimmig gucken kann) ist rein. gar. nichts! Da funkt es nicht, da ist kein Schmackes drin, da gibt es keine wie auch immer geartete Chemie. Das Getue ist nur zum Fremdschämen peinlich.

Nicht mal der Humor vermag zu überzeugen. Zugegeben, es gibt durchaus die eine oder andere amüsante Szene, die sind jedoch Mangelware. Ansonsten kann ich mich nur darüber wundern, mit welcher Beiläufigkeit über "Kollateralschäden" hinweggegangen wird wie zum Beispiel die Soldaten, von denen Valerian und Laureline beim ersten Einsatz begleitet werden. Übrigens ballert Valerian in Sekunden ein Dutzend K-Trons mit einer kleinen Handwaffe weg, während die Robots zuvor eine ganze Truppe schwer bewaffneter Sicherheitskräfte umgemäht haben. Als "Mitreißend" kann ich diese Actionszenen wirklich nicht bezeichnen. "Valerian" ist ein seelenloser, ganz auf bildgewaltige Effekte bedachter und einfach nur enttäuschender Möchtegern-Blockbuster, den man sich mal anschauen kann, wenn die Heimkinoversion billig zu haben ist. Oder noch besser: Blu-ray auf dem Ramschtisch liegen lassen, wo sie hingehört, und lieber "Das fünfte Element" anschauen!


Extras

Ist der Film schon nicht das Gelbe vom Ei, so kann man das Bonusmaterial getrost komplett ignorieren. Abgesehen von einer kurzen Werbefeaturette sind lediglich einige Interviews vorhanden, in denen die Handlung nacherzählt wird. Dazu ein paar Lobhudeleien. Zeichner und Texter der zugrunde liegenden Comics kommen kurz zu Wort. Nur der Regisseur hat ein bisschen mehr zu sagen. Angeblich war es schon lange sein Herzenswunsch, die Comics zu verfilmen, von denen er als Junge fasziniert war. Ihm hat jedoch zunächst das Geld gefehlt, vor allem war die Tricktechnik vor Avatar noch nicht so weit, als dass man die phantastischen Bilderwelten der Comics hätte umsetzen können. Tja, schon komisch, dass "Das fünfte Element" mit niedrigerem Budget und viel weniger Effektszenen ein so viel besserer Film ist als "Valerian"...


J. Kreis, 03.09.2018




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