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uzumaki Uzumaki - Out of this world (Japan, 2000)
DVD - Regionalcode 2, rapid eye movies
FSK: 16
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras
Making of, "Toshios Video", Kinotrailer und Trailer zu anderen DVD-Veröffentlichungen, Filmposter

Regie:
Higuchinsky

Hauptdarsteller:
Eriko Hatsune (Kirie Goshima)
Fhi Fan (Shuichi Saito)
Keiko Takahashi (Yukie Saito)
Ren Osugi (Toshio Saito)
Taro Suwa (Yasuo Goshima)
Masami Horiuchi (Ichiro Tamura)




Inhalt:

In Kurozu, einem kleinen japanischen Städtchen, ereignen sich merkwürdige Dinge. Viele Menschen scheinen von spiralförmigen Mustern fasziniert oder vielmehr besessen zu sein. Kirie und Shuichi, Freunde seit Kindertagen, werden in den Sog der Geschehnisse hineingezogen, als Shuichis Vater Toshio im wahrsten Sinne des Wortes durchdreht. Zuerst hat er nur alle möglichen Dinge, die mit Spiralen verziert oder spiralförmig sind, in der Wohnung angehäuft. Doch dann steigert sich sein Wahnsinn derart, daß er versucht, selbst zu einer Spirale zu werden. Daher läßt er sich von einer Waschmaschine zerquetschen, so daß seine Leiche zusammengerollt wird wie eine Roulade... Auch andere Menschen begehen auf bizarre Weise Selbstmord, wobei ihre Körper in verschiedener Weise spiralförmig deformiert werden. Das Bestreben, sich zu einer Spirale zu verwandeln, hört noch nicht einmal mit dem Tod auf: Der Rauch ihrer Körper, der aus dem Krematorium aufsteigt, windet sich spiralig in den Himmel. Nach Toshios Tod verliert auch Shuichis Mutter den Verstand. Sie entfernt alles von ihrem Körper, was irgendwie an Spiralen erinnert: Haarwirbel, Fingerkuppen, das Innenohr...

Allmählich werden die körperlichen Deformationen der Menschen in Kurozu immer unglaublicher - manche verwandeln sich sogar buchstäblich in so etwas wie riesige Schnecken. Die Realität selbst verzerrt sich immer mehr, überall entstehen spiralförmige Muster. Außerdem scheint es nicht möglich zu sein, die Stadt zu verlassen. Ein Reporter, der vor Ausbruch von Toshios Wahnsinn Kontakt mit diesem gehabt hatte, fängt genauer an zu recherchieren und entdeckt einen Zusammenhang zwischen einem uralten Kult und dem Libellenteich, an dem Kurozu errichtet worden ist. Bevor er seine Erkenntnisse weitergeben kann, fällt er einem Unfall zum Opfer. Kirie und Shuichi wollen aus der Stadt fliehen, doch da wird auch Shuichi von dem unheimlichen Einfluß erfaßt. Sein ganzer Körper verdreht sich auf grauenvolle Weise und aus dem einst freundlichen Jungen wird ein bösartiges Ungeheuer, das Kirie angreift.

Einige Zeit später gleicht Kurozu einer Geisterstadt. Mumifizierte Leichen in allen Stadien der Umwandlung liegen herum, der Himmel ist ein einziger Wirbel aus Wolken. Der Libellenteich scheint das Zentrum dieses Wirbels zu sein. Zuletzt "verdreht" sich auch die Zeit - denn alles beginnt von vorn...

Der Film:

Wenn man die Manga-Comics nicht kennt, die diesem Film zugrunde liegen und wenn man japanische Schriftzeichen nicht lesen kann, dann wird man sich am Ende des Films hilflos fragen, was das Ganze jetzt eigentlich sollte. Eine echte Erklärung gibt es zwar sowieso nicht, aber viele Informationen, die wenigstens als Hinweise für eine Deutung verstanden werden könnten, werden durch kurze Einblendungen von Text vermittelt. Und dazu gibt es keine oder keine ausreichend guten Untertitel. Ich kann euch auch keine Erklärung bieten - was ich im Internet an Infos gefunden habe, läßt darauf schließen, daß es in oder bei Kurozu den Tempel eines Schlangenkults gegeben haben muß. Auf diesen scheint sich alles zu konzentrieren. Irgendwie scheint der Tempel von einem Taifun zerstört worden zu sein und möglicherweise müßte erst ein Opfer auf bestimmte Weise dargebracht werden, damit der immer wiederkehrende Ablauf durchbrochen werden kann.

Aber selbst wenn man nicht das Geringste versteht, kann man "Uzumaki" dennoch genießen. Eigentlich wäre es falsch, ihn als Horrorfilm zu bezeichnen, obwohl Horror-Elemente durchaus vorhanden sind. Es gibt auch einige recht drastische Szenen - in diesem Film wird das Thema "interessantes Sterben" ziemlich auf die Spitze getrieben. "Uzumaki" ist ein visualisierter Alptraum, eine Abfolge merkwürdiger, surrealer Bilder in ungewöhnlichen Kameraeinstellungen. In obiger Zusammenfassung kommt ziemlich oft das Wort "Spirale" vor - im Film ist das nicht anders. Achtet einfach mal darauf, was sich um die Hauptpersonen herum abspielt. Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie oft ihr dort auf diese Form stoßen werdet. Auch die Handlung verläuft "spiralförmig": Sie fängt langsam und harmlos an, um sich dann immer schneller einem Kulminationspunkt zu nähern.

Wenn ihr euch diesen Film anschauen wollt, dann macht euch vorher klar, daß ihr es weder mit einem Horrorschocker zu tun habt, noch mit einem jener Mystery-Thriller im Stil von "The Ring". Und ihr solltet euch bewußt machen, daß der Film sehr "fernöstlich" ist - die Art, wie in Filmen dieser Art Geschichten erzählt werden, ist eben ein wenig gewöhnungsbedürftig. Wenn ihr euch dennoch auf "Uzumaki" einlasst, dann erwartet euch eine faszinierende Bilderwelt, die ihr so schnell nicht vergessen werdet.

Die DVD:

Leider haben es nur zwei halbwegs interessante Extras auf die DVD geschafft. Das sogenannte Making of ist eigentlich in der Hauptsache ein wenig aussagekräftiges Interview mit der niedlichen, aber sehr schüchternen Hauptdarstellerin des Films, gemischt mit einigen sehr schnell geschnittenen Aufnahmen von den Dreharbeiten, die man sich am besten in Zeitlupe anschaut (man verpasst nichts, denn gesprochene Erläuterungen oder so gibt es nicht). Das Ganze ist nur gut zehn Minuten lang. Noch kürzer ist "Toshios Video". Das ist nichts anderes als der Inhalt des Videorecorders von Shuichis Vater, der alles gefilmt hat, was wie eine Spirale aussieht. Von eher akademischem Interesse sind die vielen Trailer zu anderen DVD-Veröffentlichung von rapid eye movies, denn diese Filme sind doch sehr auf den fernöstlichen Markt zugeschnitten...

Nette Beigabe: In der DVD-Hülle steckt ein zusammengefaltetes Filmposter. Man sollte vielleicht noch erwähnen, daß die deutsche Synchronisation dieses Films gar nicht mal so übel ausfällt.

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